Hallo zusammen,
nochmal
vielen Dank an alle.
Irgendwie wirkt es beruhigend auf mich wie vielen es ähnlich geht.
Ich möchte anhand von einigen Zitaten "kurz"

Feedback geben was ich so beim Lesen gedacht habe.
Generell ist mir aufgefallen dass viel Angst besteht, bei den Partner*innen, sowie bei Euch selbst.
Allerdings passt das definitiv nicht zu den Aussagen von den Menschen, welche sich weiteren Bekannten und Freunden geoutet haben. Hier wird eigentlich ausnahmslos
positives berichtet. Das ist schon auffällig.
Und das war ja auch eine zentrale Frage von mir. Die nach den Erfahrungen.
Auch nachdem ich etwas im Forum geforscht habe zum Thema
(wie immer war ich wieder mal nicht der/die Erste),

komme ich zum Selben Schluss.
Und ich gehe nicht davon aus dass negative Erfahrungen bewusst zurückgehalten werden.
Somit ist die absolute Mehrheit der Erfahrungen "positiv" !! Das hat mir schon zu Denken gegeben und macht mir Hoffnung.
Zu den Zitaten:
Lisa hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 10:00
Da eins meiner Lieblings Mottos lautet: Weniger ist oft mehr, kann ich bisher ganz gut damit umgehen, Lisa hat einen Platz in unserem gemeinsamen Leben, wenn auch nur einen kleinen bisher
Ich "konnte" bisher gut damit umgehen. Das hat sich geändert. Die Zeit? Das Alter? Das Wissen um die Endlichkeit dieses einen Lebens, keine Ahnung. Aber ich kann nur noch schlecht damit umgehen mich zu verstecken.
Und dabei geht es mir nicht darum mich überall öffentlich "zu zeigen", sondern darum dass meine Freunde zumindest "wissen" wie ich ticke.
manchmal_melissa hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 10:10
Auch bei mir ist es immer wieder meine Freundin, die mich davon abhält. Ihr Argument ist immer: "Was bringt es dir? Ist es das wert?" Und ich denke, da hat sie einen guten Punkt. Man weiß eben nie wie die anderen reagieren. Klar, wenn es gut läuft, wäre das klasse. Aber wenn es schlecht läuft, wäre es schlimmer als vorher. Ich bin deshalb bis jetzt immer zu dem Schluss gekommen, es sein zu lassen.
Es wäre mir selbst "einiges Wert". Sogar eine langjährige Freundschaft
(die ich dann zumindest auf die Probe gestellt hätte)
Aber da es eben oft "unsere" Freund sind, geht es nur wenn meine Frau mitzieht.
Mary hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 11:54
Ich (Partnerin) habe keine Angst, aber trotzdem fühlt sich manches seltsam an. Ob es bei deiner Frau so ähnlich ist oder sie tatsächlich Angst hat, kann sie nur selbst beantworten. Für mich ist die Situation eher etwas skurril und surreal. Das bleibt vermutlich auch so.
Mag deine Frau mal herkommen, vielleicht? Eventuell in den Chat, mit Verabredung? Vielleicht hilft ein Gespräch unter Partnerinnen?
Skurril und surreal ist es sogar für mich selbst noch manchmal. Da kann ich Dich als Partnerin "mehr als gut" verstehen.
Oh wie sind wir doch alle geprägt.
Und vielen Dank für das Angebot im Chat. Ich hab meiner Frau schon mal angeboten doch im Forum etwas herumzuschauen. Wollte sie nicht. Aber mit einem so konkreten Angebot sollte ich das nochmal angehen
MoreThan2m hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 12:00
Vor ein paar Wochen habe ich dann den Entschluß gefasst das ich in die Offensive gehe
Ich habe meinen engen Freunden in einem persönlichen Gespräch meine Neigungen erzählt und was soll ich sagen: nur positives Feedback.
Alle haben sich sogar noch dafür bedankt, das man man so offen gesprochen hat.
Das sind die Erfahrungen die mich gerade beglücken beim Lesen

Ich habe mir auch schon gedacht dass ich es als "Geschenk" an Freunde verkaufe. Und genau so kam es bei Dir wohl an
Cecil Cross hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 13:18
Was möchte Sie ? Kennst Du alle ihre Bedürfnisse ?
Sich über die eigenen Gefühle und die des Partners klar zu werden hilft Ängste abzubauen.
Es hilft nur darüber reden. Eventuell auch mit proffesioneller Unterstützung. Die hier schon öfters von mir gelesene Haltung das ein "normaler" Psychotherapeut nicht geeignet sei, da die meisten von Ihnen kaum transexuelle Erfahrungen haben teile ich nicht. Wenn der Therapeut über Emphatie verfügt sind dies die besten Voraussetzungen.
Ja so wirklich genau beschrieben haben wir unsere eigenen Bedürfnisse tatsächlich noch nicht. Danke.
Und das obwohl wir einmal einen Kurs gemacht haben zur gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg.
"Eigene
Gefühle spüren, daraus ableitende
Bedürfnisse erkennen, dann eine klare
Bitte stellen"
Hmm, so einfach wärs. Danke, somit hab ich mich zumindest wieder daran erinnert.
Dass die professionelle Unterstützung keine Transgender Erfahrung braucht kann ich auch bestätigen. Wir hatten anfangs hier eine sehr tolle ältere Dame mit viel Emphatie. Damals ging es aber vorrangig um das Outing meiner Frau und den Kindern gegenüber. Nicht um weiterführende Outings.
-=Tom=- hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 15:20
Meine Frau möchte nach wie vor nicht das ich mit einem Plakat (sinnbildlich gesprochen) über dem Kopf rumlaufe und es in die Welt hinaus rufe
Einige gut ausgewählte Freunde haben in gemeinsamen Gesprächen (meine Frau war jedesmal mit dabei) von meiner "Leidenschaft" erfahren. Das Feedback war durch die Bank positiv und ich kann mich jetzt um einiges mehr meinen Freunden gegenüber entspannter verhalten.
In mir schreit es zwar danach, es in die Welt hinaus zu rufen. Aber davon bin ich weit weg. Und tatsächlich vielleicht gut so.
Doch das mit den gut ausgewählten Freunden klingt gut. Und wieder eine positive Erfahrung mehr, danke
Geli hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 17:41
Ich habe meiner Frau zwar angeboten auch mit ihrer besten Freundin darüber zu reden, aber bis jetzt hat sie es nicht gemacht (zumindest weiß ich nichts davon).
Das habe ich meiner Frau auch "vor langem schon" angeboten, mit einer Freundin darüber zu reden. Lange hat sie es nicht gemacht. Was auch wieder zeigt wie schwer es ist den eigenen Mann so zu präsentieren.
Sie hat es dann tatsächlich auch gemacht vor ein paar Monaten. Da kam dann sogar der Vorschlag der Freundin dass wir uns mit unseren Partnern mal Treffen könnten.
(Und ich dabei sogar in meiner weiblicheren Form) "Er" zählt jetzt aber nicht zu meinen langjährigen Freunden und es blieb bis jetzt eine offene Idee.
Hmmm, sollte ich vielleicht doch mal wiederbeleben die Idee ...
Fiona hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 19:19
Im Vorfeld waren für uns noch einige Dinge wichtig:
- Nimm sie mit bei deinen Ausflügen (ins Forum) und erzähle ihr von Dir, Deinen Gefühlen und Deinem Inneren, wie Du Dich fühlst
- Gibt ihr Zeit und überfordere sie nicht mit Informationen
- Nimm ihre Bedenken wahr und redet darüber
Ja, diese "Hilfen" klingen echt gut. Danke dafür.
Lana hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 22:04
Ich bin froh, dass heute nahezu alle Menschen, die mich näher kennen, über mich Bescheid wissen.
Es macht das Leben wieder leichter, selbstverständlicher und unkomplizierter.
Ich möchte dich ermutigen, mit einer Person zu sprechen, der du voll vertraust, und wünsche dir schöne Gespräche, die euch dann ein Stück weiterbringen, so dass deine Frau langsam ein Gefühl dafür bekommen kann, dass beim Coming-Out nicht nur Risiken bestehen, sondern dass es die Chance bietet, seine Familienmitglieder und alten Freunde von einer ganz neuen Seite kennenzulernen, was die Beziehung sehr bereichern kann.
Noch eine positive Erfahrung. Leichter, selbstverständlicher und unkomplizierter. Whow. Hört sich toll an.
Und diese Eine Person hab ich auch schon ausgemacht. Jetzt muss ich es nur noch tun
gerda joanna hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 00:05
Ich habe mir aufgrund des Posts, wo Du die Lola erwähnt hast, die Griffe und den Text runtergeladen und versuche es auf meiner Akustikgitarre

.
Da musst Du erst mal für Dich wissen ob es bei CD/Part-Time-Lady bleibt oder Du weiter gehen möchtest.

.. ja, die Lola. Bin ich gefühlt immer wieder bei unseren Proben.
Der zweite Satz ist ein zentrales Thema für mich, welches wohl einen eigenen Thread bräuchte.
Was genau will ich, oder noch schwieriger.
Was bringt die Zukunft?
Ich will nicht komplett Frau werden. Das weiß ich. Und meine Frau müsste es auch wissen nach gefühlten 1001 maligen klaren Aussagen von mir.
Aber ich möchte "mehr" und "öfter" das "Zwischendrin" sein. Und den "Wechsel" haben.
Aber wie oft?, wie intensiv?, wo überall?, wie genau? .. Echt, ich müsste meine Frau anlügen wenn ich darauf klare Antworten bringen möchte.
ICH WEIß ES NICHT
Um hier Antworten zu finden müsste ich es
"ausprobieren"! Das kann ich nicht "fühlen" oder was auch immer.
Ja, das ist ein echtes Problem noch.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 07:29
so viele Parallelen ... den Text und die Akkorde von Lola habe ich auch gleich herunter geladen...
Sie muss auch verstehen, was das Thema wirklich für Dich bedeutet. Das bedeutet für mich, ich muss meine Gefühle meiner Frau auch mitteilen.
Gefühle mitteilen. Ja. Da bin ich voll der Held oder die Heldin.
Leider ironisch grad 
Aber wieder kam ich beim Lesen auf eine Idee. Früher hatten wir "Zwiegespräche" .. also richtig geplante Gespräche. Als das öfter nicht funktionierte
(Gefühle mitteilen) hab ich angefangen es aufzuschreiben
(das kann ich) und ihr vorzulesen im Gespräch.
Das letzte Zwiegespräch ist fast 2 Jahre her
Doreen hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 10:09
Gerne würde ich mich vor einigen Menschen in meinem Umfeld outen.
Meine Frau will auf keinem Fall das ich im MM (Mädel-Modus wie wir das crossen bezeichnen) das Haus verlasse (Ausnahme am Rosenmontag),
sie hat große Bedenken das man sich über mich lustig machen könnte, noch schlimmer, dass man sie selbst für eine Lesbe halten würde usw, usw.
Das Geheimnis bleibt also in unseren vier Wänden.
Das klingt nach "damit abgefunden".
(reine Interpretation) Und das ist völlig ok. Vielleicht komme ich auch einmal dahin. Doch derzeit kann ich das nicht. Im Gegenteil, ich komme immer mehr weg davon mich "abzufinden".
Nach "raus im MM Modus" ist mir schon, aber ich will nicht unbedingt im MM Modus zu meinen Freunden. Mein gedachtes Outing geht eher in die Richtung meinen Freunden zu Erzählen was ein Leben lang in mir vorgeht. Sollte sich dann mehr ergeben, dann ok ...
Plisseedreher70 hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 10:24
Jetzt in meinem höheren Alter ist sowieso fast alles gelaufen und genieße meine Leidenschaft unter zwei Augen!
Ups, das sehe ich anders, bzw. erhoffe es mir anders. Klar, vieles wird nicht mehr gehen, allein wegen dem Alter. Die Zeit zurückdrehen geht nicht mehr. Aber vielleicht die verbleibende Zeit noch nutzen...
Alyssa hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 11:42
Am Ende die Frage nach dem was bringt es dir und was kostet es dich vielleicht. Das kann man nur selbst beantworten.
Aber da es keine Nutzen bringt und auch keine Notwendigkeit besteht ist und bleibt es ausschließlich mein Ding. Und es reicht auch und ist gut so.
Ich erhoffe mir einen großen "
Nutzen", und die "
Notwendigkeit" ergibt sich bei mir aus meinen stetigen Gefühlen heraus dass es falsch ist mich zu verstecken. Aber verstehen kann ich es. Denn ist die Büchse der Pandorra mal geöffnet dann ...
Lana hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 20:23
Lana hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 23:34
Bei uns ist es aber schon so, dass sie darüber hinaus eine Art allgemeines Unwohlsein verspürt, mit dem Thema Trans* in Verbindung gebracht zu werden.
Ich möchte das hier gerne ergänzen, weil ihr Gefühl des Unwohlseins seit gestern einen Namen hat: Scham.
Sie schämt sich für mich, wenn ich in weiblicher Kleidung unterwegs bin, und das selbst dann, wenn wir nur unbekannten Menschen begegnen. Sogar wenn gemeinsame Freunde meine Kleidungswahl positiv kommentieren hilft ihr das nicht, ihre Scham abzulegen.
Das habe ich inzwischen verstanden.
Scham. Ein gutes Wort. Ich denke das Wort bzw. Gefühl passt. Und ich kann diese Scham die meine Frau vielleicht auch verspürt gar nicht verurteilen. Denn sogar ich finde mich in diesem Gefühl ab und zu wieder. Sogar ich selbst, eigentlich unglaublich.
Eva hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 20:31
Gehst du manchmal zu einem Stammtisch oder so in deiner Nähe, zu dem sie mitkommen kann? Ich könnte mir vorstellen, dass es ihr hilft, auf andere Leute aus dem Bereich Trans/CD/Drag/etc. zu treffen. Ein fröhlicher Haufen, mit dem sie sich unterhalten kann - wo sie andere Anekdoten und Werdegänge kennenlernt und sieht, wie "Betroffene" damit umgehen. Das könnte ihr zeigen, wie Normalität aussehen kann.
Jepp, das ist ein nächster Schritt. Wenn es denn wieder mal zu Treffen kommt. Ich war schon 3 Mal beim Transall Treffen in Freiburg. (Kurz vor Corona)
Meine Frau wollte nie mit. Da waren auch Diskussionen.
Aaaaber,

.. an Weihnachten bekam ich u.a. eine Karte von meiner Frau, auf der Stand: "Ich geh mit Dir wohin du willst, such Dir etwas aus"
Diesen "Gutschein" möchte ich für einen Besuch bei einem Treffen nutzen...
Ich weiß, das war lang.
Danke an alle
Chris
Ich will so sein, so wie ich bin, mal Mann, mal Frau, gern zwischendrin.