in einem anderen Posting (von Geli) kam ein Thema auf, welches mich sehr beschäftigt. Schon länger, und auch immer mehr.
Es ging darum dass die Ehefrau zwar Bescheid weiß, akzeptiert und auch ganz toll unterstützt, aber einem möglichen "Outing" zu Freunden und Verwandten skeptisch und mit Ängsten begegnet.
Genau so ist es bei mir. Aber "WARUM"?Geli hat geschrieben: Di 11. Jan 2022, 14:20 Die Angst der Veränderung ist überwunden, aber es bleibt aber immer noch ihre Angst vor dem Outing im Freundes- und Familienkreis, welche ich sehr ernst nehme und deshalb auch kein Outing plane.
Klar, ich habe sie natürlich gefragt. Aber eine wirkliche Antwort (mit der ich etwas anfangen kann) kam nicht.
Natürlich ist es Grund genug zu sagen "ich habe einfach Angst davor"
Aber ich hätte da einige Freund*innen, vor denen ich gerne geoutet wäre. (Wobei ich das Wort "geoutet" gar nicht mag)
Ich sage es lieber so: "Ich hätte gerne dass meine langjährigen Freunde und Freundinnen (zum Teil seit der Kindheit) mich endlich "wirklich" kennen.
Je mehr ich mich mit mir selbst arrangiert habe, und mich selbst akzeptiert habe, desto mehr finde ich es total schade, dass ich das vor meinen Freunden verheimliche.
Die kennen mich nun schon so lange, sind mit mir älter (und klüger) geworden. Wir haben zusammen so viel erlebt, gelebt, überlebt, gesungen, gesoffen, und und und...
Aber mein Thema, welches mich seit ich denken kann beschäftigt, welches so vieles in mir geprägt hat, das kennen sie nicht.
Ich glaube nicht mal dass es so wichtig wäre, dass sie sehen wie ich mich manchmal kleide oder mit Prücke ect.
Ich möchte dass sie "wissen" was ich fühle, was ich mache, was in mir vorgeht, und ich möchte dass sie mich endlich "wirklich" kennen lernen.
Dass sie verstehen, warum ich manchmal etwas "komisch" bin, warum ich mich für Minderheiten einsetzte, warum mein Duschgel eben oft einen rosa Deckel hat, warum ich schon immer ungern fotografiert wurde.
Sie bräuchten dann nicht mehr fragen ob ich krank bin, nur weil ich wieder mal ein schönes buntes Tuch um den Hals habe. Meine Band wüsste dann, dass "Lola" grad mit ihnen an der Gitarre steht, und nicht nur im Liedtext vorkommt (The Kinks). Sie wüssten warum ich an Fasching so gut mit hohen Schuhen klarkomme, und sie könnten vielleicht verstehen warum ich in der Jugend- und Schulzeit so schüchtern und zurückhaltend war den Mädchen gegenüber. (Ich war zu der Zeit total unsicher was mit mir "nicht stimmt" .. ob ich schwul bin, nur dumm oder was auch immer...)
So, vor meiner finalen Frage aber ganz kurz noch Infos zu mir: (bin erst seit ein paar Monaten hier dabei)
- Bin verheiratet, zwei Schulkinder, Frau und Kinder wissen es, meine Schwester auch, aber das war's.
- Meine Frau hat Angst dass es "immer mehr" wird mit meiner weiblichen Seite.
- Und ja, ich will mehr
- Ich würde mich als "non-binär" bezeichnen. Schubladen mag ich nicht.
- Ich mag mein Geschlecht, bin hetero
- Meinen sehr männlichen Körper mag ich nicht so.
- Möchte nicht "immer" Frau sein. (Schublade) Sondern liebe das Zwischendrin und den Wechsel.
Ok, viel geschrieben. Nun wird aber die Frage kurz:
Wie nehme ich meiner Frau die Angst?
Oder sehe ich das tatsächlich zu blauäugig und so ein "Outing" vor Freund*innen könnte tatsächlich zu großen Problem führen?
Wer hat Erfahrungen?
Liebe Grüße vom Bodnesee schon mal an alle die das hier ganz gelesen haben
Chris