Moinsen
eigentlich wollten wir uns gestern Nachmittag noch mal in ihrer neuen Wohnung treffen, um mit dem Aufbau weiterzumachen. Ihr Mann war noch arbeiten, sollte aber frühen Nachmittag nach Hause kommen und ihr das Baby abnehmen, so dass wir dann anschließend rübergehen können um noch ein bisschen zu schrauben...
Die Zeit bis dahin vertrieb ich mir hauptsächlich mit Baby-bespassen oder war andersrum?

Hach ja, mit so einem kleinen Bündel auf dem Schoß kann man schon rührselig werden...
Leider kam ihr Mann später als geplant und bei 34-°C, die gestern "anlagen", machten wir aus dem Arbeitstreffen spontan ein Mini-Wellness-Treffen in ihrem Garten. Weil es nicht mehr wirklich lohnte, dann noch mit was anzufangen. Oder wir einfach keine Lust mehr hatten
Sie baute das Kinderplanschbecken zwischen uns auf und wir kühlten dann unsere Fahrgestelle, aßen ein paar Küchlein und natürlich quatschen quatschen quatschen...
So vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abendbrot. Ich machte mich dann wieder auf nach Hause und sie ging zurück in die alte Wohnung.
Also eigentlich schon ein ganz normales Treffen würd ich sagen. Ich gewöhn mich dran

ne Freundin zu haben.
Erst später begann es in mir zu "arbeiten". Ich stellte mir Fragen, warum ich mich in ihrer Gegenwart eigentlich so wohl fühle. So anders fühle. Irgendwie besser. Besonders? Sie weckt irgendwelche neuen Gefühle in mir, wenn ich mit ihr zusammen bin, die ich nicht einordnen kann.
Ich kann das garnicht so richtig in Worte fassen. Ich hab auch gerade mit ihr über dieses Thema gesprochen. Weil es mir bewußt geworden ist und mich nun beschäftigt. Nach einem weiteren sehr tiefen Gespräch bin ich auf eine Erklärung gekommen:
Bei ihr fühle ich mich wie eine geborene Frau Das trifft es genau.
Während meine Verwandten und Bekannten mich alle noch als Mann kennen, es für sie also ein vorher und ein nachher gibt, ist es bei ihr etwas anderes. Sie kennt mich nur so wie ich jetzt bin. Für sie gibt es kein vorher. Das ich nicht so geboren wurde, ist zwischen uns überhaupt kein Thema. Klar, zu Anfang sprachen wir drüber, aber inzwischen ist das irgendwie... ja obsolet.
Ich kann das garnicht an etwas bestimmtem festmachen. Wenn ich mich morgens mit einer Mitpendlendlerin unterhalte, reden wir auch nicht jeden Tag darüber, das ich trans bin, sondern eben über ganz alltägliches.
Aber bei meiner Freundin ist es irgendwie was anderes. Sie gibt mir das Gefühl, ganz
normal zu sein, so als ob es nie anders gewesen wäre. Ich kann auch garnicht beschreiben
wie sie das macht...
Es ist einfach ihre ganze Art, ihr Umgang mit mir...
Sie gibt mir das
besondere Gefühl ganz
normal zu sein
Keine Ahnung, besser bekomm ichs nicht in Worte gefasst. Ich hoffe es kommt trotzdem irgendwie rüber, was ich ausdrücken wollte
Grüße
die Anja