Vorurteile und Befindlichkeiten
Vorurteile und Befindlichkeiten - # 2

Lebensplanung, Standorte
Vincent
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 16 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo!
Wenn ich die bisherigen Beiträge quer lese, ist ein entscheidender Punkt das Auffallen und wie, bzw. ob man wahrgenommen wird.

Hier hat jeder eine andere Einstellung dazu und auch eine andere Motivation, die ich alle nachvollziehen kann, die einen mehr die anderen weniger.

Sicher ist jedenfalls, dass einen ein perfektes Passing in der Masse untertauchen lässt und man sein Leben oder den entsprechenden Teil des Lebens, in einer anderen, gewählten Rolle, sonst weitgehend frei gestalten kann. Auch wenn es nicht das ist was ich (derzeit?) will, kann ich es sehr gut verstehen.

Dem gegenüber steht der offensichtliche Konflikt zwischen Geschlecht, Kleidung und evtl. auch Rolle, in den ich mich begebe, wenn ich in Leggings, Rock oder einem Kleid oder anderen männeratypischen Kleidungsstücken unterwegs bin.
Ich falle auf, ich werde wahrgenommen, und mich erkennen oft, mir unbekannte Leute, wieder, auch nach längerer Zeit und wenn ich dann nur Jeans und T-Shirt trage.

Und ganz ehrlich, genau diese Aufmerksamkeit ist für mich der häufigste Grund, mich nicht nach meinen Wünschen zu kleiden — mehr als geschäftliche Verpflichtungen und anderes.

Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, ich ziehe nicht gerne Aufmerksamkeit auf mich, ich will einfach nur tragen, was mir gefällt und mich kleiden, wie ich mich wohlfühle. Und manchmal kommt mir der Gedanke, dass die komplette Verwandlung wohl der einfachere Weg wäre"¦

Wer gerne die Aufmerksamkeit auf sich zieht, und wahrgenommen werden will, dem kann ich nur empfehlen, sich als Mann entsprechen unkonventionell zu kleiden.

Das Unbehagen durch die Kolleginnen oder Kollegen auf einem Treffen ins Rampenlicht geschoben zu werden verstehe ich, wäre mir selbst aber egal, ginge es nicht gerade um einen Ort der so nahe an meinem Lebens und Arbeitsumfeld liegt, dass es quasi fast passieren muss, dass mich Leute sehen, die aufgrund meiner Begleitung wohl falsche Schlussfolgerungen zögen, die sich nur schwer korrigieren ließen.

Und, @ Volker
volker hat geschrieben: triff Dich mit denen, den es genauso geht, z.B. mit mir. :mrgreen:
Ich würde mir wohl ähnliche Gedanken machen, wenn ich ernsthafter über ein Treffen mit anderen nachdenken würde, wobei die "Gewöhnungsphase" meiner direkten Mitmenschen noch aussteht. Insofern würde mich schon interessieren wie Du es gemacht hast.
Alles nur eine Frage von Ort und Zeit — vielleicht als PN?
LG

Vincent
triona
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 17 im Thema

Beitrag von triona »

Vincent hat geschrieben: ...

Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, ich ziehe nicht gerne Aufmerksamkeit auf mich, ich will einfach nur tragen, was mir gefällt und mich kleiden, wie ich mich wohlfühle. Und manchmal kommt mir der Gedanke, dass die komplette Verwandlung wohl der einfachere Weg wäre"¦

Dieser Gedanke ist wohl nicht so ganz falsch.
Diese Erfahrung habe ich zumindest in den Jahren meiner Übergangszeit gemacht.
Mehr oder weniger "weiblich" erscheinender Mann oder gar ganz "zwischengeschlechtliche" Erscheinung kostet deutlich mehr Kraft als einfach nur "Frau". Auch wenn die Vergangenheit noch mehr oder weniger erkennbar bleibt.

Das selbe gilt wahrscheinlich auch anders herum für Transmänner. Wenngleich diese als zwischengeschlechtliche Erscheinung vlt auch nicht immer so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


liebe grüße
triona
Andrea aus Sachsen
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 18 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
s_Roeckchen hat geschrieben:Was ich mich frage, wieso wollen manche hier, namentlich z.B. Andrea, nicht in der Menge auffallen sondern als 100% Frau durchgehen?
Das wäre eigentlich ein extra Thema, ich möchte aber hier nicht zu weit ausholen. Ich finde es einfach fantastisch, mich draußen völlig ungezwungen als ganz anderer Mensch (Frau) bewegen zu können, so, dass mich nicht einmal Bekannte erkennen. Jegliche Auffälligkeiten, die das Gefühl hervorrufen, ich werde genauer gemustert (egal, ob es tatsächlich so ist), erzeugen bei mir ein Unwohlsein.
Da das Thema Forumstreffen angesprochen wurde: In solchen besonderen Fällen mache ich schon mal Kompromisse, nicht beim eigenen Outfit, sondern bei dem, was ich für mein Umfeld akzeptiere.
conny hat geschrieben:die frage ist doch, ob meine unauffälligkeit, die ich bisher als "einzelgänger" erlebt habe und die mich sicherer gemacht hat, in einer gruppe auch gegeben ist.
Ich denke mal, die Gruppe wird sicher eher auffallen, der/die Einzelne geht dagegen eher in der Gruppe unter, was natürlich von der Größe der Gruppe und vom Passing der Einzelnen abhängt. Es kommt also bei Ausflügen darauf an, passende Gruppen zu finden. Da ist das hier angesprochene Problem nur eins von mehreren Aspekten. Die über TV/CD hinausgehenden Interessen sollten genauso zusammenpassen wie eine allgemeine Sympathie vorhanden sein sollte.
Wenn das beim Forumstreffen nicht zum Problem werden soll, wäre es schon sinnvoll, wenn alle Beteiligten ihre diesbezüglichen Interessen und Befindlichkeiten bereits im Vorfeld mal benennen würden.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
ChristinaF
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 19 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Vielleicht liege ich mit meiner Annahme falsch. Aber ich finde, dass "Vorurteile bzw. Befindlichkeiten" unserer Mitmenschen eigentlich nur auf Teilzeitfrauen, Crossdressern usw. aber nicht auf Transsexuelle treffen.
Nicht nur bei mir ist es so, sondern auch bei anderen TS die ich kenne, dass diesbezüglich keinerlei Probleme, Schwierigkeiten oder sonstwas Negatives passiert ist. Gut, was an Nachbartischen im Lokal getuschelt wird oder von anderen über mich gesprochen wird, weiß ich nicht. Aber direkt mir gegenüber wurden noch nie derart negative Reaktionen gezeigt.
Chrissie
Vincent
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 20 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Dornröschen,
Dornröschen hat geschrieben:Vielleicht liege ich mit meiner Annahme falsch. Aber ich finde, dass "Vorurteile bzw. Befindlichkeiten" unserer Mitmenschen eigentlich nur auf Teilzeitfrauen, Crossdressern usw. aber nicht auf Transsexuelle treffen.
Ich denke Du hast teilweise Recht.
Auch wenn manche Leute ein Verständnisproblem haben, was Transsexualität ist, ist doch klar, wer vor einem steht, welche Motivation dahinter steht, und nicht zuletzt wie die Person angesprochen werden möchte.
Bei CDs mit einigermaßen passablen Passing, auch wenn der Mann noch erkennbar ist, gilt der letzte Punk auch, bezüglich der Motivation kommen Zweifel und Verständnislosigkeit auf.
Der klar erkennbare Mann, der sich schlicht nicht an gesellschaftliche Konventionen hält, hinterlässt wohl die meiste Verwirrung und Verunsicherung und das, obwohl es aus einem anderen Sichtwinkel heraus ja eigentlich die kleinste "Abweichung" ist - er hat im Kaufhaus in der anderen Etage eingekauft :mrgreen: ...

LG
Vincent
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Vincent
Flodur
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 21 im Thema

Beitrag von Flodur »

Hallo Vincent, servus miteinand,

wie du bemerkt hast und eigentlich auch schon hättest wissen können, bist du nicht "der einzige so seltsame Zeitgenosse hier".
Dein Garn hat mich von Anfang an sehr berührt, aber ich hätte nicht recht gewusst was dazu sagen.

Inzwischen haben sich einige Seitenthemen dazu geschlichen und du hast offensichtlich nichts dagegen, damit wurde es um so "wichtiger für mich" auf verschiedenes einzugehen.

Das einfachere zuerst:
Dornröschen hat geschrieben:Vielleicht liege ich mit meiner Annahme falsch. Aber ich finde, dass "Vorurteile bzw. Befindlichkeiten" unserer Mitmenschen eigentlich nur auf Teilzeitfrauen, Crossdressern usw. aber nicht auf Transsexuelle zutreffen.Chrissie
Danke Chrissie, dass dieses Argument grad von dir kam. Ich denke das ist zumindest "offiziell" so: TS wird als echtes Bedürfnis anerkannt, so dass es ja sogar juristische Regeln dazu gibt.
TVs/CDs sind einfach nur Deppen. Im besten Fall werden wir toleriert, aber niemals akzeptiert.

Andrea, du wurdest ja in diesem Garn die Vorzeige TZF. Deine Idee "als Mann/die Person die du nicht sein willst" unsichtbar werden zu lassen, kann ich in gewisser Weise nachvollziehen.

Für mich gilt aber, dass mir klar ist, dass ich ein Mann bin und will auch nicht anders wahrgenommen werden.
Ich würde gerne einfach so akzeptiert werden wie ich bin, aber ich werde halt nur toleriert.
(Wobei ich hier an die (wenigen) Menschen denke, die für mich wichtig sind, Freunde und Verwandte. Fremde und deren Meinung ist mir sowieso wurscht.) (Meine Frau konnte mich leider nicht mal tolerieren.)
Vincent hat geschrieben:"¦ich will einfach nur tragen, was mir gefällt und mich kleiden, wie ich mich wohlfühle. Und manchmal kommt mir der Gedanke, dass die komplette Verwandlung wohl der einfachere Weg wäre"¦
Ja! Das einzige Motiv, warum ich manchmal davon träume doch Frau zu sein"¦

Ja, auch ich würde gerne gleichgesinnte Leute treffen, und ja, das Programmangebot versucht zu garantieren, "dass für jeden was dabei ist", aber ich scheue mich sehr vor dem Treffen in Berlin. Ich denke einfach, dass da nirgends dazugehöre.
(Mich mit Rockträgern zu treffen, die in glücklichen Partnerschaften leben, würde mich nur unendlich depressiv machen.)
cpg hat geschrieben:ist es richtig, dass ich dort Ängste erkenne?
Ja!
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 22 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Vielleichst schaust Du auch mal in den Foren
http://www.maennerrock.eu
www.rockmode.de
http://fashion-freestyle.forumieren.de/ ... d-der-hose
u.v.m.
Das erste war jahrelang der Treiber für Männerröcke, bis der Initiator Ferdi plötzlich verstarb. Jetzt geht es dort eher mau zu.
Es fehlen die Vorreiter, idealerweise ein Promi.

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 23 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Flodur, Guten Abend zusammen,

es betrübt mich sehr, dass du denkst nicht dazu zu gehören. Nicht nur betreffend Bärlin, sondern insgesamt.

Ich habe eine ziemlich hohe Meinung von dir, was deinen Umgang mit dem Cross-Dressing angeht. Du schaffst mit deinem öffentlichen Auftreten etwas, was andere nur immer wieder passiv für wünschenswert erklären; Wahrnehmung in deinem Umfeld d.h. in der Öffentlichkeit. Und nur durch dieses "wahrgenommen werden", werden wir irgendwann unsere Lage ändern. Ich gebe dir im großen und ganzen Recht, was die Toleranz/Akzeptanz-Sache angeht, aber wir (ich sehe sehr ähnlich aus wie du) sind KEINE Deppen. Das sage ich nicht nur, weil ich keine Lust habe ein Depp zu sein, sondern weil ich tatsächlich auch andere Erfahrungen gemacht habe. Wir haben vielleicht das Pech keine erfolgreichen Vorkämpfer gehabt zu haben, wie die heutigen Schwulen, aber deswegen aufgeben? Du bist kein Depp, du gehörst zu denen die vorangehen!

Ich würde mich wirklich freuen, wenn du deine Bedenken beiseite schieben könntest und doch nach Bärlin kommst.

Einen Gruß nach Süd-Osten schickt

Marielle
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
aber ich scheue mich sehr vor dem Treffen in Berlin. Ich denke einfach, dass da nirgends dazugehöre.
Wie kann das angehen? - frage ich mich. Für mich ist es selbstverständlich, dass Du dazugehörst und ich freue mich außerordentlich, dass ich Dich - immerhin ein wenig und aus der Ferne - kennenlernen durfte.
Wie können wir Dir das Gefühl geben, dazu zu gehören? ... natürlich nur soweit Du das selbst willst.

Es macht mich nachdenklich; ich möchte nicht, dass Du Dich ausgeschlossen fühlst )))(:
TVs/CDs sind einfach nur Deppen. Im besten Fall werden wir toleriert, aber niemals akzeptiert.
Ich hoffe, dass Du damit nicht Recht hast.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 25 im Thema

Beitrag von Flodur »

@ Marielle und andere Betroffene: Ich bitte um Entschuldigung wegen des Deppen.
Ich habe niemanden dazu einteilen wollen, das drückt nur meine Befindlichkeit aus.
Zum Glück habt ihr es (noch) nicht persönlich genommen.
cpg hat geschrieben:Es macht mich nachdenklich; ich möchte nicht, dass Du Dich ausgeschlossen fühlst

Ja klar, ihr schließt nicht aus, das mach ich selber...

Insgesamt bitte ich um Verzeihung für meinen unqualifizierten Beitrag, besonders Vincent.
Ich habe einfach dein Garn usurpiert um meiner schlechten Stimmung Ausdruck zu geben.
Das war nicht fein.
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 26 im Thema

Beitrag von Marielle »

nochmals Guten Abend zusammen,

es ist zwar off Topic, aber zu einem Satz aus diesem Thread möchte ich meine Ansicht beitragen; Und zwar nicht, wie man aus dem folgenden Text lesen könnte, als Widerspruch, sondern vielmehr als Aufruf.

Der Satz lautet: "Es fehlen die Vorreiter, idealerweise ein Promi"

Die Vorreiter fehlen nicht;

Wir haben sie hier unter uns. Es sind diejenigen die Mut genug haben, ausserhalb der Community Flagge zu zeigen.

Ein Promi taugt nicht als Vorreiter;

Wowereit, von Beust und Westerwelle sind nicht Vorreiter, sie sind Nutzniesser der Courage von ein paar Menschen, die im Juni '69 genug Rückgrat hatten, sich der tumben Mehrheit entgegen zu stellen. Obama taugt auch nicht dazu; Irene Morgan und Rosa Parks sind die Heldinnen, die seine heutige Position (mit) ermöglicht haben.

30 Jahre nach Romy Haag und Amanda Lear ist kein "Promi-Effekt" erkennbar und Olivia wird ihn auch nicht herbeischaffen. Wir müssen es selbst tun, niemand anderes wird es für uns tun.

sorry wegen oT, einen angenehmen Abend wünscht

Marielle
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 27 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

@Marielle: Promis unnütz - sehe ich nicht so. Heutzutage wird alles inszeniert und über Social Media verbreitet. Aber dort ist kaum was zu dem Thema derzeit zu finden.

Nora_7
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 28 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Heutzutage wird alles inszeniert und über Social Media verbreitet.
Ich denke jedoch, dass das aktive Alltagsleben auch seinen Wert hat und zeigt, dass man nicht nur "der bunte Vogel" ist, sondern auch Chef, Mitarbeiter, Kunde, Patient, Vortragender, wasauchimmer...
... und so zu einem Abbau von Vorurteilen beitragen könnte.

Gruß
CPG
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 29 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Im Grunde genonommen ist alles derart verworren, dass man sich gar nicht mehr auskennt. Auf der anderen Seite könnte alles so einfach und schön sein, wenn denn nicht unsere Gesellschaft teilw. verbohrte und eingeschliffene Meinungen hat. Mann ist Mann und muss Mann sein. Frau ist Frau und muss Frau sein; darf allerdings männliche Kleidung tragen. Transsexuell ok, geht noch, wenn's auch ungewöhnlich ist. Aber Mann der Frauenkleidung trägt und Mann bleiben will ist nicht zu tolerieren. Basta.
Leider ist der letzte Satz immer noch allgegenwärtig. Und die paar Leutchen, die das nicht so sehen, sind wahrscheinlich Exoten.
Persönlich konnte ich den letzten Satz schon mehrmals in der Praxis erleben. Werde ich in der Öffentlichkeit als Frau angenommen und toleriert, wenn auch hin und wieder ein Lächeln hervortritt, das aber fast immer freundlich ist, werden die Röcketragenden Männer meistens negativ sanktioniert und dementsprechend behandelt.
Irgendwann, hoffentlich bald, muss sich jedoch bei uns in DE was ergeben, das dieser Zustand aufhört.
LG
Chrissie
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten

Post 30 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Chrissie,
Dornröschen hat geschrieben: Irgendwann, hoffentlich bald, muss sich jedoch bei uns in DE was ergeben, das dieser Zustand aufhört.
Dass das passiert, daran zweifle ich.

Feste Gewohnheiten, vordefinierte Beurteilungen und Verhaltensweisen nach einem gesellschaftlichen Konsens erleichtern nämlich in der Tat das Zusammenleben.
Manches davon hat man sogar, wegen der Wichtigkeit in ein Gesetz gepackt, was ebenso anders gemacht werden könnte, z.B. auf der rechten Straßenseite zu fahren.

Was ich sagen will ist, dass es für den Einzelnen einen viel zu großen Aufwand darstellen würde, jeden Aspekt des Zusammenlebens zu jedem Zeitpunkt neu zu reflektieren und neu zu definieren.
Die übliche Kleidung und Geschlechtsrolle ist da nur ein kleiner Punkt, bei dem es für viele Betrachter aber offensichtlich einfacher ist, einen Mann als Frau zu akzeptiern, als mit einem Mann umzugehen, der alles Gewohnte durch seine Erscheinung in Frage stellt.

Persönlich habe ich oft den Eindruck gewonnen, dass die Akzeptanz eines Mannes im Rock weniger von Alter, konservativer Denkweise oder Geschlecht abhängt, als von der zur Verfügung stehenden geistigen Kapazität.
Wer (gerade) mit sich und seinem Leben selbst geistig voll ausgelastet ist, reagiert weniger tolerant oder sogar interessiert, als derjenige der reichlich feie Kapazität hat.

Und wer schimpft am lautesten? Die Zeitgenossen, die ohne Schulausbildung halb besoffen an einem Eck herumhängen"¦

Wirklich ändern wird sich daran sicher nichts, solange Männer in beliebigen Kleidungsstücken nicht ebenso normal sind, wie es mittlerweile Frauen sind, die Hosen tragen.

LG
Vincent
LG

Vincent
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