Vorurteile und Befindlichkeiten
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Vincent
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Vorurteile und Befindlichkeiten
Der Thread viewtopic.php?f=77&t=5834 wie auch seine vergleichbaren Vorgänger lässt mich immer ins grübeln kommen:
Einerseits würde ich gerne gleichgesinnte (oder zumindest ähnlich gesinnte) Leute treffen, ich könnte es vermutlich zeitlich einrichten und räumlich wäre es für mich nur ein Katzensprung — andererseits hält mich genau der letzte Punkt irgendwie davon ab.
Aufgrund der Nähe zu meinem Wohn- und Arbeitsort ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, Leute zu treffen, die mich kennen, was erstmal kein Problem ist, da ich egal wann und wo seit einiger Zeit kein Hel mehr aus meinen Kleidungsvorlieben mache. Man hat sich an den bärtigen Typen mit dem ungewöhnlichen Geschmack gewöhnt.
Aber"¦
Niemand würde mich derzeit mit dem, was diffus in uneingeweihten Köpfen bezüglich Männer als Frauen, Travestie, Transvestiten TS usw. herumschwirrt, in Verbindung bringen.
Würde das geschehen, hätte ich vermutlich Rechtfertigungs- oder Erklärungsbedarf und es würde es mir schwerer machen, auch weiterhin ziemlich unbefangen und unkritisiert auch mal einen Rock oder ein Kleid zu tragen.
An vorderster Stelle stünde da meine Frau, die meine Kleidungsvorlieben nicht nur toleriert, sondern massiv unterstützt. Würde sie plötzlich, wenn auch irrtümlich, annehmen ich wollte vielleicht irgendwann mal als Frau wahrgenommen werden, währe ihre Toleranz sofort beendet.
Vor so einer Verknüpfung in den Köpfen hätte ich Angst, gerade weil sie mMn sehr naheliegend ist, wenn man sich mit TzF trifft oder unterwegs ist.
Ich hoffe es versteht mich niemand hier falsch, ich finde jede Art seine Bedürfnisse dieser Richtung auszuleben gut, interessant und unterstützendswert — und ich kann nichtmal genau sagen, wo ich stehe oder irgendwann stehen werde, ich will nur meine derzeit für mich sehr komfortable Situation nicht gefährden.
Irgendwie schlagen zwei Herzen in meiner Brust"¦
Vermutlich bin ich aber wohl der einzige so seltsame Zeitgenosse hier?
LG
Vincent
Einerseits würde ich gerne gleichgesinnte (oder zumindest ähnlich gesinnte) Leute treffen, ich könnte es vermutlich zeitlich einrichten und räumlich wäre es für mich nur ein Katzensprung — andererseits hält mich genau der letzte Punkt irgendwie davon ab.
Aufgrund der Nähe zu meinem Wohn- und Arbeitsort ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, Leute zu treffen, die mich kennen, was erstmal kein Problem ist, da ich egal wann und wo seit einiger Zeit kein Hel mehr aus meinen Kleidungsvorlieben mache. Man hat sich an den bärtigen Typen mit dem ungewöhnlichen Geschmack gewöhnt.
Aber"¦
Niemand würde mich derzeit mit dem, was diffus in uneingeweihten Köpfen bezüglich Männer als Frauen, Travestie, Transvestiten TS usw. herumschwirrt, in Verbindung bringen.
Würde das geschehen, hätte ich vermutlich Rechtfertigungs- oder Erklärungsbedarf und es würde es mir schwerer machen, auch weiterhin ziemlich unbefangen und unkritisiert auch mal einen Rock oder ein Kleid zu tragen.
An vorderster Stelle stünde da meine Frau, die meine Kleidungsvorlieben nicht nur toleriert, sondern massiv unterstützt. Würde sie plötzlich, wenn auch irrtümlich, annehmen ich wollte vielleicht irgendwann mal als Frau wahrgenommen werden, währe ihre Toleranz sofort beendet.
Vor so einer Verknüpfung in den Köpfen hätte ich Angst, gerade weil sie mMn sehr naheliegend ist, wenn man sich mit TzF trifft oder unterwegs ist.
Ich hoffe es versteht mich niemand hier falsch, ich finde jede Art seine Bedürfnisse dieser Richtung auszuleben gut, interessant und unterstützendswert — und ich kann nichtmal genau sagen, wo ich stehe oder irgendwann stehen werde, ich will nur meine derzeit für mich sehr komfortable Situation nicht gefährden.
Irgendwie schlagen zwei Herzen in meiner Brust"¦
Vermutlich bin ich aber wohl der einzige so seltsame Zeitgenosse hier?
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Vincent
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Andrea aus Sachsen
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
.
Hallo Vincent,
ein interessantes Problem hast du da aufgeworfen. Ich kann deine Sorgen und Nöte durchaus nachvollziehen, obwohl ich zur anderen Fraktion, derer, die als Frau wahrgenommen werden wollen, gehöre. Auch von dieser Seite aus gesehen ist die Sache nicht unproblematisch.
Ich lege ja bekanntlich viel Wert auf ein möglichst authentisches Erscheinungsbild als Frau, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen, was mir, glaube ich, ganz gut gelingt. Wenn ich jetzt zusammen mit Männern in Röcken oder anderen Leuten, die irgendwie auffällig gekleidet sind, auftrete, wäre mein ganzes Passing dahin. Ich würde auch auffallen, was meiner Auffassung von Crossdressing widerspricht. Etwas weniger Probleme hätte ich bei solchen Begegnungen im Männermodus, selbst wenn ich dann auch nicht übermäßig auffallen möchte.
Das hat jetzt nichts mit mangelnder Toleranz zu tun. Im Gegenteil: Ich ziehe den Hut vor all denen, die den Mut aufbringen, ungewöhnliche Outfits offen zu tragen und dazu zu stehen. Es gibt aber, wie gesehen, Punkte, an denen sich Vertreter verschiedener CD-Varianten, trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten, gegenseitig im Weg stehen. Meines Erachtens bedeutet Toleranz jetzt, die Befindlichkeiten der jeweils Anderen zu akzeptieren und Kompromissen im Zusammenleben zu suchen. Wie die aussehen könnten - wollen wir darüber diskutieren?
Ich hoffe, ich habe mit meinen Zeilen niemanden im Forum allzu sehr verärgert und wünsche noch einen schönen Tag.
Hallo Vincent,
ein interessantes Problem hast du da aufgeworfen. Ich kann deine Sorgen und Nöte durchaus nachvollziehen, obwohl ich zur anderen Fraktion, derer, die als Frau wahrgenommen werden wollen, gehöre. Auch von dieser Seite aus gesehen ist die Sache nicht unproblematisch.
Ich lege ja bekanntlich viel Wert auf ein möglichst authentisches Erscheinungsbild als Frau, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen, was mir, glaube ich, ganz gut gelingt. Wenn ich jetzt zusammen mit Männern in Röcken oder anderen Leuten, die irgendwie auffällig gekleidet sind, auftrete, wäre mein ganzes Passing dahin. Ich würde auch auffallen, was meiner Auffassung von Crossdressing widerspricht. Etwas weniger Probleme hätte ich bei solchen Begegnungen im Männermodus, selbst wenn ich dann auch nicht übermäßig auffallen möchte.
Das hat jetzt nichts mit mangelnder Toleranz zu tun. Im Gegenteil: Ich ziehe den Hut vor all denen, die den Mut aufbringen, ungewöhnliche Outfits offen zu tragen und dazu zu stehen. Es gibt aber, wie gesehen, Punkte, an denen sich Vertreter verschiedener CD-Varianten, trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten, gegenseitig im Weg stehen. Meines Erachtens bedeutet Toleranz jetzt, die Befindlichkeiten der jeweils Anderen zu akzeptieren und Kompromissen im Zusammenleben zu suchen. Wie die aussehen könnten - wollen wir darüber diskutieren?
Ich hoffe, ich habe mit meinen Zeilen niemanden im Forum allzu sehr verärgert und wünsche noch einen schönen Tag.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Marielle
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Hallo Vincent,
ich finde das du damit einen wichtigen Punkt in einer guten Weise ansprichst.
Ich vestehe deinen Standpunkt ganz gut, habe selbst auch einige "Einschränkungen" was meine "Aussendarstellung" angeht. Diese beziehen sich allerdings nicht auf die Personen, mit denen ich (nicht) gesehen werden möchte, sondern darauf das ich in der näheren Umgebung gar nicht sichtbar bin.
Es gibt den von dir beschriebenen Umstand natürlich auch andersherum; Diejenigen die ein perfektes Passing anstreben gehen nicht so gern mit "unsereinem" los, weil ein offensichtlich erkennbarer Mann in Frauenkleidern das beste Passing ruiniert, wenn er neben einer geht.
Einschub: Ich hatte jetzt wegen eines Telefonats nicht weitertippen können und erstmal Andreas Posting gelesen; Sie bestätigt das obige aus ihrer Sicht.
Auch wenn ich befürchte, dass wir zu keiner endgültigen Lösung kommen, fände ich die von ihr angeregte Diskussion aber wichtig. Sie könnte doch einen Ansatz bieten, die gegenseitigen Positionen zu verstehen und hoffentlich aneinander anzunähern. Letztlich haben wir nämlich ein gemeinsames Anliegen: Ohne Einschränkungen einfach wir selbst sein zu können.
Gruß
Marielle
ich finde das du damit einen wichtigen Punkt in einer guten Weise ansprichst.
Ich vestehe deinen Standpunkt ganz gut, habe selbst auch einige "Einschränkungen" was meine "Aussendarstellung" angeht. Diese beziehen sich allerdings nicht auf die Personen, mit denen ich (nicht) gesehen werden möchte, sondern darauf das ich in der näheren Umgebung gar nicht sichtbar bin.
Es gibt den von dir beschriebenen Umstand natürlich auch andersherum; Diejenigen die ein perfektes Passing anstreben gehen nicht so gern mit "unsereinem" los, weil ein offensichtlich erkennbarer Mann in Frauenkleidern das beste Passing ruiniert, wenn er neben einer geht.
Einschub: Ich hatte jetzt wegen eines Telefonats nicht weitertippen können und erstmal Andreas Posting gelesen; Sie bestätigt das obige aus ihrer Sicht.
Auch wenn ich befürchte, dass wir zu keiner endgültigen Lösung kommen, fände ich die von ihr angeregte Diskussion aber wichtig. Sie könnte doch einen Ansatz bieten, die gegenseitigen Positionen zu verstehen und hoffentlich aneinander anzunähern. Letztlich haben wir nämlich ein gemeinsames Anliegen: Ohne Einschränkungen einfach wir selbst sein zu können.
Gruß
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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exuser-08-07-2013
Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
einen wunderschönen guten morgen,
interessante überlegungen, die mich auch schon beschäftigt haben.
ich möchte ja im alltag auch einigermaßen unauffällig meinen tagesablauf verbringen können.
dabei möchte ich als frau wahrgenommen werden, was mir natürlich und das haben wir ja schon oft diskutiert, niemals gelingen kann - also genügt mir da inzwischen eine gewisse akzeptanz, die mir entgegengebracht wird.
und auf der andernen seite bin ich auch sehr gerne mit anderen cd unterwegs, egal in welchem outfit diese erscheinen und egal ob als tzf (ich hasse diesen begriff) oder als mann, der gerne frauenkleidung trägt.
dass ich dann eher auffällig werde, ist schon alleine der tatsache geschuldet, dass mehrere cd - auch wenn jede einzelne für sich ein gutes passing hat - halt grundsätzlich die blicke eher anziehen.
aber das ist bei biofrauen nicht anders - eine gruppe wird halt einfach eher mal genauer "unter die lupe" genommen.
dann geht es mir aber nicht mehr so sehr um meine eigenen sonstigen oben beschriebenen bedürfnisse, sondern darum, mich mit diesen mir liebgewonnen menschen auszutauschen und schöne stunden zu verbringen.
dies ist mir unheimlich wichtig und tut auch meinem wohlbefinden unheimlich gut.
würde ich nicht so denken, wäre mein leben einsamer und ich würde mich immer mehr von allem zurückziehen und - die zeiten kenne ich ja auch - meine sozialkontakte würde ich auf ein gefährliches minimum zurückfahren.
deshalb möchte ich mich bei allen hier im forum, die ab und an mal mit mir was unternehmen, recht herzlich bedanken.
danke, dass es euch für mich gibt.
ganz liebe grüßle
lucy f.
interessante überlegungen, die mich auch schon beschäftigt haben.
ich möchte ja im alltag auch einigermaßen unauffällig meinen tagesablauf verbringen können.
dabei möchte ich als frau wahrgenommen werden, was mir natürlich und das haben wir ja schon oft diskutiert, niemals gelingen kann - also genügt mir da inzwischen eine gewisse akzeptanz, die mir entgegengebracht wird.
und auf der andernen seite bin ich auch sehr gerne mit anderen cd unterwegs, egal in welchem outfit diese erscheinen und egal ob als tzf (ich hasse diesen begriff) oder als mann, der gerne frauenkleidung trägt.
dass ich dann eher auffällig werde, ist schon alleine der tatsache geschuldet, dass mehrere cd - auch wenn jede einzelne für sich ein gutes passing hat - halt grundsätzlich die blicke eher anziehen.
aber das ist bei biofrauen nicht anders - eine gruppe wird halt einfach eher mal genauer "unter die lupe" genommen.
dann geht es mir aber nicht mehr so sehr um meine eigenen sonstigen oben beschriebenen bedürfnisse, sondern darum, mich mit diesen mir liebgewonnen menschen auszutauschen und schöne stunden zu verbringen.
dies ist mir unheimlich wichtig und tut auch meinem wohlbefinden unheimlich gut.
würde ich nicht so denken, wäre mein leben einsamer und ich würde mich immer mehr von allem zurückziehen und - die zeiten kenne ich ja auch - meine sozialkontakte würde ich auf ein gefährliches minimum zurückfahren.
deshalb möchte ich mich bei allen hier im forum, die ab und an mal mit mir was unternehmen, recht herzlich bedanken.
danke, dass es euch für mich gibt.
ganz liebe grüßle
lucy f.
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Tatjana_59
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Hallo Vincent,
Ich bin ja nun ein ähnlicher Exot wie du, allerdings ohne Bart.
Vorurteile werden natürlich immer irgendwo im Raum stehen, doch zumeist bei den Menschen, die mich gar nicht kennen.
Das interessiert mich mittlerweile schon lange nicht mehr, es ist ja nur der erste/zweite kurze Blick, dann sind die Leute vorbei.
In der Gaststätte sieht man schon mal wie die Leute manchmal die Köpfe zusammenstecken.
Diese kümmern sich aber auch meist wieder sehr schnell um sich selber.
Ich bin überall im Frauenmodus unterwegs, mittlerweile ausschließlich, aber wie ja viele hier schon wissen, nie geschminkt, nie Perücke, und Haare sprießen auch am ganzem Körper. Ich muss zugeben, das sieht unter der Fsh doch ziemlich doof aus.
Nun geht es mir aber wie dir, meine Frau akzeptiert mich wie ich bin, geht mit mir überall hin, hilft mir bei Kleidungswahl, bzw shoppen. Es ist ihr schlichtweg egal was ich anhabe, oder was die Leute in der Umgebung tuscheln. Wobei das tuscheln vermutlich schon lange aufgehört hat, sie denken sich vermutlich, der tickt halt nicht richtig.
Trotzdem hat meine Frau Ängste in sich vergraben, sie weiß dass sich mich als Freundin mit hinzugewonnen hat, sie möchte aber auf keinen Fall den Mann verlieren.
Daher auch keinerlei Körperrasur bei mir, außer Barthaare, und auch sonst keine weiteren fraulichen Angelegenheiten wie schminken, usw.
Ich werde immer wieder mal, meist auf die lustige Art, mit der Frage konfrontiert, aber die GaOp möchtest du nicht?
Ich möchte die Op tatsächlich nicht, aber die Angst bei meiner Frau ist einfach da, und damit könnte sie vermutlich nie umgehen.
Mir reicht es vollkommen was ich in relativ kurzer Zeit erreicht habe, in ein wenig mehr wie einem Jahr.
Ich bin sozusagen uneingeschränkt eingeschränkt.
Ich sage immer meine Frau, noch ist sie ja meine Lebensgefährtin, wir heiraten aber im Wonnemonat Mai, und noch dazu ich auch im Frauenmodus.
Ich bin meiner Frau dankbar für ihre Toleranz, die ja hier nun doch bei weitem nicht alles Mädels haben, doch man sieht, ihre Ängste sind da, und werden sich unter Umständen nie ganz verflüchtigen.
Es hört sich jetzt vielleicht doof an, aber auch ich möchte so gut wie möglich als Frau wahrgenommen werden, mit dem vollem Bewusstsein dass mir das nur in geringsten Maße, bis überhaupt nicht gelingen kann.
Wobei ich tatsächlich manchmal sogar als Frau angesprochen werde, das freut mich dann immer unheimlich.
Ich bin an und für sich angekommen, denke ich zumindest, ich bin ich, zufrieden und glücklich.
Gruß Gerhard
noch schnell einen Anhang setze,
hab gerade nochmal das ganze Thema gelesen, und bemerkt dass ich etwas daran vorbeigeschrubbt bin, tut mir leid, löschen möchte ich mein Posting trotzdem nicht, denn zum Teil passt es ja doch
Gruß Gerhard
Ich bin ja nun ein ähnlicher Exot wie du, allerdings ohne Bart.
Vorurteile werden natürlich immer irgendwo im Raum stehen, doch zumeist bei den Menschen, die mich gar nicht kennen.
Das interessiert mich mittlerweile schon lange nicht mehr, es ist ja nur der erste/zweite kurze Blick, dann sind die Leute vorbei.
In der Gaststätte sieht man schon mal wie die Leute manchmal die Köpfe zusammenstecken.
Diese kümmern sich aber auch meist wieder sehr schnell um sich selber.
Ich bin überall im Frauenmodus unterwegs, mittlerweile ausschließlich, aber wie ja viele hier schon wissen, nie geschminkt, nie Perücke, und Haare sprießen auch am ganzem Körper. Ich muss zugeben, das sieht unter der Fsh doch ziemlich doof aus.
Nun geht es mir aber wie dir, meine Frau akzeptiert mich wie ich bin, geht mit mir überall hin, hilft mir bei Kleidungswahl, bzw shoppen. Es ist ihr schlichtweg egal was ich anhabe, oder was die Leute in der Umgebung tuscheln. Wobei das tuscheln vermutlich schon lange aufgehört hat, sie denken sich vermutlich, der tickt halt nicht richtig.
Trotzdem hat meine Frau Ängste in sich vergraben, sie weiß dass sich mich als Freundin mit hinzugewonnen hat, sie möchte aber auf keinen Fall den Mann verlieren.
Daher auch keinerlei Körperrasur bei mir, außer Barthaare, und auch sonst keine weiteren fraulichen Angelegenheiten wie schminken, usw.
Ich werde immer wieder mal, meist auf die lustige Art, mit der Frage konfrontiert, aber die GaOp möchtest du nicht?
Ich möchte die Op tatsächlich nicht, aber die Angst bei meiner Frau ist einfach da, und damit könnte sie vermutlich nie umgehen.
Mir reicht es vollkommen was ich in relativ kurzer Zeit erreicht habe, in ein wenig mehr wie einem Jahr.
Ich bin sozusagen uneingeschränkt eingeschränkt.
Ich sage immer meine Frau, noch ist sie ja meine Lebensgefährtin, wir heiraten aber im Wonnemonat Mai, und noch dazu ich auch im Frauenmodus.
Ich bin meiner Frau dankbar für ihre Toleranz, die ja hier nun doch bei weitem nicht alles Mädels haben, doch man sieht, ihre Ängste sind da, und werden sich unter Umständen nie ganz verflüchtigen.
Es hört sich jetzt vielleicht doof an, aber auch ich möchte so gut wie möglich als Frau wahrgenommen werden, mit dem vollem Bewusstsein dass mir das nur in geringsten Maße, bis überhaupt nicht gelingen kann.
Wobei ich tatsächlich manchmal sogar als Frau angesprochen werde, das freut mich dann immer unheimlich.
Ich bin an und für sich angekommen, denke ich zumindest, ich bin ich, zufrieden und glücklich.
Gruß Gerhard
noch schnell einen Anhang setze,
hab gerade nochmal das ganze Thema gelesen, und bemerkt dass ich etwas daran vorbeigeschrubbt bin, tut mir leid, löschen möchte ich mein Posting trotzdem nicht, denn zum Teil passt es ja doch
Gruß Gerhard
Zuletzt geändert von Tatjana_59 am Do 28. Feb 2013, 12:45, insgesamt 1-mal geändert.
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Anne-Mette
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Moin,
ich freue mich immer wieder darüber, dass auf hohem Niveau auch ganz persönliche Themen diskutiert werden.
Es berührt mich im Innersten, dass wir so einen Kreis aufbauen konnten, in dem man so ein Vertraugen hat
Sonst wäre man manchmal ganz schön allein
Gruß
Anne-Mette
ich freue mich immer wieder darüber, dass auf hohem Niveau auch ganz persönliche Themen diskutiert werden.
Es berührt mich im Innersten, dass wir so einen Kreis aufbauen konnten, in dem man so ein Vertraugen hat
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Vincent
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Hallo lucy f.,
Aber wie man es anstellt bleibt es schwierig; im verlinkten Fall wegen der räumlichen Nahe, und der hohen Wahrscheinlichkeit Bekannte zu treffen, in anderen Fällen, sprich in anderen Ecken Deutschlands wegen der großen Entfernung, die dann wieder eine Begründung für meine Frau erfordern würde, warum ich verreise.
Natürlich könnte ich etwas anderes erzählen, das kommt aber aus Gründen von Ehrlichkeit und Vertrauen für mich nicht in Frage.
LG
Vincent
genau das ist der Punkt, sich mit ähnlich denkenden und interessierten Menschen treffen (auch wenn man sie wie in meinem Fall nicht kennt) und nicht um das Ausleben seiner eigenen Bedürfnisse, was ich für meinen Fall fast immer voll und ganz tun kann, gelegentliche kleine Rücksichtnahmen mal ausgenommen.lucy f hat geschrieben: dann geht es mir aber nicht mehr so sehr um meine eigenen sonstigen oben beschriebenen bedürfnisse, sondern darum, mich mit diesen mir liebgewonnen menschen auszutauschen und schöne stunden zu verbringen.
dies ist mir unheimlich wichtig und tut auch meinem wohlbefinden unheimlich gut.
Aber wie man es anstellt bleibt es schwierig; im verlinkten Fall wegen der räumlichen Nahe, und der hohen Wahrscheinlichkeit Bekannte zu treffen, in anderen Fällen, sprich in anderen Ecken Deutschlands wegen der großen Entfernung, die dann wieder eine Begründung für meine Frau erfordern würde, warum ich verreise.
Natürlich könnte ich etwas anderes erzählen, das kommt aber aus Gründen von Ehrlichkeit und Vertrauen für mich nicht in Frage.
LG
Vincent
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
...
Ich lege ja bekanntlich viel Wert auf ein möglichst authentisches Erscheinungsbild als Frau, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen, was mir, glaube ich, ganz gut gelingt. Wenn ich jetzt zusammen mit Männern in Röcken oder anderen Leuten, die irgendwie auffällig gekleidet sind, auftrete, wäre mein ganzes Passing dahin. Ich würde auch auffallen, was meiner Auffassung von Crossdressing widerspricht.
...
Diese Beobachtung habe ich auch schon des Öfteren gemacht. Ich sehe darin einen Grund, warum viele T*-Menschen davor zurückschrecken oder es gar möglichst vermeiden, sich zusammen mit anderen T* in der Öffentlichkeit zu zeigen. (Ich hatte es auch in meiner letzten PN an dich zum Thema bereits angesprochen.)
Es gilt natürlich genauso für die meisten TS, besonders wenn sie weitmöglichst im Verborgenen leben wollen, was ihre Vergangenheit betrifft.
liebe grüße
triona
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conny
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
diese überlegung habe ich auch in bezug auf das geplante treffen im mai in berlin angestellt.triona hat geschrieben:Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
...
Ich lege ja bekanntlich viel Wert auf ein möglichst authentisches Erscheinungsbild als Frau, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen, was mir, glaube ich, ganz gut gelingt. Wenn ich jetzt zusammen mit Männern in Röcken oder anderen Leuten, die irgendwie auffällig gekleidet sind, auftrete, wäre mein ganzes Passing dahin. Ich würde auch auffallen, was meiner Auffassung von Crossdressing widerspricht.
...
Diese Beobachtung habe ich auch schon des Öfteren gemacht. Ich sehe darin einen Grund, warum viele T*-Menschen davor zurückschrecken oder es gar möglichst vermeiden, sich zusammen mit anderen T* in der Öffentlichkeit zu zeigen. (Ich hatte es auch in meiner letzten PN an dich zum Thema bereits angesprochen.)
Es gilt natürlich genauso für die meisten TS, besonders wenn sie weitmöglichst im Verborgenen leben wollen, was ihre Vergangenheit betrifft.
liebe grüße
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Moin,
... und was ist bei den Überlegungen raugekommen?
Wir können ja kaum vorher in Hannover ein Foto-Shooting veranstalten und dann sagen: "Du kannst mit ... Du bist Wackelkandidat...und Du musst noch ein Jahr warten".
Wahrscheinlich dürfte ich dann auch nicht mit; höchstens als (Bus)Fahrer, obwohl das auch schwierig wäre, rein Führerscheintechnisch
Gruß
Anne-Mette
... und was ist bei den Überlegungen raugekommen?
Wir können ja kaum vorher in Hannover ein Foto-Shooting veranstalten und dann sagen: "Du kannst mit ... Du bist Wackelkandidat...und Du musst noch ein Jahr warten".
Wahrscheinlich dürfte ich dann auch nicht mit; höchstens als (Bus)Fahrer, obwohl das auch schwierig wäre, rein Führerscheintechnisch
Gruß
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
die frage ist doch, ob meine unauffälligkeit, die ich bisher als "einzelgänger" erlebt habe und die mich sicherer gemacht hat, in einer gruppe auch gegeben ist. und ich muß mit allen möglichen situationen, die ein gruppenausflug evtl. mit sich bringt, auch zurecht kommen können.
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Anne-Mette
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Moin,
ist es richtig, dass ich dort Ängste erkenne?
Dann lass uns wissen, ob und wie wir Dich und andere, die Zweifel haben, unterstützen können
Gruß
Anne-Mette
ist es richtig, dass ich dort Ängste erkenne?
Dann lass uns wissen, ob und wie wir Dich und andere, die Zweifel haben, unterstützen können
Gruß
Anne-Mette
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Als Initiator und Organisator der Münchner Runden (so viele waren das jetzt noch nicht) möchte ich sagen, daß es mir persönlich besser gefällt, eine heterogene Mischung zu treffen als eine homogene Gruppe.
Begründung sprich Meinung:
Eine homogene Gruppe bestätigt sich nur selbst in ihren Anschauungen oder Verhalten. Sie kann sich unter Umständen unauffällig(er) in der Öffentlichkeit bewegen.
Eine heterogene Gruppe sieht, es geht auch anders in Aufmachung, Interessenlage, Verhalten. Und sie fällt auch, ich falle so ab und an gerne auf.
Ich muß mal mit meiner Partnerin darüber sprechen, was sie davon halten würde, wenn ich auf ein möglichst perfektes Passing hinarbeiten würde. Ihre Antwort wird interessant werden. Denn mir geht es wie Vincent, die Beschränkung der westlichen Männermode gilt im Privaten nicht mehr für mich. Da ich auch noch extravagante Strumpfmode bevorzuge, kann man sich vorstellen, ich gebe auch eine illustre Erscheinung ab und beim Bärtchen kann ich auch mithalten.
Was ich mich frage, wieso wollen manche hier, namentlich z.B. Andrea, nicht in der Menge auffallen sondern als 100% Frau durchgehen? Daß man/frau mit einer homogenen Gruppe, aber erst recht in einer heterogenen Gruppe, auffällt, dieses aber partout nicht will?
Der erste Gedanke den ich hatte war "Weibchen", aber das ist zu abwertend. Ich frage deswegen weil ich keinerlei Verlangen überhaupt nach einem Passing (keine Perücke, keine Schminke) habe und es deshalb nichts als Bezugspunkt in meiner Gedankenwelt gibt, daß das (be)greifbar für mich machen würde.
s'Röckchen
Begründung sprich Meinung:
Eine homogene Gruppe bestätigt sich nur selbst in ihren Anschauungen oder Verhalten. Sie kann sich unter Umständen unauffällig(er) in der Öffentlichkeit bewegen.
Eine heterogene Gruppe sieht, es geht auch anders in Aufmachung, Interessenlage, Verhalten. Und sie fällt auch, ich falle so ab und an gerne auf.
Ich muß mal mit meiner Partnerin darüber sprechen, was sie davon halten würde, wenn ich auf ein möglichst perfektes Passing hinarbeiten würde. Ihre Antwort wird interessant werden. Denn mir geht es wie Vincent, die Beschränkung der westlichen Männermode gilt im Privaten nicht mehr für mich. Da ich auch noch extravagante Strumpfmode bevorzuge, kann man sich vorstellen, ich gebe auch eine illustre Erscheinung ab und beim Bärtchen kann ich auch mithalten.
Was ich mich frage, wieso wollen manche hier, namentlich z.B. Andrea, nicht in der Menge auffallen sondern als 100% Frau durchgehen? Daß man/frau mit einer homogenen Gruppe, aber erst recht in einer heterogenen Gruppe, auffällt, dieses aber partout nicht will?
Der erste Gedanke den ich hatte war "Weibchen", aber das ist zu abwertend. Ich frage deswegen weil ich keinerlei Verlangen überhaupt nach einem Passing (keine Perücke, keine Schminke) habe und es deshalb nichts als Bezugspunkt in meiner Gedankenwelt gibt, daß das (be)greifbar für mich machen würde.
s'Röckchen
...ridicule is nothing to be scared of...
(A.Ant "Prince Charming")
(A.Ant "Prince Charming")
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Truus
- schau
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Hi Vincent,
Du bist nicht allein mit deiner Lebenssituation. Auch meine Frau toleriert und unterstuezt mich teilweise bei meinem Crossdressing.
Daher gehoere ich zu den Gluecklichen die zu Hause ihre Leidenschaft (teilweise) ausleben koennen. Aber ich weisz, dasz es fuer meine Frau Grenzen gibt und die liegen dort wo ich mich als Mann ganz verabschieden wollte. Den Drang - wie Du- Stammtische, Gleichgesinnte zu treffen usw. wuerde auch meine Liebste als eine Schritt in diese Richtung verstehen. Sie mag es auch nicht, wenn ich mich schminke. Duldet gerade so, eine Peruecke.
Nun, ich kann gut mit dieser Situation leben. Warum soll ich mich mit 57 und 33 Ehejahren unbedingt selbst verwirklichen?
Nur damit man mich in 5 bis 10 Jahren als OMA wahrnimmt? Nein, dafuer liebe ich meine Frau zu sehr.
Meiner Meinung nach gehoert zu einer Partnerschaft gegenseitige Ruecksichtsnahme.
Sie laeszt mir meine Kleider, Roecke, Nachthemdchen, Mules, Pantys usw. und ich akzeptiere Ihre Vorbehalte und Verhalte mich ( in ihrem Beisein) entsprechend.
Truus
Du bist nicht allein mit deiner Lebenssituation. Auch meine Frau toleriert und unterstuezt mich teilweise bei meinem Crossdressing.
Daher gehoere ich zu den Gluecklichen die zu Hause ihre Leidenschaft (teilweise) ausleben koennen. Aber ich weisz, dasz es fuer meine Frau Grenzen gibt und die liegen dort wo ich mich als Mann ganz verabschieden wollte. Den Drang - wie Du- Stammtische, Gleichgesinnte zu treffen usw. wuerde auch meine Liebste als eine Schritt in diese Richtung verstehen. Sie mag es auch nicht, wenn ich mich schminke. Duldet gerade so, eine Peruecke.
Nun, ich kann gut mit dieser Situation leben. Warum soll ich mich mit 57 und 33 Ehejahren unbedingt selbst verwirklichen?
Nur damit man mich in 5 bis 10 Jahren als OMA wahrnimmt? Nein, dafuer liebe ich meine Frau zu sehr.
Meiner Meinung nach gehoert zu einer Partnerschaft gegenseitige Ruecksichtsnahme.
Sie laeszt mir meine Kleider, Roecke, Nachthemdchen, Mules, Pantys usw. und ich akzeptiere Ihre Vorbehalte und Verhalte mich ( in ihrem Beisein) entsprechend.
Truus
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Marielle
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Re: Vorurteile und Befindlichkeiten
Hallo Gerhard, Guten Abend zusammen,
Es hört sich nicht doof an. Jedenfalls nicht für mich, weil es mir genauso geht. (Selbstbildnis: Beine rasiert, Rock, Top und Pumps, dafür mehr Haare im Gesicht als andere auf dem Kopf
)
Was das "Gelingen" angeht verstehe ich natürlich wie du das meinst, würde es aber gern auch von einer anderen Seite her beleuchten.
Wenn man in deinem Satz die Betonung nicht auf "als Frau" legt, sondern auf "wahrgenommen werden", dann kommt ein ganz anderer Aspekt zum Vorscheinen.
"Wahrgenommen werden" bedeutet ja meistens auch, sich in gewissem Maß dieser Wahrnehmung der anderen zu stellen. Du machst deinen weiblichen Anteil durch den offensichtlichen Kontrast klar sichtbar und forderst damit auch zu Reaktionen auf. Ob du das nun explizit willst oder nicht ist erstmal egal, es IST so. Meine Sichtweise dazu ist, dass du damit viel mehr "als Frau" wahrgenommen wirst, als jemand mit einem 110%-Passing jemals wahrgenommen werden kann. Einfach deswegen, weil die Person mit dem 110%-Passing von anderen im vorbeigehen gar nicht als Individuum wahrgenommen wird, sondern als ein Teil der Hälfte der Bevölkerung durchläuft. Wenn man die Wirkung einer Person als Multiplikationsprodukt aus "als Frau" und "wahrgenommen werden" auffasst, kommt bei Männern in Röcken jedenfalls ein höheres Ergebnis raus, als bei einem 110%-Passing.
BITTE: Es muss jetzt niemand, der/die ein sehr gutes Passing anstrebt, aufschreien. Ich verstehe (einigermassen) und respektiere (völlig) den Wunsch nach einem guten Passing. Ich habe mit dem vorstehenden Text lediglich meine Sichtweise auf die Aussenwahrnehmung von Männern im Rock (alternativ: Frauen in Holzfällerhemden) dargestellt. Mir ist bewusst, dass diejenigen die ein möglichst gutes Passing anstreben, dass eben genau deswegen tun weil sie nicht in obigem Sinn "wahrgenommen" werden wollen. Das respektiere ich.
einen schönen Abend wünscht
Marielle
Es hört sich jetzt vielleicht doof an, aber auch ich möchte so gut wie möglich als Frau wahrgenommen werden, mit dem vollem Bewusstsein dass mir das nur in geringsten Maße, bis überhaupt nicht gelingen kann.
Es hört sich nicht doof an. Jedenfalls nicht für mich, weil es mir genauso geht. (Selbstbildnis: Beine rasiert, Rock, Top und Pumps, dafür mehr Haare im Gesicht als andere auf dem Kopf
Was das "Gelingen" angeht verstehe ich natürlich wie du das meinst, würde es aber gern auch von einer anderen Seite her beleuchten.
Wenn man in deinem Satz die Betonung nicht auf "als Frau" legt, sondern auf "wahrgenommen werden", dann kommt ein ganz anderer Aspekt zum Vorscheinen.
"Wahrgenommen werden" bedeutet ja meistens auch, sich in gewissem Maß dieser Wahrnehmung der anderen zu stellen. Du machst deinen weiblichen Anteil durch den offensichtlichen Kontrast klar sichtbar und forderst damit auch zu Reaktionen auf. Ob du das nun explizit willst oder nicht ist erstmal egal, es IST so. Meine Sichtweise dazu ist, dass du damit viel mehr "als Frau" wahrgenommen wirst, als jemand mit einem 110%-Passing jemals wahrgenommen werden kann. Einfach deswegen, weil die Person mit dem 110%-Passing von anderen im vorbeigehen gar nicht als Individuum wahrgenommen wird, sondern als ein Teil der Hälfte der Bevölkerung durchläuft. Wenn man die Wirkung einer Person als Multiplikationsprodukt aus "als Frau" und "wahrgenommen werden" auffasst, kommt bei Männern in Röcken jedenfalls ein höheres Ergebnis raus, als bei einem 110%-Passing.
BITTE: Es muss jetzt niemand, der/die ein sehr gutes Passing anstrebt, aufschreien. Ich verstehe (einigermassen) und respektiere (völlig) den Wunsch nach einem guten Passing. Ich habe mit dem vorstehenden Text lediglich meine Sichtweise auf die Aussenwahrnehmung von Männern im Rock (alternativ: Frauen in Holzfällerhemden) dargestellt. Mir ist bewusst, dass diejenigen die ein möglichst gutes Passing anstreben, dass eben genau deswegen tun weil sie nicht in obigem Sinn "wahrgenommen" werden wollen. Das respektiere ich.
einen schönen Abend wünscht
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.