Hallo Nina,
Ich weiss schon, dass ich da an's eingemachte gehe, drum will ich nochmal eine Antwort schreiben, und da du mich auch direkt dazu gefragt hast...
Nina B. hat geschrieben:
...Er spricht von einer "Normabweichung", die darin besteht, dass der Körper die Merkmale des einen Geschlechts hat, und das Gehirn genau entgegengesetzt gepolt ist. Das passt dann schlecht zusammen und Transsexuelle leiden darunter, dass diese zweit Teile nicht zusammenpassen.
Ich bin nicht mit diesem Absolutheitsanspruch einverstanden - Geist im falschen Körper, "Gehirn entgegengesetzt gepolt". Ein Gehirn ist nicht gepolt, aber es gibt eine Psyche, und die hat weibliche und männliche Anteile, in unterschiedlichen "Gewichtsanteilen". Während der Körper in der Regel dual ist, ist es die Psyche halt nicht. Und jetzt kommt der TS, der sagt "doch, ich bin psychisch 100 % Frau im Männerkörper". Nee, sorry, ist mir zu einfach.
Ab wann ist man dann TS ? Ich kann es nicht messen, ich sage nur - der Übergang TV zu TS ist fliessend, das ist nicht "in einen Topf schmeissen", ich denke aber dass die Neigung an sich dieselbe ist, nur dass es beim TV weniger stark ausgeprägt ist, und dass er damit pragmatischer umgeht und sich selbst besser akzeptieren kann.
Nina B. hat geschrieben:
Den Körper dem empfundenen Geschlecht anzupassen ist hingegen möglich, und damit kann man diesen Menschen wirklich helfen. Der Leidensdruck kann nämlich ziemlich enorm werden, Suizide sind nicht selten. Und jetzt erkläre mir mal bitte, mit welcher Berechtigung Du diesen Menschen diese Behandlung verweigern möchtest, bzw. sie schlecht heisst?
Die Krankheit, die der Behandlung bedarf, ist die Depression, soweit sind wir uns ja einig. Damit ist auch der Leidensdruck verbunden.
Was ich nicht akzeptiere ist das Totschlagargument Suizid. Es ist bekannt, dass es auch bei Menschen nach körperlicher Geschlechtsumwandlung Suizid Fälle gibt. Ich wäre da sehr vorsichtig zu beurteilen, wie man das verhindern kann, sicher heisst das Patentrezept nicht "Operation/Hormon".
Nina B. hat geschrieben:
Findest Du die Wort "Schindluder treiben" und "verunstalten" nicht etwas anmaßend?
Ich finde die Worte durchaus treffend, einfach aus dem Grund weil an einem
organisch intakten Körper rumgeschnippelt bzw dieser pharmazeutisch grundlegend verändert wird.
Man kann es auch so sagen - man lässt sich von Dr.Frankenstein vom Mann zu einer Art Monsterfrau verändern.
Aber das Stichwort 'anmaßend' ist gut - anmaßend finde ich den Anspruch, sich das dann auch noch von allen Versicherten bezahlen zu lassen. Anmaßend, weil es genügend Kranke, Behinderte, Pflegefälle gibt, die Behandlungen brauchen für die nicht genügend Geld da ist.
Nina B. hat geschrieben:
Und wer, wenn nicht ich selbst, hat das Recht über meinen Körper zu entscheiden?
Kein anderer ! Aber es gibt ganz anders gelagerte Fälle, bei denen es auch darum geht, über seinen Körper zu bestimmen, die auch umstritten sind, die aber meiner Meinung nach viel gerechtfertigter sind:
Sterbehilfe, Abtreibung ("mein Bauch gehört mir")
Nina B. hat geschrieben:
Wenn sich Transsexuelle nicht als psychisch krank empfinden, aber trotzdem behandlungsbedürftig sind, ist das kein Widerspruch. Eine Schwangerschaft wird auch ärztlich behandelt und es kommt ja wohl niemand auf die Idee, dass sei eine Krankheit.
... klar, aber die Behandlung Schwangerschaft/Geburtshilfe ist eine notwendige für die Gesundheit von Mutter und Kind, die "Hormontherapie" ist aber eine Umgestaltung (und eine riskante noch dazu) - womit wir wieder bei Frankenstein

wären.
Und nochmal für diejenigen, die meinen ersten Beitrag nicht gelesen haben:
Ich wollte nichts gegen Transsexuelle schreiben, es geht nur um das Thema Hormontherapie. Ich habe volles Verständnis für TS und finde es gut, wenn sie den Mut haben ihre Frauenrolle (ohne pharmazeutische Umgestaltung) auszuleben !
LG von Edeka
