Gedanken zum Outing - # 2
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Ninadieflocke
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Re: Gedanken zum Outing
Liebe Alessia,
wenn ich das richtig verstehe, befindet ihr euch gerade in der dritten Schwangerschaft. Das ist ja an sich schon eine ziemlich herausfordernde Zeit. Nach meinem Dafürhalten könnte ein Outing vielleicht besser noch etwas warten, bis ihr - dann Fünf - euch etwas miteinander eingerichtet habt. Drei Kinder sind noch einmal etwas völlig anderes als zwei! Zu viele Baustellen könnten vielleicht nicht gut sein. Nur meine bescheidene Meinung.
Viel Glück und halte durch!
Nina
wenn ich das richtig verstehe, befindet ihr euch gerade in der dritten Schwangerschaft. Das ist ja an sich schon eine ziemlich herausfordernde Zeit. Nach meinem Dafürhalten könnte ein Outing vielleicht besser noch etwas warten, bis ihr - dann Fünf - euch etwas miteinander eingerichtet habt. Drei Kinder sind noch einmal etwas völlig anderes als zwei! Zu viele Baustellen könnten vielleicht nicht gut sein. Nur meine bescheidene Meinung.
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AlessiA1985
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Re: Gedanken zum Outing
Liebe Nina,
ich gebe Dir völlig Recht mit zu vielen Baustellen. Davon haben wir mehr als genug. Ich werde es behutsam angehen und nichts übers Knie brechen. Um die Schwangerschaft und Eingewöhnungszeit bin ich da sehr vorsichtig.
Ich möchte mich zunächst mental darauf vorbereiten, mich selbst besser verstehen und mich austauschen, darauf zielen auch meine Fragen aus meinem letzten Beitrag ab.
Liebe Grüße
Alessia
ich gebe Dir völlig Recht mit zu vielen Baustellen. Davon haben wir mehr als genug. Ich werde es behutsam angehen und nichts übers Knie brechen. Um die Schwangerschaft und Eingewöhnungszeit bin ich da sehr vorsichtig.
Ich möchte mich zunächst mental darauf vorbereiten, mich selbst besser verstehen und mich austauschen, darauf zielen auch meine Fragen aus meinem letzten Beitrag ab.
Liebe Grüße
Alessia
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Come to life, open mind, have a laugh at the orthodox
Come, drink deep let the dam of mind seep
Travel with great élan, dance a jig at the funeral
Come!"
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Violetta-TransFlower
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Re: Gedanken zum Outing
Liebe AlessiA,AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14 Obwohl es so brennt, fällt es mir schwer, insbesondere weil sie mir schon öfter gesagt hat, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein könnte, wenn ich als Frau leben wollen würde. Sie möchte mit einem Mann zusammen sein. So eine Äußerung kam z. B. als der Sohn einer Arbeitskollegin sich als Transgender geoutet hat und eine Hormontherapie anfing, es war also nicht zu 100% auf mich gemünzt, auch wenn sie manchmal Anspielungen macht, die suggerieren, dass sie etwas ahnt. Jedenfalls respektiere ich das, es ist ja schon sehr einschneidend, wenn ich ihr eröffne was in mir vorgeht und wohin es führen kann. Ich muss sagen, dass ich langfristig vermutlich damit leben könnte, wenn unsere Ehe nicht hält.. Aber es ist das "Wie". Wenn es einvernehmlich endet, wir uns über die Kindererziehung usw. einig sind, dann wäre es hart, aber okay. Ich würde immer mit ihr zusammenarbeiten wollen, denn unsere Kinder werden uns immer einen, selbst wenn keine Liebesbeziehung mehr da wäre.
Eine sehr schwierige Situation in Deinem Leben.
Ich denke, Du wirst nicht umhin kommen, Dich Deiner Partnerin zu offenbaren.
Es wird wohl auch in Zukunft mit 3 Kindern im Haus wohl nie einen geeigneten Zeitpunkt geben, an dem es gerade mal passt.
Ich lese aus Deinen Beiträgen schon einen großen Leidensdruck heraus.
Der wird noch größer werden, wenn Du alles in Dich hineinfrisst und niemanden etwas erzählst.
Unterschätze diese Dynamik nicht.
In Bezug auf Dein Verhalten gegenüber Deiner Partnerin kann ich Dir keine großen Ratschläge geben.
Meine Beziehung war zum Zeitpunkt meiner ganzen Offenbarungen schon lange beendet, zum Glück.
Ich habe es immer so gehalten, dass ich es Allen persönlich erzählt und erklärt habe, wenn dies möglich war.
Ich finde das persönliche Gespräch immens wichtig.
Briefe wären für mich in Bezug auf Familie und nahestehende Freunde nicht in Betracht gekommen.
Das ist auch heute noch meine Meinung dazu, da ich in der Vergangenheit gemerkt habe, das die persönlichen Offenbarungen einfach sehr gut verlaufen sind.
viewtopic.php?t=30178#p395320
Ich wünsche Dir viel Glück für Deine Zukunft
Deine Violetta
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Knäckebrötchen
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Re: Gedanken zum Outing
AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14Die Tage gab es wieder so eine Situation, in der meine Frau mir eine Vorlage gemacht an, in der ich meine Neigung hätte zugeben können, aber anstatt ein Gespräch in die Richtung zu bringen, habe ich den Kommentar weggelächelt und mit den Schultern gezuckt.
AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14weil sie mir schon öfter gesagt hat, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein könnte, wenn ich als Frau leben wollen würde. Sie möchte mit einem Mann zusammen sein.
Hallo Alessia,AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14wenn sie manchmal Anspielungen macht, die suggerieren, dass sie etwas ahnt
ich wäre vorsichtig mit der Vermutung, deine Frau würde auf etwas anspielen und dir (heimlich) Vorlagen liefern. Das würde bedeuten, sie möchte dich zu einer Reaktion provozieren - anstatt die Frage selbst offen zu stellen. Dann wäre für mich die Frage: warum sollte sie das in dieser Situation tun? Sie hat an dieser Stelle im Grunde genommen nur zu verlieren. Insbesondere dann, wenn sie dir gegenüber sehr deutlich formuliert hat, was die Beziehungsperspektive in einem solchen Fall ist: Trennung.
Vielleicht wäre eine sinnigere Reaktion beim nächsten Mal, sie direkt darauf anzusprechen und sie zu fragen, ob/was sie mit dieser Aussage meint? Dann wird sie dir schon sagen müssen, ob sie "etwas ahnt", oder ob es nur ein Zufall war, den du auf dich beziehst, weil Du dich eben gedanklich damit beschäftigst und es dann oft leicht fällt, Dinge und Sätze auf sich zu beziehen.
Einen vergleichbaren Effekt hast Du z.B. bei Horoskopen, Bunte-HörZu-Psycho-Tests oder Traumdeuten.
Ich kenne weder Dich noch deine Frau noch die Situation, in der ihr euch als Familie befindet, darum nur ein Rückblick auf meine eigene Situation damals: meine (inzwischen Ex-)Frau steckte in einer recht schwierigen beruflichen Situation, die sie und uns sehr gestresst hat. Mein Thema hat sich unabhängig davon in der Zeit eher zufällig so sehr in den Vordergrund gedrängt, das ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, als mich ihr zu offenbaren. Das hat sie mir dann auch bis heute zum Vorwurf gemacht, dass ich ihr in dieser für sie so stressigen Phase noch ein Thema extra aufgelastet habe und es ihr dann noch schlechter ging. Und das trägt nicht wirklich zu einem einvernehmlichen Getrenntsein bei. Zum Rest kann und will ich dir gar nicht viel Spekulation mitgeben, das müsst ihr als Erwachsene aushandeln. Ich drücke Dir aber die Daumen, dass ihr dann, sollte es soweit kommen, zu einer guten Lösung für euch und die Kinder findet.AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14Wenn es einvernehmlich endet, wir uns über die Kindererziehung usw. einig sind, dann wäre es hart, aber okay. Ich würde immer mit ihr zusammenarbeiten wollen, denn unsere Kinder werden uns immer einen, selbst wenn keine Liebesbeziehung mehr da wäre.
Viele hier, die dann in die Transition gegangen sind, sind früher oder später auch mal therapeutisch an das Thema ran, und wenn es nur war, um eine Indikation für HRT und/oder GAOP zu bekommen (bzw. nach dem alten TSG alles). Persönlich kann ich das empfehlen, mir hat es geholfen. Andere sehen das anders. Ich wollte aber keine Erlaubnis, ich hatte Fragen und wollte einen Austausch. Den hätte ich so sicherlich auch in einer SHG bekommen, das hätte mir in meiner Situation vermutlich genauso viel geholfen. Wenn Du also eh dran bist, deine Themen (so wie Du schreibst, klingt es, als ob es da noch mehr gäbe) zu besprechen, dann gib dem ganzen doch vielleicht einfach die Zeit, die es braucht. Und dann kannst Du dich auch in dem Rahmen darüber austauschen, wie und wann Du es deiner Frau erzählst. Es gibt auch die Möglichkeit, deine Frau mal zu einem solchen Termin einzuladen und das dann in diesem Rahmen zu tun. Jedenfalls sind viele Therapeut:innen zu sowas bereit.AlessiA1985 hat geschrieben: Sa 22. Aug 2026, 17:19Weitere Frage: Hat jemand die Thematik auch mal therapeutisch aufgearbeitet? Ich habe dazu die Gelegenheit, habe aber selbst in diesem geschützten Umfeld Schwierigkeiten damit, wie ich es anspreche, zumal ich einiges aufzuarbeiten habe. Identität ist da bei weitem nicht allein und ich habe ohnehin eine recht aufwendige Reise vor mir, die schon vor vielen Wochen begonnen hat.
Ihr geht jetzt in eine aufregende und potentiell belastende Zeit, mit einem dritten Kind verändert sich nochmal enorm viel (wir haben 4), auch je nachdem wie alt die beiden älteren Kids sind. Schon allein weil auch das viel Kraft und Aufmerksamkeit erfordert, wünsche ich Dir, dass Du die Kraft für Dich findest, das Thema erstmal soweit in den Griff zu kriegen, dass es dich nicht zerreißt. Es bei einer Therapie anzusprechen kann dir etwas Dampf aus dem Kessel nehmen, oder mehr Druck drauf geben (wir hatten hier schon so einiges an merkwürdigen Reaktionen seitens der Therapeut:innen). Das hilft Dir vermutlich alles nicht viel weiter, aber aus der Ferne lassen sich solche Sachen leider sehr schlecht beurteilen.
Ein weiterer Gedanke, den ich dir mitgeben möchte: Du denkst an Dich, deine Bereitschaft, die Ehe auch scheitern zu lassen - da sind aber auch zwei Kinder, die dich als Vater kennen und dich als Beziehungsperson brauchen (eine gute Vaterrolle ist nicht zu unterschätzen, am Ende zählt aber die Beziehung zwischen euch). Die werden auch mit deiner Veränderung und der Trennung klar kommen müssen. Selbst wenn ihr euch einvernehmlich trennt und alles weitgehend prima läuft - es wird für die Kinder zu einem Thema werden und es ist nicht zu unterschätzen, wie unterschiedlich Kinder da regieren. Je nachdem gibt es auch noch mehr Familie (Großeltern und so), auch deren Reaktion wird Einfluss auf eure Kinder haben. Das kannst Du nicht wirklich kontrollieren oder steuern und vorhersehen schon gar nicht. Aber dein Verhalten und dein Umgang wird viel Einfluss haben und je sicherer Du dir bist, desto stärker und ruhiger kannst Du auch mit den kommenden Herausforderungen umgehen.
Plus: das noch ungeschlüpfte No.3 wird dich im worst case niemals wirklich als Bezugsperson kennenlernen. Stell Dir vor, Du gehst in die Trennung, bevor das Kind halbwegs abgestillt ist (sofern das ein Ding bei euch ist), dann kann ein Umgang unter Umständen erstmal gar nicht erfolgen, oder nur kurzzeitig und das reicht nicht aus, um eine Beziehung wurzeln schlagen zu lassen.
Kurz: lass Dir Zeit. Du bist wichtig, deine Bedürfnisse sind wichtig. Die nötige Souveränität erlangen noch wichtiger. Deine Beziehung zu den Kinder: unbezahlbar.
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Momo58
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Re: Gedanken zum Outing
Hallo Alessia,
Lass dir Zeit, egal wie lange es dauert. Ich habe zuerst ein Inneres outing gebraucht, um festzustellen, dass ich nicht, wie von mir selbst viele Jahre vermutet, Crossdresser bin. Erst als ich feststellte, dass es sich um Transidentität handelt, habe ich therapeutisch Hilfe in Anspruch genommen. Schon die Auswahl eines Therapeuten war total verrückt. Ich bin an einen Therapeuten geraten, der mir schon beim ersten Termin sagte: "Ich mache aus ihnen einen ganzen Kerl". Dieser Therapeut sah mich nie wieder. Dann kam ich durch Zufall an eine Therapeutin, die war Oberärztin in einer psychologischen Klinik. Sie hatte gerade Dienst in der psychiatrischen Institutsambulanz. Zum ersten Termin ging ich im Männermodus. Ich sagte ihr: "ich glaube, ich bin transsexuell". Sie antwortete mit einer Gegenfrage: "und warum kommen die nicht als Frau zu mir"? Von diesem Tag an gab es für mich nur noch meine weibliche Seite. In der Therapie betrachtete ich mein ganzes Leben, von der Geburt bis heute. Das geschah zum einen durch eine Familienaufstellung, zum anderen durch eine tiefenpsychologische Behandlung nach C.G. Jung. Zutage kam eine transgenerationäre Familiengeschichte. Meine Grosstante war lesbisch. Darüber durfte nie geredet werden, weil zu diesem Zeitpunkt die NSDAP an der Macht war. Eine Tante war lesbisch und ging nach einem heftigen Familienstreit im Jahr 1958 zur Heilsarmee um suchtkranken Menschen zu helfen. Selbst nach ihrer Berentung blieb sie der Heilsarmee bis zum 88 Lebensjahr treu. Eine weitere Tante war ebenfalls lesbisch und hat es bis zum Tod verschwiegen. Nur ich und mein Mann wussten Bescheid. Gegenüber der Familie outete sie sich erst mit ihrem Tod und hat ihr outing auf die Rückseite des Grabsteins in Stein einmeisseln lassen.
Auch die Rolle meiner Oma, eine brutale Familienpatriarchin wirkte auf meinen Erzeuger, der aus Angst seine weibliche Seite unterdrückte, so massiv, dass es auch auf mich und meine Tochter transgenerationäre Auswirkungen hatte. Mein Outing gegenüber meinem Erzeuger erfolgte schriftlich. Ich habe den Brief dann mit zu seinem Grab genommen und ihn dort eingegraben.
Das Hauptziel meiner Therapie war nicht das Outing. Das hatte ich zuerst mit meiner damaligen Frau und später bei Freunden, Kollegen und Nachbarn. Therapeutisch war es mir wichtiger, auf Angriffe von rechtsextremer Seite gut vorbereitet zu sein. Ein weiterer Aspekt war dann auch die Indikation für die Hormonbehandlung.
LG Manuela
Lass dir Zeit, egal wie lange es dauert. Ich habe zuerst ein Inneres outing gebraucht, um festzustellen, dass ich nicht, wie von mir selbst viele Jahre vermutet, Crossdresser bin. Erst als ich feststellte, dass es sich um Transidentität handelt, habe ich therapeutisch Hilfe in Anspruch genommen. Schon die Auswahl eines Therapeuten war total verrückt. Ich bin an einen Therapeuten geraten, der mir schon beim ersten Termin sagte: "Ich mache aus ihnen einen ganzen Kerl". Dieser Therapeut sah mich nie wieder. Dann kam ich durch Zufall an eine Therapeutin, die war Oberärztin in einer psychologischen Klinik. Sie hatte gerade Dienst in der psychiatrischen Institutsambulanz. Zum ersten Termin ging ich im Männermodus. Ich sagte ihr: "ich glaube, ich bin transsexuell". Sie antwortete mit einer Gegenfrage: "und warum kommen die nicht als Frau zu mir"? Von diesem Tag an gab es für mich nur noch meine weibliche Seite. In der Therapie betrachtete ich mein ganzes Leben, von der Geburt bis heute. Das geschah zum einen durch eine Familienaufstellung, zum anderen durch eine tiefenpsychologische Behandlung nach C.G. Jung. Zutage kam eine transgenerationäre Familiengeschichte. Meine Grosstante war lesbisch. Darüber durfte nie geredet werden, weil zu diesem Zeitpunkt die NSDAP an der Macht war. Eine Tante war lesbisch und ging nach einem heftigen Familienstreit im Jahr 1958 zur Heilsarmee um suchtkranken Menschen zu helfen. Selbst nach ihrer Berentung blieb sie der Heilsarmee bis zum 88 Lebensjahr treu. Eine weitere Tante war ebenfalls lesbisch und hat es bis zum Tod verschwiegen. Nur ich und mein Mann wussten Bescheid. Gegenüber der Familie outete sie sich erst mit ihrem Tod und hat ihr outing auf die Rückseite des Grabsteins in Stein einmeisseln lassen.
Auch die Rolle meiner Oma, eine brutale Familienpatriarchin wirkte auf meinen Erzeuger, der aus Angst seine weibliche Seite unterdrückte, so massiv, dass es auch auf mich und meine Tochter transgenerationäre Auswirkungen hatte. Mein Outing gegenüber meinem Erzeuger erfolgte schriftlich. Ich habe den Brief dann mit zu seinem Grab genommen und ihn dort eingegraben.
Das Hauptziel meiner Therapie war nicht das Outing. Das hatte ich zuerst mit meiner damaligen Frau und später bei Freunden, Kollegen und Nachbarn. Therapeutisch war es mir wichtiger, auf Angriffe von rechtsextremer Seite gut vorbereitet zu sein. Ein weiterer Aspekt war dann auch die Indikation für die Hormonbehandlung.
LG Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Re: Gedanken zum Outing
Je früher das Outing, desto ehrlicher die Beziehung. Ich wusste vor fast 30 Jahren, dass ich meine große Liebe gefunden hatte. Also: all in. Da stand ich dann im Röckchen vor meiner Frau. Es kam natürlich die Frage auf, ob ich auf Männer stehe. Wir haben bei einer Flasche Rotwein alles klären können und sind mittlerweile seit 15 Jahren glücklich verheiratet. Ich könnte keine Liebesbeziehung mit solch Geheimnis leben und habe mein Outing nie bereut.
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Vesta
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Re: Gedanken zum Outing
Wenn du nur gelegentlich als Frau rausgehst, lebst du nicht als Frau.AlessiA1985 hat geschrieben: Fr 21. Aug 2026, 15:14 Obwohl es so brennt, fällt es mir schwer, insbesondere weil sie mir schon öfter gesagt hat, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein könnte, wenn ich als Frau leben wollen würde.
Und deine Frau verliert nicht ihren Mann.
Es gibt ein weites Feld für Kompromisse.
Die Schwierigkeit besteht darin, den Kompromiss zu finden, der für beide lebbar ist.
Die Zeit ermöglicht es beiden Partnern, den anderen zu akzeptieren und sich selbst zu verändern. Ich spreche aber eher von Jahren als von Wochen.
Die Fälle, die zu einer schnellen Trennung geführt haben, sind oft die Fälle, wo der T*-Partner die Entwicklung in wenigen Wochen oder Monaten durchziehen wollte.
Und dann setz Prioritäten.
Meine Priorität waren die Kinder. Das heißt, ich wollte denen weder die Trennung der Eltern noch einen depressiven Vater zumuten.
Es hat bis heute geklappt.
Nein.AlessiA1985 hat geschrieben: Sa 22. Aug 2026, 17:19 Habt ihr euch jemals einer Vertrauensperson gegenüber geöffnet? Guter Freund, gute Freund, also eine Person die ihr persönlich kennt, bevor ihr den/die Partner*in eingeweiht habt?
Und ich habe es auch nie erwogen.
Ich kann meiner Partnerin nicht den Mann (in Bezug auf Männlichkeit) bieten, den sie will.Aber ich kann ihr Ehrlichkeit bieten. Und dazu gehört, dass sie als erste informiert wird.
Ja, aber bei mir stand auch gleich Transsexualität im Raum.Hat jemand die Thematik auch mal therapeutisch aufgearbeitet?
Wichtig ist, dass die Therapie ergebnisoffen ist. Es soll nicht das Ziel sein, dass der Therapeut möglichst schnell Hormone verschreibt oder deiner Partnerin erklärt, dass sie mit einer Frau zusammenleben muss.
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Anja61
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Re: Gedanken zum Outing
Hallo AlessiAAlessiA1985 hat geschrieben: Sa 22. Aug 2026, 17:19 Weitere Frage: Hat jemand die Thematik auch mal therapeutisch aufgearbeitet? Ich habe dazu die Gelegenheit, habe aber selbst in diesem geschützten Umfeld Schwierigkeiten damit, wie ich es anspreche, zumal ich einiges aufzuarbeiten habe. Identität ist da bei weitem nicht allein und ich habe ohnehin eine recht aufwendige Reise vor mir, die schon vor vielen Wochen begonnen hat.
ich freue mich, dass Du diesen Thread wiederbelebt hast! Auch wenn mein eigenes Outing der Partnerin gegenüber jetzt einige Zeit zurück liegt, sind längst nicht alle Fragen geklärt.
Weit vor einer therapeutischen Aufarbeitung würde ich Dir gerne vorschlagen, eine Beratung zu Deiner konkreten Situation anzugehen. Ich selbst hatte vor meinem (Zwangs)Outing über Jahre einige Gespräche (Beratungstermine) mit einer (Trans-)Coachin. Diese haben mir sehr geholfen. Ich würde mich immer wieder an sie wenden, wenn ich Beratungsbedarf hätte.
Vielleicht ist das für DIch auch eine Möglichkeit.
Liebe Grüße
Anja
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Michi
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Re: Gedanken zum Outing
Hallo Alessia,
ich schreibe es mal ganz direkt heraus. In meiner Wahrnehmung hast du dich ziemlich tief in eine Sackgasse navigiert. Das mittlerweile 3. Kind .. für mich erweckt u.a. das den Eindruck, dass du immer wieder gehofft hast, dass du schon irgendwie "normal" werden wirst, wenn du dich nur "normal genug" verhältst. Das habe ich schon von vielen gehört/gelesen, und auch mir ging es früher ähnlich. Damals hatten meine geheimen Wünsche nach weiblicher Kleidung und die Gedanken, anders zu sein, in einer Zeit mit einer neuen Freundin eine längere Pause "eingelegt". Vielleicht hatte ich auch im Stillen die Hoffnug, dass sie endlich verschwunden wären. Und knapp 2 Jahre war auch "Ruhe". Aber zwei Tage nach meiner Hochzeit war alles mit aller Macht zurück, und ich stand am Montag Morgen vor der Arbeit im Hochzeitskleid meiner Frau vor dem Spiegel. Sie war schon auf Arbeit und ich wusste, dass sie nachmittags das geliehene Kleid wieder zurück bringen würde. Im Laufe der Zeit hatte ich dann die Hoffnung, es ihr "irgendwie" beizubringen, habe gewartet, das sie mir mal eine Vorlage geben würde, habe versucht, Situationen zu schaffen, in denen ich es ihr sagen und mit Verständnis rechnen könnte. Aber es kam nur die aggressiv-bösartige Reaktion: "Willst du jetzt schwul werden?", als ich im Winterurlaub eine Strumpfhose dabei hatte, die ich bei der Kälte gerne dunterziehen wollte. Also habe ich das Ganze totgeschwiegen, habe weiter heimlich und spärlich Kleidung gekauft, und diese nur auf Dienstreisen abends im Hotel angezogen. Ich habe lange gezögert, mich von ihr zu trennen, um mein Kind nicht zu verlieren. Ich habe dann aber auch kein weiters mehr gewollt, weil sie mit dem einen schon überfordert war, und mir immer wieder damit gedroht hat, dass ich mein Kind nie wieder sehen werde, wenn ich mich trennen würde. In den nachfolgenden Beziehungen habe ich dann immer frühzeitig gesagt, dass ich gerne weibliche Kleidung tragen mag, und immer wieder auch rausgehört, dass es ein Problem geworden wäre, wenn ich es erst mal längere Zeit verheimlicht hätte.
Aber gut .. all das hilft dir im Moment nicht weiter. Du weißt nur, dass andere in einer vergleichbar blöden Lage waren. (Und nicht gerade wenige sind es auch noch.) Knäckebrötchen hat schon einige Punkte geschrieben, auf die ich verweisen möchte. Ich will nur noch mal die Möglichkeit einer Therapie ansprechen, die dir helfen kann, dich zuerst einmal zu sortieren. Und pass bitte auf, dass du dich nicht mit weiteren Aktionen unter Druck setzt, die selbstgetellten und/oder von außen vorgegebenen Erwartungen an deine Rolle zu erfüllen.
Liebe Grüße
Michi
ich schreibe es mal ganz direkt heraus. In meiner Wahrnehmung hast du dich ziemlich tief in eine Sackgasse navigiert. Das mittlerweile 3. Kind .. für mich erweckt u.a. das den Eindruck, dass du immer wieder gehofft hast, dass du schon irgendwie "normal" werden wirst, wenn du dich nur "normal genug" verhältst. Das habe ich schon von vielen gehört/gelesen, und auch mir ging es früher ähnlich. Damals hatten meine geheimen Wünsche nach weiblicher Kleidung und die Gedanken, anders zu sein, in einer Zeit mit einer neuen Freundin eine längere Pause "eingelegt". Vielleicht hatte ich auch im Stillen die Hoffnug, dass sie endlich verschwunden wären. Und knapp 2 Jahre war auch "Ruhe". Aber zwei Tage nach meiner Hochzeit war alles mit aller Macht zurück, und ich stand am Montag Morgen vor der Arbeit im Hochzeitskleid meiner Frau vor dem Spiegel. Sie war schon auf Arbeit und ich wusste, dass sie nachmittags das geliehene Kleid wieder zurück bringen würde. Im Laufe der Zeit hatte ich dann die Hoffnung, es ihr "irgendwie" beizubringen, habe gewartet, das sie mir mal eine Vorlage geben würde, habe versucht, Situationen zu schaffen, in denen ich es ihr sagen und mit Verständnis rechnen könnte. Aber es kam nur die aggressiv-bösartige Reaktion: "Willst du jetzt schwul werden?", als ich im Winterurlaub eine Strumpfhose dabei hatte, die ich bei der Kälte gerne dunterziehen wollte. Also habe ich das Ganze totgeschwiegen, habe weiter heimlich und spärlich Kleidung gekauft, und diese nur auf Dienstreisen abends im Hotel angezogen. Ich habe lange gezögert, mich von ihr zu trennen, um mein Kind nicht zu verlieren. Ich habe dann aber auch kein weiters mehr gewollt, weil sie mit dem einen schon überfordert war, und mir immer wieder damit gedroht hat, dass ich mein Kind nie wieder sehen werde, wenn ich mich trennen würde. In den nachfolgenden Beziehungen habe ich dann immer frühzeitig gesagt, dass ich gerne weibliche Kleidung tragen mag, und immer wieder auch rausgehört, dass es ein Problem geworden wäre, wenn ich es erst mal längere Zeit verheimlicht hätte.
Aber gut .. all das hilft dir im Moment nicht weiter. Du weißt nur, dass andere in einer vergleichbar blöden Lage waren. (Und nicht gerade wenige sind es auch noch.) Knäckebrötchen hat schon einige Punkte geschrieben, auf die ich verweisen möchte. Ich will nur noch mal die Möglichkeit einer Therapie ansprechen, die dir helfen kann, dich zuerst einmal zu sortieren. Und pass bitte auf, dass du dich nicht mit weiteren Aktionen unter Druck setzt, die selbstgetellten und/oder von außen vorgegebenen Erwartungen an deine Rolle zu erfüllen.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Jade
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Re: Gedanken zum Outing
Hallo ihr Lieben,
das schlimmste an der ganzen Crossdresser - Geschichte sind für mich - nach wie vor - diese verdammten Heimlichkeiten.
Zuerst die, zwischen meinem Mann und mir. Na klar habe ich mitbekommen, das er bestimmte Dinge liebt. Vieles davon war einfach auch okay. Was nicht okay war, war das Gefühl, mit einem Pulverfass zusammen zu leben.
Was kommt da noch?
Wie weit geht er noch?
Lebe ich irgendwann mit meiner besten Freundin zusammen?
Diese Fragen, die mir ständig durch den Kopf gegeistert sind haben mich fast verrückt gemacht. Und ich hätte Angst vor den Antworten.
Dieses Hürde haben wir zum Glück überstanden. Aber es geht ja weiter mit den Heimlichkeiten.
Im Moment sitze ich in einer psychosomatischen Reha Klinik, denke: hier ist ein safe place. Erzähle den Menschen hier, was wir in den letzten Jahren als Paar erlebt haben und wie stolz ich im Grunde auf meinen Mann/ Stella und mich hin. Wir haben es geschafft. Haben einen Weg gefunden.
Und dann sitze ich hier nachmittags im Cafe, völlig ahnungslos, und entdecke auf dem Parkplatz ein Fahrzeug mit heimischem Kennzeichen.
Meine Bekannte sagte, ich wäre Käse weiß geworden. Ja. Das hat mir den Boden kurzfristig wieder unter den Füßen weg gezogen. Zack sind die Gedanken da: wer ist das? Wo wohnt der? Kennt der uns oder jemanden aus meinem Umfeld? Ich habe das ganze verdammte letzte Wochenende damit verbracht, diesen Moment zu verarbeiten und werde gleich in der Einzeltherapie das ganze noch mal zum Gespräch machen.
Ehrlich: mir wäre es am liebsten, wenn Stella sich komplett outen würde. Überall. Wer nix mit uns zu tun haben will kann dann gerne weg bleiben. Aber ich könnte dann wieder ohne Angst leben. Leider möchte Stella das (noch) nicht.
Entschuldigt bitte den langen Text, und die vielleicht unterschwellig vorhandene Wut, aber dass hat hier gerade echt einen Nerv in mir getroffen.
Liebe Grüße
Jade
Nachtrag:
ich habe inzwischen festgestellt, dass hier viele aus meinem Landkreis sind. Logisch betrachtet hätte ich mir das auch denken können. Noch schlimmer ist, das hier ein netter Mensch ziemlich sicher Berührungspunkte zu dem Teil unserer Familie hat, der nichts von Stella weiß. Und schon wieder habe ich Angst. So schlimm, das es mir den Hals zu schnürt und ich heulen könnte.
Sorry ihr lieben, das war heute ein schlechter Tag für dieses Thema bei mir und ihr müsst das jetzt lesen.
Ein bisschen tut es mir leid, aber ein bisschen denke ich auch: ihr solltet wissen, was diese Situation mit mir macht.
Noch ein Nachtrag:
Ich habe etwas getan, worauf ich unglaublich stolz bin. Die Reaktionen darauf berühren mich unglaublich. Mein Buch. Und ich darf es im Grunde genommen niemandem erzählen, damit keiner die Jade mit der Dagmar (die ich wirklich bin) in Verbindung bringt.
das schlimmste an der ganzen Crossdresser - Geschichte sind für mich - nach wie vor - diese verdammten Heimlichkeiten.
Zuerst die, zwischen meinem Mann und mir. Na klar habe ich mitbekommen, das er bestimmte Dinge liebt. Vieles davon war einfach auch okay. Was nicht okay war, war das Gefühl, mit einem Pulverfass zusammen zu leben.
Was kommt da noch?
Wie weit geht er noch?
Lebe ich irgendwann mit meiner besten Freundin zusammen?
Diese Fragen, die mir ständig durch den Kopf gegeistert sind haben mich fast verrückt gemacht. Und ich hätte Angst vor den Antworten.
Dieses Hürde haben wir zum Glück überstanden. Aber es geht ja weiter mit den Heimlichkeiten.
Im Moment sitze ich in einer psychosomatischen Reha Klinik, denke: hier ist ein safe place. Erzähle den Menschen hier, was wir in den letzten Jahren als Paar erlebt haben und wie stolz ich im Grunde auf meinen Mann/ Stella und mich hin. Wir haben es geschafft. Haben einen Weg gefunden.
Und dann sitze ich hier nachmittags im Cafe, völlig ahnungslos, und entdecke auf dem Parkplatz ein Fahrzeug mit heimischem Kennzeichen.
Meine Bekannte sagte, ich wäre Käse weiß geworden. Ja. Das hat mir den Boden kurzfristig wieder unter den Füßen weg gezogen. Zack sind die Gedanken da: wer ist das? Wo wohnt der? Kennt der uns oder jemanden aus meinem Umfeld? Ich habe das ganze verdammte letzte Wochenende damit verbracht, diesen Moment zu verarbeiten und werde gleich in der Einzeltherapie das ganze noch mal zum Gespräch machen.
Ehrlich: mir wäre es am liebsten, wenn Stella sich komplett outen würde. Überall. Wer nix mit uns zu tun haben will kann dann gerne weg bleiben. Aber ich könnte dann wieder ohne Angst leben. Leider möchte Stella das (noch) nicht.
Entschuldigt bitte den langen Text, und die vielleicht unterschwellig vorhandene Wut, aber dass hat hier gerade echt einen Nerv in mir getroffen.
Liebe Grüße
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ich habe inzwischen festgestellt, dass hier viele aus meinem Landkreis sind. Logisch betrachtet hätte ich mir das auch denken können. Noch schlimmer ist, das hier ein netter Mensch ziemlich sicher Berührungspunkte zu dem Teil unserer Familie hat, der nichts von Stella weiß. Und schon wieder habe ich Angst. So schlimm, das es mir den Hals zu schnürt und ich heulen könnte.
Sorry ihr lieben, das war heute ein schlechter Tag für dieses Thema bei mir und ihr müsst das jetzt lesen.
Ein bisschen tut es mir leid, aber ein bisschen denke ich auch: ihr solltet wissen, was diese Situation mit mir macht.
Noch ein Nachtrag:
Ich habe etwas getan, worauf ich unglaublich stolz bin. Die Reaktionen darauf berühren mich unglaublich. Mein Buch. Und ich darf es im Grunde genommen niemandem erzählen, damit keiner die Jade mit der Dagmar (die ich wirklich bin) in Verbindung bringt.
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Re: Gedanken zum Outing
Hi Jade,Jade hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 08:44 Entschuldigt bitte den langen Text, und die vielleicht unterschwellig vorhandene Wut, aber dass hat hier gerade echt einen Nerv in mir getroffen.
Du musst für nichts um Entschuldigung bitten. Ich finde deine Offenheit und Ehrlichkeit und vorallem auch deine Reflektiertheit in Bezug auf eure Beziehung und die damit verbundenen Bürden echt beeindruckend.
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Violetta-TransFlower
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Re: Gedanken zum Outing
Liebe Jade,
Dankeschön
, für Deine Offenheit.
Auch wenn es AlessiAs Thema ist, möchte ich Dir oder Euch gern ein paar Worte schreiben.
Das war einer meiner Hauptantriebe, mein einsames Dasein im Jahre 2024 schrittweise, aber dann auch ziemlich schnell zu beenden.
Bei mir gab es keine Partnerschaft, die dies verhindert hätte.
Das hat Alles etwas einfacher gemacht.
Und mich Familie, Freunden und Bekannten zu offenbaren, hielt ich dann ab Anfang 2025 für selbstverständlich, nach meinen ersten Ausflügen sowieso.
Als ich das zweite Mal mit dem Auto zum Ausflug nach Chemnitz gefahren bin, habe ich es ganz Nah am Haus geparkt und fragte mich danach,
"was machst Du da eigentlich, irgendwann sieht Dich sowieso jemand."
Oder Dinge in der Wohnung zu verstecken, wenn ich Besuch bekam, oder was mache ich, wenn es klingelt und ich in voller Montur mit makeup, das damals oft noch gespenstisch aussah.
Oder, oder, ....
Ich wollte diese ganze Heimlichtuerei ziemlich schnell nicht mehr und habe es mit den Offenbarungen einfach abgeschafft.
Ich denke immer bei Vielen von Uns, irgendwann kommt es sowieso heraus, vielleicht durch Zufall oder weil jemand nicht seinen/ihren Mund halten kann.
Und ich denke auch, diese ganze Versteckspiel ist auch echt anstrengend und macht psychisch etwas mit den daran Beteiligten.
Das war bei mir ganz ähnlich, ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten.
Irgendwann schrieb ich mal, "Ich wäre geplatzt ".
Die Dysphorie hätte sich sehr stark Raum genommen.
Das wollte ich auf gar keinen Fall und habe es aus diesen und Anderen Gründen stark forciert, es wirklich Allen Menschen aus meinem Umfeld möglichst persönlich mitzuteilen.
Die Reaktionen waren, außer bei meiner Exfrau immer positiv, keinerlei Probleme.
Damit habe ich damals auch nicht gerechnet.
Und ich hatte/habe auch wirklich viel Glück
mit meinem Umfeld.
Dafür bin ich ewig dankbar.
.
Ich wünsche Dir ganz viel Glück und Kraft für die Lösung Deiner/Eurer Probleme.
Fühle Dich gedrückt von mir.
Danke, daß Du das geschrieben hast.
Jetzt denke ich wirklich, ich muß Dein Buch lesen.
Ich habe noch nicht mal die Leseprobe geschafft, mach ich aber noch, definitiv und schreibe dann auch noch etwas dazu.
Umarmt Dich
Deine Violetta

Dankeschön
Auch wenn es AlessiAs Thema ist, möchte ich Dir oder Euch gern ein paar Worte schreiben.
Das glaube ich Dir sehr gerne.Jade hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 08:44 das schlimmste an der ganzen Crossdresser - Geschichte sind für mich - nach wie vor - diese verdammten Heimlichkeiten.
Das war einer meiner Hauptantriebe, mein einsames Dasein im Jahre 2024 schrittweise, aber dann auch ziemlich schnell zu beenden.
Bei mir gab es keine Partnerschaft, die dies verhindert hätte.
Das hat Alles etwas einfacher gemacht.
Und mich Familie, Freunden und Bekannten zu offenbaren, hielt ich dann ab Anfang 2025 für selbstverständlich, nach meinen ersten Ausflügen sowieso.
Als ich das zweite Mal mit dem Auto zum Ausflug nach Chemnitz gefahren bin, habe ich es ganz Nah am Haus geparkt und fragte mich danach,
"was machst Du da eigentlich, irgendwann sieht Dich sowieso jemand."
Oder Dinge in der Wohnung zu verstecken, wenn ich Besuch bekam, oder was mache ich, wenn es klingelt und ich in voller Montur mit makeup, das damals oft noch gespenstisch aussah.
Oder, oder, ....
Ich wollte diese ganze Heimlichtuerei ziemlich schnell nicht mehr und habe es mit den Offenbarungen einfach abgeschafft.
Dazu kann ich aus meiner Perspektive nur raten.Jade hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 08:44 Ehrlich: mir wäre es am liebsten, wenn Stella sich komplett outen würde. Überall. Wer nix mit uns zu tun haben will kann dann gerne weg bleiben. Aber ich könnte dann wieder ohne Angst leben. Leider möchte Stella das (noch) nicht.
Ich denke immer bei Vielen von Uns, irgendwann kommt es sowieso heraus, vielleicht durch Zufall oder weil jemand nicht seinen/ihren Mund halten kann.
Und ich denke auch, diese ganze Versteckspiel ist auch echt anstrengend und macht psychisch etwas mit den daran Beteiligten.
Das war bei mir ganz ähnlich, ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten.
Irgendwann schrieb ich mal, "Ich wäre geplatzt ".
Die Dysphorie hätte sich sehr stark Raum genommen.
Das wollte ich auf gar keinen Fall und habe es aus diesen und Anderen Gründen stark forciert, es wirklich Allen Menschen aus meinem Umfeld möglichst persönlich mitzuteilen.
Die Reaktionen waren, außer bei meiner Exfrau immer positiv, keinerlei Probleme.
Damit habe ich damals auch nicht gerechnet.
Und ich hatte/habe auch wirklich viel Glück
Dafür bin ich ewig dankbar.
Das macht mich traurigJade hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 08:44 Und schon wieder habe ich Angst. So schlimm, das es mir den Hals zu schnürt und ich heulen könnte.
Sorry ihr lieben, das war heute ein schlechter Tag für dieses Thema bei mir und ihr müsst das jetzt lesen.
Ein bisschen tut es mir leid, aber ein bisschen denke ich auch: ihr solltet wissen, was diese Situation mit mir macht.
Ich wünsche Dir ganz viel Glück und Kraft für die Lösung Deiner/Eurer Probleme.
Fühle Dich gedrückt von mir.
Danke, daß Du das geschrieben hast.
Jetzt denke ich wirklich, ich muß Dein Buch lesen.
Ich habe noch nicht mal die Leseprobe geschafft, mach ich aber noch, definitiv und schreibe dann auch noch etwas dazu.
Das denke ich auch.Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 09:42 Du musst für nichts um Entschuldigung bitten.
Umarmt Dich
Deine Violetta
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Gedanken zum Outing
Hallo liebe Jade,Jade hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 08:44 das schlimmste an der ganzen Crossdresser - Geschichte sind für mich - nach wie vor - diese verdammten Heimlichkeiten.
Ehrlich: mir wäre es am liebsten, wenn Stella sich komplett outen würde. Überall. Wer nix mit uns zu tun haben will kann dann gerne weg bleiben. Aber ich könnte dann wieder ohne Angst leben. Leider möchte Stella das (noch) nicht.
Ich Red mal hier rein, da der Threadname das Thema Outing hat, ohne persönliche Komponente, hoffe das ist okay.
Wenn ich dich richtig verstehe Jade, ist deine Angst damit verbunden das du nicht diejenige sein möchtest die ein Outing für dein Schatz herbeigeführt?
Wenn du zusammen mit Stella unterwegs bist, ist doch die Möglichkeit eines unfreiwilligen Outings immer gegeben und im Normalfall solltet ihr doch das Thema schon bequatscht haben, oder?
Es ist ein Unterschied ob man sich Zeit lässt mit einem Outing gegenüber Allen, aber mit der Möglichkeit offen und vielleicht locker umgeht, oder ob man Alle früh informiert.
Mein Schatz hat es mir leicht gemacht indem von früh an klar war, das zwar ein Outing im direkten Umfeld mit Allem drum und dran kein Thema war, aber wir keine Angst vor einem unfreiwilligen Outing haben brauchen. Was passiert passiert und echte Heimlichkeit en gibt es so krass gar nicht.
Da wird im Rock die Haustür aufgemacht wenn es klingelt und nur beim ganz großen Umstylen wird eine Portion " Muss hier nicht jeder mitbekommen" ausgepackt.
Das gilt selbst für den Sohn, der zwar informiert ist, der seinen Papa auch öfter in Rock oder Kleid sieht, aber ohne das volle feminine Programm.
Es gibt nicht nur ganz heimlich oder ganz offen. Denn Alles etwas lockerer zu sehen kann auch sehr befreiend sein.
Ich weiß ich habe sehr viel Glück das das bei uns so gut läuft, aber es war auch eine lange Entwicklung bei der wir auch oft drüber reden mussten. Über die eigenen Gefühle, Sorgen und Wünsche. Wenn man weiß ich kann gar nichts falsch machen, die Welt geht nicht unter wenn doch Mal jemand was mitbekommt, weil wir beide offen sind , dann ist auch dieses ganze Thema in Sachen Outing nicht so riesen groß.
Aber dafür müsstet ihr drüber reden. Wenn du z.b. mit Stella unterwegs bist gibt es Stella zwar Sicherheit, aber wer dich kennt, könnte darüber ja auch Rückschlüsse ziehen und Stella darüber erkennen. Wenn ihr in anderen Orten unterwegs seid, könnt ihr gar nicht soweit weg gehen um das völlig zu vermeiden und wenn du wie jetzt in der Reha darüber reden möchtest ist das ja sehr wichtig für dich, auch wenn damit ein zusätzliches "Risiko" verbunden ist.
Du nimmst die "Last" auf dich und ich hoffe dein Schatz gibt dir im Gegenzug auch die Freiheit. Denn sonst ist diese Last der Heimlichkeit wirklich eine Last und die kann sehr schwer sein wie du gerade merkst.
Wir haben eine Leichtigkeit entwickelt, die diese Last auch ohne Outing abgeworfen hat. Niemand geht was an oder hat was darüber zu bestimmen wie jemand anderes rumläuft(im erlaubten Bereich) oder wie männlich/weiblich sich jemand gibt.
Dann kann es auch sowas geben wie:" Ist das ihr Mann? Ja er hat sich Heute extra chick gemacht, sieht er nicht gut aus?" Antwort war ein Ja mit einem Freundlichen Lächeln einer älteren Dame, die meinen Schatz mit Kleid+Sillis aber unrasiert und ungeschminkt bei einem Spaziergang bei uns im Wald ansichtig wurde.
Mir ist ein Schatz der sich pflegt und auf sich achtet tausendmal lieber als ein Kerl der nochnicht mal die frischen Klamotten anzieht, wenn man sie ihm hinlegte und dem Wasser und Seife unbekannt sind. Erstaunlicherweise oder auch nicht bin ich mit diesen Ansichten in der Mehrheit, das können nämlich viele nachvollziehen^^
Liebe Grüße, Susi T
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein