Hallo Karla,
herzlich willkommen im Forum.
Ich sehe gewisse Parallelen zu mir. Auch ich wusste schon sehr früh, vor meinem 5. Geburtstag, dass ich lieber weibliche Kleidung mochte, und habe es über Jahrzehnte verschwiegen. Erst mit 42 fand ich zum ersten Mal den Mut mich außerhalb des Internets bei einer neuen Frau zu outen. Nach anfänglicher Euphorie ihrerseits kippte es in Ablehnung während des Zusammenlebens, mit der Folge, dass es mir wieder schwerer fiel und ich mich zunehmend versteckte. Obwohl sie anfänglich sehr intensiv geplant hatte, mit mir rauszugehen, ist es in der Zeit mit ihr nie dazu gekommen.
Richtig weiterentwickelt hat es sich bei mir erst, als ich (außerhalb der Faschingszeit) den Weg in die Öffentlichkeit gewagt habe. Trotzdem war es kein leichter und ein langer Weg. Bedingt durch die lange Zeit des Versteckens und Verschweigens hatte ich große Ängste aufgebaut, die sich nicht so leicht in Luft aufgelöst haben. Inzwischen lebe ich mit einer neuen Partnerin (auch hier angemeldet) und ihren Kindern zusammen, und bin zuhause frei in der Wahl meiner Kleidung, trage auch im Alltag Ohrringe (dezent) und habe die Haare so wachsen lassen, dass ich auf eine Perücke verzichten kann. Aber das war alles ein Prozess und nicht von heute auf morgen passiert.
Diana kann ich dir empfehlen, wenn du Kontakt möchtest. Sie ist eine ganz liebe. Und du kannst gerne auch nach Chemnitz kommen, ins Cross&Queer. Da hatten wir in der Vergangenheit immer mal Besucherinnen aus dem Frankenland.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.