Auf dem Weg zur Selbstwerdung
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NeoMe
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Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Liebe Lesende,
mein Name ist Karl, oder auch Karla, ich bin 39 Jahre alt. Schon in frühester Kindheit habe ich meine Liebe zur Frauenkleidung entdeckt und diese seitdem versteckt ausgelebt. Erst mit über 30 Jahren fand ich den Mut, es Menschen zu erzählen, damit offen umzugehen. Dafür verantwortlich waren auch diverse Therapien wegen Sucht, bei der ich begann, das Thema aufzuarbeiten.
Offen damit umzugehen hieß allerdings lediglich, einen leichten femininen Einfluss auf meinen Kleidungsstil zuzulassen. Unter der Männerkleidung häufig Damenunterwäsche, mal lackierte Nägel oder Zehennägel und hin und wieder dezentes Make-Up.
Dann lernte ich vor 8 Jahren meine jetzige Verlobte kennen. Von Anfang an erzählte ich ihr von meiner Neigung und sie tolerierte es zunächst auch. Im Lauf unserer Beziehung, über 7 Jahre, stellte sich aber mehr und mehr heraus, dass sie auch große Schwierigkeiten mit dem Thema hat. Und ich scheinbar auch, denn ich versteckte es mehr oder weniger weiterhin. Zwar ging sie ein paar Mal mit mir raus, ich komplett in "Karla" verwandelt, aber dann kamen immer häufiger auch skeptische Blicke, Überforderung, wenn sie nach Hause kam und ich in Hotpants und Nylonstrümpfen und Top auf der Couch saß.
Ich selbst scheine damit ebenfalls noch große Probleme zu haben. Der innere Druck, als "halbe Frau" gesehen und anerkannt zu werden, ist ständig vorhanden. Zwischenzeitlich habe ich versucht, den Drang zu unterdrücken und habe Drogen konsumiert, um emotional Abstand dazu zu bewahren. Nun bin ich wieder nüchtern und meine "Sehnsucht nach Weiblichkeit" liegt brach. Es fällt mir schwer, Schritte in die Öffentlichkeit zu wagen. Allerdings war ich nun kürzlich bei einem Psychologen, der das Thema intensiv mit mir behandelte. Er ermutigte mich zum Anmelden in einem Forum und weiteren Schritten "in die Welt hinaus".
Und hier bin ich nun. Ich bin froh, hier zu sein und freue mich auf gute Gespräche, Kontakte und ein liebes Miteinander.
Danke für Eure Zeit
und liebe Grüße
Karla
mein Name ist Karl, oder auch Karla, ich bin 39 Jahre alt. Schon in frühester Kindheit habe ich meine Liebe zur Frauenkleidung entdeckt und diese seitdem versteckt ausgelebt. Erst mit über 30 Jahren fand ich den Mut, es Menschen zu erzählen, damit offen umzugehen. Dafür verantwortlich waren auch diverse Therapien wegen Sucht, bei der ich begann, das Thema aufzuarbeiten.
Offen damit umzugehen hieß allerdings lediglich, einen leichten femininen Einfluss auf meinen Kleidungsstil zuzulassen. Unter der Männerkleidung häufig Damenunterwäsche, mal lackierte Nägel oder Zehennägel und hin und wieder dezentes Make-Up.
Dann lernte ich vor 8 Jahren meine jetzige Verlobte kennen. Von Anfang an erzählte ich ihr von meiner Neigung und sie tolerierte es zunächst auch. Im Lauf unserer Beziehung, über 7 Jahre, stellte sich aber mehr und mehr heraus, dass sie auch große Schwierigkeiten mit dem Thema hat. Und ich scheinbar auch, denn ich versteckte es mehr oder weniger weiterhin. Zwar ging sie ein paar Mal mit mir raus, ich komplett in "Karla" verwandelt, aber dann kamen immer häufiger auch skeptische Blicke, Überforderung, wenn sie nach Hause kam und ich in Hotpants und Nylonstrümpfen und Top auf der Couch saß.
Ich selbst scheine damit ebenfalls noch große Probleme zu haben. Der innere Druck, als "halbe Frau" gesehen und anerkannt zu werden, ist ständig vorhanden. Zwischenzeitlich habe ich versucht, den Drang zu unterdrücken und habe Drogen konsumiert, um emotional Abstand dazu zu bewahren. Nun bin ich wieder nüchtern und meine "Sehnsucht nach Weiblichkeit" liegt brach. Es fällt mir schwer, Schritte in die Öffentlichkeit zu wagen. Allerdings war ich nun kürzlich bei einem Psychologen, der das Thema intensiv mit mir behandelte. Er ermutigte mich zum Anmelden in einem Forum und weiteren Schritten "in die Welt hinaus".
Und hier bin ich nun. Ich bin froh, hier zu sein und freue mich auf gute Gespräche, Kontakte und ein liebes Miteinander.
Danke für Eure Zeit
und liebe Grüße
Karla
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Willkommen Karla.
Eine gute Entscheidung Dich zu melden. Dazu später mehr. Wenn ich Zeit habe, möchte ich Dir gerne etwas detaillierter Antworten.
Liebe Grüsse Beatrix
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Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo Karla,
willkommen im Forum!
Da hast du ja schon eine bewegte Geschichte hinter dir. Ich wünsche dir, dass du hier mit dem Forum eine Anlaufstelle findest, die dich persönlich weiter bringt.
Grüße aus Bindlach
Malvine
willkommen im Forum!
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Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Beatrixtg
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Wie ich deinem Text entnehme, hast Du schon einiges durchgemacht. Oft über dein Platz in der Welt nachgedacht.NeoMe hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 20:13 Ich selbst scheine damit ebenfalls noch große Probleme zu haben. Der innere Druck, als "halbe Frau" gesehen und anerkannt zu werden, ist ständig vorhanden. Zwischenzeitlich habe ich versucht, den Drang zu unterdrücken und habe Drogen konsumiert, um emotional Abstand dazu zu bewahren. Nun bin ich wieder nüchtern und meine "Sehnsucht nach Weiblichkeit" liegt brach. Es fällt mir schwer, Schritte in die Öffentlichkeit zu wagen. Allerdings war ich nun kürzlich bei einem Psychologen, der das Thema intensiv mit mir behandelte. Er ermutigte mich zum Anmelden in einem Forum und weiteren Schritten "in die Welt hinaus".
Drogen war wohl eine Richtung, deine Gefühle zu verarbeiten, die Dich nicht weiter gebracht hat. Das Du den Mut hattest, umzukehren ist schon mal positiv.
Was ich Dir von meinen Erfahrungen mit auf den Weg geben kann, wenn Du Zuläst, deine Blockaden ab zu bauen, kommen Emotionen noch stärker als vorher. Mit dem Unterschied, das sie weh tun, ja, aber gleichzeitig befreiend wirken. Ich habe die letzten 3 1/2 Monate meine Blockaden abgebaut, zu gelassen dass ein wichtiger teil von mir Fuss fassen konnte. Mein auftreten als Frau hat mir erlaubt, genau die Gedanken, die ich vorher weggedrückt hatte, aus zu drücken. Ergebnis, viele schmerzhafte Erkenntnisse über meine unterdrückten Regungen. Die Erkenntnis, dass ich wie ein Schauspieler eine Rolle gespielt habe, die eigentlich nicht meinem wahren ich entsprach.
Meine Umgebung hat mich seither viel offener angenommen. Mir wurde gesagt ich sei jetzt Authentisch, früher hätte man gespürt dass irgend etwas mit mir nicht stimmte.
Also denke ich dass Du da noch einige Zeit damit kämpfen wirst, aber auf einem guten Weg bist.
Und ja, mann kann nicht alles 1 zu 1 übernehmen, aber mit der Zeit spürt mann was für Dich richtig und wichtig ist.
Ich wünsche Dir viel Kraft auf deinem Weg, und es wird immer wieder mal Korrekturen in der Richtung brauchen. Wichtig ist dass man sich überhaupt auf den Weg macht.
Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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NeoMe
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Danke Beatrix für Deine Worte. Nun.. verarbeitet hab ich mit Drogen (hauptsächlich Cannabis) leider nicht viel. Ich habe Gefühle eher unterdrückt. Deswegen spüre ich sie jetzt umso deutlicher und auch umso mehr. Das wird sich mit der Zeit auch relativieren. Aber die vorher unterdrückten Gefühle brauchen jetzt eben mehr Raum denn je.Beatrixtg hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 00:29
Wie ich deinem Text entnehme, hast Du schon einiges durchgemacht. Oft über dein Platz in der Welt nachgedacht.
Drogen war wohl eine Richtung, deine Gefühle zu verarbeiten, die Dich nicht weiter gebracht hat. Das Du den Mut hattest, umzukehren ist schon mal positiv.
Was ich Dir von meinen Erfahrungen mit auf den Weg geben kann, wenn Du Zuläst, deine Blockaden ab zu bauen, kommen Emotionen noch stärker als vorher. Mit dem Unterschied, das sie weh tun, ja, aber gleichzeitig befreiend wirken.
[...]
Ich wünsche Dir viel Kraft auf deinem Weg, und es wird immer wieder mal Korrekturen in der Richtung brauchen. Wichtig ist dass man sich überhaupt auf den Weg macht.
Liebe Grüsse Beatrix
Wow, Klasse, dass Du Dich Deinem Umfeld so geöffnet hast. Ich kann nur davon träumen, welche Befreiung von Scham und innerer Blockade das sein muss.
Danke für Dein Mut machen. Solche Beiträge helfen dabei auf jeden Fall!
Hi Malvine!Malvine hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 22:50 Hallo Karla,
willkommen im Forum!
Da hast du ja schon eine bewegte Geschichte hinter dir. Ich wünsche dir, dass du hier mit dem Forum eine Anlaufstelle findest, die dich persönlich weiter bringt.
Grüße aus Bindlach
Malvine
Mensch, aus Bindlach! Da arbeite ich jeden Tag =)
Danke für Deine Worte und Grüße zurück aus Gefrees!
Zuletzt geändert von NeoMe am Mo 9. Feb 2026, 06:01, insgesamt 1-mal geändert.
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NicoleCH
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Liebe Karla,
danke dir von Herzen für deine offenen, ehrlichen Worte. Beim Lesen spürt man sehr deutlich, wie viel Mut es dich gekostet hat, diesen Weg zu gehen – und wie viel Sehnsucht, aber auch Schmerz darin steckt.
Ich finde es sehr berührend, wie reflektiert du über dich selbst sprichst. Dass du dir Hilfe gesucht hast, dass du nüchtern bist und dich jetzt wieder deiner Weiblichkeit annäherst, zeigt eine grosse innere Stärke. Auch wenn es sich für dich vielleicht gerade noch brüchig und unsicher anfühlt: Das sind wichtige, wertvolle Schritte. Dein innerer Konflikt, gesehen werden zu wollen und sich gleichzeitig zu verstecken, ist etwas, das viele hier gut kennen. Du bist damit nicht „falsch“ oder „zu viel“ – du bist einfach du. Und du darfst dir Zeit lassen, deinen eigenen Weg zu finden, in deinem Tempo, in der Form, die sich für dich stimmig anfühlt. Es tut mir leid zu lesen, wie belastend die Situation mit deiner Verlobten für dich ist. Das klingt nach viel unausgesprochener Spannung und Einsamkeit. Umso schöner, dass du dir nun einen Raum suchst, in dem du dich zeigen darfst, ohne dich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Möge dieses Forum für dich ein sanfter Ort sein, an dem du dich Schritt für Schritt sicherer fühlen darfst.
danke dir von Herzen für deine offenen, ehrlichen Worte. Beim Lesen spürt man sehr deutlich, wie viel Mut es dich gekostet hat, diesen Weg zu gehen – und wie viel Sehnsucht, aber auch Schmerz darin steckt.
Ich finde es sehr berührend, wie reflektiert du über dich selbst sprichst. Dass du dir Hilfe gesucht hast, dass du nüchtern bist und dich jetzt wieder deiner Weiblichkeit annäherst, zeigt eine grosse innere Stärke. Auch wenn es sich für dich vielleicht gerade noch brüchig und unsicher anfühlt: Das sind wichtige, wertvolle Schritte. Dein innerer Konflikt, gesehen werden zu wollen und sich gleichzeitig zu verstecken, ist etwas, das viele hier gut kennen. Du bist damit nicht „falsch“ oder „zu viel“ – du bist einfach du. Und du darfst dir Zeit lassen, deinen eigenen Weg zu finden, in deinem Tempo, in der Form, die sich für dich stimmig anfühlt. Es tut mir leid zu lesen, wie belastend die Situation mit deiner Verlobten für dich ist. Das klingt nach viel unausgesprochener Spannung und Einsamkeit. Umso schöner, dass du dir nun einen Raum suchst, in dem du dich zeigen darfst, ohne dich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Möge dieses Forum für dich ein sanfter Ort sein, an dem du dich Schritt für Schritt sicherer fühlen darfst.
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Liv
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo Karla,
willkommen im Forum!
LG
Liv
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Da darfst Du deinem Psychologen ja echt dankbar sein. Hat er denn ansonsten Erfahrung von dem Thema?NeoMe hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 20:13 Allerdings war ich nun kürzlich bei einem Psychologen, der das Thema intensiv mit mir behandelte. Er ermutigte mich zum Anmelden in einem Forum und weiteren Schritten "in die Welt hinaus".
Das leider ist ein bekanntes Muster: Es gibt viele Möglichkeiten vor der inneren Frau wegzulaufen: Arbeiten bis zum Burnout, exzessiver Sport, und eben auch Drogen jeglicher Art. Insofern herzlichen Glückwunsch zu deiner Erkenntnis und viel Spaß beim Erkunden deiner Weiblichkeit! Auch das kann sich am Anfang wie ein Rausch anfühlen.NeoMe hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 05:58 Nun.. verarbeitet hab ich mit Drogen (hauptsächlich Cannabis) leider nicht viel. Ich habe Gefühle eher unterdrückt. Deswegen spüre ich sie jetzt umso deutlicher und auch umso mehr.
Hat sich denn da jetzt bei ihr etwas geändert? Der Zusammenhang zwischen Sucht und unterdrückten Gefühlen sollte einem empatischen Mitmenschen ja vermittelbar sein. Da drücke ich dir die Daumen!NeoMe hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 20:13 Im Lauf unserer Beziehung, über 7 Jahre, stellte sich aber mehr und mehr heraus, dass sie auch große Schwierigkeiten mit dem Thema hat. Und ich scheinbar auch, denn ich versteckte es mehr oder weniger weiterhin.
LG
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NeoMe
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Liebe Liv, liebe Nicole,NicoleCH hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 08:10 Liebe Karla,
danke dir von Herzen für deine offenen, ehrlichen Worte. Beim Lesen spürt man sehr deutlich, wie viel Mut es dich gekostet hat, diesen Weg zu gehen – und wie viel Sehnsucht, aber auch Schmerz darin steckt.
[...]
Danke Euch ebenfalls! =) schön, sich verstanden zu fühlen.
Meine Verlobte hat auch meinen Kampf gegen die Sucht lange begleitet, arbeitet mittlerweile sogar im Bereich Suchthilfe und auch unter Anderem mit Personen, die genderfluid sind. Sie versteht mich also sehr gut, hört sich auch sehr viel von mir an. Allerdings scheinen bei ihr persönlich Hemmungen zu existieren, über die sie nicht hinaus kommt. So hat sie mich in der Vergangenheit gebeten, lackierte Fußnägel vor Freunden zu verstecken und erst vor Kurzem - nach sieben Jahren stillschweigender Toleranz - erklärte sie mir, dass sie ein Problem damit habe, wenn ich Frauenunterwäsche trage. Ich verstehe ihre Schwierigkeiten und Ängste sehr gut und versuche, Kompromisse einzugehen, um sie nicht zu überfordern. Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, was sich geändert hat. Ich denke aber, es hat mit zunehmenden Ängsten zu tun, mich als "Mann" zu verlieren, oder auch, sexuell nicht mehr attraktiv für mich zu sein.
Beim Psychologen, oder besser Psychiater war ich übrigens, weil ich starke Stimmungsschwankungen habe (durch Entzug und kleine Rückschläge im Alltag). Das stabilisiert sich nur sehr langsam und kostet viel Energie. Doch statt sich für meine Suchtproblematik zu interessieren, hat der Arzt in seinen Computer geschaut und mich gefragt, ob denn die Transvestitismus-Diagnose noch aktuell sei. Dann hat er mich dazu eine Stunde lang befragt und nicht locker gelassen. Er meinte, er habe mehrere Patienten, die dieses Themenfeld berühren. Das Gespräch mit ihm war derart befreiend und entlastend, ich hätte danach Bäume ausreißen können. Einfach nur offen darüber sprechen zu können war Balsam. Guter Mann!
Zuletzt geändert von NeoMe am Mo 9. Feb 2026, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Daniela04
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Liebe Karla
Herzlich Willkommen in unserem Forum, der mir in den letzten Anderthalbjahren sehr viel gebracht hat.
Ich drücke Dir die Daumen auf Dein Weg und bin gespannt auf weitere Berichte.
Herzlicher Gruss
Daniela (Ostschweiz)
Herzlich Willkommen in unserem Forum, der mir in den letzten Anderthalbjahren sehr viel gebracht hat.
Das Forum ist auch eine gute Basis, viel wichtiger ist meines Erachten die persönlichen Gespräche unter Gleichgesinnten. In welcher Region wohnst Du? Es gibt sicher Treffen in Deiner Nähe, wo Du im persönlichen Gespräch Dich austauschen kannst. Ich glaube jede von uns hat (immer noch) diese Gefühle. Geschichten lesen ist das eine, Ideen und ggfalls Empfehlungen von Schwestern helfen viel mehr.NeoMe hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 20:13 ich selbst scheine damit ebenfalls noch große Probleme zu haben. Der innere Druck, als "halbe Frau" gesehen und anerkannt zu werden, ist ständig vorhanden.
Ich drücke Dir die Daumen auf Dein Weg und bin gespannt auf weitere Berichte.
Herzlicher Gruss
Daniela (Ostschweiz)
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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Inga
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo, Karla,
Dein Weg ist berührend.
Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Verlobte zwar gutwillig ist, es bei dir zu akzeptieren, dass sie aber innerlich etwas überfordert ist. Sie ist sicher ein lieber Mensch für dich und darum ist behutsames und gedulidiges Umgehen mit ihr angesagt. Manches braucht einfach ihre Zeit.
Ich möchte mich Danielas Vorschlag anschließen, ab und an eine Selbsthilfegruppe, Stammtisch oder Gesprächsrunde unter Gleichgesinnten zu besuchen und evtl. dort auch Gelegenheit zu nutzen, nicht nur über deine weiblichen Züge zu sprechen, sondern dich auch etwas mehr auszuprobieren. Vielleicht ist ja mal ein Kurzurlaub an einem vierten Samstag im Monat in Hamburg drin. Vielleicht finden sich auch andere Möglichkeiten, die dir näher liegen und eher erreichbar sind.
Liebe Grüße
Inga
Dein Weg ist berührend.
Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Verlobte zwar gutwillig ist, es bei dir zu akzeptieren, dass sie aber innerlich etwas überfordert ist. Sie ist sicher ein lieber Mensch für dich und darum ist behutsames und gedulidiges Umgehen mit ihr angesagt. Manches braucht einfach ihre Zeit.
Ich möchte mich Danielas Vorschlag anschließen, ab und an eine Selbsthilfegruppe, Stammtisch oder Gesprächsrunde unter Gleichgesinnten zu besuchen und evtl. dort auch Gelegenheit zu nutzen, nicht nur über deine weiblichen Züge zu sprechen, sondern dich auch etwas mehr auszuprobieren. Vielleicht ist ja mal ein Kurzurlaub an einem vierten Samstag im Monat in Hamburg drin. Vielleicht finden sich auch andere Möglichkeiten, die dir näher liegen und eher erreichbar sind.
Liebe Grüße
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Fiona
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo Karla,
seltsam wie das Leben doch, vermeintlich Abkürzungen, nimmt, um letztendlich zum Ziel zu kommen
.
Schön, dass du hier bist und ich kann mich Inga nur anschließen. Wir treffen uns tatsächlich einmal im Monat in Hamburg. Vielleicht sieht man sich ja dort mal
. Liebe Grüße aus dem hohen Norden, Fiona
seltsam wie das Leben doch, vermeintlich Abkürzungen, nimmt, um letztendlich zum Ziel zu kommen
Schön, dass du hier bist und ich kann mich Inga nur anschließen. Wir treffen uns tatsächlich einmal im Monat in Hamburg. Vielleicht sieht man sich ja dort mal
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
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Jutta-Kristina
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Moin Karla!
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass du genau das Richtige getan hast, in diesem Forum dazu zu kommen. Viele von uns haben ähnliche Geschichten und ich bin hier sehr liebevoll und unterstützend aufgenommen worden. Insbesondere die "Trauerbegleitung" nach dem Tod meiner Partnerin im letzten Frühjahr hier im Forum hat mir sehr geholfen.
Ich habe gelernt, dass es nicht gut ist, alles auf einmal zu wollen. Ich wollte über 60 Jahre als Frau leben und habe es nie fertig gebracht, mehr als eine Teilzeitfrau zu sein. Bis ich dann vor kurzem einen sehr lieben Menschen kennengelernt habe, der mich sehr ermutigt hat, zu meinem wahren Ich zu stehen. Seit Ende Dezember lebe ich innerhalb meiner eigenen vier Wände 24/7 im weiblichen Outfit, passend zu meiner inneren Verfassung. Damit an die Öffentlichkeit zu gehen habe ich noch nicht geschafft, aber das ist auch nicht schlimm. Ich muss darauf achten, mich nicht zu überfordern.
Nachdem ich fast 40 Jahre im Suchthilfe(-Management) gearbeitet habe, kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass Drogenkonsum dir immer nur eine Scheinwelt vorgaukelt, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Er löst nicht nur keine Probleme, sondern schafft viele neue. Drogenkonsum wird oft auch "missglückter Versuch der Selbstheilung" beschrieben. Dagegen gibt es in der Prävention einen schönen Satz: "Echter Rausch kommt von innen". Ja es ist für mich wie ein Rausch in einem schönen Kleid eine elegante Frau sein zu dürfen. Dafür brauche ich noch nicht einmal Zuschauer*innen. Es beflügelt mich, macht mich selbstbewusst und glücklich.
Bei den Schwierigkeiten mit deiner Verlobten ist es schwer einen Ratschlag zu geben. Ich fürchte, es läuft auf die Entscheidung hin: was ist wichtiger? Wenn beides zusammen nicht geht, geht es auch nicht ohne eine in jedem Fall schmerzhafte Entscheidung. Das Risiko, dass sie falsch war ist immer da. Das Risiko, dass die Probleme immer größer werden, wenn du dich nicht entscheidest, halte ich für größer. Meine Erfahrung ist, dass ich meinen weiblichen Kern auf die Dauer nicht unterdrücken kann und will. Der flapsige Ratschlag lautet: wer sich zu sehr bremst, dem quietscht die Seele.
Selbsthilfe ist – auch das weiß ich aus der Suchthilfe – der beste Weg, wieder zu sich zu finden.
Ich weiß nicht, ob du mit meinen Gedanken etwas anfangen kannst. Ich hoffe und wünsche dir, dass du für dich einen zufriedenen, nüchternden Weg findest, dein Leben zu leben.
Liebe Grüße von Jutta-Kristina
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass du genau das Richtige getan hast, in diesem Forum dazu zu kommen. Viele von uns haben ähnliche Geschichten und ich bin hier sehr liebevoll und unterstützend aufgenommen worden. Insbesondere die "Trauerbegleitung" nach dem Tod meiner Partnerin im letzten Frühjahr hier im Forum hat mir sehr geholfen.
Ich habe gelernt, dass es nicht gut ist, alles auf einmal zu wollen. Ich wollte über 60 Jahre als Frau leben und habe es nie fertig gebracht, mehr als eine Teilzeitfrau zu sein. Bis ich dann vor kurzem einen sehr lieben Menschen kennengelernt habe, der mich sehr ermutigt hat, zu meinem wahren Ich zu stehen. Seit Ende Dezember lebe ich innerhalb meiner eigenen vier Wände 24/7 im weiblichen Outfit, passend zu meiner inneren Verfassung. Damit an die Öffentlichkeit zu gehen habe ich noch nicht geschafft, aber das ist auch nicht schlimm. Ich muss darauf achten, mich nicht zu überfordern.
Nachdem ich fast 40 Jahre im Suchthilfe(-Management) gearbeitet habe, kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass Drogenkonsum dir immer nur eine Scheinwelt vorgaukelt, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Er löst nicht nur keine Probleme, sondern schafft viele neue. Drogenkonsum wird oft auch "missglückter Versuch der Selbstheilung" beschrieben. Dagegen gibt es in der Prävention einen schönen Satz: "Echter Rausch kommt von innen". Ja es ist für mich wie ein Rausch in einem schönen Kleid eine elegante Frau sein zu dürfen. Dafür brauche ich noch nicht einmal Zuschauer*innen. Es beflügelt mich, macht mich selbstbewusst und glücklich.
Bei den Schwierigkeiten mit deiner Verlobten ist es schwer einen Ratschlag zu geben. Ich fürchte, es läuft auf die Entscheidung hin: was ist wichtiger? Wenn beides zusammen nicht geht, geht es auch nicht ohne eine in jedem Fall schmerzhafte Entscheidung. Das Risiko, dass sie falsch war ist immer da. Das Risiko, dass die Probleme immer größer werden, wenn du dich nicht entscheidest, halte ich für größer. Meine Erfahrung ist, dass ich meinen weiblichen Kern auf die Dauer nicht unterdrücken kann und will. Der flapsige Ratschlag lautet: wer sich zu sehr bremst, dem quietscht die Seele.
Selbsthilfe ist – auch das weiß ich aus der Suchthilfe – der beste Weg, wieder zu sich zu finden.
Ich weiß nicht, ob du mit meinen Gedanken etwas anfangen kannst. Ich hoffe und wünsche dir, dass du für dich einen zufriedenen, nüchternden Weg findest, dein Leben zu leben.
Liebe Grüße von Jutta-Kristina
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Liebe Daniela,
Danke Dir! Ich sehne mich auch sehr nach persönlichem Austausch - und auch einfach das schambefreite Ausleben unter Gleichgesinnten. Es ist etwas völlig anderes, z.B. mit meiner Verlobten so spazieren zu gehen. Ich hoffe sehr, auch Schwestern, wie ihr sagt (finde ich schön), aus meiner Region zu treffen. Ich komme aus Gefrees, LK Bayreuth. Aber eins nach dem Anderen
Jetzt bin ich erst einmal froh, von so vielen liebe Menschen willkommen geheißen zu werden <3
Hi Inga,
Danke auch Dir! Nun... ich kann in dieser Hinsicht sehr viel Gutes über meine Verlobte sagen. Sie ist wirklich geduldig und tolerant. Wenn sie es nicht war, dann waren es schlicht Ängste oder Überforderung, die ich ihr nicht übel nehmen kann. Insofern nehme ich mir die Zeit auf jeden Fall. - Sie ist es wert. Tatsächlich gibt es eine Selbsthilfegruppe in Bayreuth, die ich gerne einmal besuchen würde. Außerdem gibt es auch eine "Regenbogengruppe" in Bayreuth, die ich schon besucht habe - zusammen mit meiner Partnerin. Ich war eventuell etwas ungeduldig, denn hier kam es leider kaum zu Austausch. Ich hätte wohl dranbleiben müssen, doch dann kamen mir Drogen und Flausen dazwischen. Ich gehe das nun wieder an und hoffe sehr, es auch allein dort hin zu schaffen. Wie ich oben schon geschrieben habe, bin ich mit meiner Verlobten zusammen doch immer etwas "gehemmt". Witzigerweise fahre ich im März nach Hamburg!... das könnte gut das Wochenende sein, an dem ihr Euch trefft!
Grüß Dich Fiona (toller Name =),
ich mache tatsächlich Ende März Urlaub in Hamburg... vielleicht klappt es da ja schon, dass ich Euer Treffen besuche! Das wäre natürlich eine kleine Sensation für mich. Möchte ich aber mit meiner Frau abklären, wir haben uns ein bißchen was vorgenommen.
Hallo liebe Jutta-Kristina,
Danke für Deine ausführliche Nachricht.
Es ist spannend, was Du über die Sucht sagst. Tatsächlich habe ich nun fast 25 Jahre Suchterkrankung auf dem Buckel, vier Entgiftungen und zwei Langzeittherapien. Ich habe die Therapiezeit immer sehr genutzt und viel Erfahrung gesammelt. Dummerweise hat mich das nicht vor Rückfällen bewahrt. Ich bin froh, dass meine letzte Konsumphase vorüber ist, clean seit Mitte Dezember '25. Ich will die Hand nicht ins Feuer legen, aber ich muss und möchte nun wirklich die Kurve kriegen. Und meine Weiblichkeit nicht mehr zu unterdrücken ist dafür meinem Empfinden nach essenziell. Es ist, als hätte ich die Hälfte von mir versteckt, mein Leben lang... und nicht nur das. Ich habe mich teilweise vor mir selbst geekelt und mich für mich geschämt - auch vor mir. Das hat sich erst in den letzten 3 Jahren deutlich zum Positiven entwickelt. Ich habe begonnen, dem Ganzen Raum zu geben, habe mir eine eigene Kommode gekauft, Unterwäsche zu meiner Männerunterwäsche gelegt. Und doch reicht es nicht. Ich denke, dass eben deutlich mehr dahinter steckt, als nur Kleidung. Das empfinden und frei genießen zu lernen, mir selbst zu erlauben, mich damit wohl zu fühlen, ist das Ziel für dieses Jahr.
Was meine Beziehung angeht, gebe ich Dir zum Teil Recht. Ich wünsche mir sehr, die Beziehung zu erhalten. Natürlich müsste ich im Zweifelsfall eine Entscheidung treffen. Nur innerlich habe ich diese bereits getroffen. Ich kann mich nicht mehr verstecken. Sonst bin ich über kurz oder lang wieder wo ich vorher war. Betäubt und abgeschottet in meiner Höhle. Das heißt, ich werde versuchen, es Stück für Stück in meine Beziehung zu integrieren. Und das möglichst schonend und verständnisvoll, aber nur begrenzt kompromissbereit.
Danke für Deine Gedanken und auf bald
Liebe Grüße an Euch alle
Eure Karla <3
Danke Dir! Ich sehne mich auch sehr nach persönlichem Austausch - und auch einfach das schambefreite Ausleben unter Gleichgesinnten. Es ist etwas völlig anderes, z.B. mit meiner Verlobten so spazieren zu gehen. Ich hoffe sehr, auch Schwestern, wie ihr sagt (finde ich schön), aus meiner Region zu treffen. Ich komme aus Gefrees, LK Bayreuth. Aber eins nach dem Anderen
Hi Inga,
Danke auch Dir! Nun... ich kann in dieser Hinsicht sehr viel Gutes über meine Verlobte sagen. Sie ist wirklich geduldig und tolerant. Wenn sie es nicht war, dann waren es schlicht Ängste oder Überforderung, die ich ihr nicht übel nehmen kann. Insofern nehme ich mir die Zeit auf jeden Fall. - Sie ist es wert. Tatsächlich gibt es eine Selbsthilfegruppe in Bayreuth, die ich gerne einmal besuchen würde. Außerdem gibt es auch eine "Regenbogengruppe" in Bayreuth, die ich schon besucht habe - zusammen mit meiner Partnerin. Ich war eventuell etwas ungeduldig, denn hier kam es leider kaum zu Austausch. Ich hätte wohl dranbleiben müssen, doch dann kamen mir Drogen und Flausen dazwischen. Ich gehe das nun wieder an und hoffe sehr, es auch allein dort hin zu schaffen. Wie ich oben schon geschrieben habe, bin ich mit meiner Verlobten zusammen doch immer etwas "gehemmt". Witzigerweise fahre ich im März nach Hamburg!... das könnte gut das Wochenende sein, an dem ihr Euch trefft!
Grüß Dich Fiona (toller Name =),
ich mache tatsächlich Ende März Urlaub in Hamburg... vielleicht klappt es da ja schon, dass ich Euer Treffen besuche! Das wäre natürlich eine kleine Sensation für mich. Möchte ich aber mit meiner Frau abklären, wir haben uns ein bißchen was vorgenommen.
Hallo liebe Jutta-Kristina,
Danke für Deine ausführliche Nachricht.
Es ist spannend, was Du über die Sucht sagst. Tatsächlich habe ich nun fast 25 Jahre Suchterkrankung auf dem Buckel, vier Entgiftungen und zwei Langzeittherapien. Ich habe die Therapiezeit immer sehr genutzt und viel Erfahrung gesammelt. Dummerweise hat mich das nicht vor Rückfällen bewahrt. Ich bin froh, dass meine letzte Konsumphase vorüber ist, clean seit Mitte Dezember '25. Ich will die Hand nicht ins Feuer legen, aber ich muss und möchte nun wirklich die Kurve kriegen. Und meine Weiblichkeit nicht mehr zu unterdrücken ist dafür meinem Empfinden nach essenziell. Es ist, als hätte ich die Hälfte von mir versteckt, mein Leben lang... und nicht nur das. Ich habe mich teilweise vor mir selbst geekelt und mich für mich geschämt - auch vor mir. Das hat sich erst in den letzten 3 Jahren deutlich zum Positiven entwickelt. Ich habe begonnen, dem Ganzen Raum zu geben, habe mir eine eigene Kommode gekauft, Unterwäsche zu meiner Männerunterwäsche gelegt. Und doch reicht es nicht. Ich denke, dass eben deutlich mehr dahinter steckt, als nur Kleidung. Das empfinden und frei genießen zu lernen, mir selbst zu erlauben, mich damit wohl zu fühlen, ist das Ziel für dieses Jahr.
Was meine Beziehung angeht, gebe ich Dir zum Teil Recht. Ich wünsche mir sehr, die Beziehung zu erhalten. Natürlich müsste ich im Zweifelsfall eine Entscheidung treffen. Nur innerlich habe ich diese bereits getroffen. Ich kann mich nicht mehr verstecken. Sonst bin ich über kurz oder lang wieder wo ich vorher war. Betäubt und abgeschottet in meiner Höhle. Das heißt, ich werde versuchen, es Stück für Stück in meine Beziehung zu integrieren. Und das möglichst schonend und verständnisvoll, aber nur begrenzt kompromissbereit.
Danke für Deine Gedanken und auf bald
Liebe Grüße an Euch alle
Eure Karla <3
Zuletzt geändert von NeoMe am Mo 9. Feb 2026, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Maxime
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo Karla,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.
LG Maxime
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LG Maxime
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Diana.65
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Re: Auf dem Weg zur Selbstwerdung
Hallo Karla.
Zuerst einmal herzlich willkommen in diesem wunderbaren Forum.
Dein Schritt hierher stellt dir sicherlich einen guten Fundus an Antworten auf deine Fragen bereit. Und wenn du mal nicht fündig wirst, stell einfach deine Fragen hier und bekommst sicher einige Antworten darauf.
Ich hab vor fast 10 Jahren den Weg hier ins Forum gefunden und der Austausch hier hat mich bei meinem Weg sehr unterstützt.
Aber auch der persönliche Austausch über so manches Problem oder Thema ist gut.
Falls du Interesse an persönlichem Austausch haben solltest, einfach nachfragen. Und Rudolstadt ist ja auch nicht so weit entfernt, dass man sich mal treffen könnte.
Liebe Grüße und dir eine gute Zeit hier,
Diana.
Zuerst einmal herzlich willkommen in diesem wunderbaren Forum.
Dein Schritt hierher stellt dir sicherlich einen guten Fundus an Antworten auf deine Fragen bereit. Und wenn du mal nicht fündig wirst, stell einfach deine Fragen hier und bekommst sicher einige Antworten darauf.
Ich hab vor fast 10 Jahren den Weg hier ins Forum gefunden und der Austausch hier hat mich bei meinem Weg sehr unterstützt.
Aber auch der persönliche Austausch über so manches Problem oder Thema ist gut.
Falls du Interesse an persönlichem Austausch haben solltest, einfach nachfragen. Und Rudolstadt ist ja auch nicht so weit entfernt, dass man sich mal treffen könnte.
Liebe Grüße und dir eine gute Zeit hier,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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