Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente
Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente - # 2

Lebensplanung, Standorte
Knäckebrötchen
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 16 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 11:51 Neue Studie bestätigt: Hormonbehandlungen senken Suizidrisiko bei trans Jugendlichen deutlich

Eine aktuelle Studie im Journal of Pediatrics bringt erneut Klarheit in eine Debatte, die auch in Deutschland hitzig geführt wird: Geschlechtsangleichende Hormontherapien führen bei trans Jugendlichen zu klinisch bedeutsamen Rückgängen der Suizidalität. Die im November 2025 veröffentlichte Untersuchung begleitete 432 trans und geschlechtsdiverse Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren über durchschnittlich fast zwei Jahre und dokumentierte einen deutlichen Rückgang von Suizidgedanken und Selbstverletzungen nach Beginn der Hormonbehandlung.


https://pride.direct/blogs/news/neue-st ... n-deutlich

Das ist eine aktuelle Studie; allerdings sind "432 trans und geschlechtsdiverse Jugendliche" nicht gerade viel.

Das soll nun nicht bedeuten, dass sich die Studie anzweifle.
Vor allem, sorry, ist auch hier die Headline mal wieder mindestens tendenziös.

In der Studie wurden 432 trans* Jugendliche zu Beginn oder "kurz nach" Beginn ihrer HRT nach einen standardisierten Test befragt und dann knapp 2 Jahre später erneut. Daraus ergibt sich ein "vorher-nachher"-Bild, das den genannten Trend zeigt.

Was allerdings doch eher untergeht in dieser Darstellung oben, ist der Fakt, dass von den 432 Jugendlichen schon zu Beginn 340 (78,7%) gar keine Suizidalität angaben. Zum zweiten Zeitpunkt sind es dann 400 von 432 Jugendlichen (92,6%). Ja, das ist ein Zuwachs und ja, es ist gut, dass dieser Zuwachs so deutlich ausfällt und es ist eine wichtige Erkenntnis.

Aber die Autoren weisen auch darauf hin, dass die jungen Menschen in der Klinik parallel mit therapeutischer Unterstützung begleitet, und in Kontakt zu affirmativen Gruppen gebracht wurden. Der beobachtete Effekt wird - laut Autoren - also vermutlich nicht ausschließlich auf die HRT zurück zu führen sein.

Gleichzeitig darf aber auch nicht vergessen werden, dass möglicherweise allein die Aussicht auf eine HRT schon zu einer Verbesserung der Stimmung (ausgedrückt als niedrige Suizidalität zu Beginn) als Effekt den Ausgangswert beeinflusst (laut Paper).

Alles in allem keine monokausale Geschichte. Und auch wenn die HRT als Maßnahme ein sehr wichtiger Faktor in dieser Betrachtung ist - lebensnotwendig ist schon nochmal eine andere Kategorie (Vgl. Insulin, HAART, Rabies-Notimpfung, u.ä.). Es ist ja nicht so, dass alle trans* Menschen, nicht mal alle binären trans* Personen unbedingt eine HRT brauchen oder wollen. Es ist ein wichtiger Faktor, besonders (nicht ausschließlich) für Jugendliche, denen die Pubertät und die damit verbundene körperliche Veränderung so massive Probleme bereitet. Und das ist schlimm und verdient sowohl Behandlung als auch Unterstützung. Aber es sind halt nicht alle trans* Menschen. Und es sind auch nicht "massenhaft" tote trans* Menschen. Also zumindest in meiner Umgebung. Vielleicht sieht das bei euch ja anders aus?

Es ist halt nur diese vollkommen überzogene Sprache, die kategorische Ablehnung von Kompromiss und die direkte persönliche Eskalation, die eine Diskussion um solche Fragen hier echt unattraktiv machen.
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Anne-Mette
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Juten Abend,

wenn ich einen Beitrag verlinke, dann nicht mit dem Gedanken "so ist es!", sondern mit dem Gefühl, dass er etwas zur Diskussion beitragen könnte (wie auch immer).
Dabei lasse ich meistens die originalen Überschriften so wie sie sind.

Dem Thema "lebenswichtige Medikamente" mit Blick auf Hormongaben kann sich in meinen Augen nur "angenähert werden".

Eine Krawallbürstigkeit oder ein beharrliches Sammeln von Informationen, um andere Beteiligte an der Diskussion persönlich "besser niederzumachen" zu können, ist eher hinderlich.

Wir müssen auch "Meinungen" zulassen, die unseren eigenen widersprechen - und sich auch nicht unbedingt mit Studien begründen lassen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 18 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 19:16 Es ist halt nur diese vollkommen überzogene Sprache, die kategorische Ablehnung von Kompromiss und die direkte persönliche Eskalation, die eine Diskussion um solche Fragen hier echt unattraktiv machen.
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 19:27 Wir müssen auch "Meinungen" zulassen, die unseren eigenen widersprechen - und sich auch nicht unbedingt mit Studien begründen lassen.
Danke an euch beiden für diese (eigentlich) selbstverständlichen Aussagen.

Leider gilt das nicht nur für dieses Thema.

Ich würde mir wünschen, dass wir hier im besten Sinne des Wortes miteinander streiten, und nicht gegeneinander kämpfen.

Um der Sache willen.
Konstruktiv.
Kontrovers.
Ohne persönlich zu werden.

Weil es zwischen den Beteiligten hier mehr Gemeinsamkeiten gibt als Trennendes. Auch wenn wir es manchmal nicht sehen.

LGL
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 19 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Anne-Mette, bitte entschuldige, wenn das als Angriff oder Kritik an dir rüber kam. Das war gar nicht auf dich bezogen, sondern auf den Titel und die Zusammenfassung des Artikels durch pride.de.

Das du diese Sachen schlicht so kopierst ist vollkommen in Ordnung! Es liegt ja in der Verantwortung der Autor*innen, Sachverhalte korrekt dar zu stellen. Und da ist mir schon in dem Artikel zum OLG mal wieder aufgefallen, wie sehr da schon allein in der Überschrift die Stimmung gelenkt wird.

Also: danke für den Artikel. Er ist ja schon gut. Und die Studie nicht irrelevant. Ein guter Beitrag sicher.
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ich habe mich nicht angegriffen gefühlt, wollte es nur klarstellen
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 21 im Thema

Beitrag von Claudia »

Da möchte ich mich doch noch wieder zu Wort melden, auch wenn ...
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 19:27 Eine Krawallbürstigkeit
... die ein wenig abgeklungen ist.

Warum ich so krawallbürstig war, ist ganz leicht erklärt. Die Diskussion lief dann sehr direkt in eine völlig andere Richtung.
Wir kamen aus Selinas thread zu ihrem weiteren Weg, zu ihren Wünschen oder etwas prägnanter formuliert zu ihren Bedürfnissen. Und da stand ganz oben an die HRT, für die ihr derzeit massiv Steine in den Weg gelegt werden. Die therapeutische Absicherung ist ja völlig in Ordnung, aber dazu benötigt man einen Therapieplatz. Welche Schwierigkeiten es da gibt, hat Selina deutlich geschildert. Mit in Gespräch war ja auch DIY, wozu sie zwar Möglichkeiten hätte, aber nicht dran wollte.
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 19:27 Dabei lasse ich meistens die originalen Überschriften so wie sie sind.
Leider, eine Umbenennung hätte möglicherweise viel Streit vermeiden können.

Dabei kam dann der in diesem Zusammenhang etwas unglückliche Begriff "lebensnotwendig" auf, der aber in dem Zusammenhang anders gemeint war. Denn da kommen zwei Aspekte ins Spiel:
  • HRT ist für trans Personen notwendig, um ein Leben zu führen wie sie es für sich selbst als genau passend empfinden.
  • HRT ist sogar lebensnotwendig, wenn man einmal damit angefangen hat, dann heißt es lebenslang die Hormone nehmen.
Dieser Begriff wurde dann - sehr geschickt - von Helga als Thementitel benutzt, weil sich damit dieses Thema halbwegs einfach zumindest ausbremsen ließ, denn ...
Helga hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 20:59 Es ist ein Unterschied, ob das Ausbleiben eines Medikamentes direkt zum Tod führt [...]
In diesem Fall war ist definitiv noch keine lebensbedrohliche Situation eingetreten.
Aus dieser Falle muss man dann erstmal rauskommen, denn um dieses Thema ging es ja ursprünglich nicht. Die Frage aus dem Ursprungsthread war ja wie Selina unterstützt werden kann in ihrem Wunsch nach HRT, organisatorisch aber auch mental.
Helga hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 20:59 In letzter Instanz trägt jeder einzelne Mensch die Verantwortung für sich und sein handeln selbst.
Dann empfinde ich aber eine solche Aussage schon als Hohn, wenn inhaltlich das Gegenteil kommt.

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 19:27 Dem Thema "lebenswichtige Medikamente" mit Blick auf Hormongaben kann sich in meinen Augen nur "angenähert werden".
Ganz deiner Meinung, deshalb hätte ich ja auch eine Titeländerung bevorzugt.

LG Claudia
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 22 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Claudia hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:09 Dabei kam dann der in diesem Zusammenhang etwas unglückliche Begriff "lebensnotwendig" auf, der aber in dem Zusammenhang anders gemeint war. Denn da kommen zwei Aspekte ins Spiel:
HRT ist für trans Personen notwendig, um ein Leben zu führen wie sie es für sich selbst als genau passend empfinden.
HRT ist sogar lebensnotwendig, wenn man einmal damit angefangen hat, dann heißt es lebenslang die Hormone nehmen.
Hallo Claudia,

mal wieder - nein. Ich weiß nicht, wie Du immer auf diese sehr eigenwilligen Auslegungen kommst. Val nennt explizit die Selbstmord-Gefahr als Grund für ihre Wortwahl. Es geht ihr nicht um "ein Leben zu führen, das man als für sich passend empfindet" oder gar ein "muss man dann ein Leben lang nehmen" (was im Übrigen so auch nicht ganz strikt stimmt).

Es geht ganz direkt um "keine HRT = trans* Personen suizidieren sich".
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 23 im Thema

Beitrag von Claudia »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:29 Ich weiß nicht, wie Du immer auf diese sehr eigenwilligen Auslegungen kommst.
Eigenwillig? Eher inhaltlich passend.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:29 Val nennt explizit die Selbstmord-Gefahr als Grund für ihre Wortwahl.[...]
Es geht ganz direkt um "keine HRT = trans* Personen suizidieren sich".
Ganz genau und das als Gegenpol zu Helgas Behauptung, an fehlender HRT stirbt man nicht.

Es gibt eben diese Studien, die Vals Aussage belegen.

LG Claudia
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 24 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Es ist ein objektiver Fakt, dass HRT Leben rettet, und die Verweigerung dessen zu Familien an Gräbern führt. Aber ich schätze mal die Familie am Grab nebenan mit dem Diabetes-Toten weint anders, und daher ist das bei unserem Fall weniger schlimm.

Was für einen unfassbaren Schmerz muss man einem Menschen zufügen, damit dieser sich das Leben nimmt. Wie unfassbar muss die Hoffnungslosigkeit sein, dass es niemals besser wird. Wie schrecklich muss das Leben dafür sein, dass Sterben wie die bessere Alternative aussieht.

Komisch, wie doch es meistens die Leute sind, die kein HRT nehmen, die die Meinung vertreten mit dem Schmerz muss man halt leben können, also die, die den Schmerz niemals fühlen können. Und die, die es erfahren haben, sagen so können sie nicht leben.

Wer meint, mit diesem Schmerz könne man doch leben, ohne ihn jemals gespürt zu haben, ist ein Narr. Und ich wünsche mir echt, dass es einen Weg gäbe, den Schmerz zu tauschen, damit die, die meinen damit lebt es sich, das auch beweisen können, und eine Person die es nicht kann entlassten kann. Weil bis dahin sind es leere Worte.
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Val44721 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 22:49 Es ist ein objektiver Fakt, dass HRT Leben rettet, und die Verweigerung dessen zu Familien an Gräbern führt. Aber ich schätze mal die Familie am Grab nebenan mit dem Diabetes-Toten weint anders, und daher ist das bei unserem Fall weniger schlimm.
bei allem Respekt, aber jetzt reicht es langsam mit diesen Unterstellungen!
Gruß
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 26 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Claudia hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:45
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:29 Ich weiß nicht, wie Du immer auf diese sehr eigenwilligen Auslegungen kommst.
Eigenwillig? Eher inhaltlich passend.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:29 Val nennt explizit die Selbstmord-Gefahr als Grund für ihre Wortwahl.[...]
Es geht ganz direkt um "keine HRT = trans* Personen suizidieren sich".
Ganz genau und das als Gegenpol zu Helgas Behauptung, an fehlender HRT stirbt man nicht.

Es gibt eben diese Studien, die Vals Aussage belegen.

LG Claudia
OK, ein letzter Versuch. Auch wenn ich so langsam beginne, ein Muster zu erkennen.

Val schrei(b)t hier wiederholt, dass HRT lebensnotwendig sei, weil sich sonst massenhaft trans* Menschen suizidieren. Unumgänglich. Quasi dreiviertel aller trans* Personen würden sterben. Sterben!!11elf.

Das ist schonmal nicht korrekt. Denn nicht alle trans* Menschen sind suizidal (siehe die verlinkte Studie hier). Nicht mal annähernd die Hälfte.

Jetzt wenden Menschen ein, dass sie die getroffene Formulierung und die Vehemenz, mit der sie in dieser Diskussion platziert wird, so nicht in Ordnung finden.

Darauf hin schreibst Du:
Claudia hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:09 Dabei kam dann der in diesem Zusammenhang etwas unglückliche Begriff "lebensnotwendig" auf, der aber in dem Zusammenhang anders gemeint war. Denn da kommen zwei Aspekte ins Spiel:
HRT ist für trans Personen notwendig, um ein Leben zu führen wie sie es für sich selbst als genau passend empfinden.
HRT ist sogar lebensnotwendig, wenn man einmal damit angefangen hat, dann heißt es lebenslang die Hormone nehmen.
Und gibst Vals Worten damit einen komplett anderen Twist - nämlich "das war ja ganz anders gemeint".

Nein. War es nicht. Nochmal. Val hat das ja direkt nochmal genau so geschrieben. Da gibt es kein "das war anders gemeint". Da ist 0 Spielraum für eine anderslautende Interpretation.

Du kannst Dich dann nicht hinstellen und dann wieder schreiben "ja, genau so hat Val das gemeint". Also, ja, natürlich kannst Du das machen, dann höre ich halt auf, dich als Gesprächspartnerin ernst zu nehmen. Vielleicht hörst Du auch einfach auf, Vals Worte für sie zu interpretieren? Oder machst deutlich, dass es "dein Verständnis" der Worte ist. Aber nicht "das hat Val aber so und so gemeint".

Das fällt mir jetzt schon zum wiederholten Mal auf, dass Du da so schreibst.
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 27 im Thema

Beitrag von Claudia »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 09:42
Claudia hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:45
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:29 Val nennt explizit die Selbstmord-Gefahr als Grund für ihre Wortwahl.[...]
Es geht ganz direkt um "keine HRT = trans* Personen suizidieren sich".
Val schrei(b)t hier wiederholt, dass HRT lebensnotwendig sei, weil sich sonst massenhaft trans* Menschen suizidieren. Unumgänglich. Quasi dreiviertel aller trans* Personen würden sterben. Sterben!!11elf.
Wo hast Du das her? Val hat doch etwas anderes geschrieben als Antwort auf Helga.
Val44721 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 21:57 Als ich dir dann antworte mit wissenschaftlichen Untersuchungen, die unter anderem zeigen, dass HRT das Suizidrisiko um bis zu 75% senken kann
Nicht dreiviertel aller trans*Personen sterben, sondern genau diese dreiviertel bleiben am Leben, wenn sie die HRT erhalten. Ohne die HRT steigt das Risiko natürllich deutlich, wobei wir immer noch beim Risiko sind, nicht bei der Ausführung.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 09:42 Darauf hin schreibst Du:
Claudia hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 21:09 Dabei kam dann der in diesem Zusammenhang etwas unglückliche Begriff "lebensnotwendig" auf, der aber in dem Zusammenhang anders gemeint war. Denn da kommen zwei Aspekte ins Spiel:
HRT ist für trans Personen notwendig, um ein Leben zu führen wie sie es für sich selbst als genau passend empfinden.
HRT ist sogar lebensnotwendig, wenn man einmal damit angefangen hat, dann heißt es lebenslang die Hormone nehmen.
Ich habe dann nochmals beschrieben, wofür die HRT gebraucht wird. Und wenn die Personen, die das genannte Bedürfnis haben, die HRT erhalten, sinkt das Risiko deutlich.

Diese absolute Verbindung wie Du sie oben beschreibst "keine HRT=Suizid" hat Val nie geschrieben. Wenn doch, zeig mir bitte wo. Ich bin den thread nochmal durchgegangen und finde nichts zu dieser absoluten Aussage.

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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 28 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Val44721 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 21:57 Da kämpft eine trans Person um den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten.
Val44721 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 12:52 HRT ist ein lebensnotwendiges Medikament. Das ist ein Fakt. Man kann nicht einfach die Massen an toten trans Menschen ausblenden mit dem Argument, dass sie sich ja selbst umgebracht haben, und es daher irgenwie weniger zähle, oder man es deswegen ja nicht wirklich brauche zum Leben.
Val44721 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 22:49 Es ist ein objektiver Fakt, dass HRT Leben rettet, und die Verweigerung dessen zu Familien an Gräbern führt.
Val44721 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 22:49 Was für einen unfassbaren Schmerz muss man einem Menschen zufügen, damit dieser sich das Leben nimmt. Wie unfassbar muss die Hoffnungslosigkeit sein, dass es niemals besser wird. Wie schrecklich muss das Leben dafür sein, dass Sterben wie die bessere Alternative aussieht.
Claudia hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 11:09 Diese absolute Verbindung wie Du sie oben beschreibst "keine HRT=Suizid" hat Val nie geschrieben. Wenn doch, zeig mir bitte wo. Ich bin den thread nochmal durchgegangen und finde nichts zu dieser absoluten Aussage.
Also, es dürfen sich gerne auch andere dazu äußern, ob nur bei mir diese Aussagen als sehr starke Verknüpfung von fehlendem Zugang zu HRT und Suizid ankommt - dann bin ich gerne wieder still.

Die weiteren, sehr expliziten Aussagen wurden in Selinas Thread getätigt und sind nicht mehr vorhanden. Aber mindestens im OP findet sich noch ein Teil-Zitat.
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 29 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 09:42 Denn nicht alle trans* Menschen sind suizidal (siehe die verlinkte Studie hier). Nicht mal annähernd die Hälfte.
… von denen die wissen, dass sie hrt erhalten werden. DAVON sind weniger als die Hälfte suizidal. Die, die das erhalten, sind schon die in der privilegierten Situation. Die Zahlen gibts auch für alle trans Jugendlichen. Es wäre ja etwas unehrlich, nur die zu messen, die schon kurz vorm Ziel stehen.
over 50 percent of transgender youths have attempted to commit suicide at least once before reaching the age of 20
https://www.newsweek.com/suicide-leelah ... hts-295724
Geben wir den Toten mal Namen. Eine der Toten hieß Leelah Alcorn. Die, die… hust:
Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 09:42 Sterben!!11elf.
Der Versuch, ihre Eltern von der Notwendigkeit einer Geschlechtsangleichung zu überzeugen, wurde laut Leelah Alcorns Abschiedsbrief von ihren Eltern mit der mehrfachen zwangsweisen Durchführung einer „Reparativtherapie“ (Konversionstherapie), bei der sie nach den Vorstellungen ihrer Eltern geheilt werden sollte, beantwortet. Dies verschlechterte das Verhältnis zu ihren Eltern erheblich.

Leelah Alcorn gab an, sie habe Angst gehabt, dass sie nicht rechtzeitig eine Geschlechtsangleichung erreichen könne, um wie ein perfektes Mädchen auszusehen. Weiterhin habe sie keine Freunde und Zukunftsangst. Mit ihrem Suizid wolle sie auf die generelle Situation transgeschlechtlicher Menschen aufmerksam machen
https://de.wikipedia.org/wiki/Suizidfall_Leelah_Alcorn

Ihr Leben hat es gekostet. Tote als Zahlen sind leicht. Aber jede dieser Zahlen hatte einen Namen und ein Leben. Leelah hat ihr Leben dafür gegeben, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Was ich von dem Spruch mit dem „Sterben!!!elf“ halte im Bezug auf Suizid bei Kindern und Jugendlichen wie Leelah halte ich mal hinterm Berg.
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Re: Nebenthema: Lebenswichtige Medikamente

Post 30 im Thema

Beitrag von Claudia »

Val44721 hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 12:19 Tote als Zahlen sind leicht.
Da bleibt mir nur eins zu sagen: Selbst wenn es 'nur' dieses eine Leben gekostet hätte, wäre es entschieden zuviel.
Denn dieser Selbstmord hätte verhindert werden können.
Ohne viel Aufwand, ohne Schaden für jemand anderen. Das ist das traurige daran.

Das Einzige was ihm einen Sinn geben könnte, wäre wenn andere dadurch verhindert würden.
Aber diese Hoffnung habe ich nicht.
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