zunächst einmal möchte ich dir dringend raten nicht alles, was dir nicht gefällt als "rechte Parole" zu diskreditieren. Ich weiß, es ist in Teilen der Community gängige Praxis um sich mit einer Fragestellung, die möglicherweise unbequem werden könnte nicht weiter beschäftigen zu müssen, aber es ist ein Zeichen ganz schlechter Diskussionskultur, verprellt außerhalb der Blase alle Freunde und macht vor allem unachtsam gegenüber wirklichen rechten Parolen.
Wenn du jetzt die These aufstellst HRT würde die Suizidgefahr senken und dies mit entsprechenden Studien belegst, dann könnte ich dir mit etwas Recherche Studien vorlegen, die genau das Gegenteil beweisen. Mache ich aber nicht. Denn das war überhaupt nicht das Thema. Ich spreche auch niemandem irgendwelche Rechte ab, schon gar nicht Trans- Menschen.
Aber: Es ist ein Unterschied, ob das Ausbleiben eines Medikamentes direkt zum Tod führt wie bei schweren Diabetikern und Herzkranken oder ob es die Gefahr steigert, das jemand selbst an sich Hand anlegt. Im konkreten Zusammenhang ging es um eine junge Frau, die eine HRT nach eigener Aussage anstrebt. In diesem Fall war ist definitiv noch keine lebensbedrohliche Situation eingetreten.
Auch solche Sätze kommen nicht überall gut an:
Ganz offensichtlich bist du in der Szene, die jegliche Schuld bei Anderen sucht gut etabliert. Das ist aber leider zu einfach gedacht. In letzter Instanz trägt jeder einzelne Mensch die Verantwortung für sich und sein handeln selbst. Ein Thema, das ich an dieser Stelle nicht vertiefen möchte.Val44721 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 07:32 Die sind gestorben wegen Menschen, die so denken wie du.
Solche Aussagen:
zeigen, dass du überhaupt nicht verstanden hast, was Crossdressing bedeutet. Du wirst erschreckt sein und vermutlich nicht glauben wollen, wie dicht unsere Hintergründe in Wirklichkeit beieinanderliegen. Der einzige Unterschied zwischen Crossdressern und Transfrauen ist, dass sie irgendwann unterschiedliche Entscheidungen getroffen haben. Da kann ein kleines Zünglein an der Waage die Rolle gespielt haben. Vielleicht das Wort eines Therapeuten, ein Besuch in einer Selbsthilfegruppe oder die abfällige Bemerkung eines Freundes. Auch ich stand mit Mitte 20 im 11. Stock am offenen Fenster und hätte fast einem Impuls nachgegeben. Ich habe mich damals entschlossen nicht die Hilfe einer Trans- Beratungsstelle zu suchen, die mir vermutlich einen ähnlichen Weg aufgezeigt hätte wie du ihn jetzt gehst. Ich habe mich damals entschlossen das Leben eines cis- Mannes zu führen, was so natürlich nicht funktionieren konnte, also kam irgendwann das Crossdressing zurück, was anfänglich zu Reibereien im Umfeld führte, sich irgendwann aber eingespielt hat. Das Crossdressing und dieses Forum boten mir die Möglichkeit mich auszutauschen und die Zeit zu Erkenntnissen zu kommen, die nicht von anderen vordiktiert wurden. Die wichtigste Erkenntnis war: Eigentlich spielt unser Geschlecht keine Rolle. Wichtig ist, dass wir unser Leben nicht nach irgendwelchen Klischees ausrichten um besonders männlich oder besonders weiblich zu sein (oder zu erscheinen). Wichtig ist, dass wir unsere Gaben, unsere Vorlieben, Fähigkeiten, Neigungen etc. in vollem Umfang nutzen ohne dabei irgendetwas zu unterdrücken. Es ist mir auch völlig egal, ob die Menschen in mir den alten Knacker, die alte Tunte oder einen altmodischen Spießer sehen. Hauptsache ich fühle mich wohl in meiner Haut.Val44721 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 07:32 Das hier ist die einzige (trans) Gruppe an der ich teilnehme in der auch cis Männer teilnehmen, weil diese als Hobby haben sich mal einen Rock anzuziehen.
Ob HRT bei diesem Prozess behilflich sein kann vage ich zu bezweifeln.
Liebe Grüße
Helga