Update zu "Identitätskrise"
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Klara
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Update zu "Identitätskrise"

Post 1 im Thema

Beitrag von Klara »

Hi,

dies ist ein Update zu viewtopic.php?t=30156 .

Was ist seitdem passiert? Interessanterweise dachte ich recht viel, wenn ich aber meinen alten Beitrag vom November durchlese, stelle ich fest, dass sich gar nicht so viel geändert hat.
Ich kann aber mal zusammenfassen was ich für Maßnahmen ergriffen hab.
  • Laseroperation am Auge: Ich wollte die Brille loswerden, da ich beim Schminken immer wenig sehen konnte und sie auch optisch meine Augen zu sehr verkleinert hat. Check erledigt im Januar und habe seit dem 100% Sehkraft.
  • Kleidung: Ich trage mehr und mehr weibliche Sachen egal wo ich hingehe. Zum Rock hat es noch nicht gereicht, aber selbst im Boymode hab ich mindestens Ohrringe, Ringe, Armband, Nagellack und leichte Wimperntusche drauf. Schuhwerk ist auch immer weiblich. Als es warm war vor ein paar Wochen hatte ich im Boymode auch Strumpfhosen, sehr kurze Hose und Balarinas (alles aus der Damenabteilung). Fühle mich sehr wohl damit.
  • Laserhaarentfernung angefangen: Am Arm, Bein, Brust und Gesicht, ja nach langem hin und her hab ich entschieden der Bart muss weg, mich nervt es zu sehr beim Schminken
  • Logopädie: Ich war im Januar beim HNO Arzt und hab angegeben Trans zu sein( notgedrungen um die Logo bezahlt zu bekommen ) und bin seitdem bei einer n etten Therapeutin, Fortschritte sind allerdings eher langsam
  • seit März regelmäßig stylen. Ich bin auch seitdem ein paar mal draussen gewesen beim Supermarkt in der Mittagspause im Home Office. Ich war auch schon 1 mal im Kino mit meiner Frau, 1 mal Abends essen in einer Kneipe und 1 mal mit 2 anderen Transfrauen und meiner Frau in einer Bar bis nachts um 3 (ja das geht erstaunlicherweise auch in Nürnberg ) :D
  • Haartransplantation: Das war ein herber Schlag. Mein Haarausfall ist so stark vorangeschritten, dass ich nachAussagen mehrerer unterschiedlicher Experten keine HT haben kann. Das hat mich schon ganz schön runtergezogen
So das klingt erstmal nach viel Änderung, allerdings emotional ist nicht so viel anders. Fakt ist ich genieße es in der Frauenrollen zu sein. Ich habe über die Monate festgestellt: Ich mag es als Frau rauszu gehen, dann möchte ich auch so behandelt werden, so agieren, und ich möchte auch nicht geclockt werden und so realistisch wie möglich rüberkommen. Man hat mir mehrfach gesagt, dass ich als Klara viel öfter (oder überhaupt) lächle und glücklich wirke. Das ich dann sanfter, ruhiger und ausgeglichener bin. Ich kann das so bestätigen und immer wenn ich dann wieder im Boymode sein muss stört es mich etwas und ich lasse auch viele Elemente in den boy mode einfliessen wie oben genannt.

Allerdings fühle ich mich nicht 100% als Frau, denn wenn ich aolein zuhause bin, und eh irgendeinen stupiden Task vor mir habe, dann mach ich das auch in jogginghose quasi geschlechtslos.
Je nach tageslage ist der Wunsch mehr zu haben mal mehr oder weniger da. Ich würde immernoch nicht von einem Leiden reden, so wie andere Transfrauen die kurz vorm Suizid waren als sie beschlossen hatten, die Transition muss sein. Es ist ein unangenehmes aber aushaltbares Gefühl.

Es verstärken sich allerdings auch die Gefühle sozial als Frau unterwegs zu sein. Ich schaue viel Frauen an wenn ich unterwegs biin und schaue was sie tragen, wie ihr makeup ist und was der style so ist um es vl auch mal zu probieren. Ich bin an manchen Tagen wie gesagt schon sehr crazy drauf und würde sofort am liebsten Frau sein, an anderen hab ich andere Prioritäten.

Ich habe für eine mögliche DIY HRT alles besorgt und zuhause und könnte jederzeit starten. Getan hab ich das m al als ich eine schlimmere Phase hatte und ziemlich heiß drauf war anzufangen. Natürlich existiert das Problem mit meiner Familie nach wie vor. Meine Frau meinte wenn ich Transitione dann wäre sie supportive aber sex und romantische Beziehung wäre dann vorbei. Ihr schwebt eine Art Eltern-WG vor, so dass wir alle zusammen wohnen aber einfach nicht mehr Liebespaar sachen machen. Für mich klingt das etwas utopisch, aber der Gedanke ist schön. Und ja ich hab auch das Gefühl als single hätte ich schon angefangen mit DIY. Im moment hab ich so den internen Deal abzuwarten bis Herbst nach dem Sommerferien und dann eventuell mit DIY anzufangen? Ich müsste mich dann eben entsdcheiden und es meiner Frau vorher sagen, das würde auch vieles zerstören. Ich glaube aber eher nicht, dass bis dahin der Drang allgemein weniger geworden ist. Eher mehr ,denn jetzt wo ich 2 Leute kennengelernt hab die Transfrauen sind, wollen wir öfter mal abends was unternehmen, worauf ich mich riesig freue.

Einen Termin beim Psychologen habe ich leider immernoch nicht und es ist auch nichts in Aussicht. Ich hoffe da geht es auch voran,aber im wesentlichen kann ich dem nur sagen, dass mich lediglich soziale Ängste vor Reaktiohnen von Kollegen und meiner Familiensituation mich abhalten den nächsten Schritt zu gehen.

Bin ich trans? Ich weiss es immernoch nicht. Ich wär mir auch gern sicherer. Dann könnte ich guten Gewissen den nächsten Schritt gehen und die Sicherheit würde den Schmerz des Verlustgs vielleicht lindern. Ich weiss es nicht. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Hier noch ein paar Impressionen

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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 2 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hi Klara,

wie schön, mal wieder von dir zu lesen :) Ich musste neulich voll an dich denken und dachte "wie schade, ich hoffe es geht ihr gut".

Es freut mich wirklich, dass das mit deiner Frau erstmal soweit geglättet ist. Das klang damals echt sehr kritisch. Aber wenn sie sogar mit dir ausgeht, und dich als Crossdresser erstmal akzeptiert, ist das ein echt cooler Move.
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 3 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Klara,
schön, dass du dich wieder zu Wort meldest. Bezüglich deiner HRT würde ich dir raten, erstmals mit deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu sprechen und ein Blutbild erstellen. M.M. nach gibts immer mehr Hausärzte, die nach Anhörung und Untersuchung ein Rezept für die HRT ausstellen. Es wäre für dich sicher empfehlenswert. Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
Christina
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 4 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ach ja. Du siehst auf deinen Bildern bezaubernd aus. (super)
LG Christina
Klara
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 5 im Thema

Beitrag von Klara »

ChristinaF hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 09:51 Liebe Klara,
schön, dass du dich wieder zu Wort meldest. Bezüglich deiner HRT würde ich dir raten, erstmals mit deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu sprechen und ein Blutbild erstellen. M.M. nach gibts immer mehr Hausärzte, die nach Anhörung und Untersuchung ein Rezept für die HRT ausstellen. Es wäre für dich sicher empfehlenswert. Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
Christina
Hi,
Ja Blutbild wurde erst neulich gemacht. Ich hab mich auch informiert und ein Labor direkt um die Ecke gefunden was mir die kritischen werte bestimmen kann auf Privatzahlung. Mein Hausarzt ist wahrscheinlich nicht sonderlich queer freundlich. Ggf muss ich mir einen neuen suchen. Ich bevorzuge auch Injektionen oder Gel weil ich eigentlich wenn eine Monotherapie machen will
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 6 im Thema

Beitrag von Vesta »

Hallo Klara,

einfach mal ein paar praktische Antworten:
Klara hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 20:37 [*] Laserhaarentfernung angefangen: Am Arm, Bein, Brust und Gesicht, ja nach langem hin und her hab ich entschieden der Bart muss weg, mich nervt es zu sehr beim Schminken
Konzentriere dich mal auf das Gesicht und verschiebe die drei anderen Baustellen. Falls du später mal Hormone nehmen solltest, wird sich der Haarwuchs an Armen, Beinen und Brust von selbst deutlich verringern, so dass da keine oder nur wenig Haarentfernung nötig sein wird. Der Bart hingegen wird auch durch Hormone nicht weggehen.
[*] Logopädie: [...] Fortschritte sind allerdings eher langsam
Ja, das ist so , das dauert.
[*] Haartransplantation: Das war ein herber Schlag. Mein Haarausfall ist so stark vorangeschritten, dass ich nachAussagen mehrerer unterschiedlicher Experten keine HT haben kann. Das hat mich schon ganz schön runtergezogen
Was ist HT?

Ich empfehle da als Mittel gegen Haarausfall Finasterid oder etwas Ähnliches. Das kriegst du auch ohne vom Psych als Trans beurteilt zu werden, und das hilft, damit dein Körper nicht weitere Fakten schafft.
Meine Frau meinte wenn ich Transitione dann wäre sie supportive aber sex und romantische Beziehung wäre dann vorbei.
Damit hat sie Recht.
Deine Frau steht auf Männer, und dazu gehört auch, dass Männer nach Mann riechen. Wenn du die Hormone nehmen wirst, wird sich dein Geruch so weit ändern, dass du für sie sexuell nicht mehr interessant sein wirst.
Einen Termin beim Psychologen habe ich leider immernoch nicht und es ist auch nichts in Aussicht. Ich hoffe da geht es auch voran,aber im wesentlichen kann ich dem nur sagen, dass mich lediglich soziale Ängste vor Reaktiohnen von Kollegen und meiner Familiensituation mich abhalten den nächsten Schritt zu gehen.
Die Kollegen können dir egal sein.
Aber lass deiner Frau die Zeit, die sie braucht. Sei immer wieder bereit, deutliche Kompromisse zu machen. Dann wird deine Transition Jahre brauchen, aber du kannst sie machen, ohne deine Kinder zu verlieren.

Übrigens, weißt du, dass du mit deinem Gesicht Glück hast? Das sieht mädchenhaft aus.
Klara
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 7 im Thema

Beitrag von Klara »

Vesta hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 21:51
Klara hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 20:37 [*] Laserhaarentfernung angefangen: Am Arm, Bein, Brust und Gesicht, ja nach langem hin und her hab ich entschieden der Bart muss weg, mich nervt es zu sehr beim Schminken
Konzentriere dich mal auf das Gesicht und verschiebe die drei anderen Baustellen. Falls du später mal Hormone nehmen solltest, wird sich der Haarwuchs an Armen, Beinen und Brust von selbst deutlich verringern, so dass da keine oder nur wenig Haarentfernung nötig sein wird. Der Bart hingegen wird auch durch Hormone nicht weggehen.
Sehr guter Tipp, danke, werde ich machen ist auch besser für den Geldbeutel.
Vesta hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 21:51
[*] Logopädie: [...] Fortschritte sind allerdings eher langsam
Ja, das ist so , das dauert.
Ja zusätzlich arbeitet meine Logopädin nur bedingt mit Lakru aber ja das hat auch Zeit.
Vesta hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 21:51
[*] Haartransplantation: Das war ein herber Schlag. Mein Haarausfall ist so stark vorangeschritten, dass ich nachAussagen mehrerer unterschiedlicher Experten keine HT haben kann. Das hat mich schon ganz schön runtergezogen
Was ist HT?
Ich empfehle da als Mittel gegen Haarausfall Finasterid oder etwas Ähnliches. Das kriegst du auch ohne vom Psych als Trans beurteilt zu werden, und das hilft, damit dein Körper nicht weitere Fakten schafft.
HT = Haartransplatnation. Ja Finasterid hab ich überlegt aber die Nebenwirkungen sind schon sehr krass. Dazu kommt dass ich Norwood 5 oder 6 bin also da ist auch damit nichts zu holen. Ich hab mich damit arangiert und greife auf Perrücken zurück.

[/quote]
HT = Haartransplatnation. Ja
Vesta hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 21:51
Einen Termin beim Psychologen habe ich leider immernoch nicht und es ist auch nichts in Aussicht. Ich hoffe da geht es auch voran,aber im wesentlichen kann ich dem nur sagen, dass mich lediglich soziale Ängste vor Reaktiohnen von Kollegen und meiner Familiensituation mich abhalten den nächsten Schritt zu gehen.
Die Kollegen können dir egal sein.
Aber lass deiner Frau die Zeit, die sie braucht. Sei immer wieder bereit, deutliche Kompromisse zu machen. Dann wird deine Transition Jahre brauchen, aber du kannst sie machen, ohne deine Kinder zu verlieren.
Ja wir sind uns schon einig, dass wir die Kinder trotzdem zusammen haben wollen und uns in einer Art WG bzw gemeinsamen wohnen arrangieren wollen. Wie das dann klappt wird sich zeigen
Vesta hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 21:51 Übrigens, weißt du, dass du mit deinem Gesicht Glück hast? Das sieht mädchenhaft aus.
Naja, das sind ausgesuchte Bilder. Das Gesicht ist recht kantig wenn man es in echt sieht aber ich find mich auch so cute :)

Danke insgesamt für dein Feedback
Anne-Mette
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Ich möchte hier noch einmal deutlich schreiben, dass einige "Tipps" mit Vorsicht zu "genießen sind", auch wenn sie "gut gemeint" sein sollten.
Finasterid ist kein "lifestyle-Produkt", sondern ein Medikament, dem etliche Nebenwirkungen nachgesagt werden.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 9 im Thema

Beitrag von Susi T »

Danke Anne-Mette,
Finasterid sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein.
Andere Mittel verlieren ihre Wirkung nach dem Absetzen recht schnell, aber Finasterid ist ein Teufelszeug, die impotent machende Wirkung wurde in der Vergangenheit häufig völlig unterschätzt und wirkt häufig Jahre lang nach, 10 Jahre und mehr, teilweise Lebenslang sind dokumentiert. Ein Testoblocker wie Androcur steht nicht ohne Grund ab einer gewissen Dosierung auch in der roten Liste, aber nach Absetzen ist ein normales männliches Liebesleben wieder möglich, was bei Finasterid nicht gegeben ist. Nebenwirkungen sind vielfältig und teilweise sehr deutlich.
Sicherlich ist da eine große Bandbreite, aber alleine schon die Wirkung warum es bei Frauen im gebährfähigen Alter absolutes No-Go ist, die Verkrüpplung von männlichen Föten, sollte aufhorchen lassen.
Die leichten Nebenwirkungen lassen sich mit einer Schwangerschaft vergleichen. Morgendliche Übelkeit, durch Kaffeegeruch stark verstärkt, von Kaffee trinken ganz abzuraten, andere Geruchs/Geschmackswahrnehmung, starke körperliche Erschöpfbarkeit waren ein paar Dinge die ich in den ersten Tagen und Wochen auszuhalten hatte.
Für trans Frauen ist es normalerweise nicht nötig, da Östrogen mit gegebenfalls eingenommenen Testoblocker das gleiche bewirken sollte.
Alternative um das Dht zu blocken, ohne schlimme Nebenwirkungen wäre Reishi und Sägepalme. Auch solche pflanzlichen Mittel sollten mit bedacht eingesetzt werden, Reishi hatte bei mir deutliche Wirkung und (positive) Nebenwirkungen, die aber eine sorgsame Dosierung erforderten.
Ich muß Finasterid übrigens selber zahlen, (obwohl es bei mir ohne GaOp zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann und der mögliche Bedarf bei Inter* im Gegensatz zu Trans* beschrieben ist).
Also Finasterid immer erst als letztes Mittel der Wahl, nicht als erstes, auch wenn da in der Vergangenheit in mancher Bubble manches anders gelaufen ist.
Liebe Grüße, Tira (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 10 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 7. Mai 2025, 22:40 Finasterid ist kein "Lifestyle-Produkt"

Hmm..

manche "Spezialisten", Hautarztpraxen, verstehen Finasterid genau als das.
Und da es wirken kann, aber nicht muss ist es meistes eine Privatrezeptgeschichte auf LifeStyle-Basis.

Aber wie auch immer, es ist wichtig auf welcher Basis es verordnet wird, denn es ist kein Wundermittel.
Ich fasse es mal kurz zusammen...

Finasterid wirkt, indem es die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) hemmt, das macht wie Tira schon erwähnt hat auch die Sägepalme. Dadurch wird die Miniaturisierung noch intakter, aber geschrumpfter Haarfollikel rückgängig gemacht und in die Wachstumsphase (Anagen) zurückgeführt. Allerdings können wirklich „abgestorbene“ Haarfollikel, die ihre Hülle verloren haben und kein lebendes Gewebe mehr aufweisen, nicht reaktiviert werden.
Man muss aus anmerken, das Finasterid die natürlichen Wachstumsphasen des Haares aushebelt, was nach dem
Absetzen eben zu einem extremen Shedding führt.

Was Finasterid tut:
• Senkt den DHT-Spiegel in Kopfhaut und Blut.
• Stoppt die fortschreitende Miniaturisierung von Haarfollikeln und ermöglicht bei schubweise abnehmender Miniaturisierung ein Nachwachsen dicker Terminalhaare. Ist das aber in 6 - 12 Monaten nicht eingetreten, wird
es auch sehr wahrscheinlich nicht eintreten.


Was Finasterid nicht kann:
• Es kann keine völlig verödeten („toten“) Haarfollikel wiederbeleben. Einmal irreversibel zerstörtes Follikelgewebe bleibt funktionslos.


Daher ist Finasterid vor allem in frühen bis mittleren Stadien des androgenetischen Haarausfalls wirksam; großflächige, kahle Areale bleiben in der Regel ohne Wirkung, da hier die Follikel meist nicht mehr lebensfähig sind.

Ob man dann auf die Tabletten geht, oder es topisch auf die Haut aufträgt ist auch noch so eine Sache.
Topisch bleiben die meisten "Nebenwirkungen" minimal. Trotzdem sollte auch dann der Umgang damit sehr
vorsichtig sein, das es auch andere Personen beeinflusst.

Und da Karla wohl schon gesagt wurde das auch eine Transplantation ausgeschlossen ist, stelle ich einfach mal in den
Raum, das die Kahlheit sehr fortgeschritten ist, grade gesehen das ihr Beitrag parallel kam, oder die Spenderhaare in zu geringer Zahl und zu schlechter, also dünner oder spröder Qualität vorhanden sind. Heisst Finasterid bringt dann auch
nur unter sehr glücklichen Verhältnissen eine Wirkung.
Dafür die Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen ist eine schlechte Kosten-Nutzenrechnung...

habt es gut, Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 11 im Thema

Beitrag von Klara »

Ja meine Kahlheit ist sehr weit fortgeschritten, daher hab ich mich entschieden keine heftigen Medikamente einzunehmen. Es ist insgesamt sehrschmerzlich, da ich so gerne lange Haare hätte und ich habe lange darüber nachgedacht und getrauert. Die Nachricht, dass keine Transplanation möglich ist hat mich richtig erwischt. Ich habe dann alles angezweifelt, und mich gefragt ob eine Transition dann überhaupt Sinn macht. Nun ich hab entschieden dennoch eine Transition anzustreben aber es schmerzt mich immer noch jeden Tag
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 12 im Thema

Beitrag von Alicia »

Liebe Klara,

wenn fehlende Haare das einzige Argument gegen eine Transition wären, klänge das schon sehr kleinkariert gedacht. Ich denke da gerade an all die Frauen, die mit ihrem dünnen Haar hadern oder an diejenigen, die mit einer Chemo zwar den Brustkrebs besiegt haben, und dennoch all ihrer Haarpracht beraubt wurden. Für diese Frauen ist der notwendige Griff zum Zweithaar auch kein Grund, nicht glücklich zu sein. Also lebe deinen Traum vom Leben als Frau, was dich innerlich ausgeglichen machen und dir Lebenskraft geben wird. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Geduld auf diesem langen Weg. (ap)
Ich strebe zwar keine Transition an, möchte aber trotzdem äußerlich etwas femininer rüberkommen und lasse deshalb die Haare wachsen. Die kahle Frontpartie kann ich auch nicht wegzaubern und decke sie bei meinen Ausflügen en femme mit Mütze, Tuch oder Hut ab. Damit ist ein erster kleiner Erfolg gewonnen. 8) Manchmal, aber eher selten darf es auch mal Fremdhaar sein.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 13 im Thema

Beitrag von Nico »

Also meiner Meinung nach, solltest du dir erstmal darüber klar werden, wie du in Zukunft leben möchtest und was du brauchst um dich wohl zu fühlen.

Hormontherapie und andere medizinische Eingriffe sollten erst Thema werden, wenn man über sich selber halbwegs im klaren ist.

Zudem rate ich strengstens davon ab eine HRT in Eigenregie durchzuführen, zumindest wenn man nicht über ausreichend medizinisches Wissen verfügt.
LG Nico
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 14 im Thema

Beitrag von Klara »

Nico hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 20:43 Also meiner Meinung nach, solltest du dir erstmal darüber klar werden, wie du in Zukunft leben möchtest und was du brauchst um dich wohl zu fühlen.

Hormontherapie und andere medizinische Eingriffe sollten erst Thema werden, wenn man über sich selber halbwegs im klaren ist.

Zudem rate ich strengstens davon ab eine HRT in Eigenregie durchzuführen, zumindest wenn man nicht über ausreichend medizinisches Wissen verfügt.
Ich mache mir jeden Tag seit über einem halben Jahr Gedanken und bin mit vielen Leuten im Austausch.
Gleichzeitig warte ich seit ebensolanger Zeit auf einen Termin bei einem Psychologen/in. Auch auf Nachfrage ist nichts in Sicht. Ich werde nichgt jünger und eh ich einen Termin + Indikation + Termin beim Endo etc etc habe vergehen gut und gerne weitere mehrere Jahre. Ich glaube nicht, dass ich solange warten kann und will.

Heutzutage kann man sich gut selbst informieren welche Werte in welchen Bereichen sein sollten und Labortests alle paar Monate kosten auch nicht die Welt. Ich sehe keine Alternative.
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Re: Update zu "Identitätskrise"

Post 15 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Alicia hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 19:09 wenn fehlende Haare das einzige Argument gegen eine Transition wären, klänge das schon sehr kleinkariert gedacht. Ich denke da gerade an all die Frauen, die mit ihrem dünnen Haar hadern oder an diejenigen, die mit einer Chemo zwar den Brustkrebs besiegt haben, und dennoch all ihrer Haarpracht beraubt wurden.
Nico hat geschrieben: Do 8. Mai 2025, 20:43 Also meiner Meinung nach, ...
sollten wir uns einfach mal mit den ganzen schlauen ungefragten "Ratschlägen" zurückhalten. Genauso mit so komischen, überheblich wirkenden Kommentaren á la "kleinkariert". Das eine ist Leben mit Schicksalsschlägen und das andere eine mehr oder weniger bewußte, freie Entscheidung.

Klara, ich finde du klingst wesentlich gefestigter, sicherer und reflektierter als damals, wo alles auch in der Familie noch neu und am kriseln gewesen ist. Du hast eine relativ konkrete Perspektive auf das, was Du wie entscheiden möchtest und Du wirst die Hilfe bekommen, die Du brauchst um deine Entscheidungen gut zu treffen. Ob es am Ende die Richtige ist, wird dir niemand sagen können, nur Du.
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