Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?
Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ? - # 7

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Jaddy
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 91 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Zum Thema Kosten mal: Stand der Erkenntnisse ist, dass zwangsweise entgegen der eigenen Identität oder Orientierung zu leben, auf die Dauer häufig negative psychische Folgen hat. Absichtliche Konversionsversuche noch mehr. Auch wenn es nicht in schweren Formen endet oder gar in Suizid, sind Menschen, die "einfach sie selbst" sein können - Respekt, Toleranz, Akzeptanz - glücklicher, produktiver und damit letztlich netto besser für die Kassen, die Wirtschaft und ihre Mitwesen.

Zu den Zahlen. Jährlich gibt es so ungefähr 3000-3500 trans-bezogene OPs. Die genauen Zahlen sind unscharf, aber für Daumenwerte reicht das. Nehmen wir das mal als Anzahl Transitionen pro Jahr und rechnen 30.000 Euro pro Person im Durchschnitt, denn manche wollen mehr, manche weniger. Macht in Summe 105 Mio Euro jährlich.

Bevor jetzt irgendwem die Fluppe aus dem Mundwinkel fällt: "Jährliche direkte Kosten des Rauchens: 25,41 Mrd. Euro"
Davon:
Krankheitskosten durch Rauchen: 22,76 Mrd. Euro
Krankheitskosten durch Passivrauchen (Ehegatte/Lebenspartner): 1,01 Mrd. Euro
Krankheitskosten durch Passivrauchen (Kinder): 219,39 Mio. Euro
Pflegekosten: 544,12 Mio. Euro
Rehabilitationsmaßnahmen: 498,90 Mio. Euro
Berufliche Rehabilitation (pauschal): 139,10 Mio. Euro
Unfälle: 246,35 Mio. Euro

Und klar sind das viel mehr Rauchende als trans Personen, jedoch auch individuell sind die Kosten höher:
Raucherinnen bedeuten für die GKV mehr Kosten als Einnahmen, nichtrauchende Männer bescheren der GKV im Laufe des Lebens steigende Einnahmen. Nicht rauchende Frauen und rauchende Männer verursachen bis zum Alter von circa 60 Jahren weder Gewinne noch Verluste, danach aber zunehmend Kosten. Insgesamt kostet ein lebenslanger Raucher (ab dem Alter von 15 Jahren) die GKV bis zu seinem Tod 90.483 Euro, eine lebenslange Raucherin kostet 529.481 Euro. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist darauf zurückzuführen, dass Frauen in Deutschland nach wie vor weniger verdienen und ihre Erwerbstätigkeitsquote — und damit die Beitragszahlung zur GKV — deutlich niedriger ist als bei Männern.
(Quelle: https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/d ... chland.pdf)

Das eine ist eine frei gewählte Kostenursache, die von der Solidargemeinschaft ohne gesellschaftliche Diskussion übernommen wird, das andere sind trans Personen, die besser funktionieren mit Transition.

Und selbst die 25,4 Mrd sind nur ein kleiner Teil des Gesamtbudgets von 288 Mrd Euro.
GKV-Kennzahlen_Leistungsbereiche_Euro_2023_300_IMG_998.jpg
Wir spielen also mit unseren Bedürfnissen finanziell wirklich keine Rolle und sollten uns angesichts von Rauchen, risikoreichem Ernährungsverhalten, Risikosportarten, etc. - die auch zurecht übernommen werden! - nicht an den Pranger stellen lassen und auch untereinander nicht darauf einlassen. Btw, ich habe meinen Kram selbst bezahlt. Ein gekauftes Auto weniger, aber die (zweit)beste Investition meines Lebens.
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Knäckebrötchen
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 92 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:33
Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:06 Homo- und Heterosexuell beschreibt ja die Vorliebe, oder Präferenz, für das eigene (homo) oder das andere (hetero) Geschlecht. Dazu kommt dann noch Bi-Sexuell, als Variante wo Menschen mit beiden Geschlechtern können und wollen.

Wobei ich noch nicht abschließend verstanden habe, ob sich das wirklich rein auf das Sexuelle beschränkt, oder ob da nicht auch Beziehung einfließt.
Die Begriffe stammen aus Zeiten, als sexuelles und romantisches Begehren quasi gleichgesetzt wurden, ebenso wie die Geschlechtsidentität und die geschlechtlich gedeuteten körperlichen Merkmale. Dadurch entsteht heute, bei differenzierter Betrachtung all der in der Realität auftretenden Kombinationen ein ziemliches Kuddelmuddel. Speziell bei veränderlicher Geschlechtlichkeit ist die Kopplung zwischen eigener und der der bevorzugten Partnerwesen äusserst unpraktisch.

Ich verweise noch mal auf Genderbread und Gender Unicorn, die sexuelle und romantische Affinität in getrennten Skalen bzw Ebenen ausschliesslich anhand der bevorzugten Zielgruppen definieren - wobei das natürlich auch noch sehr grob ist.
Bildschirmfoto 2024-10-19 um 17.19.56.pnggenderunicorn2.jpg
Natürlich gibt es auch dafür schon nützliche Begriffe, die nur der cis-binären Mehrheit meist nicht so geläufig sind. Gynosexuell und androsexuell zum Beispiel um ganz grob die Affinität zu femininen / weiblichen Personen zu benennen, bzw maskulinen / männlichen. Auch als gyno-/androromantisch und gyno-/androplatonisch für die romantische bzw freundschaftliche Ebene. Ah, skolio-sexuell/-romantisch/-platonisch gibt es auch :)
Ich bin jetzt begrifflich erstmal auf die von Tira genannten eingegangen. Und wie gesagt, die Erklärung war sehr kurz.

Was das fett-hervorgehobene angeht: und spätestens hier verlierst Du gefühlt 99% der Normie-Gesellschaft. Für den Großteil der Menschen ist wichtiger, was auf den Tisch kommt, was abends im Fernseher läuft, oder welche Serie man streamen möchte. Das ist im universitären Umfeld anders - in Marburg hört man durchaus junge Erwachsene mit diesem Vokabular. Ich würde jetzt aber nicht raten wollen, wieviele Menschen das tatsächlich sind und was die studieren. Ob sie überhaupt studieren.

Ich bin studierte Biologin, promovierte Virologin. Meine Welt ist mikroskopisch klein. Solche Begriffe sind ja noch sperriger als ein _ oder * - letztes oder vorletztes Jahr gab es einen veritablen Shitstom zu einem Kulturfest irgendwo an einem Fluss. Weil der Würstchenbudenbetreiber beschlossen hat, der Publikumsnachfrage nach vegetarischen Produkten zu entsprechen und Fleisch komplett weg gelassen hat. Alter, was sind die Menschen da auf die Barrikaden gegangen, Politiker! Unsere Wurst! Die Braaaaaatwurst! Für 1 Bude auf einer quasi Theater-Veranstaltung mit 500 Sitzen oder so? Jesus - und Du willst mir mit androsexuell oder skoliosexuell kommen? Der erste Vorschlag bei Google lies mich befüchten, es ginge um Menschen, die sich zu Skoliose-Patienten hingezogen fühlen.

Nein. Ich bin ganz bei dir, dass wir zukünftig ein vernünftiges Vokabular brauchen. Und ich will auch nicht zu negativ klingen. Aber ich bin da sehr pessimistisch - gleichzeitig überrascht mich die Gesellschaft doch immer wieder, wie viel weiter wir doch eigentlich sind und der ganze Müll im eigenen Denken kommt hauptsächlich aus Politik und Medien.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 93 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 18:58 Ich bin es gewohnt, hart an der Sache aber nie an der Person zu diskutieren. Dabei kann es aber passieren, dass ich Ausdrücke oder Formulierungen verwende, die als unangemessen aufgefasst werden können. Ich bitte und ermutige euch ausdrücklich: beschwert euch bei mir! Ich möchte hier niemanden beleidigen. Absichtlich.
Nur kurz als Zwischeneinschub zum Nachdenken.. Es ehrt Dich, wenn Du das von vorneherein so schreibst. Das ist aus meiner Sicht aber kein Freibrief, den Du Dir so selber ausstellst, für unsensibles Schreiben. Ich würde mir da schon etwas mehr Sorgfalt wünschen. Wir sind hier kein Debatierclub, sondern bemühen uns um Unterstützung und Weiterentwicklung. Obendrein macht es mir wenig Freude, mich mit Deinen Thesen auseinander zu setzen, wenn sie aggressiv bei mir ankommen. Nicht Jede/r, der/die schreit (auch aggressives Schreiben ist für mich schreien) hat automatisch Recht...

Und nun weiter in der Diskussion ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 94 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Vicky_Rose hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 10:49
Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 18:58 Ich bin es gewohnt, hart an der Sache aber nie an der Person zu diskutieren. Dabei kann es aber passieren, dass ich Ausdrücke oder Formulierungen verwende, die als unangemessen aufgefasst werden können. Ich bitte und ermutige euch ausdrücklich: beschwert euch bei mir! Ich möchte hier niemanden beleidigen. Absichtlich.
Nur kurz als Zwischeneinschub zum Nachdenken.. Es ehrt Dich, wenn Du das von vorneherein so schreibst. Das ist aus meiner Sicht aber kein Freibrief, den Du Dir so selber ausstellst, für unsensibles Schreiben. Ich würde mir da schon etwas mehr Sorgfalt wünschen. Wir sind hier kein Debatierclub, sondern bemühen uns um Unterstützung und Weiterentwicklung. Obendrein macht es mir wenig Freude, mich mit Deinen Thesen auseinander zu setzen, wenn sie aggressiv bei mir ankommen. Nicht Jede/r, der/die schreit (auch aggressives Schreiben ist für mich schreien) hat automatisch Recht...

Und nun weiter in der Diskussion ...
Hi Vicky,

Du hast absolut Recht - ein Freibrief soll das auch gar nicht sein. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, das sich Menschen manchmal nicht trauen, auch mal eine negative Kritik zu äußern, aus Angst, zu beleidigen.

Und ich möchte einfach dazu ermutigen, zumindest für meine Belange.

Und was das unsensible Schreiben angeht, ich kann nicht erahnen, wer sich hier von was angegriffen fühlt. Dem einen ist eine Formulierung egal, bei der nächsten löst sie was aus. Ich versuche selbstverständlich, meine Worte so wenig offensiv wie möglich zu wählen, es ist ja nicht meine Absicht, euch vorsätzlich zu reizen, zu ärgern oder zu verletzen. Trotzdem kann das vorkommen, weil ich am Ende doch auch "nur" ein Mensch bin und Fehler mache. Nochmal: kein Freibrief. Aber ich möchte Verantwortung für meine Fehler übernehmen, und aus ihnen lernen.

Konkreter: Kerstin findet, ihr seid mir gegenüber aggressiv. Ich sehe das anders. So unterschiedlich kommen auch eure Kommentare bei den verschiedenen Mitschreibenden an. Wollt ihr aggressiv sein und ich steige nur nicht drauf ein, oder ist es an Ende halt ein Missverständnis?

Anders konkret: Du schreibst ja, du findest meine Thesen/ meinen Schreibstil aggressiv. Jetzt steh ich etwas ratlos da. Da sind einige Thesen, viel Text - meinst du alles, bestimmte Thesen oder Formulierungen? Ich nehme gerne Kritik, wenn ich mich damit auseinander setzen kann. Darum würde ich mich sehr freuen, wenn Du mir das konkreter benennen kannst. Muss ja nicht alles sein, wenn's zu viel ist. Aber mal so ein oder zwei Beispiele. Dann können wir uns gerne darüber austauschen, was für dich daran unsympathisch ist und ich lerne dazu, kann meinen Stil eventuell sogar anpassen. So weiß ich halt nicht, wie ich in meinem nächsten Post, meiner nächsten Antwort formulieren soll, um dich nicht zu vergraulen. Und deine Meinung zu der Diskussion fände ich sehr interessant, ehrlich gesagt.
Zuletzt geändert von Knäckebrötchen am So 20. Okt 2024, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 95 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 23:38 Ich bin jetzt begrifflich erstmal auf die von Tira genannten eingegangen. Und wie gesagt, die Erklärung war sehr kurz.

Was das fett-hervorgehobene angeht: und spätestens hier verlierst Du gefühlt 99% der Normie-Gesellschaft. [...] und Du willst mir mit androsexuell oder skoliosexuell kommen? Der erste Vorschlag bei Google lies mich befüchten, es ginge um Menschen, die sich zu Skoliose-Patienten hingezogen fühlen.

Nein. Ich bin ganz bei dir, dass wir zukünftig ein vernünftiges Vokabular brauchen. Und ich will auch nicht zu negativ klingen. Aber ich bin da sehr pessimistisch - gleichzeitig überrascht mich die Gesellschaft doch immer wieder, wie viel weiter wir doch eigentlich sind und der ganze Müll im eigenen Denken kommt hauptsächlich aus Politik und Medien.
Also wir hier sind bei Themen rund um Gender zum größten Teil nicht "Normie-Gesellschaft". Wir haben auch Fachvokabular, beginnend bei Klamotten und nicht endend bei Feinheiten von Transitionswegen. Siehe die geschlossene Gruppe, in der tw mehr endokrinologische Kompetenz vorhanden ist, als die meisten Ärztys haben. "Oh je, wie nenne ich denn jetzt meine sexuelle Orientierung" ist vergleichsweise simpel und vor allem für Crossdressende eine bekannte Frage, weil Leben in zwei Modi, zu der du hier etliche Threads finden dürftest.

All das können wir hier diskutieren und dabei auch unsere Sprache präzisieren und an Konzepten jenseits von cis und hetero herumdenken, weil das hier nicht Dorf- oder Marktplatz ist. Es lohnt sich meiner Erfahrung nach, sich die vielfältige Erfahrung und Überlegungen der langjährigen Nutzer*innen hier anzusehen, Community-Wissen.

Auf der anderen Seite haben wir in diesem Thread bisher nicht mal ansatzweise den Umfang, die Komplexität, die Feinheiten und den Tiefgang des Genderverse ausgeleuchtet, die in den trans und enby Discords von GenZ+ Leuten besprochen werden. Auch nicht die akademischen Räume.

Oder mal platt gesagt: Du bist hier schon ein bisschen reingestolpert wie ein interessiertes Erstsemester in einen akademischen Fachkongress ;) Verschiedene Wesen haben mehrfach versucht, dir sanft deutlich zu machen, dass deine -ähem- "Privatdefinitionen" etwas ... unterkomplex, missdeutend und aus guten Gründen überholt sind. Natürlich kannst du sie verwenden bzw weglassen. Insbesondere, wenn bestimmte Begriffe dich emotional berühren; positiv oder negativ. Das ist auf menschlicher Ebene absolut verständlich. Viele von uns hängen an Wörtern, die sich einfach "stimmig" anfühlen, während andere so gar nicht angenehm sind. Es ist manchmal schwierig, diese emotionale Komponente von der Fach- und Sachebene zu entkoppeln. Im Gegensatz zu unseren Broterwerbs-Jobs mit ihren Fachvokabeln sind wir bei Genderthemen mit unserem Innersten involviert und es hängen massig soziale Faktoren daran.

Es ist zwecks Verständlichkeit allerdings sinnvoll, je nach Kontext auch die verständlichsten und treffendesten Begriffe zu verwenden, statt sich eigene Interpretationen zu basteln.

Was die Welt "draussen" angeht, so hängt es wohl sehr davon ab, mit welchen Menschen eins es so zu tun hat. Viele kennen die wichtigesten Buchstaben der queeren Nudelsuppe. Sogar nichtbinär und inter, auch wenn da manchmal einiges durcheinander geht. Pansexuell taucht in "Frauenzeitschriften" und manchen guten Zeitungsartikeln auf. Undsoweiter. Es ändert sich da auch viel über die Generationen.
Ipsos-PI__Pride_Gender Identity_Jun2021 A.png
Ich dachte, ich hätte die Grafik hier schon gepostet; anyway: Bei Menschen unter 45 sind 10-20% selbst irgendwie queer. Und die haben Angehörige, die zwangsläufig etwas dabei lernen.

Es gibt sicherlich große Unterschiede im Wissensstand. Auch regional, sozial, kulturell beeinflusst. Das sollte uns aber nicht davon abhalten sinnvolle und verständliche Begriffe auch nach aussen häufiger zu verwenden. Wie jede Minderheit und Subkultur haben auch "wir" (im weitesten Sinne) nützliche Dinge für den Rest der Gesellschaft beizutragen.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 96 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 20:12 Oder ich verstehe dich falsch, und du meinst "ist lifestyle", weil es von der Kasse nicht übernommen wird?

Hey..

ja, das meine ich tatsächlich. Nicht ich finde es lifestyle, sondern die Kasse und daher übernehmen sie es nicht.
Das ist ja leider öfter so bei nicht wirklich bewiesenen Nutzen oder offlabel Geschichten.
Da malen die Mühlen in den bestimmenden Gremien oft sehr langsam und tatsächlich haben wir für uns in der Partnerschaft
schon öfter überlegt aus dem Kassensystem auszusteigen. Denn wenn man sein Leben ohne grössere
Zwischenfälle gelebt bekommt, wäre es vermutlich günstiger jeden Monat 1000 Euro auf ein Konto zu legen.
Vielleicht würde ich damit wieder in Cryptos gehen, aber das ist eine ganz andere Sache...

und ansonsten, vielen lieben Dank für deine wirklich offene Antwort, die kann ich vollkommen nachvollziehen.
Und ich schätze das total


Jetzt so auf die Schnelle, war da doch ein Beitrag in dem du erwähnt hast, das Kerstin findet das wir dich
aggressiv angehen..vermutlich hast du ihn löschen lassen, oder er taucht wieder auf..who knows.
Das stimmt sogar ein bisschen, denn ich bin eine Person die stark das Gegenüber spiegelt.
Das ist vermutlich eine Berufskrankheit von mir..und das ist auch nicht immer positiv.

Mir geht es auch wie Vicky, der Stil mit dem du hier eingestiegen bist, habe ich als latent aggressiv
empfunden und es kam ein wenig so rüber wie wenn du das absolute Wissen zum Thema hättest.
hint/ deswegen auch mein Vampirvergleich /
Das haben wir aber alle nicht und nicht mal zusammen, da die Masse von "uns" nicht homogen sondern
eben sehr heterogen ist..viele Wege, viele Kreuzungen.
Viele "Besonderheiten", wobei nichts davon wirklich so besonders ist.

Ich finde es aber gut das du hier bist, das ist gerade schon belebend zwischen dem Witzethread und
Strumpfhosen oder Nachtwäsche Diskussionen (888)

hab es gut, Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 97 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hey Marie,

vielen Dank. Ja, es ist schon richtig, dass ich etwas nassforsch eingestiegen bin. Das Thema bietet sich dafür aber auch an, weil es viele unterschiedlich große Fettnäpfe bereit hält. Natürlich möchte ich nicht aggressiv oder arrogant rüberkommen - andererseits hat sich (vielleicht auch deshalb) eine sehr lebhafte Diskussion entwickelt.

Ich hatte in einem Beitrag geschrieben, dass ich eure Kommentare noch nicht als aggressiv mir gegenüber empfinde, ich habe da ein recht dickes Fell. Aber das war als Antwort auf Kerstins Unterstützung, was ich sehr nett finde.
Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32 Des weiteren frage ich mich weshalb ihr Knäckebrötchen dermaßen aggressiv angeht. Dafür gibt es keine Rechtfertigung und vor allem auch keinen Grund.
Es sei den ihr glaubt die Userin auf Linie bringen zu müssen.
Ansonsten verweise ich auf meine Antwort an Vicky, die nach einem Edit noch in der Warteschleife hängt.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 98 im Thema

Beitrag von edeka »

Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Auf der anderen Seite haben wir in diesem Thread bisher nicht mal ansatzweise den Umfang, die Komplexität, die Feinheiten und den Tiefgang des Genderverse ausgeleuchtet, die in den trans und enby Discords von GenZ+ Leuten besprochen werden.
oje ... :? ich verstehe schon in diesem Satz die Wörter Genderverse, Discords und GenZ+ nicht. Muss ich auch nicht.
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Oder mal platt gesagt: Du bist hier schon ein bisschen reingestolpert wie ein interessiertes Erstsemester in einen akademischen Fachkongress ;) Verschiedene Wesen haben mehrfach versucht, dir sanft deutlich zu machen, dass deine -ähem- "Privatdefinitionen" etwas ... unterkomplex, missdeutend und aus guten Gründen überholt sind. Natürlich kannst du sie verwenden bzw weglassen. Insbesondere, wenn bestimmte Begriffe dich emotional berühren; positiv oder negativ. Das ist auf menschlicher Ebene absolut verständlich. Viele von uns hängen an Wörtern, die sich einfach "stimmig" anfühlen, während andere so gar nicht angenehm sind. Es ist manchmal schwierig, diese emotionale Komponente von der Fach- und Sachebene zu entkoppeln.
(ich weiß, obige Aussage war an Knäckebrötchen gerichtet)
Irrtum !
Ich lese jetzt auch schon seit Jahren sehr viel in diesem Forum und bin mit den Diskussionen der Community vertraut. Ich nehme keine Deutungshoheit über Begriffe für mich in Anspruch. Was ich aber sicher sagen kann ist, daß es in diesem Bereich eben keinen gültigen "Fachkongress" - oder wie immer man das nennen will - gibt, der die Wahrheit weiß !! (manche mögen sich das selber einbilden). Je mehr man darüber liest, umso mehr wird klar, daß es eben in vielen Teilbereichen der Trans-Thematik es unterschiedliche "Privatdefinitionen" sind, die ganz und gar nicht überholt sind, und das hat nichts mit emotional oder sachlich zu tun ! Das ist auch logisch und berechtigt, weil wir ziemlich verschieden sind. Ich sage nicht, daß dies für alle Trans-Themen gilt.
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Es ist zwecks Verständlichkeit allerdings sinnvoll, je nach Kontext auch die verständlichsten und treffendesten Begriffe zu verwenden, statt sich eigene Interpretationen zu basteln.
na, da sind wir ja wieder einer Meinung !
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 14:35 Ja, es ist schon richtig, dass ich etwas nassforsch eingestiegen bin. ... Natürlich möchte ich nicht aggressiv oder arrogant rüberkommen - andererseits hat sich (vielleicht auch deshalb) eine sehr lebhafte Diskussion entwickelt.
Knäckebrötchen, du machst es genau richtig ! Du kommst für mich überhaupt nicht aggressiv oder arrogant rüber. Im Gegenteil, du klingst kompetent und gebrauchst eine klare Sprache (ap) .
LG ascona )))(:
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 99 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Also wir hier sind bei Themen rund um Gender zum größten Teil nicht "Normie-Gesellschaft". Wir haben auch Fachvokabular, beginnend bei Klamotten und nicht endend bei Feinheiten von Transitionswegen. Siehe die geschlossene Gruppe, in der tw mehr endokrinologische Kompetenz vorhanden ist, als die meisten Ärztys haben. "Oh je, wie nenne ich denn jetzt meine sexuelle Orientierung" ist vergleichsweise simpel und vor allem für Crossdressende eine bekannte Frage, weil Leben in zwei Modi, zu der du hier etliche Threads finden dürftest.
1. Ich habe auf die geschlossen Gruppe keinen Zugriff.
2. Ich befürworte ausdrücklich, dass der Zugriff auf die Gruppe nach bestimmten Regeln freigegeben wird, da ich davon ausgehe, dass es ein besonders geschützter Bereich ist.
3. Das heißt, ich würde mich sehr geehrt fühlen, irgendwann auch in diesem Bereich mitschreiben zu dürfen - aber das entscheidet die Moderation.
4. Ich empfinde es aber schon als etwas herablassend, mir mit Verweis auf eine geschlossene Gruppe Ignoranz vorzuhalten.
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 All das können wir hier diskutieren und dabei auch unsere Sprache präzisieren und an Konzepten jenseits von cis und hetero herumdenken, weil das hier nicht Dorf- oder Marktplatz ist. Es lohnt sich meiner Erfahrung nach, sich die vielfältige Erfahrung und Überlegungen der langjährigen Nutzer*innen hier anzusehen, Community-Wissen.

Auf der anderen Seite haben wir in diesem Thread bisher nicht mal ansatzweise den Umfang, die Komplexität, die Feinheiten und den Tiefgang des Genderverse ausgeleuchtet, die in den trans und enby Discords von GenZ+ Leuten besprochen werden. Auch nicht die akademischen Räume.
Der Eingangspost stellt die Frage: sind in der öffentlichen Diskussion so viele trans*-Begriffe notwendig?

Ich beziehe mich in meinem Ursprungspost ausschließlich auf die Begriffe, die in der öffentlichen Diskussion nach wie vor nicht verschwunden sind. Nirgendwo nehme ich Bezug auf die forums-internen, trans*-internen, LGBTQ*-internen Diskussionen, ob sie nun in Zeitschriften, Onlineportalen oder Discord-Gruppen geführt werden. Hier muss ich auf Tira zurückgreifen: ich habe keine Zeit dafür.
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Es ist zwecks Verständlichkeit allerdings sinnvoll, je nach Kontext auch die verständlichsten und treffendesten Begriffe zu verwenden, statt sich eigene Interpretationen zu basteln.
Wo bastel ich mir denn was zusammen?
  • Zeit Online am 02.10.2024 Titel "Grünenpolitikerin Ganserer will nicht mehr für den Bundestag kandideren": Zitat: "...schrieb Ganserer, eine der bekanntesten deutschen Politikerinnen mit Transidentität, in einer Erklärung."
  • Der Link unter Transidentität führt dann auf die Themenseite "Transgender"...
  • Zeit am 19.09.2024 Titel "Immer mehr Transgender-Operationen". Im Artikel transgender, Transmann, Transfrau...
  • TAZ am 05.10.2024 Titel "Abgeschmetterte Gefühle". Im Artikel trans Personen, Transidentität...
  • Die Welt hat ihre Themenseite schlicht "Transsexualität" betitelt.
  • Die Emma - Titelseite "Transsexualität"
  • FAZ am 06.09.2024 Transgender-Athletin, Themenseite "Transsexualität"
  • Bild vom 10.09.2024 "Zitat Vallentina Pentrillo im Interview "Und es gab bisher nur eine Transgender-Person, die an den Paralympics teilgenommen hat, nämlich mich. Die Befürchtung, dass transsexuelle Menschen die Welt des Frauensports zerstören werden, ist also unbegründet. Die Leute sagen, Männer würden als Frauen antreten, nur um zu gewinnen, aber das ist überhaupt nicht passiert. Das ist einfach nur Transphobie." [...] Tatsächlich ist Petrillo die erste offene Trans-Paralympicsteilnehmerin. Bei den Spielen in Rio 2016 trat mit der Niederländerin Ingrid van Kranen eine transsexuelle Athletin im Para-Diskuswurf. Ihre Transition war jedoch nicht öffentlich bekannt."
Ohne das jetzt böse zu meinen, aber möchtest Du mir noch irgendwas zum Thema "Verbreitung" dieser "aus guten Gründen überholten, unterkomplexen" Begriffe sagen?

Und ja, es gibt auch positive Beispiele aus der Welt der Massenmedien, der Spiegel z.B. verwendet schon länger "trans X" als Bezeichnung für trans* Menschen und die Themenseite ist neutraler "Transgeschlechtlichkeit" betitelt.

Die DGTI* - insgesamt ziemlich vollständig trans*-X, sehr cool. Dann kommen da so Artikel wie "Sicher surfen: Tipps wie trans*, nicht-binäre und queere Personen sich online schützen können" und - besonderes Schmankerl "Österreich baut den rechtlichen Diskriminierungsschutz von tina* (trans*-, und inter*geschlechtlichen, nicht-binären und agender) Personen aus..." (ki)

Die sind wohl nicht ganz auf dem aktuellsten Stand der GenZ-Discord-Community?
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Was die Welt "draussen" angeht, so hängt es wohl sehr davon ab, mit welchen Menschen eins es so zu tun hat. Viele kennen die wichtigesten Buchstaben der queeren Nudelsuppe. Sogar nichtbinär und inter, auch wenn da manchmal einiges durcheinander geht. Pansexuell taucht in "Frauenzeitschriften" und manchen guten Zeitungsartikeln auf. Undsoweiter. Es ändert sich da auch viel über die Generationen.
Richtig. Aber "kennen" heißt noch lange nicht "verstehen" oder "als relevant begreifend". Und meine Ausgangsthese war nichts anderes als: weil "manchmal einiges durcheinander geht", lasst uns doch erstmal weniger komplex die grundsätzliche Diskussion um trans*-Belange führen. Wenn ich eine Diskussion über trans* Personen in öffentlichen Toiletten oder Umkleiden führen will, ist es dann sinnvoll und hilfreich, auch gleich alle Zwischenformen aufzurufen? Es ist doch schon schwer genug, der trans Frau, die zwar erkennbar weiblich gelesen werden kann, aber eben nicht operiert ist, das Recht zu erkämpfen, sich in der Damenumkleide umziehen zu dürfen!

Ich gehe im Schwimmbad nach wie vor eher in die Dusche für Menschen mit Behinderungen als in die für Frauen, obwohl ich eigene Brüste habe, der Bart/Körperbehaarung quasi non-existent (Laser) und das eigene Haar lang. Obwohl ich mich eigentlich voll binär diesem Bereich zugehörig fühle. Weil ich eben noch "was" zwischen den Beinen baumeln habe und auch wenn es da nur Kabinen mit Tür gibt - ich habe Angst davor, einer Mutter mit Kind zu begegnen, die wiederum Angst vor mir hat. Und nein, ich werde nicht auf "aber das ist mein Recht"-beharren. Weil ich damit Ablehnung erzeuge, einem Unbehagen auf der Gegenseite mit Respektlosigkeit und Egoismus begegne. Und so bin ich nicht.

:arrow: Thread-Thema.

Hilft es mir jetzt, in einer Diskussion um meine Anwesenheit in der Frauendusche, da noch die nicht-binären Geschwister einzubeziehen, die sich zwar mehr weiblich identifizieren, aber männlich genug um den Bart dran zu lassen (weil: fuck gender roles!). Nope. Ich habe im Zweifel erstmal genug damit zu tun, meine eigene Existenz und Authentizität zu verteidigen. Und trotzdem werde ich im Zweifel den Verdacht, doch nur ein einfacher Perverser zu sein, nicht vollständig ausräumen können, weil Menschen nun mal Menschen sind. Und es f***ing Videos auf Youtube gibt, wo Typen in Ponyzöpfchen und Tütü in die Kamera raunen "we're coming for your children" - und das unter dem trans*-Label. Und das dann viral geht. Weil es so schön ins Narrativ passt. (ko)

Es hilft nicht, weil es ablenkt. So wie der * und die Diskussion um alle Varianten davon nur davon ablenken, dass wir eben so dringend ein neues Vokabular und ein moderneres Sprachformat benötigen. Wir kommen aber gar nicht dazu, dass öffentlich sinnvoll, konstruktiv und konsensorientiert zu diskutieren, weil ständig wieder irgendeine mikroskopisch-kleine Subvariante aus dem Spektrum meint, sie fühle sich aber mit all dem nicht angesprochen und möchte doch lieber was ganz anderes. Der * ist doch auch nur ein Surrogat, bis wir was passendes, sinnvolles gefunden haben. So wie ein : oder _ oder I. Aber die Aufregung um die "Entartung der Sprache" (um jetzt mal das Härteste zu nehmen, was mir so begegnet ist) findet so viel mehr Resonanz als die eigentlich so viel wichtigere Frage: wie kommen wir sinnvoll und inklusiv aus dem binären Sprachdilemma? Und das geht mir so dermaßen auf den Keks. Ich bin diese Nebenkriegsschauplatz-Diskussionen und Strohmänner so satt.
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Ipsos-PI__Pride_Gender Identity_Jun2021 A.png
Ich dachte, ich hätte die Grafik hier schon gepostet; anyway: Bei Menschen unter 45 sind 10-20% selbst irgendwie queer. Und die haben Angehörige, die zwangsläufig etwas dabei lernen.

Es gibt sicherlich große Unterschiede im Wissensstand. Auch regional, sozial, kulturell beeinflusst. Das sollte uns aber nicht davon abhalten sinnvolle und verständliche Begriffe auch nach aussen häufiger zu verwenden. Wie jede Minderheit und Subkultur haben auch "wir" (im weitesten Sinne) nützliche Dinge für den Rest der Gesellschaft beizutragen.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: nirgendwo habe ich geschrieben, dass wir unsere Terminologie nicht nach außen kommunizieren sollen! Wo nimmst Du dass denn her? Ich plädiere für ein langsameres Vorgehen, weil ich die Erfahrung mache, dass ich Menschen viel besser mitnehmen kann, wenn sie mit meinem Denken hinterher kommen anstatt das Gefühl zu haben, ich zwinge ihnen etwas auf.

Warum ich hier (Hallo Nico) vielleicht auch so wahrgenommen werde, als würde ich transphobe Hetze reproduzieren: weil ich im Alltag trotz aller guten Erfahrungen den ganzen Müll aus den Medien nicht vollständig ignorieren und abschalten kann und ANGST habe. Davor, dass ich mit Menschen wie Lilly Tino oder Josh Selter in einen Topf geworfen werde, die sich unter dem trans*-Label teilweise so provokativ präsentieren und regelmäßig auch für entsprechende negative Schlagzeilen sorgen - und das sind jetzt nur zwei, da gibt es ja noch viel mehr, deren Namen ich aber gar nicht kennen will.

Und ich will diesen Personen ja nicht mal absprechen trans* zu sein. Aber die Art und Weise, wie sie sich präsentieren finde ich extrem schädlich für die gesamte Community. Und sorry, aber auch das ironische Spiel mit provokanten Aussagen wie "wir holen eure Kinder" ist für mich ein absolutes No-Go. Null Toleranz.

Also: wollen wir jetzt über trans* Terminologie in der öffentlichen Debatte sprechen, oder muss ich mir erstmal die aktuellsten Discord-Kanäle durchlesen um mir meinen Platz im Elfenbeinturm zu verdienen?

PS: So wie ich keinen Zugriff auf die geschlossene Gruppe habe, erlaubt es mir die Forumsregel nicht, auf Dateianhänge zuzugreifen. Ich hab den Dateinamen gesucht und eine Graphik zur Verteilung in den USA gefunden. Das hat für mich und den hiesigen Kulturkreis keine Relevanz. Sorry.

Ahso und
Jaddy hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 13:08 Oder mal platt gesagt: Du bist hier schon ein bisschen reingestolpert wie ein interessiertes Erstsemester in einen akademischen Fachkongress
Verschiedene Wesen haben mehrfach versucht, dir sanft deutlich zu machen, dass deine -ähem- "Privatdefinitionen" etwas ... unterkomplex, missdeutend und aus guten Gründen überholt sind.

Natürlich kannst du sie verwenden bzw weglassen.

Insbesondere, wenn bestimmte Begriffe dich emotional berühren; positiv oder negativ. Das ist auf menschlicher Ebene absolut verständlich. Viele von uns hängen an Wörtern, die sich einfach "stimmig" anfühlen, während andere so gar nicht angenehm sind. Es ist manchmal schwierig, diese emotionale Komponente von der Fach- und Sachebene zu entkoppeln. Im Gegensatz zu unseren Broterwerbs-Jobs mit ihren Fachvokabeln sind wir bei Genderthemen mit unserem Innersten involviert und es hängen massig soziale Faktoren daran.
Ich habe geschrieben, dass ich mich bemühe nicht schnippisch zu werden. Ich halte mich daran. Unangemessen, übergriffig und ziemlich unverschämt finde ich das aber schon.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 100 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Ok, kleiner Nachtrag, weil ich zum Ausklang noch etwas Youtube schauen wollte:

usmagazine.com/celebrity-news/news/bachelor-nations-josh-seiter-faked-being-transgender-as-experiment/

Da rennt ein Typ 5 Monate lang als selbsternannte trans* Frau durch die Lande, mindestens in den USA ein recht großes Medieecho weil ehemaliger "The Bachelorette"-Kandidat, ist maximal provokativ und trollig und kommt dann mit "haha - alles nur gefaked" um die Ecke.

Sein "Experiment" sollte aufdecken, dass alle trans* Personen nur Lügner und Scharlatane, Perverse und Kranke sind. Und die, die ihn ernst genommen haben, denen spuckt er ins Gesicht "ihr wart so leichtgläubig, ihr naiven Idioten".

Solange es solche Menschen gibt, und Menschen, die ihnen zu jubeln, brauchen wir uns über die ernsthafte Transformation der Gesellschaft hin zu mehr Inklusion und Akzeptanz keine Hoffnungen machen. Und ich schrieb eben noch
Knäckebrötchen hat geschrieben:Davor, dass ich mit Menschen wie Lilly Tino oder Josh Selter[sic!] [...] Und ich will diesen Personen ja nicht mal absprechen trans* zu sein.
Ich kann das alles nicht mehr. Ich bin raus.
Zuletzt geändert von Knäckebrötchen am So 20. Okt 2024, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 101 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 20. Okt 2024, 22:55 Ich bin raus.
aus dem Thema? Ich denke, das ist eine gute Idee )))(: ; denn ich wollte dich auch schon bremsen.
Es wurde sich weit vom eigentlichen Thema entfernt - und in den langen Texten wurde auch von dir so viel Konfliktpotenzial untergebracht, dass die Entfernung vom Thema immer größer wird und nachher nur noch darüber gestritten wird, wer was und wie falsch verstanden hat. Das mag zwar dazu führen, das Thema "am Laufen zu halten", aber doch bitte nicht mit solchen Mitteln.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 102 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 21. Okt 2024, 08:38 .......

Gruß
Anne-Mette
Und was soll jetzt dein blödes nach getrette? Wir hatten ein zwar kontroverse aber sachliche Diskussion bis einige mangels sachargumenten ihre persönliche mimosität in den Raum stellten und die Diskussion unzulässig framten.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 103 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Kerstin hat geschrieben: Mo 21. Okt 2024, 11:22 Und was soll jetzt dein blödes nach getrette?
Was sollen eigentlich solche Kommentare?
"Nachtreten" sieht anders aus. Dir geht es wohl in erster Linie darum, wieder einen unfreundlichen Kommentar in meine Richtung abzulassen.
Du bist Gästin/Gast hier und solltest dich auch so verhalten.
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 104 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Ich verstehe dein Verhalten als nachtreten. Und wenn du einen freundlichen Kommentar von mir über dich hören willst, dann gib mir die Chance dazu.

Was soll ich von einer Moderatorinn halten die ein wesensmerkmal eines Menschen mit politischer Ideologie verwechselt?

Dieses Thema ist sooo wichtig und man bekommt es hier nicht auf die Reihe offen und kontrovers zu diskutieren. Nicht weil man nicht könnte, sondern weil man nicht will. Weil man Angst davor hat seine Meinung ändern zu müssen.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Lina
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Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 105 im Thema

Beitrag von Lina »

@Nico
Ich finde den Vergleich zur Haarfarbe sehr passend, ich habe mir weder ausgesucht blond zu sein, noch ausgesucht trans zu sein. Beides sind Eigenschaften. Ich war auch schon trans, als ich den Begriff nicht kannte und folglich mich nicht so identifizieren konnte.


Gut getroffen. Leute waren trans bevor Menschen überhaupt Sprache entwickelt hatten. Es hat wahrscheinlich nur niemanden wesentlich gestört, weil sie mangels Sprache und Kultur auch die zum Gender gehörigen Sozialnormen noch nicht formuliert hatten.
Wenn man es von da aus betrachtet, kann man ja versuchen zu analysieren, welche Bezeichnungen überhaupt zweckdienlich sind. Da meine ich ALLE - nicht nur die transgender Relatiierten - auch die cis-gender Relatierten.
Antworten

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