Valeries Welt
Valeries Welt - # 55

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Marit
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Re: Valeries Welt

Post 811 im Thema

Beitrag von Marit »

Valerie Bellegarde hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 15:17 Zweitens: Die Romanfigur will 100 pro Frau sein und ist damit sexuell 100 pro auf Männer fixiert, eine stock-hetero Valerie sozusagen.
Das habe ich schon vermutet, wollte nur mal gefragt haben.
Vorsicht: 100% Frau sein heißt nicht unbedingt, auf Männer zu stehen. Da gibt es sicher genug lesbische Frauen, die dieser Aussage widersprechen würden.
:((a

Grüßle von Marit
Nichts ist für immer.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 812 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

ups..., da ist mir ein Fehler passiert, Das Wörtchen "damit" sollte da nicht stehen. Tut mir leid, ich wußte schon, es ist missverständlich formuliert, aber da war es schon raus.

Grüßle zurück
Valerie :()b
Karla
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Re: Valeries Welt

Post 813 im Thema

Beitrag von Karla »

Hätte auch lieber wie meine Tante diamantene Hochzeit gefeiert: wird wohl nix mehr, müßte dazu über 120 Jahre alt werden!
Jugendliebe, 2 gescheiterte Ehen mit Kindern, 4. Partnerin nach 10 Jahren verstorben.. - war sooo nich geplant!
Valerie Bellegarde hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 15:50 Fünf weibliche Langzeitpartnerinnen, Hut ab, das klingt ja fast wie Leistungssport. :mrgreen:
LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 814 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 14:
Morgenstund"˜ hat Gold im Mund

Sie war dann wieder weggedämmert bis in den Morgen hinein, und es war nach 8.30 Uhr und bereits heller Tag, als sie zum zweiten Mal erwachte. Denis war schon auf den Beinen, man hörte, wie er in der Küche herumwirtschaftete, der Geruch nach frischem Kaffee lag in der Luft.

Sie lag reglos, als schliefe sie noch, nur ihre Augen ließ sie über das ihr unbekannte Zimmer schweifen: Was sie sah, war die typische unordentliche Männerwirtschaft wie es nicht anders zu erwarten war, Künstler-Utensilien wie eine Maler-Palette, bunte Malkreiden, leere und halbleere Farbtuben und Pinsel lagen überall herum, Leinwände auf Holzrahmen gestapelt in einer Ecke, in den Regalen ganze Berge von Skizzenblocks, an die Wand gelehnt fertige und halbfertige Bilder, auf dem Boden ein Pizzakarton, dazwischen ihre Klamotten, ihre Nylons, ihre Schuhe, alles lag chaotisch auf dem Fußboden herum, das Kleid hatte er immerhin aufgehoben und halbwegs ordentlich über eine Stuhllehne gehängt.

Gerade als sie ein Bein aus dem Bett hob, um ins Bad zu gehen, trat er ins Zimmer, ein Tablett mit einer Kaffeekanne und zwei Tassen in der Hand, aber im Übrigen völlig nackt von Scheitel bis zur Sohle. Huch, ein nackter Mann, und er sieht sogar ganz gut aus. Ihre Augen weiteten sich, im Kopf schlugen die Gedanken Purzelbaum. Diesen Auftritt konnte sie doch nur so verstehen, dass er noch irgendetwas mit ihr vorhatte, oder?

"Bin gleich wieder bei dir, gibt mir bitte 5 Minuten" sagte sie lächelnd zu ihm, als sie mit zwei, drei kleinen schnellen Schritten an ihm vorbeihuschte in Richtung Badezimmertür. Auf dem Weg ins Bad griff sie sich noch schnell ihr Kleid von der Stuhllehne und raffte ihre Unterwäsche und die Strümpfe zusammen, die nachlässig auf einem kleinen Haufen auf dem Stuhlsitz lagen.

Man habe doch nichts getan. Nur so ein klein wenig rumgemacht, rumgeknutscht"¦ so hatte er sich ausgedrückt vorher"¦ gesagt. Ein Vorwurf etwa an sie? Nicht bei Valerie, so etwas lässt sie nicht auf sich sitzen.

Als sie die Badezimmertür hinter sich schloß, war ihr Entschluss gefasst: Gut, mein lieber Denis, wenn du Liebe mit mir machen willst, ich bin dabei. Und außerdem gefällst du mir eigentlich sehr gut im Adamskostüm, so wie der liebe Gott dich geschaffen hat, also du brauchst dich ja wirklich nicht zu verstecken, vor mir sicher nicht.

Sie gönnte sich nur eine kleine Katzenwäsche, Gesicht, Achseln, den Unterleib, und frottierte sich dann schnell trocken. Dann der Griff zum BH. Das Band um den Rücken nach vorne geführt, die Körbchen nach oben, die Silis lagen nach drin., Mit spitzen Fingern schloss sie die beiden Häkchen auf dem Bauch, drehte das kleine Teil mit einer tausendmal geübten Bewegung auf den Rücken, so dass die beiden Verschlusshäkchen hinten lagen, um anschließend mit beiden Armen nach oben in die Träger zu schlüpfen. Ein, zwei Griffe, alles sitzt, Träger, Körbchen, perfekt.

Sie streckte sich, probierte den Sitz des BHs aus, perfekt. Fuhr dann schnell in ihr Höschen, legte dann den schmalen Strumpfhaltergürtel um, schlüpfte in die Nylons und clipste die herabhängenden Strapse vorne und hinten an. Schnell das ganze bis zur Taille hochziehen, bis die Strümpfe straff sitzen. Nur blöd die Sache mit der Laufmasche, aber mein Gott, was soll das, das war jetzt auch nicht mehr zu ändern.

Jetzt das Kleid, sie zögerte. Sollte sie? Sollte sie nicht? Sie beschloss, ihm die Initiative zu überlassen, wenigstes formal sollte er es entscheiden, er sollte sie ausziehen. Männer fühlen sich gut bei so etwas. Also schlüpfte sie in das Kleid, Reissverschluss hinten, der glatte Stoff fühlte sich gut an auf ihrer Haut, und sie zog den kleinen Griff des Zippers am Rücken hoch.

Kämmen, die Haare ausbürsten, das war schnell erledigt. Jetzt das wichtigste: Sie würde als femme fatale am Kaffeetisch sitzen, glücklicherweise fand sie neben ihrem normalen noch einen dunkelroten, geradezu tiefroten Lippenstift in ihrem Täschchen, ein geradezu sündiges Rot. Danach noch die Augenbrauen mit einem braunen Stift konturiert. Das dunkle Rot der Lippen kontrastierte gut mit dem Braunton ihrer Haare, die sie inzwischen schulterlang trug, mit einer kleinen Welle darin und Stirnfransen, nicht zu lang. Sie kontrollierte sich nochmals im Spiegel, prüfte ihr Profil, blies ein paar widerspenstige Strähnen aus der Stirn, fuhr in ihre Schuhe und fühlte sich plötzlich sehr gut.

"Qu"˜est-ce-que tu as fait du bien comme petit déjeuner" lachte sie mit der Sonne um die Wette, als sie ins Zimmer trat. (Was hast du denn Gutes zum Frühstück gemacht?) Dabei interessierte sie im Moment nichts weniger als Kaffee oder Brötchen.

Er antwortete auch nichts sondern blieb stumm, starrte sie nur an. Eigentlich kein Wunder, die Überraschung war gelungen, jetzt war er komplett nackt und sie komplett angezogen und dazu noch komplett als femme fatale gestylt, also da wundert es doch niemanden, wenn einem Mann da die Spucke wegbleibt. Mit einer kleinen Bewegung streifte sie ihre high heels vom Fuß, die mal wieder auf dem Fußboden landeten, holterdipolter.

Da er nicht am Tisch, sondern auf der Bettkante saß, setzte sie sich neben ihn auf das Bett. Und zwar so nahe, dass sich beide Körper beinahe berührten. Sie spürte seine Wärme und er die ihre. Wie von allein glitt ihre linke Hand hinüber auf sein rechtes Knie, um dann schnell seinen Oberschenkel hinauf zu streichen bis zu seinem Schoß, von dort war es für ihre Hand nur noch ein kleiner Sprung hinüber zu seinem Penis, der dort gerade noch ziemlich schlaff rumgelegen und gepennt hatte, dann aber sofort auf die Berührung reagierte und sich erhob, streckte und sofort aufrecht stand.

Valerie sah fasziniert zu, wie der kleine Kerl an Größe und Stärke zunahm. Sie hielt ihn fest in der Hand und beugte sich mit einer schnellen Bewegung hinunter zum Schoß des Mannes um den Kopf des kleinen Kerls in den Mund zu nehmen. Sie saugte leicht. Morgenstund"˜ hat Gold im Mund.

"Deshabille-moi, s.t.p." , kam es dann aus ihrem roten Mund. (zieh"˜ mich bitte aus)

Sie drehte ihr Gesicht zu ihm hinauf, um ihm in die Augen zu schauen.

Die Fortsetzung erfahrt ihr, falls erwünscht, in cirka einer Woche, wie immer hier in diesem Theater.

Liebe Grüße,
Valerie :()b
Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 815 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo Valerie,
Jetzt ist das böse letzte Kapitel verschwunden.
Gut dann geht es vielleicht, hoffentlich weiter.
Wünsche ein schönes Wochenende

LG Maria
Einfach ist am schwersten.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 816 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

ja gut Maria, ich bemühe mich wirklich. Spass beiseite, ich besitze das 15. Kapitel noch in Kopie. Und die bösen Sachen vergessen wir jetzt einfach.
Weiter gehts, wenn ich wieder in Stimmung bin, ok?

Lieben Gruß,
Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 817 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 15: Die große Leere danach.

Sie brauchte ihn nicht ein zweites Mal zu bitten, er stand auf, umfasste sie und küsste sie auf den Mund. Fummelte dann auf ihrem Rücken nach dem Reißverschluss des Kleides. Ganz warm umfassten seine großen Hände ihre Taille, glitten dann zu den Hüften, jetzt zum Po hinab, seine Finger gruben sich richtig in ihre Hinterbacken. Sie spürte seine Kraft, als er sie zu sich herzog und an sich drückte. Dann ließ er sie plötzlich los, drehte sie zweimal um wie eine Puppe, umfasste ihre Brüste von hinten um sie kräftig zu massieren, und zog fast zeitgleich den Reißverschluss ihres Kleides nach unten, keine Ahnung wie er das bei all dem Küssen und Knutschen schaffte, und der Verschluss des Kleides blieb sogar ganz unbeschädigt.

Dann stand sie im Freien, das Kleid wieder auf den Boden gerutscht, sie war jetzt ganz verwandelt, schien ganz willenlos, ihr make up noch fast unzerstört, die Lippen immer noch tiefrot, nur die Nylons waren halb zerrissen, aber das störte weder sie noch ihn.

Er hielt sie eine Armlänge von sich ab um sie zu betrachten und bemerkte, ihre Unterwäsche, Strumpfhalter, Höschen und der BH waren wirklich edel im Stil, high quality und farblich abgestimmt Ton in Ton. Er bemerkte es mit Vergnügen, dass sie einen guten Geschmack hatte und sich Mühe gegeben hatte für ihn. Und natürlich hatte sie an diesem Morgen ihre richtig großen Silis im BH drin, Valerie ist eben eine richtig gute Planerin in diesen Dingen, wenn sie Sex haben will, dann auch richtig. Sie ging vor ihm in die Hocke, dann hatte er plötzlich seine Hände an ihrem Hinterkopf, er drückte ihren Kopf zu sich gegen seinen Unterleib und sie verstand: Aha, er will es sofort oral.

Sie bremste, es ging ihr jetzt doch etwas zu schnell.

"Pas encore, mon grand, tu es trop vite, on fait doucement et longtemps, tu aimes?"

(Noch nicht mein Großer, du bist zu schnell, lass es uns vorsichtig machen und lange, magst du?)

Sie schaute ihm von unten her in seine Augen und bemerkte, er war einverstanden, er ließ sie machen. Er überließ ihr ab sofort ganz die Regie, sie war jetzt die Chefin im Ring. Was sie einerseits ziemlich stolz machte, andererseits musste sie jetzt aber genau überlegen. Bloß jetzt nichts falsch machen. Denn überfordern wollte sie diesen Mann jetzt nicht, den sie ja noch nicht sehr lange kannte. Wer weiß, wie er reagiert, wenn ich jetzt gleich"¦Sie stoppte ihre Gedanken, blieb ganz kontrolliert. Es gab doch so viele Varianten im Liebesspiel, das werden wir noch zusammen herausfinden, was du magst und was du nicht magst.

Immerhin, sie hatte heute Morgen wohl instinktiv den richtigen Einstieg bei Denis gefunden. Sehr gut mein Kleiner, dachte sie, da bist du bei mir genau richtig, denn diese Sache hatte sie schon lange sehr gut drauf, darin war sie sozusagen eine Spezialistin. Natürlich hatte es da eine Pause gegeben in den sieben Ehejahren mit Thierry, während dieser Zeit war sie etwas aus der Übung gekommen, Thierry war damals auf sowas wie Oralsex nicht gestanden... Nun gut, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Und die Zeit mit Thierry war jetzt ja auch vorbei.

Aber später, nach Thierry, in den all den einsamen Jahren des Alleinseins hatte sie diese Technik dann wieder zuhause bei sich geübt, wenn Gelegenheit war. Und wenn mal alles stimmte, dann konnte es ihr sogar richtige Freude machte, einen Mann auf diese Art zu befriedigen. Allzu viele Möglichkeiten haben wir nicht-operierten Transfrauen ja nicht"¦ so dachte sie manchmal bei sich. Und wirkliche Gefühle können auch wir nicht heucheln. Welche Frau kann das eigentlich?

Zu viel Denken stört in der Liebe. Valerie wollte heute den Sex für Denis so gut wie möglich machen, aber irgendwann einmal wollte sie auch zu Ende kommen mit ihm. Also bremste sie seine Avancen nicht mehr, heuchelte sogar etwas Leidenschaft, und ging auch mit bei den Verrenkungen, die er von ihr forderte, so kam es dann, dass sie bald danach zu Ende kamen.

Beide lagen dann noch eine Weile dort in seinem Bett, sie schaute an die Decke und dachte an überhaupt nichts, alles um sie war wie eine große Leere, dann bemerkte sie, wie er zu ihr herüberschielte und sie am Arm fasste.

"Tu m"˜as bien fait", sagte er dann. (du hast es mir gut gemacht)

Na immerhin, dachte sie, sagte aber zunächst nichts.

"Tu l"˜ as fait presque comme une pute professionelle" setzte er dann noch dazu.

(Du hast es fast wie eine Professionelle vom Strich gemacht). Sie wusste nicht gleich, wie sie seine Bemerkung einschätzen sollte, ob das jetzt als ein Kompliment gemeint war oder nicht.

Fortsetzung, wie immer in etwa einer Woche, hier in diesem Theater.

Lieben Gruß, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 818 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 16: Valerie denkt nach"¦

Auf Denis"˜ Bemerkung folgte eine kleine, peinliche Pause des Schweigens, in der sie krampfhaft versuchte, die Bedeutung dessen zu verstehen, was er gerade über sie gesagt hatte, genauer, seine Bemerkung über ihre Qualitäten im Bett:

"Tu l"™as fait comme une pute" hatte er gesagt, (du hast es mir wie eine Professionelle vom Strich gemacht). Sie hatte sich also doch nicht verhört.

Er spürte dann sofort ihre Anspannung. Klar, sie hatte es missverstanden, und er wollte das Missverständnis sofort klären, die Sache gleich wieder herunterspielen, natürlich meine er das als ein Kompliment. Künstler reden halt so locker daher, natürlich betrachte er sie keinesfalls als eine Nutte, wie kommst du denn auf sowas? Er knuffte sie in die Seite, er lachte mit ihr, sie kuschelten dann noch eine ganze Weile, und als sie sich später zum Gehen aufmachte, hatte sie es auch schon wieder vergessen.

Auf der Heimfahrt zu ihrer Narbonner Wohnung kam ihr die Bemerkung aber wieder in den Sinn. Sie wendete Denis"˜ Satz einige Male hin und her. "Professionell" hatte er gesagt, so dachten sie also in seinen Künstlerkreisen über sie. Professionell und für jeden zu kriegen"¦ Ihre Gedanken schweiften und blieben hängen an der negativen Bedeutung des Wortes. Sie, eine Frau ohne Bindungen"¦ Ja, es stimmte, sie war ungebunden und frei"¦ aber war sie deshalb auch für jeden zu haben? War das jetzt ihr Image in bestimmten Gruppen ihrer Freunde? War es schon so weit gekommen?

Langsam fügten sich ihre Gedanken zueinander. Frei und unabhängig, ja das war sie wirklich. Unabhängig, das heißt aber auch ohne Bindung. Aber war das eigentlich ihr Ziel? Wollte sie das wirklich, so ganz ohne Bindungen und Verpflichtungen dahinzuleben, ohne eine richtige Aufgabe, ohne dauerhafte Arbeit, und ohne einen Job in ihrem gelernten Beruf? Marketing hatte sie doch einmal gelernt, damals in der Autoindustrie, und nicht schlecht verdient hatte sie in ihrem Beruf, und richtig gut gefühlt hatte sie sich auch in dem zweiten richtigen Job, der darauf folgte, als sie das Immobilienbüro von Michael in Narbonne leitete, damals, als sie hier runterkam in den Süden.

Als sie in ihre Tiefgarage einfuhr, hatte sie plötzlich eine Idee. Sie beschloss, sich für ein paar Tage frei zu nehmen. Vielleicht würde ein Tapetenwechsel helfen. Sie wollte nachdenken über sich, eventuell ein wenig wegfahren, Abstand gewinnen und sich klar werden über die eigene Situation. Einfach mal den Kopf frei kriegen. Aber erst mal würde sie die Nicole Veron anrufen, ihre Freundin. Wenn jetzt jemand helfen konnte, dann Nicole.

Spontan, wie sie war, kramte sie das Handy aus der Handtasche und rief noch vom Auto aus die Nummer ihres alten Büros an. Nach kurzen Klingeln meldete sich das Immobilienbüro in Narbonne, das sie früher, lange vor Ihrer Heirat mit Thierry selbst gegründet hatte, und das jetzt in andere Hände übergegangen war. Nicole Veron meldet sich, die neue Chefin.

"Hallo, c"™est Valerie Bellegarde" sagte Valerie und bemerkte, wie am anderen Ende der Leitung Freude aufkam. Man wusste also schon noch, wer sie war. Sie, Valerie, die alte Chefin, sie, die den Laden damals gegründet hatte.

"Ahhh"¦ Valerie, comment vas-tu" ( Ahh"¦ Valerie, wie geht es dir?)

fragte Nicole zurück und Valerie bemerkte von der Stimmlage her, dass die Freude auf der anderen Seite echt, und das Interesse nicht geheuchelt war. Sie beschloss deshalb, nicht erst lange um den heißen Brei herumzureden, sondern kam unmittelbar zur Sache.
Ja, sagte sie, es gebe da ein kleines persönliches Problem, über das sie mit Nicole reden wollte. Sie, Valerie sei ja nun schon eine ganze Zeit lang Single und allein"¦ du verstehst"¦? ja und ihr sei langweilig"¦ Kurz sie suche Beschäftigung, eine vernünftige Arbeit.

"Je cherche du travail, quelquechose du raisonable"¦ du travail demandeuse"¦ tu comprends?"

(ich suche Arbeit. Etwas Vernünftiges halt, nicht nur so einen Job"¦ sondern eine anspruchsvolle Arbeit, du verstehst? — etwas das mich fordert)

Kurze Pause am anderen Ende, dann kam die positive Antwort: Klar, sie habe verstanden. Und ja, darüber könne man reden. Ob sie dann vielleicht mal vorbeikommen wolle im alten Büro? Vielleicht gleich nächste Woche? Die Adresse sei ja noch dieselbe.

Valerie sagte zu und änderte ihre Planung. Strich den vorher gefassten Gedanken, ein paar Tage auszuspannen, sondern meldete sich gleich zu Beginn der nächsten Woche zum vereinbarten Termin bei Nicole, der neuen Büroleiterin in Narbonne.

Diese gab ihr sofort und ungefragt ein komplettes Briefing über die Geschäftslage des Büros. Ja die Geschäfte liefen gut, Ferienimmobilien laufen gerade wie verrückt, wir ersticken in Arbeit. Also wir freuen und wirklich, dass du dich gemeldet hast bei uns, Valerie. Wir haben jetzt weitere Büros in Carcassonne und natürlich hier, das alte Büro in Narbonne, das gibt es immer noch. Und wir decken mit unserem Angebot praktisch die ganze Region der Occitanie ab bis runter zur spanischen Grenze und westlich fast bis hinüber nach Toulouse.

Wie es läuft bei uns? Immer noch so, wie früher bei dir, Valerie. Das Angebot für Vermietungen läuft alles noch über das Internet, die Verträge gehen meistens über eine Woche, Samstag ist Wechseltag, dann der Schlüsselversand und die kaufmännische Abwicklung, das ist alles noch so wie damals, Valerie, dein altes Konzept läuft immer noch wie geschmiert.

Was wir für dich hätten und dir anbieten würden, das wäre ein Job als Kontrolleurin auf freelance-Basis. Du repräsentierst die Firma und kontrollierst den Einsatz unserer Putzer-Kolonnen, die immer dann in die Wohnungen reingehen, wenn die Mieter die Ferienwohnung samstags um 10.00 Uhr verlassen haben. Um zwei, also Punkt 14.00 Uhr zieht dann der neue Mieter ein, wenn"™s optimal läuft. Und dann findet er eine pico bello gereinigte Ferienwohnung vor, alles klar?

Nicole, die Büroleiterin hatte sich ein wenig in Rage geredet, und ihre Begeisterung wirkte ansteckend auf Valerie. Mehrere Hundert Ferienwohnungen seien das jetzt, die das Büro verwaltet und an Feriengäste vermieten würde. Kaum zu glauben, dachte Valerie, was heute aus dem kleinen Büro geworden ist, das ich damals mit Michaels Hilfe hier gegründet habe.


Soviel für heute. Weiter geht es, wenn ihr wollt, am nächsten Wochenende, wie immer hier in diesem Theater.

Lieben Gruß, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 819 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 17: Die neue Feld-Managerin für Ferienwohnungen: Pico Bello.

Nicole, die Chefin, referierte die in den letzten Jahren laufend steigenden Umsatzzahlen ihres Immobilienbüros. So spannend ihr Vortrag auch war, hatte Valerie doch etwas Mühe, bei der Sache zu bleiben, zu viele Gedanken aus früheren Zeiten drängten auf sie ein, die alle mit diesen Narbonner Büroräumen verbunden waren. Hier in einem dieser Zimmer hatte sie damals angefangen, als sie nach Südfrankreich gezogen war, um mit Michaels Hilfe eine lokale Dependance seiner Immobiliengeschäfte aufzuziehen. Ferienwohnungen zu vermieten, war damals das Ziel gewesen, und genau in diesem Job, so dachte sie mit einem kleinen Schmunzeln, schien sie jetzt wieder gelandet zu sein. Jetzt, nach so vielen Jahren.

Immerhin, das heutige Büro war mit den damaligen bescheidenen Anfängen nicht mehr zu vergleichen. Helle und neuzeitlich ausgestattete Räume bestimmten das Äußere, das Personal war jung und mehrheitlich weiblich, und das Betriebsklima schien recht locker zu sein, so stellte es sich für Valerie dar, wenigstens nach dem ersten Eindruck.

Vom Prinzip her hatte sich aber überhaupt nicht viel geändert, das konnte man dem Organisationsplan entnehmen, den die Chefin an die Wand projiziert hatte. Die Firma betrieb eine Website im Internet, auf der mehrere Hundert Ferienwohnungen zum Anmieten für Feriengäste präsentiert waren, verstreut über die ganze Mittelmeerküste der Languedoc-Region bis hinunter zur spanischen Küste. Die Costa Brava gehörte allerdings nicht mehr dazu, aber ein Teil der Cote Vermeille, was praktisch dasselbe ist, nur eben auf der französischen Seite der Grenze. Schwerpunkte waren z.B. in Collioure, das charmante Fischer-Städtchen direkt an der Küste, Leucate, das weltweit bekannte Surferparadies, Gruissan mit seinem riesigen Sportboothafen, bis hinauf nach Cap d"™Agde und Sete im Norden reichte das Angebot an Ferienwohnungen.

"Uns gehören diese Wohnungen natürlich nicht""¦ bemerkte Nicole. "Die sind alle in Privatbesitz, aber wir bringen das französische Angebot mit der weltweiten Nachfrage zusammen. Jedermann will in den Ferien doch mindestens einmal auch nach Südfrankreich, Sommer, Sonne, Strand und Meer."

Das Fewo-Prinzip ist einfach: Selbstverpflegung der Mieter, Bettwäsche ist mitzubringen, so bleiben die Preise für das reine Wohnen im Rahmen, bei uns kostet ein Häuschen am Meer so um die 800 bis 1000 Euro in der Woche, für eine 4köpfige Familie ist das in der Regel schon noch im Rahmen des Möglichen. Die Endreinigung machen dann wieder wir als Firma, das wird dann deine Aufgabe, Valerie, nicht das Putzen, sondern die Kontrolle und die Abnahme der Wohnung, so dass wir dem Nachmieter die Schlüssel einer pico bello sauberen location übergeben können.

"Pico Bello", wiederholte Valerie bei sich, das schien hier sowas wie ein Firmenslogan zu sein.

"Explique-moi, s.v.p. comment ca marche avec le nettoyage et toute la menagerie?" (Erklär mir mal bitte, wie das läuft mit dem Putzen und den Haushaltsgeräten, also, was in der Wohnung steht, und so weiter?) schob Valerie irgendwann mal als Frage dazwischen.

Ganz einfach, antwortete Nicole. Möbel und Einrichtungen gehören natürlich dem Vermieter, werden aber vertragsgemäß vom Mieter mit benutzt. Und dein Job ist es, bei jedem Auszug zu überprüfen, ob alles, was in der Inventarliste steht, noch an Ort und Stelle ist, ob der Herd noch geht und der Fernseher, und natürlich, ob unsere Jungs und Mädels die Wohnung auch sauber geputzt haben.

"Und das sind freie Putzkräfte?" fragte Valerie und Nicole nickte.

Valerie fragte nach: "Qu-est-ce-qu"™on nettoye en détail?" (was muss im einzelnen geputzt werden?

"Ganz einfach" antwortete Nicole. Die ganze Wohnung Staubsaugen, danach nass auswischen und Staub wischen, das ist alles. Natürlich auch Toiletten, Badezimmer, und Pool, soweit vorhanden, das muss alles überprüft werden.

"Und die Putzkräfte arbeiten im Auftrag der Firma ?"

"Ja, die rechnen mit uns direkt ab, die kriegen 12,50 Euro pro Mann und Stunde, und in maximal 4 Stunden muss die Wohnung sauber sein" antwortete die Chefin.

"Und ja, das läuft meistens alles ganz problemlos, denn diese Leute wohnen meistens auch direkt in der Nähe und kennen diese Wohnungen meistens schon länger, also das funzt wirklich gut".

"Und damit es so bleibt, bin ich da?" fragte Valerie und schaute die Chefin an, die nickte und lachte.

"Wenn du einverstanden bist, Valerie, machen wir nächste Woche einen Vertrag, der deine Aufgaben beschreibt und deine Vergütung regelt" sagte Nicole, und Valerie nickte. Klar, deswegen war sie hergekommen, so sollte es sein. Nächste Woche würde sie sich das alles nochmals durchlesen und unterschreiben. Aber einverstanden war sie jetzt bereits.

Feld-Managerin für Ferienwohnungen wäre also ihre neue Jobbeschreibung. Und Pico Bello hätten die Objekte auszusehen, nachdem die Putztrupps durchgefegt hätten. Den Slogan hatte sie bereits fest im Kopf.

Fortsetzung nach aller Voraussicht wie üblich nächstes Wochenende.

Lieben Gruß, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 820 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo,
Ich war heute fleißig und habe gerade eine neues Kapitel geschrieben. Es hat die Nummer 18 und handelt von Valeries neuen Kleidern, denn für den neuen Job braucht sie natürlich einen kompletten Satz neuer Klamotten. Wird noch ein wenig überarbeitet, dann geht's heute Abend vielleicht noch online.

Lieben Gruß, Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 821 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 18 Kleidet sie sich inzwischen wie eine Mittvierzigerin? (Zauberflöte)

Eine Woche später hatte Valerie ihren Arbeitsvertrag unterschrieben und zur Post gebracht. Auf dem Rückweg von der City überkam sie noch die Lust für einen kleinen Einkaufsbummel. Sie ließ also das Auto in der Tiefgarage bei der Markthalle stehen und machte sich zu Fuß auf den Weg zu einem Bummel durch ein paar innerstädtische Mode-Boutiquen, genauer gesagt, wollte sie sich über Neuigkeiten informieren, speziell bei Bürokleidung.

Man nennt Frankreich zu Recht ein Zentrum der Damenmode, Das ist nicht nur in Paris so, auch kleinere Städte in der Provinz wie Narbonne oder Béziers schmücken sich oft mit hübschen Boutiquen für Damenmode. Klamotten ändern sich ja ständig in Farbe, Mode und Stil, und Valerie hatte sich diesen Trends eigentlich nie verschlossen. Mit dem Ergebnis, dass Ihre Kleiderschänke zuhause voll, um nicht zu sagen übervoll waren.

Aus dem Besuch letzte Woche in Nicole Verons Büro in Narbonne hatte sie allerdings den Eindruck mitgenommen, dass die Mädels dort einen total anderen Kleidungsstil hatten, als der den sie selbst pflegte. Da gab es wirklich deutliche Unterschiede.

Zum Beispiel Schuhe: Während Valerie in Rock, Nylons und mit Absatzschuhen zum Bewerbungsgespräch erschienen war (ihre normalen talons mit 8 cm Absätzen und Fesselriemchen, die sie immer in der Stadt trägt), so etwas in der Art schienen die Frauen im Büro heute nicht mehr zu tragen, denn Hosen, Jeans und bunte Sneakers bestimmten dort im Büro das Bild.

Zum Bespiel Oberteile. Valerie besaß zuhause eine Unmenge an Blusen in allen Farben und Stilen, oft geknöpft und gerne auch tailliert, was ihre hübsche Oberweite betonte, und auch bei ihrem Besuch bei Nicole trug sie eine derartige Chiffonbluse, darin fühlte sie sich einfach wohl. Wieder ganz im Gegensatz zu den Mädels, denn die schienen unisono auf Schlabberpullis oder Pullis mit Hoodies eingeschworen zu sein, Blusen trug dort niemand, und taillierte schon gar nicht. Ist Oberweite out?

War das schon ein Generationenunterschied? Klar, Valerie hatte die Vierzig schon deutlich überschritten und mit den Jahren schienen auch die Kleidergrößen bei ihr ebenfalls zuzunehmen, das ist fast normal, wer will ihr das vorwerfen? Nur eines bleibt festzuhalten: Valerie fand überhaupt keinen Gefallen am Kleidungsstil ihrer neuen Kolleginnen, niemals, so schwor sie sich, würde sie mit rosafarbenen Turnschuhen oder schweren Stiefeln in der Art Doc Martens in der Stadt oder im Büro herumlaufen, so etwas käme für sie nicht in Frage, nie und nimmer.

Allerdings schien Doc Martens inzwischen die städtischen Boulevards von Narbonne mehrheitlich zu beherrschen, sowohl in den Schaufenstern der Damen-Modegeschäfte bestimmten Hosen das Bild, und an den Beinen trugen die Mädels entweder Stiefel oder Sneakers mit extrem dicken Plateausohlen. Nur noch gelegentlich war auf der Straße das Klack, klack, klack von hohen Absätzen zu hören, und wenn man genauer hinschaute, dann waren das oft ältere Damen, die Absatzschuhe trugen.

Valerie war ein klein wenig irritiert, suchte aber trotzdem weiterhin Boutique um Boutique ab, und fand schließlich zwei Paar eng sitzende Leggins in verschieden Farben, die wollte sie im Büro einmal versuchen zu tragen. Natürlich konnte sie immer noch auf Jeans umsteigen, falls es sich als nötig erweisen sollten, und eigentlich, so überzeugte sie sich selbst, sind ja Kleider oder Röcke und hohe Absätze unpraktisch in einem Gewerbe wie dem ihrigen, weil sie viel mit dem Auto unterwegs sein würde, da waren high heels bestimmt unpraktisch beim ein- und Aussteigen.

Das Ganze schien also auf einen Kompromiss hinauszulaufen, sie war zwar Chefin, aber dann doch wieder keine keine sehr hochgestellte Chefin, die im Kostüm im Büro erschien. Klar war, sie leitete doch einen Servicebereich, wo es auch auf Schnelligkeit ankam, und da konnte es schon vorkommen, dass sie selbst mal kurz mit anpacken musste, falls nötig. Sie würde also ihren ersten Arbeitstag mit Jeans antreten, oben natürlich einen schicken grauen Pulli mit kleinem Rundhals-Ausschnitt, an den Füßen aber auf jeden Fall flache Schuhe. Und bloß keinen Schmuck am ersten Arbeitstag! Erst mal ab-testen, was überhaupt geht, so überlegte sie es sich.

Auf dem Rückweg nahm sie noch ein Wochenpackung Naßfutter Kittekat für ihre Katze bei Carrefour mit, an dieses Futter hatte sich das Tierchen, das inzwischen ja auch schon einen ganze Weile bei ihr wohnte, gewöhnt. Die Hausherrin selbst begnügte sich mit einen Mini-Portion Sushi, denn Carrefour Narbonne betreibt einen kleinen Stand mit japanischer Küche, und dort wird Sushi täglich neu gemacht. Valerie war hin- und hergerissen, ob sie nicht doch nach der großen Packung greifen sollte (Sushi für 12 Euro), aber schließlich siegt die Disziplin, die Großpackung wurde zurückgelegt und die Mini-Sushi kam dafür ins Einkaufskörbchen.

Zuhause angekommen, wurde erst mal die Katze versorgt, aber kurz darauf verschwand Valerie im Schlafzimmer, um ihre Wäschekommode einer Inspektion zu unterziehen. Sie würde ein paar neue Teile brauchen, vor allem BHs, soviel war klar. Sie knöpfte ihre Bluse halb auf, nahm sie am unteren Rand und hob sie über den Kopf, um sie auf dem Bett abzulegen. Betrachtete sich dann im Spiegel, drehte sich und folgte mit den Augen langsam ihrem Oberkörper-Profil. Ihre selbstklebenden C-Silis wurden von ihrem kleinen Soft-BH gut in Form gehalten, aber als sie das Teil am Rücken aufhakte und aus den Trägern schlüpfte, senkte sich am Oberkörper alles deutlich nach unten, der Schwerkraft folgend. Physik bestimmt unser ganzes Leben.

Ein dummer Witz kam ihr in den Sinn, er handelt von einem Mann, der dem Büstenhalter seiner Frau einen eigenen Namen gibt, nämlich ZAUBERFLÖTE. Hat aber nichts mit Mozart zu tun. Nein, denn (Zitat, der Mann): "Wenn sie den BH abends auszieht, ist der ganze Zauber flöten"

Valerie suchte ein Maßband aus ihrem Nähkästchen heraus und legte es unter den Brüsten um ihren Torso herum: Die Unterbrustweite wurde abgelesen. Es wäre indiskret, den gemessenen Wert hier zu veröffentlichen. Valerie erschrak.

"Ich werde radikal abnehmen müssen, mindestens zwei Kleidergrößen"¦" dachte Valerie bei sich.


In dieser kritischen Situation verlassen wir die Protagonistin erst einmal, bis bald"¦


Lieben Gruß, Valerie :()b
Marit
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Re: Valeries Welt

Post 822 im Thema

Beitrag von Marit »

Hallo Valerie,

deine Gedanken kommen mir bekannt vor. Den meisten Frauen scheinen Sneakers und Jeans zu reichen.
Inzwischen habe ich auch so etwas und ziehe es ganz gerne an. Da kann ich nichts falsch machen und falle garantiert nicht auf. Doch wo bleibt der Reiz am Besonderen? Es ist langweilig so.
Mir macht der Tag mehr Spaß, wenn ich deutlich weibliche Kleidung trage und nicht unisex. Allerdings muss ich mich auch anpassen, wenn in Richtung anpacken geht - auf der Leider sind Pumps und Kleid einfach unpraktisch.
Trotzdem hoffe ich, dass deine Valerie in Zukunft beide Stilrichtungen beibehält.

Liebe Grüße von Marit
Nichts ist für immer.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 823 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hey Marit,
Kleidung, Klamotten, Damenmode, das ist ein Riesenthema. Viele Frauen sind berufstätig und müssen sich entsprechend den Erfordernissen des Jobs anziehen, da fallen andere Aspekte, z.B. das Dekorative, das Ansprechende, das "Weibliche", natürlich erst mal runter. Du sprichst von langweilig, reizlos, das muss nicht sein, aber oft ist es leider so, gerade in Deutschland. Hier im Süden ist es ein bisschen anders, auch junge Frauen stylen sich sorgfältiger, Aber das muss jeder/jede für sich selbst entscheiden, welche Kleidung und welcher Auftritt angemessen ist, natürlich gibt es auch viele verschiedene Anlässe.

Bei Valerie, unserer Protagonistin, geht es zunächst mal um ihren ersten Arbeitstag. Und um ihre neue Rolle als Sous-Chef, was sowas bedeutet, sie ist zwar Chefin, aber keine richtig große, sondern sie leitet eben nur einen Servicebereich. Abteilungsleiterin sozusagen. Gegenüber ihren Mitarbeitern vertritt sie also die Firma. Deshalb hat sie sich für diesen Tag Hosen vorgenommen, genauer Jeans, aber sie wird dazu keine Pumps tragen (obwohl das geil aussähe!) sondern Sneakers. Oben grauer Pulli, aber weil sie Chefin ist, darüber noch ein kleines Jackett. Kann man ja ausziehen, wenn man mal mit anpacken muss.

Außerhalb ihres Berufs wird sie einen anderen Kleidungsstil beibehalten, und ganz besonders abends, Ausgehen, Kino, Dancing. Das habe ich im letzten Kapitel angedeutet, dass sie sich hier Sorgen macht über ihre Kilos, ihre Linie, aber auch über die ewige Frage Silis, welche, wann, und Sils inside oder Silis outside.

Wie du siehst, es bleiben uns noch genügend Problemfelder, die noch zu beackern sind.

Grüße nach Lubu,

Valerie






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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 824 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 19: Die ewige Sili-Frage

Wenn man allein ist, hat man viel Muße, und ein neuer Job ist immer auch ein Anlass, ein wenig zurückzuschauen in die Vergangenheit. Wo kommt man her, wo will man hin, aber was wird die Zukunft überhaupt bringen?

Valerie stand am Fenster ihres kleinen Apartments auf den Narbonner Höhen, hatte ein halbvolles Glas Calvados in der Hand und blickte über die abendlichen Lichter der Stadt. Es war so still, dass sie das leise Schnurren der Katze hören konnte, die in der anderen Raum-Ecke in einem Sessel schlief.

Mitte vierzig war sie jetzt, geschieden und allein lebend in Südfrankreich. Und fast die Hälfte dieser 40 Jahre hatte sie jetzt als Frau gelebt. Ein stürmisches Leben, ja, vielleicht konnte man das wirklich sagen. Erfahrungen gesammelt in zwei Ländern, Deutschland und Frankreich, und in zwei Berufen, in der alten Heimat als Marketingassistentin in der Autoindustrie, und jetzt im Süden sollte sie also neuerdings die Ferienwohnungs-Branche aufmischen.

"Auf geht"˜s, Valerie", sagte sie zu sich selbst, hob das Glas und kippte den Rest mit einem Zug hinunter. Der Calvados brannte im Hals.

Der neue Vertrag war sehr interessant, sie repräsentierte als Abteilungsleiterin die Serviceleistungen der Firma, zunächst für einen kleinen regionalen Bereich in der Stadt und im direkten Umland, aber man hatte ihr versprochen, ihr Gebiet auszuweiten, falls sie sich bewährte. Nächste Woche wäre also ihr erster Arbeitstag, sie freute sich wirklich darauf. Lange genug war sie nach der Trennung von Thierry ziemlich orientierungslos herumgehangen, zuletzt war sie mit diesen Künstlern versackt, Denis"¦wie war doch der Name? Valerie drückte diese schlechte Erinnerung weg.

Ihre Gedanken erreichten damit den Punkt, um den sich im Moment alles zu drehen schien: Der neue Job. und Was sollte sie bloß anziehen?
Besser gesagt, oben herum war ihr alles klar, sie würde Flache Schuhe, Jeans, Pulli und darüber eine leichte Leinenjacke anziehen. Bloß, dass die Sache mit der Leinenjacke nicht funktionierte, denn das Jäckchen, eigentlich ein Bolero, das ihr im letzten Sommer noch gut gepasst hatte, war ihr inzwischen zu klein geworden. Kann das sein, dass so ein Material über den Winter einschrumpft?

Sei ehrlich zu dir Valerie, so sprach sie zu sich selbst, du wirst zu mollig.

Der morgendliche Blick in den Badezimmerspiegel bewies es ihr: Sie hatte oben herum zugenommen, ihr natürlicher Busen zeichnete sich deutlich ab unter einem engen T Shirt. Jetzt die Daten: speziell ihre Unterbrustweite (das Maß für die BH-Größe) lag inzwischen über 100. Was war zu tun? Man muß der Wirklichkeit ins Gesicht sehen, anders geht es nicht. Sie nahm sich also ein neues Abnehm-Programm vor. Das wievielte war das eigentlich?

Ihre natürlichen Brüste waren inzwischen so breit geworden, dass sich die kleinen Klebe-Silis, (B-Größe), die sie jahrelang getragen hatte, darüber unvorteilhaft abzeichneten, das kann so nicht bleiben, stellte sie fest.

Sie ging ins Schlafzimmer, machte sich oben frei und betrachtete ihren Oberkörper. Irgendwie sind diese Klebebrüste zu klein, dachte sie. Man sieht es auf den ersten Blick. Einfach einen Größe größer kaufen? Aber ob die halten? Und wenn doch einmal eine runterfällt? Man kommt hier im Süden schon mal ins Schwitzen, es wäre wirklich peinlich, wenn mal etwas verrutscht, so im Berufsalltag, und dann auch noch vor den Augen fremder Leute"¦

Sollte sie einfach eine C-Größe oder eine D- Größe nehmen? Solche Einlagen schienen ja inzwischen ganz gängig geworden zu sein, denn man konnte sie sogar bei Carrefour in der Stadt kaufen, in einer kleinen Ladenecke. Sie reflektierte hin und her, kam aber zu keiner überzeugenden Lösung. Dann war der Gedanke plötzlich da: Vielleicht doch wieder Silikonkissen inside?

Wieviele Jahre war das jetzt her, dass sie die alten Silikonkissen hatte herausnehmen lassen? Vier Jahre oder fünf Jahre? Valerie suchte die Narben unter der Brustfalte, kaum mehr zu sehen und zu spüren war überhaupt nichts mehr. Der Arzt hatte wirklich gut gearbeitet damals in Perpignan.
Plötzlich war die Lösung klar. Sie würde sich neue Brust-Implantate machen lassen. Und zwar Größe C oder besser gleich Größe D. Und selbst wenn der Doktor sie sie auch für verrückt erklären würde, ihr Entschluss stand fest.

Bestimmt ist ihr alter Arzt nicht mehr da, sie wischte den Gedanken einfach weg. Kein Grund sich zu schämen. Silis inside das wäre ihr neues Projekt.

Fast den ganzen Abend saß sie an diesem Abend noch vor ihrem Laptop und suchte das Internet zum Thema ab.


Likes werden gerne gesehen. Fortsetzung wie immer am kommenden WE
Lieben Gruß, Valerie. :()b
Tina-K.
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Re: Valeries Welt

Post 825 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

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Hi Valerie )))(:

Zum vorletzten Kapitel...
Kleider..... find ich seeeehr interessant ========================>

Ist ja schon einiges gesagt worden, und vielleicht kommt ja auch noch mehr ?? (he)

Schuhe dto. Ich finde ja Turnschuhe bzw Sneakers auch mal nicht schlecht, zu ner schicken Jeans, bei schöner Figur....
aaaaaber diese Stiefel ( DocMartens Stil ?? )
Nee... da geht doch die ganze optisch-ästhetische Harmonie verloren.

Aber vielleicht ist Tina auch schon zu alt, um sowas zu verstehen.

Obwohl... wir haben ja in unserer Jugend auch Kleidung getragen ( und lange Haare als junger Mann ), was die ältere Generation bestimmt auch nicht so toll fand.

Aber alles in allem, auch im letzten Kapitel.... ich glaube, Valerie ist auf einem guten Weg, das spürt man richtig.

elgetina ))):s |\_ |\_
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