Nora_7 hat geschrieben: Mi 1. Sep 2021, 23:36
Jeder Punkt kann im Programm nachgelesen werden - einfach pdf runterladen, Suchbegriff eingeben - fertig.
Liebe Nora,
ich hab das mal für Dich gemacht
Die Zitate stammen von
hier und
hier.
Erstens
Nora_7 hat geschrieben: Mi 1. Sep 2021, 15:03
Und Grün und Links zusammen wäre ein
Horrorszenario mit Enteignung allen privaten Vermögens
Die Begriffe
Enteignung/enteignen kommen jeweils genau
ein Mal vor:
"„Großen Wohnungskonzernen wie Vonovia
und Deutsche Wohnen, die systematisch
Mietwucher betreiben, wollen wir das
Handwerk legen. DIE LINKE ist deshalb Teil
der Kampagne -»Deutsche Wohnen&Co
enteignen-«.
(LINKE)
Den durch den Braunkohletagebau Garzweiler von Enteignung und
Vertreibung bedrohten Menschen muss das Land Nordrhein-Westfalen endlich Planungs- und Rechtssicherheit für Erhalt und Zukunft
ihrer Dörfer geben.
(GRÜNE)
Die Linken unterstützen eine Initiative, die aus dem Volk kommt. Ganz allein scheinen sie also mit ihrer Idee nicht zu sein.
Die Grünen wollen gar niemand enteignen, sie sorgen sich vielmehr um die Enteigung von Menschen, deren Heimat durch Braunkohleabbau bedroht ist.
Fazit: glatter Widerspruch zu Deiner Aussage.
Zweitens
Nora_7 hat geschrieben: Mi 1. Sep 2021, 15:03
Die Vorschläge zur
Vermögenssteuer sind
höher als durchschnittlich mögliches Wachstum
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt:
Über den gesamten Zeitraum von Gründung der Bundesrepublik bis zur Gegenwart gerechnet betrug die Wachstumsrate des realen BIP 3,6 %, pro Kopf der Bevölkerung ca. 2,8 Prozent
https://www.bpb.de/politik/grundfragen/ ... ntwicklung
Seien wir großzügig, und nehmen die 3,6 Prozent als Richtwert.
Unser
Grundgesetz sieht die Möglichkeit einer
Vermögensteuer vor, wir wollen diese wieder
erheben und Multimillionäre und Milliardäre
mit einem progressiven Steuertarif von bis
zu fünf Prozent in die Finanzierung einer
gerechten Gesellschaft einbeziehen [...]
DIE LINKE fordert eine Vermögensteuer
mit einem progressiven Tarif und einem
Freibetrag für Privatvermögen von 1 Million
Euro pro Person (ohne Schulden). Wer
etwa mit einer Eigentumswohnung in der
Innenstadt -»Papiermillionär-« ist, wird nicht
belastet. Das ist insbesondere wegen der
Entwicklung der Immobilienpreise wichtig,
die zu massivem Vermögenszuwachs für
Eigenheimbesitzer führten, was aber anders
als bei großen Immobilienhaien nicht mit
hohen Renditen einhergeht. Der Freibetrag
für Betriebsvermögen liegt bei 5 Millionen
Euro. Altersvorsorge soll von der Steuer
ausgenommen werden.
Der Eingangssteuersatz der Vermögensteuer startet bei 1 Prozent und steigt bis
zu einem Nettovermögen von 50 Millionen
Euro stetig an. Ab 50 Millionen Euro greift
der Höchststeuersatz von 5 Prozent. Das ist
angemessen, weil große Vermögen besonders hohe Renditen abwerfen. Zudem ist bei
sehr großen Vermögen auch eine Umverteilung zulasten von Vermögenssubstanz
erforderlich. Die geschätzten Einnahmen
liegen dann jährlich bei 58 Milliarden Euro.
(LINKE)
Die Vermögensungleichheit in Deutschland hat
stark zugenommen und liegt weit über dem EU-Durchschnitt. Das
liegt unter anderem daran, dass es sehr reichen Menschen möglich
ist, durch Gestaltungen einer Besteuerung von Vermögen, etwa bei
der Erbschaftssteuer, nahezu komplett zu entgehen. Wir wollen solche
Gestaltungsmöglichkeiten abbauen und große Vermögen wieder stärker besteuern. Dafür gibt es verschiedene Instrumente wie zum Beispiel die Erbschaftssteuer oder die Vermögensteuer. Die Einführung
einer neuen Vermögensteuer für die Länder ist unser bevorzugtes
Instrument. Die Länder sollten die Einnahmen dieser Steuer für die
Finanzierung der wachsenden Bildungsaufgaben einsetzen. Die Vermögensteuer sollte für Vermögen oberhalb von zwei Millionen Euro
pro Person gelten und jährlich 1 Prozent betragen. Begünstigungen
für Betriebsvermögen werden wir im verfassungsrechtlich erlaubten
und wirtschaftlich gebotenen Umfang einführen.
(GRÜNE)
Bei beiden steht was von
jährlich 1 Prozent, und das
bei hohen Freibeträgen und diversen Ausnahmen. Die Linke will zusätzlich einen progressiven Satz, der
ab 50 Mio. (!) Vermögen 5 Prozent betragen soll. Das ist in der Tat mehr als die oben zitierten 3,6 Prozent. Ist aber nicht relevant, da diese Steuer nur Menschen betrifft, deren übliche Renditen ohnehin nicht durch das Wirtschaftswachstum begrenzt scheinen. Oder wie soll man sonst innerhalb eines Arbeitslebens mehr als 50 Mio EUR
verdienen erwirtschaften? Ersteres (ein Prozent) sollte Deutschland ja wohl noch hinbekommen als Wachstum, da bin ich ganz zuversichtlich.
Fazit:
Deine Aussage stimmt nur dann, wenn man sie auf den winzigen Teil der Menschen mit mehr als 50 Mio. Vermögen bezieht. Der Durchschittsverdiener ist nicht betroffen, nichtmal der Gutverdiener mit einem größeren finanziellen Polster im Rücken.
Drittens
Nora_7 hat geschrieben: Mi 1. Sep 2021, 15:03
die
Enteignung von Wohneigentum ist nur eine Frage der Zeit. Die Städte mit den höchsten Mieten haben die geringste Rendite für Vermieter.
Ich zitiere das nochmal:
"„Großen Wohnungskonzernen wie Vonovia
und Deutsche Wohnen, die systematisch
Mietwucher betreiben, wollen wir das
Handwerk legen. DIE LINKE ist deshalb Teil
der Kampagne -»Deutsche Wohnen&Co
enteignen-« [...]
Wir werden dafür sorgen, dass
die Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Zu dem Zweck sollen die heute existierenden Privilegien für Betriebsvermögen bei
Erbschaften und Schenkungen entfallen. Wir
werden die Erbschaftsteuer auf hohe Erbschaften erhöhen. Normales, selbstgenutztes
Wohneigentum bleibt freigestellt [...]
Wir wollen ein weitgehendes Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen. Der Wunsch nach Wohneigentum darf nicht auf Kosten derjenigen gehen,
die schon in den Wohnungen wohnen.
(LINKE)
Wir wollen Mieter*innen und Familien wie Lebensgemeinschaften
mit selbstgenutztem Wohneigentum entlasten und vor einem krisenbedingten Verlust der eigenen Wohnung bewahren.[...]
Wir wollen den Erwerb von Wohneigentum — auch im Bestand — erleichtern.
(GRÜNE)
Große Konzerne, die Wohnungen als reine Renditeobjekte betrachten, soll also der Zugriff darauf entzogen werden. Finde ich in Ordnung, weil nicht einzusehen ist, dass Menschen für ein Grundbedürfnis (Wohnen) so viel zahlen müssen, dass für Aktionäre dieser Konzerne genügend übrig bleibt. Es reicht, wenn kostendeckend gewirtschaftet wird. Das hat jahrzehntelang bei kommunalen Wohnungsgesellschaften problemlos funktioniert, weshalb nicht einzusehen ist, dass Wohnen heute als Spekulationsobjekt herhalten soll.
Alle anderen Eigentümer brauchen sich keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil, die Grünen wollen den Erwerb eines Eigenheims sogar fördern.
Diejenigen, die sich beim Vermieten über geringe Renditen beklagen, haben die Freiheit, ihre Immobilie zu verkaufen und ihr Geld anderswo gewinnbringender anzulegen. Gerüchteweise erzielt man dabei in den von Dir genannten teuren Regionen besonders gute Preise.
Fazit:
Enteigung könnte drohen, falls die Initiative "Deutsche Wohnen enteignen" Erfolg hat. Ausschließlich für renditeorientierte Großkonzerne. Alle anderen haben nichts zu befürchten, schon gar nicht von den Grünen.
Nur mit dieser Einschränkung stimmt Deine Aussage.
Ich denke, das reicht, um deine pauschale Behauptung ad absurdum zu führen:
Nora_7 hat geschrieben: Mi 1. Sep 2021, 22:34
Und zu den Primärquellen habe ich mich geäußert, und die angeführten Punkte stimmen.
LGL
PS:
Das nächste Mal darfst selber ran, sonst behaupte ich einfach das Gegenteil und schreib drunter:
die angeführten Punkte stimmen
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal