Yumau hat geschrieben: Sa 20. Jun 2020, 17:42Ich wuerde die App laden, wenn sie ohne Bluetooth und ohne Ortungsdienst laufen wuerde.
Das waere moeglich, da Handys/Smartphones auch ueber den jeweiligen Mobilfunkanbieter gefunden werden koennen.
Du meinst die Funkzellenabfrage? Die ist praktisch, technisch und rechtlich ungeeignet:
Hier kommen, so der Plan vom März, die Mobilfunkbetreiber ins Spiel. Sie wissen aus ihren Daten, in welchen Funkzellen das Handy des Infizierten eingebucht war. Und sie kennen die Namen aller anderen, die zur gleichen Zeit in der gleichen Funkzelle unterwegs waren. Jetzt müsste man nur noch prüfen, ob die beiden lange genug für eine Infektion in der gleichen Gegend waren und schon gäbe es eine Namensliste mit möglichen neuen Fällen. Weil es nur um den Aufenthalt am gleichen Ort geht, und nicht um den Inhalt eines Gesprächs, und weil hinterher alles schön wieder gelöscht wird, scheint auch der Datenschutz gewährleistet. Wie gesagt, im ersten Moment klingt es nach einem guten Plan.
Tatsächlich aber war die Idee erschütternd schlecht: Dass ein Gesundheitsamt einem privaten Telefonbetreiber mal eben die Namen von Infizierten rüberreicht — schon datenschutzrechtlich wäre das ein Unding.
Vor allem aber ist die Idee technisch dumm: Funkzellenortung ist viel zu ungenau. In einer Funkzelle auf dem platten Land befinden sich zum gleichen Zeitpunkt möglicherweise ein Dutzend Menschen — aber die können locker ein paar Kilometer voneinander entfernt über die Äcker spazieren. Eine Ansteckungsgefahr hätte es hier nie gegeben.
In einer Innenstadt wiederum sind die Funkzellen zwar viel kleiner. Aber dafür stecken in einer Funkzelle vielleicht tausend Menschen oder mehr — sollten die jetzt alle getestet werden? Oder für 14 Tage in die Selbst-Isolation? Es gäbe mehr Fehlalarme als tatsächliche Treffer. Gesundheitsminister Spahn verteidigt den Vorschlag nur kurz, dann verschwindet die Passage aus dem Gesetzentwurf.
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Quelle)
Im übrigen wären damit plötzlich aus ganz anderen Gründen - "Infektionsschutz!!!111elf!!" - mal eben Bewegungsprofile aller Bundesbürger"¢innen möglich. Also "wegen Corona" auch von Demos oder anderen "auffälligen" Gruppen. Das ist in D nicht ganz so einfach möglich, auch wenn die meisten der Anfragen von Gerichten einfach durchgewunken werden, s. G20. Kleine rechtliche Hürden gibt es immer noch. Was meinst Du, weshalb Digitalaktivist"¢innen und Bürgerrechtsgruppen gegen solche Bestrebungen (Bewegungsprofile, Vorratsdatenspeicherung, Gesichtserkennung, Kennzeichenscanner) Druck machen.