Hallo zusammen
Danke für eure tollen Antworten bisher ,leider kann ich nicht auf jede einzelne hier und jetzt eingehen, was nicht heißt, dass ich diesen weniger Beachtung oder Interesse geschenkt habe ,oder sie weniger gut fand, es waren lauter tolle Antworten bis hier hin:-*.
Aria hat geschrieben: Fr 17. Apr 2020, 18:31
M&M hat geschrieben: Do 16. Apr 2020, 20:07
Was will ich mit diesem Fred überhaupt sagen, oder wissen, da dieses Thema ja hier und da schon mal angesprochen wurde und es dazu auch Meinungen gab ?!
Nun als erstes würden mich dazu einfach eure Gedanken interessieren und zum zweiten,
Finde ich, sollte man , wenn man mal wieder mit dem falschen Pronomen angesprochen wurde ,oder meinetwegen auch angeschrieben wurde ( wobei das noch zu differenzieren wäre) , nicht immer gleich sich angegriffen fühlen sollte ,nicht verletzt werden dadurch, sondern es einfach als gegeben nehmen und darüber hinwegsehen und stehen, denn so mancher würde vllt anderst denken , würde dieser Mensch uns "(besser)kennen."
,wobei, wie gesagt ohne Schubladen und Kategorien, denke ich, funktioniert unser denken doch überhaupt nicht?!
Oder gibt es da eine mir gänzlich andere und unbekannte Form des Denkens ohne irgendwelche "Schubladen" ?
So oft wir dieses Thema auch hatten, einen wirklichen Konsens gab es dazu mW nie. Deshalb ist es mMn unnötig lange darüber zu diskutieren. Kann man machen, führt aber zu nix!
Dass wir Schubladen brauchen und uns dagegen gar nicht wehren können, zeigt dieser recht simpel gehaltene
Artikel. Er sagt aber auch, dass wir uns dem ein Stück weit entziehen, dazu lernen und die gewählte Schublade hinterfragen und berichtigen können.
Danke Aria für deinen Link, der Artikel gibt genau das wider, was ich zum Thema Kategorisierung-Schubladendenken ja auch schon gesagt habe u d gemeint habe und zwar, dass es ohne nicht wirklich geht, ich denke auch nicht, dass das "nur" erlernt ist und man sich dieses Denken so einfach mal abgewöhnen kann, alleine schon, da ich meine es uns ,wie ja auch z.B. im Artikel ja auch erwähnt dieses Kategorisieren uns als erstes vor Gefahren schützen soll, vllt heute nicht mehr ganz so überlebenswichtig, wie noch vor ein paar tausend Jahren, oder zumindest sind die Gefahren des heutigen Zeitalters ganz andere, aber das System funktioniert trotzdem ganz gut um uns vor potentiellen Gefahren zu schützen und dabei geht es - auf zwischenmenschlicher Basis keinesfalls um Diskriminierung oder ähnlichem, zudem können wir unsere Schubladen ja jederzeit wieder verlassen, umsortieren ,erweitern - eben dazulernen...
Ich finde es auch super, dass du ,was das Thema Geschlecht angeht, es so locker siehst und dann aber zurecht etwas bestimmter reagierst und dann muss man irgendwann auch nicht mehr ganz so freundlich bleiben, wenn es schon langsam an mutwilligkeit grenzt, völlig richtig, weil irgendwann ist auch mal gut !
Anne-Mette hat geschrieben: Fr 17. Apr 2020, 17:03
In einigen Fällen finde ich den Begriff "Person" unpersönlich

und eine "Schublade" schöner.
In Fällen mit Beratungsbedarf, die sich möglicherweise auf Gewalt-Delikte beziehen (und in einigen anderen Fällen auch), fände
ich den Begriff "AnsprechpartnerInnen" besser; und zeigt mir (erst einmal) "angenommen sein und werden auf Augenhöhe", PartnerIn sein).
Menschen, die sich als mögliche PartnerInnen für mein Anliegen zeigen, finde
ich positiver als "Personen".
Gruß
Anne-Mette
Ja AnsprechpartnerInnen oder PartnerInnen finde ich gut.
Unsere Sprache lässt sich oftmals noch viel einfacher umstrukturieren und neue Begrifflichkeiten, die alte vllt unpassendere ablösen erlernen, als das mit dem Denken möglich ist.
Ich versuche für mich immer möglichst "frei" zu denken und hinterfrage sehr viel und komme - oft erst hinterher - zu dem Schluss, hier und da meinen für mich vllt oft zu eng gesteckten Rahmen zu verlassen, aber im Prinzip nur um einen neuen zu schaffen, der dann aber oft viel verflochtener und weiträumiger wird, ja manchmal schon fast verworren und komplex , da es einfach sehr oft keine einfache "Erklärungen" gibt .
Keinesfalls sollten diese " Kategorien" starr sein , sonst würden wir ja ewig nur auf dem gleichen Stand bleiben und uns kaum entwickeln .
Jaddy hat geschrieben: Fr 17. Apr 2020, 16:43
Moin Maxime,
Deinen Beobachtungen kann ich schon zustimmen. Wir haben diese spontanen Einordnungsreflexe und zwar zu sehr vielen SIgnalen von anderen Menschen, nicht nur was Gender und andere Koordinaten von Geschlechtlichkeit betrifft. Diese Beobachtung führt aber häufig zu zwei falschen Schlussfolgerungen. Erstens, dass diese Zuschreibungen irgendwie "natürlich" seien. Das sind sie nicht, weil nicht irgendwo genetisch festgeschrieben, sondern kulturell erlernt(1). Zweitens, dass sie unveränderlich seien. Das sind sie auch nicht. Wir können jederzeit lernen, dass unsere Annahmen zu einem Menschen oder die Pauschalisierung einer Merkmalsgruppe falsch war und sie anpassen. Ins positive oder auch negative.
Natürlich ist die eigene Tendenz zur Schubladisierung für 1 selbst meist kein Problem. Macht das Leben ja praktisch, selbst wenn die eigenen Vorurteile häufig daneben liegen. Was 1 durch falsche Zuschreibung mglw verpasst, kriegt 1 selbst ja in der Regel gar nicht mit, es sei denn, die anderen, die Schubladisierten beschweren sich. Denn das eigentliche Problem betrifft ja die anderen, wenn aus der eignen Zu-ordnung eine Zu-schreibung wird und eigenes Verhalten den anderen gegenüber entsprechend "falsch" ist, sie unfaire Ablehnung zu spüren bekommen ihnen irgendwas nicht zugetraut wird, Fähigkeiten abgesprochen, negatives unterstellt, usw. Übrigens auch falsche Anforderungen wie "als Mann/Frau musst du dies-oder-jenes tun/fühlen".
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Zu deiner Einleitung Jaddy,
Das ist schon richtig, an den ZUSCHREIBUNGEN Können wir was ändern, aber das Kategorisieren bleibt
Zu dem zweiten Abschnitt:
Das sind mögliche negativen Folgen für das Gegenüber, doch würde ich nicht pauschal eine Mutwulligkeit unterstellen, denn dieser Mensch hat für sich erstmal vllt gar keine andere Möglichkeit damit umzugehen, wäre ich betroffen, würde es vllt auch verletzen, aber wirklich böse könnte ich nicht sein, sondern sehe da nur jemanden, der versucht die Situation, den Menschen einzuschätzen und nur durch - ja andauernde Aufklärung und Gespräche kann dem entgegengewirkt werden, such wenn es auf Dauer mühselig ist und dieser beginnt umzusortieren.
Jaddy hat geschrieben: Fr 17. Apr 2020, 16:43
Moin Maxime,
tl;dr Vorurteile sind Teil des Lebens, teilweise sinnvoll, aber gleichzeitig Verpflichtung, sie ständig zu überprüfen, zu hinterfragen und sowohl im Einzelfall, als auch generell anzupassen. Jegliche Apologetik "naturgegebener Vorurteile" ist meiner Ansicht nach im Kern menschenfeindlich. Wobei ich nicht unterstellen möchte, dass du das so gemeint hast.
Nachsatz 1 zu "diversen Menschen": Ich vermute, du meinst damit nicht-binäre. "Divers" ist eine Sammelbezeichnung der Bürokratie, die ich nur sehr zähneknirschend akzeptiere. In diesem Fall, als Gendermarker, bedeutet es "abweichend". Das ist das Gegenteil einer Gleichstellung.
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Ja Vorurteile können natürlich auch sinnvoll sein, sie oben- bewahren vor Gefahren - (uralte Instinkte?)
Und ja, irgendwie hast du recht, im Kern vllt irgendwo Menschenfeindlich, so hab ich das noch gar nicht betrachtet und schon gar nicht gemeint..
Gut, dann streiche ich das divers und werde darauf achten die Bezeichnung "nicht- binär" verwenden.
Ich muss auch noch viel lernen....immer zu....
Selbst Toleranz musste ich in vielen Bereichen erstmal lernen, da man zwar völlig Vorurteilsfrei geboren wird, durch Erziehung und durch das formen unseres Sozialen Umfelds, wird das denken und die Toleranz oft schnell eingeschränkt, aber auch da kann man dazulernen, wenn man einfach offen ist und bereit neues zu lernen und anzunehmen, oder zumindest mal darüber nachzudenken. ..
Bis hier hin muss ich feststellen, ohne Kategorisieren, wären wir kaum überlebensfähig?! Aber den Rahmen , in den wir was packen, können wir selber festlegen ( wobei festlegen hier nichts starres ist) - erweitern , verlassen, korrigieren und neu stecken - und sollen.
Viele Begrifflichkeiten sollten in der Tat überdacht werden um die Sprache etwas respektvoller (toleranter?) Zu gestalten.
UND so manches Mal sollten wir uns vllt auch selber nicht zu wichtig nehmen und auch Toleranz gegenüber der Intoleranz walten lassen...
So, dass war es erstmal , jetzt muss ich erstmal paar andere Sachen hier erledigen,
Guten Start ins Wochenende
Liebe Grüße Maxi

Wo die Angst ist, da geht es lang .
(Günter Ammon )