Meine erste Freundin
Meine erste Freundin - # 13

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ExuserIn-2019-12-18
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Re: Meine erste Freundin

Post 181 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Aria hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 09:22 Eigentlich geht es immer nur um uns.
Das zeigt auch dieser Artikel
Hallo Aria,

das versucht er zu zeigen und für manche Menschen mag das eine geeignete Lebensphilosophie sein, um sich mit dem Thema nicht mehr auseinandersetzen zu müssen und sich zu schützen. Aber ich persönlich kann dem Artikel nicht folgen - das ist mir einfach zu flach und oberflächlich. Unbestritten gibt es Egoismus in der Liebe. Die Frage ist eben nur, ob man sie als "Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer" (Selbstsucht, Ichsucht) versteht, oder eher aus philosophisch als Selbstliebe auslegt.

Aus meiner Sicht geht es darum bei sich zu bleiben. Öffne Dein Herz für jemanden, aber schenke es ihm nicht ... denn ohne eigenes Herz kannst Du nicht mehr lieben und wohl auch nur schwerlich sein.

Und jetzt halte ich hier mal meine Klappe und lasse Anja ihren Raum, denn letztendlich ist das Leben immer das, was wir uns selber eingestehen und zulassen.

Alles Liebe
Vanessa
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Re: Meine erste Freundin

Post 182 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Aus meiner Sicht ist das ein schwacher Artikel. Er passt in eine kapitalistische Zeit in der es nur um das "Mehr" geht, bestenfalls ist es ein Geschäftsakt. Sie nennen es Liebe, aber es ist keine Liebe. Sie schreiben von Bedürfnisbefriedigung. Das ist der Irrtum. Und wer die Menschheit auf Altruismus und Narzissmus reduziert, ist mMn arm dran.

Ich habe eine Fülle von Bedürfnissen, von Sex bis Altersvorsorge, aber was hat das mit Liebe zu tun ? Die Liebe, die dort angesprochen wird ist das Produkt aus dem Kitsch, der uns als Liebe verkauft wird. Es werden Bedürfnisse geschaffen, damit sie befriedigt werden können. Jedes Schmalzlied singt davon, jeder Liebesroman ist voll von Gesülze, dass uns nur blind macht.

Ich habe die Ahnung, dass da ein Blinder von der Farbe schreibt. Für mich hat die Liebe einen tiefen Sinn. Die Liebe ist ein hartes Ringen um eine persönliche Entwicklung. Der Andere ist mein Spiegelbild, denn was ich erkenne, kommt aus mir heraus. Das muss ich aushalten und kreativ damit arbeiten können. Es geht nicht darum, dem Anderen Gutes zu tun. Das ist zwar wichtig, aber es ist nicht der Kern. Es geht darum, dem Anderen die Chance zu geben, sich selber zu erkennen und daran zu wachsen. Das ist der Sinn der Krise, die in jeder Liebe auftritt. Weiche ich ihr aus oder stelle ich mich ihr ? Aus der Krise kommt ein Paar immer anders heraus als es hinein ging. Die Verbindung ist stärker, aber auch ent-täuschter. Ich kenne keine anderen Weg, die eigenen Selbsttäuschungen zu überwinden und die Leichen im eigenen Keller ans Licht zu bekommen.

Das ist kein Egoismus und es ist kein Handel. Es ist ein gemeinsamer Weg, den man anders nicht beschreiten kann. Die Radikalität, die in der Liebe steckt, hat nichts mit den Dingen zu tun, mit denen sie oftmals überfrachtet wird. Sie liegt darin, das ich mich mir selber stelle. Das gilt für Eltern, Kinder, Freunde und besonders für Lebenspartner. Als Anja von "Liebe" zu ihrer Freundin sprach, habe ich genau das gedacht. Da ist ein Mensch, der Anja sehr intensiv etwas von ihr, Ajna, selber spiegelt. Die Emotionen sagen den Menschen, das etwas zu tun ist. Der Schmerz, der damit verbunden ist, ist ein klares Signal. Er schützt uns und weist auf Probleme hin. Die Freundin ist nur der Bote, nicht die Ursache. Das wird schnell verwechselt. Ich bin davon überzeugt, wenn Anja die Ursache ihrer Emotionen erkennt und annimmt, wird der Schmerz nachlassen. Das ist ihre Aufgabe.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 183 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

VanessaL hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 09:42 Dann lieben wohl die wenigsten ...
Das weiß ich nicht. Wir sind alle zur Liebe fähig. Ob wir sie leben können, ist eine andere Frage.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 184 im Thema

Beitrag von Frieda »

Aria hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 09:22
VanessaL hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 22:21
In meiner Wahrnehmung unterscheidet es sich, wie ich Vanessa verstanden habe, mit dem wie Aria ihr zugestimmt hat.
So wie ich Vanessa verstanden habe, kann Aria's Reaktion nicht zu Vanessa's Post passen.

Und der Link von Aria, bzw der Artikel ruft in mir diese Reaktion hervor.... Oh je 😲
Für mich, kann und wird es niemals stimmen was in dem Artikel über Egoismus bzw Liebe geschrieben wurde, da der Schreiberling dieser Worte zum Glück nicht das einzige menschliche Wesen mit Herz & Hirn auf unserem Planeten ist❣️

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Meine erste Freundin

Post 185 im Thema

Beitrag von Frieda »

Anja hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 09:48
Ich trage eine ziemliche emotionale Last mit mir rum und ich habe das Gefühl, es wird leichter, wenn ich sie teile )))(:

Und aus meiner Erfahrung möchte ich bitte sagen dürfen liebe Anja, man kann klarer sehen, umso ruhiger unsere Emotionen werden.. was Geduld erfordert, da dies seine Zeit braucht.

Ich wünsche dir diese, da die Geduld immer ein sehr wichtiger Baustein in unserem Leben ist und bleiben wird (für mich jedenfalls 😉)❣️

Namaste🙏
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Re: Meine erste Freundin

Post 186 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 09:59 Und jetzt halte ich hier mal meine Klappe und lasse Anja ihren Raum, denn letztendlich ist das Leben immer das, was wir uns selber eingestehen und zulassen.
Musst du nicht. Also jedenfalls nicht wegen mir. Ich schätze jede Meinung, gerade auch, wenn mir jemand nicht nach dem Mund redet.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 10:05 Als Anja von "Liebe" zu ihrer Freundin sprach, habe ich genau das gedacht. Da ist ein Mensch, der Anja sehr intensiv etwas von ihr, Ajna, selber spiegelt. Die Emotionen sagen den Menschen, das etwas zu tun ist. Der Schmerz, der damit verbunden ist, ist ein klares Signal. Er schützt uns und weist auf Probleme hin. Die Freundin ist nur der Bote, nicht die Ursache. Das wird schnell verwechselt. Ich bin davon überzeugt, wenn Anja die Ursache ihrer Emotionen erkennt und annimmt, wird der Schmerz nachlassen. Das ist ihre Aufgabe.
Sorry, das ist mir jetzt zu hoch. Ich kann dir nicht folgen...
Die Ursache meiner Emotionen?
Zu Anfang die Euphorie einen Seelenverwandeten gefunden zu haben, bei der ich mich so geborgen fühle, das ich meine eigene Vergangenheit "vergesse"
Gerade jetzt traurig, weil es ihr nicht gut geht und sie sich so zurückgezogen hat, das ich ihr keine Hilfe (mehr) sein kann.
Durch ihre Vergangenheit ist sie ein unglaublich reifer Mensch. Während ich z.B. mit meiner Ex-Freundin (zu der ich ein sehr gutes Verhältnis pflege) häufig Quatsch mache und wir uns ein bisschen wie Kinder aufführen (sie wird 40 in ein paar Tagen), war das bei meiner Freundin eine ganz andere Ebene. Obwohl sie 14 Jahre jünger ist als ich hab ich zu ihr aufgeschaut, sie hat mir eine Art Orientierung gegeben. Ich schrieb ja schon mal, wie eine große Schwester, ein Vorbild... Und, vielleicht ja durch ihre Reife, kann sie mich einfach so als Frau annehmen. Und zwar mit so einer Selbstverständlichkeit, das ich mich bei ihr wie eine "echte" Frau fühle. Dieses Gefühl konnte mir noch niemand anders geben und das macht sie einfach für mich zu einem ganz besonderen Menschen. Und diesen Menschen kann und will ich nicht aufgeben, so lange ich auch nur irgendein Silberstreif am Horizont sehen kann...
Ich hab das schon so oft versucht in Worte zu fassen und bin eigentlich nie zufrieden mit dem Ergebnis :wink:

Also,
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 10:05 Ich bin davon überzeugt, wenn Anja die Ursache ihrer Emotionen erkennt und annimmt, wird der Schmerz nachlassen.
wenn man da unbedingt ein Problem meinerseits hineininterpretieren möchte, fällt mir dazu nur eins ein:
Ich bin keine geborene Frau. Aber meine Freundin hat mich das vergessen lassen. Für sie bin ich eine (he)
Dafür liebe ich sie.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Meine erste Freundin

Post 187 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 11:07 Ich kann dir nicht folgen...
Gibst Du Dir nicht selbst die Antwort ? Du schreibst von ihrer Reife und dass sie es ist, die Dich einfach nur als Frau fühlen lässt. Kann es nicht sein, dass Dir in der Sicht auf Dich selber, genau diese Punkte fehlen ? Dann bist Du jetzt auf dem Weg, an diesen Punkten zu arbeiten. Du weißt jetzt, wie es sich anfühlt, komplett als Frau gesehen zu werden. Du konntest das annehmen. Das wirst Du nicht vergessen und vielleicht auch im Leben mit Anderen wieder spüren können, da eigene Zweifel/Selbsteinschätzung/Selbstbewertung/o.ä. sich verändern. Damit gewinnst Du auch Reife. Kein Wunder, dass da Emotionen kommen. Aber das ist jetzt meine freie Interpretation. Vielleicht gibt es ja auch andere Gründe. Aber es soll nur verdeutlichen, dass die Liebe einen tieferen persönlichen Sinn hat.

Aber wenn ich sie weiter spinne, kommt folgendes heraus: Durch den Rückzug spürst du den Verlust in der Eigenwahrnehmung. Das schmerzt und verunsichert. Aber je mehr Du erkennst, dass Du als Frau gar nicht auf ihr Feedback angewiesen bist, kann der Schmerz nachlassen. Du bist dann ein Stück weiter.

Was Dein persönliches Thema ist, weiß ich natürlich nicht. Aber sind die Assiziationen, die mir gekommen sind. Sie sagen über mich vielleicht sogar mehr als über Dich. Ich finde es jedenfalls sehr spannend, was zwischen Menschen passiert, wenn sie in Kontakt treten. Dannscheinen sich die Grenzen etwas aufzulösen und es ist nicht mehr genau erkennbar, wo des Einen Thema aufhört und des Anderen beginnt.

Edit: Mit Thema meine ich nicht immer ein Problem, sondern bin da wesentlich wertneutraler.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 188 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 12:22 Gibst Du Dir nicht selbst die Antwort ? Du schreibst von ihrer Reife und dass sie es ist, die Dich einfach nur als Frau fühlen lässt. Kann es nicht sein, dass Dir in der Sicht auf Dich selber, genau diese Punkte fehlen ?
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 12:22 Aber wenn ich sie weiter spinne, kommt folgendes heraus: Durch den Rückzug spürst du den Verlust in der Eigenwahrnehmung. Das schmerzt und verunsichert.
Hm, das kann ich so nicht sagen. Eigentlich komme ich hervoragend mit mir klar so wie ich bin. Allerdings bin ich mir natürlich meiner Vorgeschichte bewusst.
Das Gefühl, einfach nur Frau zu sein ist wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sozusagen.
Also eigentlich ist alles gut. Nur in ihrer Gegenwart war es noch einen Tick besser :wink:
Mir hat ja auch vorher nix gefehlt. Ich war schon immer ein Einzelgänger, ich war häufig allein, aber eben nicht einsam. Und mir gings gut dabei.
Und sie hinterlässt nun eine Lücke die es vorher nicht gab.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 12:22 Aber sind die Assiziationen, die mir gekommen sind. Sie sagen über mich vielleicht sogar mehr als über Dich.
Weißt du, liebe Vicky, die Gedanken sind mir beim Lesen auch gekommen. Denn ich war und bin mir meiner Identität sicher. Bei dir habe ich eher den Eindruck, das du momentan an einer Weggabelung stehst.
Wenn du schreibst das du dich morgens im Büro en femme aufhälst, bis die anderen Kollegen kommen und der Gedanke dich reizt, dich vielleicht erwischen zu lassen... :wink:

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 189 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Moin Anja,

nur ganz kurz. - So wie ich das jetzt verstehe, ist es das uneingeschränkte als Frau angenommen sein, was diese "Liebe" offensichtlich ausmacht. Ich habe den Eindruck, dass Du Deine Freundin mit Deiner Reaktion darauf vollkommen überfordert hast. Und die hat jetzt die "Notbremse" gezogen. Im Notbremse Ziehen habe ich ganz viel Erfahrung. Und ich würde (auch ganz ohne Depression) nicht anders als sie reagieren, wenn es mir mit dem Kontakt zu jemandem zu eng würde.

Also: Abhaken muss nicht unbedingt sein. Aber (eher länger als kürzer) Abwarten ist das einzige, was jetzt noch helfen kann. So sehe ich es jedenfalls.

Liebe Grüße
Nicole
Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 190 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin) Nicole
Nicole Doll hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 14:45 So wie ich das jetzt verstehe, ist es das uneingeschränkte als Frau angenommen sein, was diese "Liebe" offensichtlich ausmacht. Ich habe den Eindruck, dass Du Deine Freundin mit Deiner Reaktion darauf vollkommen überfordert hast. Und die hat jetzt die "Notbremse" gezogen.
Was meinst mit "meine Reaktion darauf"? Wie hab ich denn reagiert? Sie hat mich wie eine Frau behandelt und ich hab mich auch so verhalten...
Und was die Liebe angeht, das würde ich jetzt nicht an diesem einen "Frau-sein" Gefühl festmachen. Ich liebe sie als Mensch. Als Ganzes gesehen. Und nicht nur dieses einen Gefühls wegen, das sie mir geben kann...

*Nachtrag
Es ist ja auch nicht so, als hätte sie sich nur von mir zurückgezogen. In den sozialen Netzen ist sie kaum noch aktiv. Und bei unserem letzten Telefonat ging es ihr überhaupt nicht gut. Wie gesagt, sie stand total unter Stress, der sich auch schon körperlich bemerkbar machte...

Und wie gesagt, abhaken kommt für mich eh nicht in Frage :((a

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 191 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Anja hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 15:03 Was meinst mit "meine Reaktion darauf"? Wie hab ich denn reagiert?
Ich hätte mich klarer ausdrücken sollen. Ich meinte dieses sehr intensive Ausleben dieser Beziehung. In meiner Einsamkeit würde ich so etwas leicht mit machen, obwohl es mich emotional völlig überfordern würde - bis ich mich irgendwann erdrückt fühlen würde. Und dann: Notbremse! - und damit zurück in die Einsamkeit. Dass dann eine bereits vorhandene und beiseite gedrängte Depression wieder stark ausbricht, ist sehr wahrscheinlich.

Es ist dieses hin und her gerissen sein zwischen manischen und depressiven Zuständen macht oft das Gefühlsleben eines unglücklichen Menschen aus. Wenn jemand stark depressiv ist, kommst Du an ihn nicht heran. Und wenn er dazu noch Stress hat, erst recht nicht. Dann Fällt zum Feierabend einfach die Klappe und mit dem Wecker am nächsten Morgen ist wieder Großalarm. Und am Wochenende geht dann auch nichts mehr. Das zurück ziehen aus sozialen Netzen kann ein Hinweis darauf sein. Ich hatte oft in meinem Job nur noch Zwangskontakt während der Arbeit und privat lief überhaupt nichts mehr. Ich wollte einfach nur noch Ruhe haben. Es war alles zu viel.

Wegen Deiner heftigen Reaktion mir gegenüber vermute ich, dass ich den Kern getroffen habe. - Ich denke also: Wenn Du jetzt heftig weiter bohrst, hakt Deine Freundin Dich (endgültig) ab.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Meine erste Freundin

Post 192 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin) Nicole,
Nicole Doll hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 16:15 Wegen Deiner heftigen Reaktion mir gegenüber vermute ich, dass ich den Kern getroffen habe.
Meine heftige Reaktion? Ich hab doch nur gefragt wie du das meinst? Bin ganz entspannt...
Naja bei den Beiträgen kommt halt kein Ton mit. Um mich aus der Ruhe zu bringen ist schon einiges mehr vonnöten, glaub mir :wink:

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 193 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 13:37
Hm, das kann ich so nicht sagen. Eigentlich komme ich hervoragend mit mir klar so wie ich bin. Allerdings bin ich mir natürlich meiner Vorgeschichte bewusst.
Das Gefühl, einfach nur Frau zu sein ist wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sozusagen.
Also eigentlich ist alles gut. Nur in ihrer Gegenwart war es noch einen Tick besser :wink:
Mir hat ja auch vorher nix gefehlt. Ich war schon immer ein Einzelgänger, ich war häufig allein, aber eben nicht einsam. Und mir gings gut dabei.
Und sie hinterlässt nun eine Lücke die es vorher nicht gab.
...
Weißt du, liebe Vicky, die Gedanken sind mir beim Lesen auch gekommen. Denn ich war und bin mir meiner Identität sicher. Bei dir habe ich eher den Eindruck, das du momentan an einer Weggabelung stehst.
Wenn du schreibst das du dich morgens im Büro en femme aufhälst, bis die anderen Kollegen kommen und der Gedanke dich reizt, dich vielleicht erwischen zu lassen... :wink:
Hallo Anja,

zum ersten Punkt. Ich möchte die Dinge nicht problematisieren, denn ich kann nicht in Dich hinein schauen. Also spreche ich wieder aus meine Erfahrungen heraus. Mir ging es auch (scheinbar) gut und vom Typ her, komme ich auch sehr gut mit mir alleine zurecht. Doch letztlich konnte ich Nähe zu einem anderen Menschen nicht leben. Einige langjährige Beziehungen haben darunter gelitten und zumindest teilweise sind sie auch daran gescheitert (nein, das ist keine Schuldübernahme, sondern im Sinne einer Selbstkritik zu sehen). Sie blieben distanziert. Die Trennung in meiner letzten Beziehung vor genau 9 Jahren hat mich dann persönlich ziemlich aus der Bahn geworfen. Erst ein tiefes in mich Hineinschauen hat mich erkennen lassen, dass da, sehr gut versteckt, einige Leichen im Keller liegen. Erst die Auseinandersetzung damit hat mich auf einen besseren Weg gebracht und ich habe meine jetzige Frau kennen gelernt.

Ich habe den Eindruck, dass dieser Mechanismus, man scheitert so lange an seinen Problemen, bis man sich ihnen stellt, sehr oft auftritt. Nicht immer sind sie offensichtlich und nicht immer sind sie so gravierend. Mir fällt auch immer wieder auf, wie sehr sich Menschen (meine Person inklusive) sträuben, genau bei sich hin zu schauen und sich schmerzhaften Dingen zu stellen. Die Psychologie sagt auch, dass es nicht immer gut ist, weil diese Schmerzen sehr verunsichern können und es vielleicht besser ist, die alten Sachen ruhen zu lassen. Mir geht es nur darum, auf Möglichkeiten hinzuweisen. Was man daraus macht, entscheidet man selber. Ich glaube aber, dass ein enormes Potential darin steckt.

Meine weibliche Perspektive ist auch nicht die Ursache. Sie ist noch nicht einmal mein Problem. Diese liegen an irgendeinem Punkt, der gar nicht so offensichtlich ist. Es können Verletzungen sein, die man als Kind erfahren hat. Die Psyche versteckt sie und schon kommt man nicht mehr so ohne weiteres dran. Es ist ein Schutzmechanismus, ohne den man nicht ohne weiteres weiter leben kann. Meine Erklärung heute: Ich bin auch HSP, vielleicht nicht extrem ausgeprägt, aber doch deutlich. Als Kind wurde das von meinen Eltern nicht erkannt, Sie waren schlicht unfähig dazu und das Erkennen von Talenten und Stärken war in den 1960er-Jahren nicht Thema. Du kennst sicher die Sätze, die ein eher weiches Kind in der Zeit zu hören bekam. Das war kein böser Wille und meine Eltern haben mich nicht misshandelt, aber es hat mich massiv verletzt und in wichtigen Punkten habe ich keine Unterstützung erfahren. Was liegt da näher als sein Gefühlsleben zu verbergen und sich abzukapseln. Ich lernte alleine mit mir zu Recht zu kommen. Wenn ich heute teilweise Familien sehe, in denen die Kinder eine gute Unterstützung der Eltern erfahren, freut mich das sehr, aber ich sehe auch, was mir fehlt. Damit kann ich jetzt aber umgehen. Früher, als das noch in meinem Untergrund gewirkt hat, weil ich es mir nicht bewusst war, haben mich solche Situationen aus heiterem Himmel unleidig und nörglerisch gemacht. Die Zusammenhänge habe ich erst sehr viel später begriffen. Heute bin ich viel ausgeglichener, aber an mir "knabbern" muss ich heute noch.

Wie gesagt, dass soll keine Analyse sein, was Dich betrifft, sondern nur eine Anregung. Mir hilft es jedenfalls, das aufzuschreiben, denn dadurch muss ich sie für mich klarer strukturieren. Dafür bin ich dankbar.

Zum zweiten Punkt: Ich glaube, ich habe vor kurzem eine Weggabelung hinter mir gelassen. Dabei geht es um die Frage, wie offen ich mit meinem Wesen umgehen soll. In der Öffentlichkeit habe ich kein Problem und in meiner Ehe habe ich das Thema intensiviert. Wir sind hier in guten Gesprächen. Im Umfeld bin ich bisher, auch auf Wunsch meiner Frau, nicht geoutet. Weder in der Nachbarschaft, noch auf der Arbeit. Aber mein Leben en femme wird immer selbstverständlicher, wenn ich dazu aufgelegt bin. Könnte ich mich zu einer Seite der Medaille bekennen, wäre es vielleicht einfacher. Aber mein Leben geht in Phasen hin und her. Wie will man denn so was erklären ? Ich habe noch keinen tragfähigen Weg gefunden, also suche ich Gründe es nicht zu tun. Mich selbst "per Zufall" zu offenbaren, ist vermutlich Ausdruck davon. vermutlich ist das die schlechteste Lösung. Deshalb denke ich daran, Kontakt mit unserer Gleichstellungsbeauftragten diesbezüglich aufzunehmen. Ich habe Vertrauen zu ihr. Auch die Gespräche mit meiner Frau bringen in mir einiges ans Laufen. Ich will darauf hier nicht näher eingehen, denn das ist Dein Fred. Aber an anderer Stelle werde ich das Thema vielleicht vertiefen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 194 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 30. Okt 2019, 06:49 Mich selbst "per Zufall" zu offenbaren, ist vermutlich Ausdruck davon. vermutlich ist das die schlechteste Lösung.
Ich erinnere mich an 3 Outings, nicht ganz zufällig, aber auch nicht gerade geplant.
Es ging um 3 Frauen aus meinem Leben, mit denen ich nahezu täglich Kontakt hatte, ich mich aber nicht traute, mich bei ihnen zu outen.
Ich sags mal so, ein paar Bier, WhatsApp und ein Foto erledigten das an einem Abend :lol:
Naja, am nächsten Morgen, wieder nüchtern, ging mir schon durch den Kopf "oh Gott, was hast du da bloß getan?"
Aber es ging alles gut. Interessanterweise erfuhr ich, das eine sogar schon mal einen Partner hatte, der nun auch als Frau lebt, sogar schon die GaOP hatte. So hatte sie dann schon Erfahrung mit Transfrauen und wir konnten tiefe Gespräche über das Thema führen (he)

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 195 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

es gibt mal wieder etwas zum Thema zu berichten.
Am Mittwoch kam eine Nachricht von ihr bezüglich meinem WhatsApp Status. Darauf hin tauschten wir ein paar Nachrichten aus.
Da ich wusste, das sie gerade arbeitet und man dann gut mit ihr telefonieren kann, fragte ich sie spontan, ob sie Lust hat zu telefonieren. Sie ließ sich drauf ein und wenig später klingelte schon mein Handy. Wir telefonierten ziemlich genau eine Stunde. Es war "wie früher", eine normale Plauderei...
Eigentlich liegt mir ja ziemlich viel auf der Seele, gerade was sie angeht, aber ich war zu feige das anzusprechen. Ich wollte (mir) das Gespräch nicht verderben. Ich hatte auch eigentlich gehofft, das von ihr etwas kommt. Aber weder hat sie ein Wort über das Päckchen verloren, noch zu ihrem Verhalten in der letzten Zeit. Ich hätte mir eine Entschuldigung oder zumindest eine Erklärung gewünscht.
Also eigentlich hatten wir ein nettes Gespräch, aber aus obigen Gründen fühlte ich mich dann hinterher schlecht :roll:
Sie machte jetzt auch nicht mehr so den niedergeschlagenen Eindruck wie beim letzten Mal, es ging ihr eigentlich gut...
Da kommen mir nun schon Zweifel, ob ich mit meiner Vermutung noch richtig liege. Vielleicht bin ich ihr einfach nicht mehr wichtig?
Ich schrieb ihr nach unserem Telefonat noch, das es schön war, mal wieder ihre Stimme zu hören. Hat sie gelesen, aber keine Antwort...

Inzwischen hab ich auch noch mal mit meiner Frau und meiner Ex-Freundin darüber gesprochen. Ich finde ich habe schon ziemlich viel getan, sicher mehr, als man aufgrund ihres Verhaltens von mir erwarten kann. Es fühlt sich langsam wie eine emotionale Einbahnstraße an. Ich finde, es ist an der Zeit, das jetzt mal was von ihr kommt. Ich habe ihr schließlich gezeigt, das sie mir wichtig ist.
Deswegen werde ich erstmal keine weiteren Bemühungen aufwenden und versuchen, mich emotional aus der Situation herauszuziehen.
Kann ja irgendwie auch nicht sein, das ich mich immer schlecht fühle wegen ihr... Das ist doch nicht der Sinn einer Freundschaft :!:
Ich blocke sie jetzt nicht bei WhatsApp und werde sie auch bei Facebook nicht entfernen, ich bin also noch da, wenn sie mich brauchen sollte. Aber ich werde von mir aus nix mehr unternehmen...
Wie gesagt, ich finde jetzt ist sie erstmal dran.

Grüße
die Anja
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