Meine erste Freundin
Meine erste Freundin - # 12

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Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 166 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

Tja, vom Verstand her ganz einfach, oder? Aber wenn man emotional drinhängt, ganz und garnicht.
Ich weiß, Unterscheidung heißt Diskriminierung. Bitte bitte nehmt mir das nicht übel, ich möchte eure Beiträge auch nicht abwerten oder ähnliches.
Wie ich weiter vorne ja geschrieben hatte, hatte ich sieben (geborene) Frauen um mich rum, die mich durch die Trauerphase begleitet haben. Und keine kam auf die Idee sowas
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 15:42 Ganz ehrlich Anja......mach nen Haken dran!
zu mir zu sagen.
Klar, das ist die logische Konsequenz, wenn man die Situation analysiert und nicht betroffen ist. Abhaken = Leiden beenden.
Aber so kann ich nicht damit umgehen, da ich ja betroffen bin. Und das ist meinen Unterstützerinnen anscheinend auch klar. Ich verstehe nur nicht, warum ich hier solche Vorschläge bekomme? Ist ja nicht das erste Mal... :wink:
Wenn ihr jemanden verliert, den ihr liebt, könnt ihr da auch einen "Haken dranmachen?" :shock:

Grüße
die Anja
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Johanna:-*
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Re: Meine erste Freundin

Post 167 im Thema

Beitrag von Johanna:-* »

Liebe Anja.....
Ich habe von Anfang an mitgelesen. Es war schön soviele tolle Geschichten zu hören.
Man kann sagen bei den ganzen auf und ab habe ich wirklich ein wenig mit gelitten. Vermutlich gibt es kein "happy end" das tut mir nicht nur dir sehr leid, auch deiner Freundin.
Wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren, mit nichts als einen verdammt großen Fragezeichen als Überbleibsel, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Was deine Freundin hat weiß ich nicht genau. Aus eigener Erfahrung mit Depressionen kann ich dir nur sagen das eine völlige Abschottung von einst geliebten Menschen nicht persönlich gemeint ist. Du verlierst einfach jegliche Emotionen. Man weiß nicht mehr wer Freund und wer Feind ist, verlierst die Lust an allem was dir einst großen Spaß bereitet hat und was dir Freude gebracht hat ist nur noch lästig.
Das schlimmste ist, du bekommst es selber garnicht mit weil der große schwarze Hund dich einfach erdrückt, von innen heraus.

Aber eine Freundin wie dich zu haben ist mit nichts aufzuwiegen. Die sich nicht aufdrängt, sich bereit hält und vorallem verzeiht.
Solche Menschen gibt es nicht oft. Wie wichtig sie sind wird man erst sehr viel später begreifen wenn man vom Abgrund wieder weggehen kann.
An dir liegt es auf keinen Fall....
Ich wünsche dir sehr viel Kraft, Ausdauer und Zeit.

P.S sorry das es ein längerer Text wurde :-p

Liebe grüße
Johanna
Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 168 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Johanna:-* hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 16:31 Aber eine Freundin wie dich zu haben ist mit nichts aufzuwiegen. Die sich nicht aufdrängt, sich bereit hält und vorallem verzeiht.
Solche Menschen gibt es nicht oft. Wie wichtig sie sind wird man erst sehr viel später begreifen wenn man vom Abgrund wieder weggehen kann.
Wow (he)
Vielen Vielen lieben Dank! Das berührt mich. Mir kommen (wirklich) beinahe die Tränen.
Das gibt mir wieder Kraft, doch noch durchzuhalten...

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 169 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 16:38 Das gibt mir wieder Kraft, doch noch durchzuhalten...
Ja bitte, aber achte auch auf Dich selber. Es ist auch in Ordnung, wenn es Dir zu viel wird. Im Übrigen kann ich mich Johanna nur anschließen .... )))(: ---))) (so) (na)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 170 im Thema

Beitrag von Aria »

Anja hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 16:05 Wie ich weiter vorne ja geschrieben hatte, hatte ich sieben (geborene) Frauen um mich rum, die mich durch die Trauerphase begleitet haben. Und keine kam auf die Idee sowas
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 15:42 Ganz ehrlich Anja......mach nen Haken dran!
zu mir zu sagen.
Klar, das ist die logische Konsequenz, wenn man die Situation analysiert und nicht betroffen ist. Abhaken = Leiden beenden.
Aber so kann ich nicht damit umgehen, da ich ja betroffen bin. Und das ist meinen Unterstützerinnen anscheinend auch klar. Ich verstehe nur nicht, warum ich hier solche Vorschläge bekomme? Ist ja nicht das erste Mal... :wink:
Wenn ihr jemanden verliert, den ihr liebt, könnt ihr da auch einen "Haken dranmachen?" :shock:
Genau, die haben dir das nicht gesagt, weil die wissen, wie du drauf reagieren wirst und, dass das bei dir wahrscheinlich nicht gut ankommt. Da ich dich aber nicht so gut kenne, wie besagte Frauen, ich dich aber nicht leiden sehen mag, rate ich dir genau das. Am Ende ist es aber immer noch deine Entscheidung: Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken.

Klar habe ich Liebschaften nachgetrauert aber ich habe auch gelernt, dass es besser ist, so schnell es geht, einen Haken dran zu machen, allein nur um sich selbst zu schützen. Wenn du nur oft genug solche Situationen durchlebt hast, wirst du zu dem Schluss kommen, dass dies die beste Methode ist. Leiden, ja - ohne Frage, aber nicht um jeden Preis und bis in alle Ewigkeit. Denn je schneller du abschließt, desto eher bist du wieder offen für etwas neues. Und wer weiss, vielleicht wartet ja schon eine tolle Freundin gerade um die Ecke. Wäre doch schade, wenn du die Gelegenheit verpassen würdest, nur weil du dieser nachtrauerst.
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Re: Meine erste Freundin

Post 171 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ich muss sagen so weh es auch tut - Aria hat Recht.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sollte die Zeit dann doch was anderes bringen ist es eine positive Überraschung.
Aber dich ständig Quälen macht dich kaputt.
Lisa
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Re: Meine erste Freundin

Post 172 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 18:20 Da ich dich aber nicht so gut kenne, wie besagte Frauen, ich dich aber nicht leiden sehen mag, rate ich dir genau das. Am Ende ist es aber immer noch deine Entscheidung: Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken.
Naja, ich habe ja nun schon mehrmals darauf hingewiesen, das ich hochsensibel bin und meine Gefühle zeitlebens schlecht in den Griff bekommen habe. Deswegen bringen mir auch solche Ansätze wie "mach nen Haken dran" oder "deine Entscheidung.." nichts.
Es ist keine Entscheidung. Ich kann nicht entscheiden wie ich empfinde. Es kann ja sein, das die meisten Menschen ihre Gefühle derartig im Griff haben. Ich hab das aber nicht. Ich kann das nicht. Ich bin anders und das war schon immer so... Ich bin froh das ich mich inzwischen wieder halbwegs gefangen habe und mir nicht bei jedem Gedanken an sie die Tränen verkneifen muss.
Allerdings reicht der Flügelschlag eines Schmetterlings um mich emotional wieder völlig entgleisen zu lassen. Ich hab Freitag Abend noch kurz bei FB reingeschaut und blickte ihr plötzlich direkt in die Augen, da sie gerade ihr Profilbild aktualisiert hatte und dieses Bild nun ganz oben in meiner Timeline stand. Und das reichte schon aus, das ich die halbe Nacht nicht zur Ruhe kam.
Vielleicht habt ihr nun einen besseren Eindruck davon, wie ich ticke.
Lisa-Weber hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 18:48 Ich muss sagen so weh es auch tut - Aria hat Recht.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Von dir hatte ich jetzt irgendwie mehr Verständnis erwartet, da du doch selbst gerade in so einem emotionalen Dilemma steckst... Oder kannst du diese Gefühle für Vanessa mal eben ausschalten?
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 18:20 Genau, die haben dir das nicht gesagt, weil die wissen, wie du drauf reagieren wirst und, dass das bei dir wahrscheinlich nicht gut ankommt.
Das ist nicht der Grund. Ich hab ja in verschiedenen Threads schon mal drauf hingewiesen, das für mich die Sozialisation ein wichtiges Thema ist, deswegen "plaudere" ich jetzt mal aus dem Nähkästchen.
Frauen denken eher nicht lösungsorientiert, sie helfen einfach durch Zuhören, Zuspruch, versuchen einen emotional zu unterstützen und zu trösten. Einen wieder aufzubauen.
Einfach gesagt, sie lösen dein Problem nicht, aber sie helfen dir beim Tragen (he)
Männer denken eher lösungsorientiert. Du leidest wegen Person X, dann trenn dich doch "einfach"! Fertig.
Das meine ich grundsätzlich, es kommt natürlich auf die Situation an, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn z.B. eine Frau einer anderen Frau erzählt, das sie sich immer über eine Kollegin ärgert, die sie jeden Tag zur selben Zeit in der Küche trifft, weil sie sich da immer einen Kaffee holt, würde die andere Frau auf den Ärger eingehen.
Erzählt die selbe Frau einem Mann, das sie sich immer über die Kollegin in der Küche ärgert, würde der Mann vermutlich antworten: Dann hol dir deinen Kaffee halt wann anders. Problem -> Lösung.
Frauen wollen aber häufig nicht, das jemand anders ihre Probleme löst. Sie möchten Verständnis für ihre Situation (in dem Fall ihren Ärger).
Ist meine persönliche Beobachtung. Ich habe diese "Denke" wenn mir eine Frau von einem Problem erzählt, ihr gleich mit nem Lösungsvorschlag zu kommen, inzwischen ganz gut abgestellt und konzentriere mich nun mehr auf Verständnis und Anteilnahme. Wenn diejenige dann nämlich einen Lösungsvorschlag haben möchte, äußerst sie das in der Regel von allein.
Jedenfalls ist aus meiner Sicht das der Grund, warum mir geborene Frauen eben nie mit solchen Vorschlägen kommen würden...

Sorry. Wie gesagt, meine persönliche Beobachtung.
Durch meine Hochsensiblität nehme ich meine Umwelt sehr viel detailierter wahr. Normalerweise filtert das Gehirn ja jede Menge selbständig raus. Das funktioniert bei mir nicht so gut, deswegen versuche ich z.B. mit Musik im Ohr wenn ich unterwegs bin, den äußeren Zufluss zu steuern. Das mache ich z.B. auch wenn ich mich auf etwas konzentrieren muss, damit ich nicht zu viel von außen abgelenkt werde.
Naja und deswegen fallen mir dann auch solche Unterschiede, wie oben beschrieben, auf. Hat eben nicht nur Nachteile meine Gabe :wink:
Und meine Beobachtungen nutze ich dann für meine eigene Sozialisation...

Grüße
die Anja
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Re: Meine erste Freundin

Post 173 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33 Hat eben nicht nur Nachteile meine Gabe :wink:
Das kann man wunderbar nutzen. Ich war einmal in einem Seminar über HSP. Das war sehr spannend, als ein anderer Teilnehmer erzählte, dass er für andere oftmals als eine Art "Seher" gesehen wird. Aber er hat nur über seine Fähigkeit mehr Dinge zu verarbeiten ein sehr viel differenzierteres Bild der Umwelt hatte und damit einen Vorsprung vor Anderen, die das nicht konnten. Mir geht es manchmal auch so. In Besprechungen weiß ich oft zu einem frühen Zeitpunkt, welches Ergebnis heraus kommt. Ich muss nur noch den richtigen Zeitpunkt herausfinden, diese Lösung zu präsentieren. Zu früh ist nichts, da müssen sich die Diskutanten noch beharken ...

Aber es ist auch eine große Last, denn das Gehirn kann deswegen nicht mehr, sondern muss nur mehr arbeiten. Das lässt schnell ermüden. Es ist wichtig, die eigenen Kapazitäten sorgfältig einzusetzen.

Auch Deine Beobachtung zum Verhalten von Mann und Frau kann ich bestätigen. Ich denke, das sind ganz tief verankerte Mechanismen auf gesellschaftlicher Basis. Die emotionale Basis ist traditionell den Männer weitgehend versagt, dafür sollten sie Problemlöser sein. Bei Frauen ist das eher umgekehrt. Welcher Mann nimmt denn Ratschläge von Frauen an ? Man gibt das, was von einem erwartet wird und was man infolge langer Übung und Sozialisation auch gut kann. Vielleicht gibt es ja auch noch zusätzlich Veranlagungen.

Ich finde es gut, wie Du damit umgehst.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 174 im Thema

Beitrag von Aria »

Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33 Moinsen (moin)
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 18:20 Da ich dich aber nicht so gut kenne, wie besagte Frauen, ich dich aber nicht leiden sehen mag, rate ich dir genau das. Am Ende ist es aber immer noch deine Entscheidung: Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken.
Naja, ich habe ja nun schon mehrmals darauf hingewiesen, das ich hochsensibel bin und meine Gefühle zeitlebens schlecht in den Griff bekommen habe. Deswegen bringen mir auch solche Ansätze wie "mach nen Haken dran" oder "deine Entscheidung.." nichts.
Ist mir, ehrlich gesagt, bis dato entgangen. Nun weiss ich es besser und werde in Zukunft auf irgendwelche Ratschläge bei dir verzichten.
Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33
Aria hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 18:20 Genau, die haben dir das nicht gesagt, weil die wissen, wie du drauf reagieren wirst und, dass das bei dir wahrscheinlich nicht gut ankommt.
Das ist nicht der Grund. Ich hab ja in verschiedenen Threads schon mal drauf hingewiesen, das für mich die Sozialisation ein wichtiges Thema ist, deswegen "plaudere" ich jetzt mal aus dem Nähkästchen.
Frauen denken eher nicht lösungsorientiert, sie helfen einfach durch Zuhören, Zuspruch, versuchen einen emotional zu unterstützen und zu trösten. Einen wieder aufzubauen.
Einfach gesagt, sie lösen dein Problem nicht, aber sie helfen dir beim Tragen (he)
Männer denken eher lösungsorientiert. Du leidest wegen Person X, dann trenn dich doch "einfach"! Fertig.
Das meine ich grundsätzlich, es kommt natürlich auf die Situation an, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn z.B. eine Frau einer anderen Frau erzählt, das sie sich immer über eine Kollegin ärgert, die sie jeden Tag zur selben Zeit in der Küche trifft, weil sie sich da immer einen Kaffee holt, würde die andere Frau auf den Ärger eingehen.
Erzählt die selbe Frau einem Mann, das sie sich immer über die Kollegin in der Küche ärgert, würde der Mann vermutlich antworten: Dann hol dir deinen Kaffee halt wann anders. Problem -> Lösung.
Frauen wollen aber häufig nicht, das jemand anders ihre Probleme löst. Sie möchten Verständnis für ihre Situation (in dem Fall ihren Ärger).
Ist meine persönliche Beobachtung. Ich habe diese "Denke" wenn mir eine Frau von einem Problem erzählt, ihr gleich mit nem Lösungsvorschlag zu kommen, inzwischen ganz gut abgestellt und konzentriere mich nun mehr auf Verständnis und Anteilnahme. Wenn diejenige dann nämlich einen Lösungsvorschlag haben möchte, äußerst sie das in der Regel von allein.
Jedenfalls ist aus meiner Sicht das der Grund, warum mir geborene Frauen eben nie mit solchen Vorschlägen kommen würden...

Sorry. Wie gesagt, meine persönliche Beobachtung.
Durch meine Hochsensiblität nehme ich meine Umwelt sehr viel detailierter wahr. Normalerweise filtert das Gehirn ja jede Menge selbständig raus. Das funktioniert bei mir nicht so gut, deswegen versuche ich z.B. mit Musik im Ohr wenn ich unterwegs bin, den äußeren Zufluss zu steuern. Das mache ich z.B. auch wenn ich mich auf etwas konzentrieren muss, damit ich nicht zu viel von außen abgelenkt werde.
Naja und deswegen fallen mir dann auch solche Unterschiede, wie oben beschrieben, auf. Hat eben nicht nur Nachteile meine Gabe :wink:
Und meine Beobachtungen nutze ich dann für meine eigene Sozialisation...
Anja, worum geht es hier eigentlich? Um deine zerflossene Freundschaft oder um klischeehafte Zuschreibungen?

Gerade du müsstest doch eigentlich wissen, dass das eine schwarz-weiss-Denke ist, die wir hier etliche Male schon widerlegt haben. Okay, du hältst dich mit all zu krassen Verallgemeinerungen zurück, zeichnest dennoch ein ziemlich eindeutiges Bild von männlichen und weiblichen Verhalten in solchen Situationen.

Ich kann dir zig (cis)-Frauen nennen, die dir mit grosser Sicherheit genau das selbe geraten hätten wie ich. Und ich kann dir von zig Männern erzählen, die 0,0 lösungsorientiert sind und gewichtige Entscheidungen IMMER ihrer Frau überlassen. Und nun erzähle ich dir noch was Eigenartiges. Früher, als Mann, war ich genau so jemand. Ich war ein guter Zuhörer, bin auf jede Wünsche eingegangen, habe immer versucht jedem gerecht zu werden - und wurde letzten Endes eigentlich nur verarscht. Seit ich als Frau lebe, hat sich das alles geändert.
Das soll nicht heissen, dass ich das nicht auch noch alles könnte, doch meine Lebenserfahrungen und mein Lebenswandel hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Und das gilt für alle Menschen. Sozialisation ist eben nicht nur das, was man uns von klein auf eingetrichtert hat, sondern ist auch das, was uns tagtäglich widerfährt - sie hört eben nie auf.
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Re: Meine erste Freundin

Post 175 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33 Von dir hatte ich jetzt irgendwie mehr Verständnis erwartet, da du doch selbst gerade in so einem emotionalen Dilemma steckst... Oder kannst du diese Gefühle für Vanessa mal eben ausschalten?
Nein das kann ich nicht, leider
Aber von der Idee her - könnte es die Sache leichter machen - nur ob das eigene Empfinden es mitmacht - eine völlig andere Seite.
Du hast schon Recht - ich kann es leider auch nicht.
Lisa
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Re: Meine erste Freundin

Post 176 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 21:00
Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33 Von dir hatte ich jetzt irgendwie mehr Verständnis erwartet, da du doch selbst gerade in so einem emotionalen Dilemma steckst... Oder kannst du diese Gefühle für Vanessa mal eben ausschalten?
Nein das kann ich nicht, leider
Aber von der Idee her - könnte es die Sache leichter machen - nur ob das eigene Empfinden es mitmacht - eine völlig andere Seite.
Du hast schon Recht - ich kann es leider auch nicht.
Lisa
Guten Abend,

es geht ja auch nicht darum Gefühle auszuschalten, sondern, diese von eigenen Erwartungen zu befreien ...nichts fremdes gehört uns, also kann der Versuch es festzuhalten auch nur wenig richtig sein. Wir geben Sehnsüchte und Hoffnungen in Beziehungen und leiden, wenn wir erkennen, das sie sich nicht erfüllen, weil wir sie uns erträumt haben. Dabei laufen wir Gefahr etwas festhalten zu wollen, was es so gar nicht gibt. Denn nur weil ich "liebe" muss ich nicht geliebt werden und umgekehrt. Und dennoch ist dieses Gefühl der Zuneigung niemals falsch ... aber es kann eben nur absichtslos und offen genossen werden. Sonst kann sich das gute und befreiende Gefühl von Zuneigung in das schlechte Gefühl von Ablehnung, Neid und Eifersucht umkehren und das passiert in uns, weil sich Erwartungen über Freiheit legen.
Das ist zumindest meine Sichtweise auf das Thema.

Alles Liebe
Vanessa
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Re: Meine erste Freundin

Post 177 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

VanessaL hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 22:21 Sonst kann sich das gute und befreiende Gefühl von Zuneigung in das schlechte Gefühl von Ablehnung, Neid und Eifersucht umkehren und das passiert in uns, weil sich Erwartungen über Freiheit legen.
Ich glaube nicht, dass sich die Gefühle der Liebe umkehren können. Liebe ist ein Kind der Freiheit. Aber die einzige Freiheit, die ich habe, ist die, wem ich meine Liebe schenke. Die schlechten Gefühle sind Anspruchsdenken. Kommt das Anspruchsdenken, geht die Liebe...
Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.
aus "Von der Liebe" von Khalil Gibran
Viele Grüße
Vicky

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Re: Meine erste Freundin

Post 178 im Thema

Beitrag von Aria »

VanessaL hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 22:21
Lisa-Weber hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 21:00
Anja hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 10:33 Von dir hatte ich jetzt irgendwie mehr Verständnis erwartet, da du doch selbst gerade in so einem emotionalen Dilemma steckst... Oder kannst du diese Gefühle für Vanessa mal eben ausschalten?
Nein das kann ich nicht, leider
Aber von der Idee her - könnte es die Sache leichter machen - nur ob das eigene Empfinden es mitmacht - eine völlig andere Seite.
Du hast schon Recht - ich kann es leider auch nicht.
Lisa
Guten Abend,

es geht ja auch nicht darum Gefühle auszuschalten, sondern, diese von eigenen Erwartungen zu befreien ...nichts fremdes gehört uns, also kann der Versuch es festzuhalten auch nur wenig richtig sein. Wir geben Sehnsüchte und Hoffnungen in Beziehungen und leiden, wenn wir erkennen, das sie sich nicht erfüllen, weil wir sie uns erträumt haben. Dabei laufen wir Gefahr etwas festhalten zu wollen, was es so gar nicht gibt. Denn nur weil ich "liebe" muss ich nicht geliebt werden und umgekehrt. Und dennoch ist dieses Gefühl der Zuneigung niemals falsch ... aber es kann eben nur absichtslos und offen genossen werden. Sonst kann sich das gute und befreiende Gefühl von Zuneigung in das schlechte Gefühl von Ablehnung, Neid und Eifersucht umkehren und das passiert in uns, weil sich Erwartungen über Freiheit legen.
Das ist zumindest meine Sichtweise auf das Thema.

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Eigentlich geht es immer nur um uns.
Das zeigt auch dieser Artikel
https://www.zeitjung.de/egoismus-in-der-liebe/
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Re: Meine erste Freundin

Post 179 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2019, 07:33 Ich glaube nicht, dass sich die Gefühle der Liebe umkehren können.
Dann lieben wohl die wenigsten ...

Namasté
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Re: Meine erste Freundin

Post 180 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

Ich hab den Eindruck, das ich mich immer noch nicht klar genug ausdrücke, obwohl ich eigentlich stets bemüht bin :lol:
Aria hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 19:55 Anja, worum geht es hier eigentlich? Um deine zerflossene Freundschaft oder um klischeehafte Zuschreibungen?
Also erstmal sehe ich die Freundschaft nicht als zerflossen an.
Ich vermute eine depressive Phase bei ihr. Genau wissen tue ich es aber nicht. Hatte ich auch schon mehrmals drüber geschrieben. Während die einen sich über ständige Wiederholungen beklagen, überlesen andere anscheinend mein Geschreibsel...
Und was die klischeehaften Zuschreibungen angeht, habe ich erstens darauf verwiesen, das es sich um meine persönlichen Beobachtungen handelt und zweitens, habe ich darauf hingewiesen, das es sicherlich auch Ausnahmen gibt.
Deswegen bestreite ich das auch garnicht:
Aria hat geschrieben: Mo 28. Okt 2019, 19:55 Ich kann dir zig (cis)-Frauen nennen, die dir mit grosser Sicherheit genau das selbe geraten hätten wie ich. Und ich kann dir von zig Männern erzählen, die 0,0 lösungsorientiert sind
Ich hab auch keine Lust jetzt Erbsen zu zählen. Meine Beobachtungen sind meine Beobachtungen. Ob es sich um ein Klischee handelt oder nicht, so haben sie doch meistens eine Basis... Jedes Klischee kommt von irgendwo her...
Für mich spielen die Verhaltensweisen meines Geschlechts eine große Rolle und ich orientiere mich an ihnen, eben sie soziale Anpassung.
Wem das nicht wichtig ist, der kann das auch einfach überlesen...

Ich weiß, das ihr mir mit meiner Freundin auch nicht wirklich helfen könnt. Und die Ratschläge, was auch immer ich mit meinen Gefühlen anstellen soll, sind für mich nur sehr schwer realisierbar.
Genauso wie ich zu Anfang vom Thread meine Euphorie mit euch geteilt hab, möchte ich nun ich nun meine Sorgen mit euch teilen...
Allein das drüber reden hilft mir schon, mit der Situation besser umgehen zu können. Genauso hab ich mich anderen Frauen aus meinem Bekanntenkreis anvertraut, eben weil mir das reden hilft.
Und dann kommen auch so konstruktive Dinge dabei heraus, wie z.B. das Verwöhn-Paket... (he)
Ich hoffe, damit hab ich einigermaßen aufgezeigt, worum es mir geht. Ich trage eine ziemliche emotionale Last mit mir rum und ich habe das Gefühl, es wird leichter, wenn ich sie teile )))(:

Grüße
die Anja
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