Ich habe ja schon einiges von Toni gelesen, aber das toppt alles. Ich weiß nicht, ob hier überhaupt etwas richtig ist.Toni Smith hat geschrieben: Fr 7. Jun 2019, 18:47 Body Positivity sagt, du darfst alles machen so lange es niemanden anderen schadet und du dich dabei gut fühlst.
Das erinnert mich an ein Beispiel von so einem Fitnesscoach auf Youtube, der meinte Schokolade macht nicht glücklich. Was er damit meinte, wenn man heiß Hunger auf Schokolade hat, dann meint man für den moment glücklich zu sein wenn man sie ist, danach aber fühlt man sich schlecht.
Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Denn tatsächlich kann Schokolade glücklich machen aber wenn ich nach der Hälfte der Taffel weiter esse, dann singt der Glücklichkeitsfaktor und die Wahrscheinlichkeit das mir Schlecht wird steigt.
Dieses Phänomen wird in der VWL in der Sättigungskurve (hat bestimmt einen anderen Namen, weiß den aber nicht mehr) beschrieben.
Man kann seinem Körper also durch Schokolade essen durch aus was Gutes tun. Denn die ersten Bissen setzen Glückshormone frei, entspannen uns und senken dadurch den Stress und das ist gesund. Nicht gesund ist es wenn man den Sättigungspunkt überschreitet aber dann stoppt uns normalerweise, ein schlechtes Gefühl. Außerdem ist noch der Gewöhnungsprozess zu beachten. Diesen kann mit längeren Phasen der Abstinenz und mit Variation begegnet werden.
Ähnlich ist es in der HRT auch. Deshalb fragen die Endos auch eher nach dem, wie es uns geht als zu streng nach den Werten zu gehen.
Bei Body Positivity geht es erstmal um das Selbstbild und die Sicht auf den eigenen Körper. Im zweiten Schritt darum diese andere Sicht in der Gesellschaft zu verankern. Was Toni da geschrieben hat, das ist schlicht falsch.
Was Toni mit Sättigungspunkt bezeichnet heißt fachlich korrekt "šGesetz vom abnehmenden Grenznutzen"˜. Allerdings wird hier alles munter durcheinander geworfen. Betrachtungsobjekt ist der individuelle Nutzen, in den verschiedene Faktoren einfließen. Das Konzept ist ziemlich abstrakt und mir fehlt der Eindruck, dass Toni dieses Konzept auch nur im Ansatz verstanden hat.
Den Höhepunkt der Absurdität erreicht der Post, wenn dieses Konzept dann auf die HRT übertragen wird. Für die HRT ist das überhaupt nicht anwendbar. Der Wirkungszusammenhang ist ganz anders (Details würden diesen Post völlig sprengen, deshalb lasse ich sie weg. Die Nutzentheorie beansprucht im VWL-Studium einige Stunden und viele Seiten Fachliteratur. Das müsste ich erst einmal alles erklären und dann kann ich anfangen zu erläutern, warum es nicht anwendbar ist).
Außerdem kann ein Endo die Hormonwerte gar nicht abfragen, denn die werden per Blutuntersuchung gemessen. Der Endo sollte fragen wie es uns geht, um sich zusammen mit den gemessenen Werten ein vollständiges Bild zu machen.
@Toni: Ich würde vorschlagen, dass Du erst einmal die Fakten für dich sauber recherchierst und klärst, bevor Du solche Posts in die Welt. Zudem halte ich es für keine gute Idee hier mit volkswirtschaftlichem falsch verstandenem Halbwissen belehrende Posts zu schreiben. Jeder kann und darf sich eine eigene Meinung bilden und Fakten in eigener Weise interpretieren. Doch die zugrundeliegenden Fakten und Hintergründe sollten korrekt sein.
Liebe Grüße
Anke
Diplom-Volkswirtin