Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?
Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend? - # 2

Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2020-07-10
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Selbstdarstellung der Grund für den Hass im Netz?

Ich hab mich in einer FB Trans-Gruppe gefragt warum die aufeinmal alle so nett sind. Vor einem Jahr herrschte da noch ein ganz anderer Ton. Nach ein bisschen Recherche, ist mir aufgefallen, dass sie neue Regeln eingeführt haben. Diese verbieten manipulierte Photos. Ratet mal was passiert ist?

Nach und nach verabschiedeten sich die Selbstdarsteller von der Gruppe. Zurück blieb ein respektvoller Umgang.
Dank also an die konsequente Moderation dieser Gruppe.

Kein Rumgetrolle, kein Neid, keine retuschierten Fotos und damit Frust auf die Veränderungen bei anderen.

Kann es denn so einfach sein?

Und auch hier im Forum ist mir dies schon aufgefallen. Die Mechanismen der Selbstdarsteller Plattformen FB und Instagram funktionieren hier nicht und darum bleibt es auch ruhig und meist auch sachlich.
Selbst wenn man sich mal im Ton vergriffen hat, hat man die Chance sich zu rehabilitieren.
Das alles funktioniert hier sogar mit einer recht freien Moderation.

Irgendwie erinnert es mich auch an einen Schulhof bzw. eine Klasse. Da gab es auch Selbstdarstellung und die größten Selbstdarsteller waren meist die Queenbees und Mobber. Die hatten auch immer ihre Follower. Schon irre wie einem diese Mechanismen wieder begegnen.

Wenn man also die Mechanismen der Selbstdarstellung bricht, schafft man wieder einen respektvollen Umgang.
Jaddy
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 17 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Diva hat geschrieben: Mi 5. Jun 2019, 08:37Hallo Jaddy (wo ist dein Bild mit dem roten Kleid?)
So sehe ich doch gar nicht mehr aus. Aber ich hab's in die Galerie geladen ;)
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Guten Morgen,

ich denke, dass digitale Medien jedes Thema dramatisch in der Entwicklung beschleunigt. Es gibt zum einen eine erhebliche Beschleunigung im Infoaustausch. So bekomme ich von sehr vielen Menschen eine Rückmeldung, die ich ohne Rechner und Netz nie bekommen hätte. Mein Leben wäre in einer Blase verlaufen. In dieser Blase sind Änderungen sehr viel langsamer, da die angestammten "Regeln" sich viel langsamer ändern als mit dem Austausch mit anderen. Ich hätte wahrscheinlich niemals andere Betroffene gesprochen oder geschrieben und auch nicht, wenn sie nebenan wohnen.

Der andere wichtige Aspekt ist die Anonymität. Erst dadurch kommen viele Menschen aus ihren "Schneckenhäusern" und sind in der Lage durch Aussprechen ihrer persönlichen Situation und der Erkenntnis, dass es anderen auch so geht, eine Weiterentwicklung einzuleiten.

Ich stamme noch aus einer Zeit, in der es keine Rechner gab. Wir haben auf er Straße Fußball gespielt und im Wald Hüttchen gebaut. Und trotzdem ist das Thema Trans für mich seit jeher von Bedeutung. Ich konnte es bloß nicht benennen. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob nicht Aspekte in meiner Sozialisation dazu geführt haben, dass ich mich stark zur weiblichen Seite hingezogen gefühlt habe, quasi als Ersatz für eine für mich nicht lebbare Männlichkeit eine wichtige Rolle spielt. Quasi nach dem Motto: Ich lebe die Frau, weil ich den Mann (in üblicher Form) nicht leben kann. Das wäre eine Erklärung für meine starken Schwankungen.

Die oben genannte Beschleunigung und Anonymität ermöglicht heute aber andere Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass es mehr Transmenschen, und damit meine ich "echte" TS, aber auch die Menschen, die sich nicht ganz einer Seite zugehörig fühlen (können ?), gibt, sondern, dass viel mehr Menschen bewusst werden, dass sie eine eigene Persönlichkeit haben, die jenseits einer Schublade liegt. Darin liegt eine Chance für "Positivity".

"Digitale Depression" ist die andere Seite der Medaille. Aber sie ist im Kern nichts Neues. Seit jeher haben Menschen sich durch Betonung des Äußeren einen Ausdruck gesucht. Und dafür gab und gibt es Regeln. Wer nicht aussieht, wie andere, gehört nicht dazu. Eine der schlimmsten Strafen für Menschen ist das Ausschließen aus einer Gemeinschaft. Wir sind ohne andere Menschen nicht lebensfähig und gehen zugrunde. Je mehr ich mein Leben im Internet führe, um so mehr passe ich mich den Menschen an, die ich dort vorfinde. Und da es praktisch für jeden eine passende Gruppe gibt, kann ich die mir passende Gruppe heraus suchen.

Dort geht es letztlich wieder um Anerkennung und dem Dazugehören. Wie erscheine ich am ehesten als Frau oder als Segler oder was auch immer ? Wo ich mich herumtreibe, prägt mich. Und ich präge den Raum, in dem ich unterwegs bin. Je mehr ich präge, um so mehr Rückmeldung erfahre ich und um so mehr erfahre ich mich selber als Mensch.

Es gibt doch den alten Witz: Patient: "Herr Doktor, ich werde immer wieder übersehen, helfen Sie mir." Doktor: "Der Nächste bitte". Er drückt genau diese Situation aus. Ich glaube, kein Mensch ist frei davon. Und der Zwang nach Anerkennung macht uns auch zu Abhängigen. Es ist ein Dilemma: Auf der einen Seite will ich unabhängig sein, entferne mich aber dabei genau von den Menschen, die mir die Rückmeldung geben könnten, die ich als Mensch brauche. gehe ich zu sehr auf andere Menschen ein, entferne ich mich von mir selber und werde zum Darsteller in einer künstlichen Welt. Da sie aber für mich falsch ist, muss ich übertreiben und glaubhaft zu wirken und werde zum Selbstdarsteller. Ich denke, der Begriff "Selbstdarsteller" ist völlig falsch, da ich mich nicht selber darstelle, sondern eine Kunstfigur, die es eigentlich nicht gibt.

Wir leben in einem Spannungsfeld und voller innerer Widersprüche. Das Internet bietet eine Plattform für meine Selbstdarstellung. Aber es wird nicht der ganze Mensch gezeigt, sondern nur ein kleiner Teilaspekt. Und je mehr ich in Teilaspekten unterwegs bin, um so weniger lebe ich als ganzer Mensch. Die Teilaspekte werden überhöht, wesentliche Teile meiner Persönlichkeit fallen unter den Tisch. Und die Teile, die ich dadurch nicht leben kann, müssen in meinen aktiven Bereichen kompensiert werden. Ob ich mein Äußeres bis in die letzen Teile optimiere (und sei es nur mit Photoshop) oder zum Nerd für irgend etwas werde, ist dabei gleichgültig.

Das Netz ist zwar sehr vielfältig, aber es existiert nur in kleinen Teilaspekten. Es ist keine Plattform für die ganze Persönlichkeit. Es ist ein Unterschied, ob ich in einem Forum oder auf FB unterwegs bin oder mit einem Freund spreche oder mit dem Nachbar ein Bier trinke. Ich will nicht das Netz verdammen, aber der Umgang damit ist wesentlich für unser Leben. Es geht m.E. um mehr als nur "body positivity". Es geht um mich als ganzem Menschen. Kann ich mich als ganzen Menschen wahrnehmen, ist eine digitale Depression gar nicht möglich. Bin ich in einem Forum für Transmenschen unterwegs, hilft mir das für die Auseinandersetzung mit mir selber, aber es ist nicht mein Leben.

Ich habe mir oft gewünscht einen weiblichen Körper zu haben und so habe ich mit Photoshop meinen Kopf auf verschiedene für mich sehr attraktive weibliche Körper gesetzt. Und da ich ganz gut damit umgehen kann, sieht man auch kaum, dass das ein künstliches Bild ist. Aber ich habe gemerkt, dass das Bild, das ich von mir habe, nicht dem entspricht, was ich auf dem Bild sehe, auch wenn es mir wirklich gefällt. Es besteht vor allem im Netz die Gefahr, dass ich mich in einen Aspekt verrenne, z.B. Trans oder Äußerlichkeiten zu wichtig zu nehmen. Und hier kommt für mich ein wichtiger Begriff ins Spiel: Verantwortung für sich selber übernehmen. Ist es für mich wirklich wichtig, wenn sich jemand "aufdonnert" oder Bilder manipuliert, um "schöner" zu sein als man sich selber fühlt ? Was nützt es mir, im Netz wie eine perfekte Frau auszusehen, auf der Straße aber sofort als Mann in Frauenkleider erkannt werde ? Bin ich im Netz dadurch eine bessere Frau ?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mich als Frau fühle und mich so verhalte, dass es für mich normal anfühlt, bin ich wahrscheinlich wirklich die, die ich in mir fühle. Und wenn ich mich nicht als Frau fühle lasse ich es. Und wenn ich mich aufdonnern will, kommt eben der Griff in die Schminktöpfe. Und wenn ich ein Bild von mir manipulieren möchte, um mich als Frau nackt zu sehen, warum nicht ? Aber es ist die Verantwortung für mich selber, die mich handeln lässt. Künstliche Selbstdarstellung für andere ist etwas anderes. Hier verlasse ich mich selber und lebe ein fremdbestimmtes Leben. Sich an dieser Stelle zu hinterfragen zu können, ist mMn der Königsweg. Das gilt für alle Bereiche des Lebens, nicht nur für Trans.

So sehe ich es jedenfalls.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 19 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Vicki das ist super. Wobei ich denke das die Überhöhung der Teilaspekte eher dazu führt das man sich immer mehr mit diesen Identifiziert und dadurch dann zum "Nerd" in diesem Teilaspekt wird.

Sonst ein toller Text.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Anja hat geschrieben: Mi 5. Jun 2019, 11:13 Moinsen (moin)

ganz im Gegenteil.
Nicole Doll hat geschrieben: Di 4. Jun 2019, 17:35 Wer sich nur lange genug einredet im falschen Körper zu stecken, ist davon irgendwann überzeugt, denke ich.
Ich habe über 30 Jahre lang versucht, mir das auszureden. In der Regel versuchen Transmenschen doch so lange wie möglich "normal" zu sein, kämpfen also gegen ihre Gefühel an, anstatt sich was einzureden.
Oder hab ich dich jetzt falsch verstanden?

Grüße
die Anja
Ich glaube, Transmenschen versuchen sich viele Jahre lang einzureden dass es eine Normalität gäbe. Die gibt es aber nicht. Es gibt nicht ausschliesslich Mann und Frau, es gibt auch noch vieles dazwischen. Man muss bei sich selbst ankommen, das ist wichtig. Dann merkt man auch plötzlich, dass man ja sein ganzes Leben lang im richtigen Körper gesteckt hat, dass man sich nur nicht akzeptieren konnte.

Grüsse,
Ute
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 21 im Thema

Beitrag von Diva »

Jaddy hat geschrieben: Mi 5. Jun 2019, 22:01
Diva hat geschrieben: Mi 5. Jun 2019, 08:37Hallo Jaddy (wo ist dein Bild mit dem roten Kleid?)
So sehe ich doch gar nicht mehr aus. Aber ich hab's in die Galerie geladen ;)
Stimmt, der Bart ist ab! Jedenfalls war das eines der Avatare mit extremem Wiedererkennungs-Effekt. Irgendwie schade drum.
In die Galerie komme ich nicht rein, weil ich wohl wegen meiner Suizid-Geschichten (?) quasi dauer-unfreigeschaltet bin. Aber die Erinnerung funktioniert (leider) noch ausgezeichnet.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 22 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Toni Smith hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 18:20 Wobei ich denke das die Überhöhung der Teilaspekte eher dazu führt das man sich immer mehr mit diesen Identifiziert und dadurch dann zum "Nerd" in diesem Teilaspekt wird.
Genau so meine ich es. Aber viel wichtiger ist, dass man dadurch Teile von sich mehr oder weniger ausblendet. Damit fehlt etwas wesentliches. Bestätigung gibt es nur für den "Spezialteil". Das ist natürlich überspitzt, soll aber das Grundproblem beschreiben.

da kommt mir noch ein Gedanke. Wenn ich mich darauf kapriziere, durch mein Tun Anerkennung zu erhalten, verliere ich auch die Möglichkeit zu erkennen, dass ich vielleicht bedingungslos geliebt werde. Aber das ist nur eine Idee.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 23 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Ute2506 hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 19:24
Anja hat geschrieben: Mi 5. Jun 2019, 11:13 Moinsen (moin)

ganz im Gegenteil.
Nicole Doll hat geschrieben: Di 4. Jun 2019, 17:35 Wer sich nur lange genug einredet im falschen Körper zu stecken, ist davon irgendwann überzeugt, denke ich.
Ich habe über 30 Jahre lang versucht, mir das auszureden. In der Regel versuchen Transmenschen doch so lange wie möglich "normal" zu sein, kämpfen also gegen ihre Gefühel an, anstatt sich was einzureden.
Oder hab ich dich jetzt falsch verstanden?

Grüße
die Anja
Ich glaube, Transmenschen versuchen sich viele Jahre lang einzureden dass es eine Normalität gäbe. Die gibt es aber nicht. Es gibt nicht ausschliesslich Mann und Frau, es gibt auch noch vieles dazwischen. Man muss bei sich selbst ankommen, das ist wichtig. Dann merkt man auch plötzlich, dass man ja sein ganzes Leben lang im richtigen Körper gesteckt hat, dass man sich nur nicht akzeptieren konnte.

Grüsse,
Ute
Oh böse, das wird ich mich nicht trauen zu sagen. Häufig stecken trans. Personen viel Energie, Zeit und Geld in ihren Körper, sich dann einzugestehen es ist doch nicht ganz so eindeutig, ist dann meist nicht mehr möglich, weil die so ein zugeständnis als Niederlage sehen würden. So hat mal eine Freundin argumentiert. Anstatt, dass sie mal drüber nachdenkt, geht sie einfach weiter und hat sich somit hochverschuldet aber die nächsten OPs sind schon geplant.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 24 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-11-01 »

Toni Smith hat geschrieben: Fr 7. Jun 2019, 09:10 ... Häufig stecken trans. Personen viel Energie, Zeit und Geld in ihren Körper, sich dann einzugestehen es ist doch nicht ganz so eindeutig, ist dann meist nicht mehr möglich, weil die so ein zugeständnis als Niederlage sehen würden. So hat mal eine Freundin argumentiert. Anstatt, dass sie mal drüber nachdenkt, geht sie einfach weiter und hat sich somit hochverschuldet aber die nächsten OPs sind schon geplant.
Hallo,
ein Scheitern als Niederlage zu sehen, ist durchaus nachvollziehbar. Mir selbst geht es so, daß ich mich wirklich gerne mit schönen cis-Frauen identifiziere und gerne Ideen aufnehme, die ich dann umzusetzen versuche (Mode, Make-Up, Lippenlifting z.B.). Aber ich weiß auch, wo meine Grenzen sind, und die sind verdammt eng gesetzt. Das Ergebnis mag also nicht immer stimmig sein und Kopfschütteln bei den Mitmenschen verursachen - aber mein Selbstwertgefühl ist dennoch extrem hoch - so, wie ich es damals in der Mannsrolle nie hätte empfinden können. Ich bin jetzt einfach ich, mit all den vielen kleinen Schwächen und Fehlern im Passing. Na und? Also sollen die Lück doch denken, was sie wollen, lass sie doch reden. Mir macht es Spaß und ich habe wenigstens im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht, mich meinem Ideal anzunähern. Und so manche cis-Frau kann mit mir nicht mithalten, das ist doch Trost genug!
mfG LGD
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Top Model - Wie die Schönheitsindustrie neue Idealbilder setzt, um damit neue Kundenkreise zugewinne.

https://www.idowa.de/inhalt.freischreib ... 4eb2b.html

Jetzt sind also trans. Frauen auch ein explizitäs Bild bei solchen Shows. Was macht das? Bei den trans. Frauen setzt das einen neuen Schönheitstandard. Die Cis Mädchen hingegen sehen, "verdammt der "Junge" sieht besser aus als ich." Es ensteht dadurch ein neuer Schönheitsdruck, der extrem ungesund ist. Denn das Schönheitsbild ist ja komplett künstlich. Mit Hormonen und OPs wird rumgedoktort und jedem suggeriert "das kannst du auch".

Was einfach falsch ist. Es wird ein Ziel gesteckt was man gar nicht erreichen soll. Wer profitiert davon? Die gesamte Schönheitsindustrie. Mode, Diät, Pharma und Ärzte.

Das Profitpotenzial von Transgender ist immens hoch. Ich schätze es auf 100 000 Euro pro Transgender und das ist vermutlich noch untertrieben. Da wären die Hormone, die Epilation, die Operationen, der Wechsel der Klamotten, Therapien, Fitnessabos usw. Zusätzlich schafft man sich eine treue Zielgruppe die den üblichen Schönheitsidealen nacheifern wird, um zu passen.

Da wäre es doch eine super Sache, wenn man möglichst vielen einredet. So ne Transition ist ne super Sache. Da würde ich als schönheitsindustrie Unternehmen einen richtigen batzen Geld machen.

Und dieses Geld macht sie auch schon und noch mehr werden folgen. Nicht umsonst ist die Supornklinik so ein Paradebeispiel an Service und gerade gehts mit der FFS in Europa steil bergauf, ein Trend den es in den USA schon gab.

Der Kapitalismus hat ein besonders falsches Motto:" Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied." Dadurch schiebt er die Verantwortung für alles im Leben auf den Kunden/Konsumenten auf jeden Einzelnen ab, nur nicht auf sich selbst und damit ist das System von jeglicher Kritik geschützt.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Body Positivity will den Menschen vom System befreien, in dem er sein Körper so akzeptiert wie er ist.
Es hinterfragt das System, dass uns vorschreibt wie wir zu sein haben und wie nicht.

Auf Trans. gemünzt bedeutet das:
Was will das System nicht? Es will nicht das Jungs mit Barbies spielen und Mädchen sich raufend im Dreck sulen. Darum sagt es, ihr seit nicht ok. Früher hat man sie Therapiert zu hetero Cis-Menschen, heute therapiert man sie zu hetero Mann oder Frauen.

Das System sagt, du darfst nicht Transvestit sein /Crossdresser. Du darfst dabei keine sexuelle Lust verspüren und du musst komplett in die Rolle des Mannes oder der Frau aufgehen, sonst bist du nicht wirklich Trans., sonst hast du keine Berechtigung und bist nur ein Perverser.

Und bei diesem System machen alle mit. Ob Ärzte, Therapeuten oder die Trans-Community selbst.

Um den Zielvorstellungen des Systems zu entsprechen, soll man dann eine Therapie machen, Hormone schmeißen und Ops machen und natürlich sich den Konsum voll und ganz in seinem Geschlecht hingeben.

Body Positivity sagt, ihr seid gut wie ihr seid. Ihr braucht keinem Ideal hinterherlaufen. Ihr seit euer eigener Maßstab.

Poodle Sience
https://www.youtube.com/watch?v=H89QQfXtc-k
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 27 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Toni Smith hat geschrieben: Fr 7. Jun 2019, 14:36Body Positivity will den Menschen vom System befreien, in dem er sein Körper so akzeptiert wie er ist.
Es hinterfragt das System, dass uns vorschreibt wie wir zu sein haben und wie nicht.
Das ist die positive Interpretation. Was ich aber hier von Dir wahrnehme ist eher die negative, die quasi jeglichen Wunsch nach körperlichen Veränderung externen Einflüssen zuschreibt und einen genuinen, persönlichen Wunsch danach negiert.

Motto: "Eigentlich willst du gar nicht, was du zu wollen meinst, weil dir das vom bösen System eingeflüstert wurde".

Das ist gerade nicht "Ihr seid euer eigener Maßstab".

Wenn ich für mich entscheide, dass ich mich mit grünen Haaren oder weniger Bauch schicker und ästethischer finde, dann kann das auch dann ein genuin eigener Maßstab sein, wenn ich einen anderen Menschen mit grünen Haaren oder weniger Bauch als Vorbild gesehen habe.

"Ihr seid gut wie ihr seid" kann auch eine Zuschreibung von aussen sein und genauso einer Person einen äusseren Maßstab zuschreiben, als Quasi-Verbot jeglichen persönlichen Stils.

Und ja, persönlicher Stil und persönliches Schönheitsempfinden kann und darf durchaus körperliche Veränderungen umfassen.
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 28 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 08:38
Die oben genannte Beschleunigung und Anonymität ermöglicht heute aber andere Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass es mehr Transmenschen, und damit meine ich "echte" TS, aber auch die Menschen, die sich nicht ganz einer Seite zugehörig fühlen (können ?), gibt, sondern, dass viel mehr Menschen bewusst werden, dass sie eine eigene Persönlichkeit haben, die jenseits einer Schublade liegt. Darin liegt eine Chance für "Positivity".
Das sehe ich genauso. Der Eindruck eines "Transtrends entsteht durch die höhere öffentliche Wahrnehmung auch durch die neuen Medien und dass sich mehr Transpersonen trauen, sich zu outen und den Weg zu gehen. Vorher war die Dunkelziffer eben höher, die betroffenen Personen haben sich irgendwie durch Leben geschleppt oder selbiges beendet. Daher halte ich den Begriff für völlig fehl am Platz.

Außerdem gibt es keine gesicherte statistische Basis, um einen sogenannten Transtrend tatsächlich zu identifizieren. Dass ich selbst plötzlich mehr Transmenschen wahrnehme, das hat damit zu tun, dass ich einerseits mehr darauf achte und mich andererseits in den entsprechenden Communities bewege. Die von mir wahrgenommene Zahl der Transpersonen steigt, ohne dass, auf die Gesamtmenge bezogen, tatsächlich mehr da sind.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 08:38 "Digitale Depression" ist die andere Seite der Medaille. Aber sie ist im Kern nichts Neues. Seit jeher haben Menschen sich durch Betonung des Äußeren einen Ausdruck gesucht. Und dafür gab und gibt es Regeln. Wer nicht aussieht, wie andere, gehört nicht dazu. Eine der schlimmsten Strafen für Menschen ist das Ausschließen aus einer Gemeinschaft. Wir sind ohne andere Menschen nicht lebensfähig und gehen zugrunde. Je mehr ich mein Leben im Internet führe, um so mehr passe ich mich den Menschen an, die ich dort vorfinde. Und da es praktisch für jeden eine passende Gruppe gibt, kann ich die mir passende Gruppe heraus suchen.


So ist es. Gab es früher schon, findet heute nur in den sozialen Medien statt.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 6. Jun 2019, 08:38 Ich habe mir oft gewünscht einen weiblichen Körper zu haben und so habe ich mit Photoshop meinen Kopf auf verschiedene für mich sehr attraktive weibliche Körper gesetzt. Und da ich ganz gut damit umgehen kann, sieht man auch kaum, dass das ein künstliches Bild ist. Aber ich habe gemerkt, dass das Bild, das ich von mir habe, nicht dem entspricht, was ich auf dem Bild sehe, auch wenn es mir wirklich gefällt. Es besteht vor allem im Netz die Gefahr, dass ich mich in einen Aspekt verrenne, z.B. Trans oder Äußerlichkeiten zu wichtig zu nehmen. Und hier kommt für mich ein wichtiger Begriff ins Spiel: Verantwortung für sich selber übernehmen. Ist es für mich wirklich wichtig, wenn sich jemand "aufdonnert" oder Bilder manipuliert, um "schöner" zu sein als man sich selber fühlt ? Was nützt es mir, im Netz wie eine perfekte Frau auszusehen, auf der Straße aber sofort als Mann in Frauenkleider erkannt werde ? Bin ich im Netz dadurch eine bessere Frau ?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mich als Frau fühle und mich so verhalte, dass es für mich normal anfühlt, bin ich wahrscheinlich wirklich die, die ich in mir fühle. Und wenn ich mich nicht als Frau fühle lasse ich es. Und wenn ich mich aufdonnern will, kommt eben der Griff in die Schminktöpfe. Und wenn ich ein Bild von mir manipulieren möchte, um mich als Frau nackt zu sehen, warum nicht ? Aber es ist die Verantwortung für mich selber, die mich handeln lässt. Künstliche Selbstdarstellung für andere ist etwas anderes. Hier verlasse ich mich selber und lebe ein fremdbestimmtes Leben. Sich an dieser Stelle zu hinterfragen zu können, ist mMn der Königsweg. Das gilt für alle Bereiche des Lebens, nicht nur für Trans.

So sehe ich es jedenfalls.
Der Wunsch nach einer bestimmten Ausgestaltung des Körpers ist nichts transspezifisches. Zeige mir jemand die Frau, die mit ihrem Körper völlig zufrieden ist. Meine Burlesquemädels beneiden mich um meine Beine, während ich viel dafür geben würde, so wunderbar breite Hüften wie einige andere zu haben.

Solche Wünsche und Träume sind völlig in Ordnung und legitim. Sie sollten aber nicht das Leben und das Denken bestimmen. Und Frau zu sein hat vor allem mit dem zu tun, was aus mir, meinem Herzen und meiner Seele kommt zu tun. Das hat damit zu tun, dass ich meiner weiblichen Seele Raum gebe und sie auch nach außen zeige. Dann spielen irgendwelche vermeintlichen körperlichen Unzulänglichkeiten keine Rolle mehr.

Zum Thema Bilder. An meinen privaten Bildern manipuliere ich nichts. Da muss es der Schminktopf und die geschickte Wahl der Position und Körperhaltung tun. Bei meinen Burlesquebildern ist das anders. Denn da geht es um eine Kunstfigur, die ich erschaffe und da werden die Bilder auch selbstverständlich bearbeitet.

Im übrigen ist das auch gar nichts neues. In der Zeit vor der Fotografie wurden Menschen durch Maler abgebildet, die ihre Modelle gemäß ihrer und der damaligen Vorstellung idealisiert dargestellt haben. Beim Betrachten solcher Bilder ist es wichtig daran zu denken, dass die Schönheitsideale in dieser Zeit ganz anders waren, als heute. Reiche und wohlhabende Menschen waren üppig und stark beleibt und die armen Menschen, denen man die Armut an den abgemagerten Körpern ansah, wünschten sich sehnlichst so zu sein, wie die üppigen Reichen.

Body Positivity ist für mich daher nicht die Antwort auf die sogenannte digitale Depression oder den angeblichen Transtrend. Eine positive Einstellung zu sich selbst und dem eigenen Körper ist etwas, was sich hoffentlich die meisten als Entwicklungsschritt erarbeiten.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

Post 29 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-11-01 »

Toni Smith hat geschrieben: Fr 7. Jun 2019, 14:36
Das System sagt, du darfst nicht Transvestit sein /Crossdresser. Du darfst dabei keine sexuelle Lust verspüren und du musst komplett in die Rolle des Mannes oder der Frau aufgehen, sonst bist du nicht wirklich Trans., sonst hast du keine Berechtigung und bist nur ein Perverser.

Und bei diesem System machen alle mit. Ob Ärzte, Therapeuten oder die Trans-Community selbst.

Um den Zielvorstellungen des Systems zu entsprechen, soll man dann eine Therapie machen, Hormone schmeißen und Ops machen und natürlich sich den Konsum voll und ganz in seinem Geschlecht hingeben.

Body Positivity sagt, ihr seid gut wie ihr seid. Ihr braucht keinem Ideal hinterherlaufen. Ihr seit euer eigener Maßstab.
Also gut, Toni, Du hast mich überzeugt. Ich nehme dann bitte 3 kg Body Positivity, darf aber nix kosten.
Im Ernst: was versuchst Du hier seit langem zu verkaufen? Bist Du Prediger, gehörst Du einer Sekte an?

Ich weiss schon seit meiner Jugend, daß ich weiblich ticke. Ok, es war mir damals nicht bewußt, weil mir keiner erklärt hatte, was mit mir ist. Heute weiss ich es, dem Internet sei Dank dafür. Aber wie ich mich fühle, als was, wie ich mich darstellen möchte, das weiss ich ganz allein aus mir selbst heraus. Ideen, Anregungen, Kenntnisse über Möglichkeiten und "Don'ts" darf ich wohl konsumieren, ohne gleich als Opfer eines "Systems" hingestellt zu werden.

Ich kann diesen ganzen Prediger-Quatsch nicht mehr hören. Man kann sich ja gerne darüber aufregen, daß der Mensch immer noch nicht gelernt hat, keine Kriege mehr zu führen oder daß Resourcen durchaus auch unwiederbringlich sind und und und, aber sich über etwas aufzuregen, und nach Schuldigen für etwas zu suchen, für das man selber die Verantwortung trägt, ist ja wohl eine persönliche Bankrotterklärung des eigenen Menschseins.

Ansonsten schließe ich mich Jaddys Aussage an, dessen neuer Avatar sehr ansprechend ist.

mfG LGD
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Re: Body Positivity die Antwort auf Digitale Depression und ein Mittel gegen den Transtrend?

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Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Body Positivity sagt, du darfst alles machen so lange es niemanden anderen schadet und du dich dabei gut fühlst.

Das erinnert mich an ein Beispiel von so einem Fitnesscoach auf Youtube, der meinte Schokolade macht nicht glücklich. Was er damit meinte, wenn man heiß Hunger auf Schokolade hat, dann meint man für den moment glücklich zu sein wenn man sie ist, danach aber fühlt man sich schlecht.

Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Denn tatsächlich kann Schokolade glücklich machen aber wenn ich nach der Hälfte der Taffel weiter esse, dann singt der Glücklichkeitsfaktor und die Wahrscheinlichkeit das mir Schlecht wird steigt.

Dieses Phänomen wird in der VWL in der Sättigungskurve (hat bestimmt einen anderen Namen, weiß den aber nicht mehr) beschrieben.

Man kann seinem Körper also durch Schokolade essen durch aus was Gutes tun. Denn die ersten Bissen setzen Glückshormone frei, entspannen uns und senken dadurch den Stress und das ist gesund. Nicht gesund ist es wenn man den Sättigungspunkt überschreitet aber dann stoppt uns normalerweise, ein schlechtes Gefühl. Außerdem ist noch der Gewöhnungsprozess zu beachten. Diesen kann mit längeren Phasen der Abstinenz und mit Variation begegnet werden.

Ähnlich ist es in der HRT auch. Deshalb fragen die Endos auch eher nach dem, wie es uns geht als zu streng nach den Werten zu gehen.
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