Der Weg einer Detransition?
Der Weg einer Detransition? - # 5

Lebensplanung, Standorte
Jaddy
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 61 im Thema

Beitrag von Jaddy »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 22. Mär 2019, 00:43Beine lasern lassen kann niemand bezahlen, oder auch noch Bauch dazu. Die Bartgeschichte ist im Vergleich recht pflegeleicht. Auf dem Kopf wächst es nicht, unten sprießt alles ... sehr weiblich, ja! :?
Mmm, also doch, kann "jemand" bezahlen. Bzw. ich habe das bezahlt. Brust, Bauch, Rücken, Beine. Gesicht natürlich auch, da bin ich noch dran. Ja, das kostet, aber das war es mir erstens wert, zweitens hatte ich die Mittel, die ich eben nicht in ein dolles Auto gesteckt habe. (Hormone und Bluttests habe ich auch privat bezahlt, bis ich zufällig auf einen Endo gestossen bin, der mich als Enby über Kasse abrechnet. Das sind aber keine großen Summen.)

Klar ist das nicht allen möglich und manche wollen lieber Ansprüche gegen Krankenkassen oder Behörden durchsetzen, als schnell zum Ziel zu kommen - vielleicht weil sie ihren Leidendruck als unfairen Nachteil empfinden - aber ich sag mal: Ab einem Einkommen, mit dem eins einigermassen neben wohnen und essen auch ein Hobby und einen Jahresurlaub bezahlen kann, sind solche Beträge zu stemmen.

Übrigens Kilo und Apfel-Figur: Die erste deutliche Veränderung waren 37 Kilo abspecken 2012. Von Konfektionsgröße 54/56 auf 42/42 unten und 44 oben (wegen Brustkorb und Schulterbreite). Auch da gibt es sicherlich individuelle Schwierigkeiten, wegen denen es nicht funktioniert, aber generell bin ich bei wirklich sehr vielen persönlichen Veränderungen der Ansicht "Geht nicht gibt's nicht". Es ist häufig eine Frage von Prioritäten und wie viele Resourcen - Zeit, Aufwand, Geld - eins zu investieren bereit ist.
dunkles_sternchen
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 62 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Jaddy hat geschrieben: Fr 22. Mär 2019, 12:42 Klar ist das nicht allen möglich und manche wollen lieber Ansprüche gegen Krankenkassen oder Behörden durchsetzen, als schnell zum Ziel zu kommen - vielleicht weil sie ihren Leidendruck als unfairen Nachteil empfinden - aber ich sag mal: Ab einem Einkommen, mit dem eins einigermassen neben wohnen und essen auch ein Hobby und einen Jahresurlaub bezahlen kann, sind solche Beträge zu stemmen.

Übrigens Kilo und Apfel-Figur: Die erste deutliche Veränderung waren 37 Kilo abspecken 2012. Von Konfektionsgröße 54/56 auf 42/42 unten und 44 oben (wegen Brustkorb und Schulterbreite). Auch da gibt es sicherlich individuelle Schwierigkeiten, wegen denen es nicht funktioniert, aber generell bin ich bei wirklich sehr vielen persönlichen Veränderungen der Ansicht "Geht nicht gibt's nicht". Es ist häufig eine Frage von Prioritäten und wie viele Resourcen - Zeit, Aufwand, Geld - eins zu investieren bereit ist.
Ich habe einen weiten 5-stelligen Betrag in meine Nasen-OP und meine GaOP gesteckt. Meine Nase war extrem teuer und ist jetzt schief und bei der GaOP gabs massive Heilungsprobleme. Ich war im Ausland und musste das selbst bezahlen. Da ich aber seit der GaOP im Prinzip chronisch krank bin und auch regelmäßig Schmerzmedikamente nehme, war ich kaum arbeitsfähig über 3 Jahre und lebte am Existenz-Minimum. Ich finde es echt dreist sich hier hinzustellen und so zu tun, als wäre man einfach zu dumm und zu unwillig mal eben genügend Schotter zu verdienen. Weißte, ich habe dann irgendwie 6 Monate im Liegen gearbeitet, weil ich nicht sitzen konnte - dafür habe ich mir extra einen Laptopständer gekäuft. Meine Eltern - beide auch schon weit Rentner - mussten ihrer Tochter wie einem Kind die Einkäufe nach Hause bringen.

Bei mir ging es lange Zeit nicht um gefühlte Probleme, sondern ob ich einfach vom Balkon springe. Manchmal, denke ich, wäre es gut. Die Transition war ein großer Unfall und Unfälle sind immer schlimm. Das braucht viele Jahre, bis man das verarbeitet, bis wieder Normalität eintritt. Und man weiß auch, nach einem Umfall ist es nie wie vor - nie so unbeschwert, so sorgefrei. Diese Überlegung haben mich zumindest aus den gröbsten geholt. Es wird aber noch Jahre dauern ... vielleicht kann ich es auch nie vergessen. Die Erfahrung war einfach zu schlimm.

Übrigends habe ich Gr. 40 und wog 59kg vor der OP ... durch meinen entgleisten Stoffwechsel nach der OP habe ich über 10kg zugenommen, trotz Sport und einer Kalorienaufnahme sehr, sehr deutlich unter 2000kcal. Und Leistungssport schaffe ich heute körperlich wegen der Schmerzen nicht mehr.
Jaddy
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 63 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ich hab nix von dumm oder unwillig geschrieben, und ich weiss, dass bei dir quasi alles schiefgegangen ist. So schilderst du es jedenfalls. Okay, ist dann so. Ich werd auch garantiert keine "gute Ideen" dazu von mir geben. Die hast du sicher alle schon probiert - oder aus irgendeinem Grund verworfen.

Was ich nicht unkommentiert lassen möchte sind deine pauschal negativen Aussagen, bei denen ich aus eigener Anschauung und Erleben weiss, dass sie höchstens in deinem Kopf zutreffen. Ich stimme dir vollkommen zu, dass etliche Ärzt_innen tw zu wenig Aufklärung betreiben, tw selbst zu wenig Ahnung haben, vielleicht nur ein Programm nach Leitlinie und Zielwerten abspulen. Es gibt auch Therapeut_innen, die vorschnell zu einer Lösungsstrategie kommen, strikt binär denken, keine dahinterliegende Motivation hinterfragen. Und es gibt Einzelfälle wie dich, bei denen Murphy Überstunden macht. Übrigens nicht nur beim Thema trans.

Aber bei den allermeisten Menschen funktionieren Hormone und viele andere Maßnahmen. Natürlich in Abstufungen und unter Berücksichtigung des bis dahin verlebten Körpers. Ich kenne die Verbesserungen der medizinischen Maßnahmen der letzten 30 Jahre und auch ihre langfristige Wirksamkeit aus eigener Anschauung. Aussagen wie "Östrogen bei Mann-zu-Frau kann man dagegen total in die Tonne kloppen. Da passiert schlichtweg nichts oder oft nur im estoterisch-gefühlten Bereich" sind einfach sachlich falsch. "Beine lasern lassen kann niemand bezahlen, oder auch noch Bauch dazu" ist ebenso sachlich falsch.

Deine Wahrnehmung ist für dich sicherlich wahr. Aber eben nicht allgemeingültig. In der Menge der Fälle sind Ausnahmen wie bei dir tragisch, aber in der Minderzahl. Darum ging es mir. Der wirkliche Knackpunkt ist meiner Ansicht nach dies: "Aber wenn man selbst dann für sich in den Spiegel schaut, werden einem schnell die vielen Unzulänglichkeiten auffallen. Und damit komme ich nicht klar"(1). Dabei helfen weder Hormone noch OPs.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 64 im Thema

Beitrag von Mercyful »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 22. Mär 2019, 10:51 Hi Mercyful,

ganz ehrlich? Zuerst dachte ich, oh nein, nicht schon wieder so ein Thread...

aber was du trotz deiner eigenen Situation für ein grosses Herz zeigst ist einfach
nur wunderschön (he)
so offen, freundlich und reflektiert-ich bin total hin und weg...
Das ist sehr lieb von dir, Marie. Ich freue mich wirklich sehr, mit diesem Thema keinen negativen Eindruck hinterlassen zu haben, oder zumindest nicht bei jedem, denn das lag gewiss nicht in meinem Sinne. Zu Beginn hatte ich Angst, hier zu schreiben, weil ich weiß, dass es eine kontroverse sein kann, besonders für jene, die den Weg gehen möchten und auch fest davon überzeugt sind. Jedoch dachte ich mir, nur weil ich nun Probleme habe und persönlich für mich Differenzen mit meinem jetzigen Zustand erkenne, heißt das lange nicht, dass andere das genauso empfinden müssen. Es ist lediglich ein Erfahrungsbericht meinerseits, oder vielmehr ein Hilfeschrei, obgleich ich weiß, dass diese entgültige Erkenntnis von mir selbst kommen muss. Die Zeit möchte ich mir nehmen, obwohl ich klare Tendenzen verspüre.

Ich freue mich für jeden Trans, wenn er mit seinem Weg vollstens zufrieden ist und diesen auch weiterhin gehen möchte. Ich wünsche mir, dass jeder sein Glück findet, wie auch immer das aussehen mag. So wie ich mir das vorstellte, hat es leider nicht geklappt. Mein Herz lässt es mich deutlich wissen. Das muss ich nun selbst ausbügeln, denn es war meine freie Entscheidung. Ich bin mir auch nach wie vor sicher, dass meine Transition irgendwo ihren Zweck erfüllt hat. Und wenn es nicht die Zugehörigkeit des männlichen Geschlechtes ist, dann immerhin, dass ich tief in mir doch eine Frau sein möchte und es nun endlich akzeptiere. Für diese Erkenntnis bin ich dankbar, trotz der Schwierigkeiten, die mich eventuell erwarten, wenn ich den Weg zurück für mich wähle.

Eine Transition möchte ich niemandem schlecht reden, ganz und gar nicht. Sie hat mir geholfen, über eine schwere Zeit hinwegzukommen, mich am Leben gehalten. Für andere mag es der Weg zum Glück sein, ganz und gar, und das ist gut so. Wer gewillt ist, Risiken auf sich zu nehmen und Hürden zu überwinden, die eigentlich so undenkbar erschienen, sogar über den eigenen Schatten springt und um die eigenen Ängste vergisst ( sei es wegen der OP's, der Therapie etc. ), der ist auch fest entschlossen, seinen Traum zu erfüllen. Das war bei mir nicht anders. Ich hätte mich niemals auf eine Psychotherapie eingelassen, geschweigedenn freiwillig unter's Messer gelegt, aber für die Aussicht auf das Glück und dem Gefühl der Vollkommenheit nimmt man eben so ziemlich alles in Kauf.

Ich stehe zwar irgendwie am Abgrund, oder eher auf einer Linie, zwischen Transmann und biologischer Frau, aber ich würde jeden dazu ermutigen, weiterzumachen, wenn es sich richtig anfühlt. Wer nicht wagt, der kann nicht gewinnen. <3
* Who are you to call me abnormal? Who are you to say ugly? If you only knew how much it hurts me, it hurts me. I could ask have you seen yourself in the mirror? I'd rather keep my dignity cause it is my right to feel happy, happy. *
Anne-Mette
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 65 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,
Mercyful hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 07:21 Ich stehe zwar irgendwie am Abgrund, oder eher auf einer Linie, zwischen Transmann und biologischer Frau, aber ich würde jeden dazu ermutigen, weiterzumachen, wenn es sich richtig anfühlt. Wer nicht wagt, der kann nicht gewinnen.
es muss kein "Abgrund" sein; vielleicht ist es auch ein "Aufgrund" - oder es lassen sich Brücken bauen und den Abgrund bewältigen.
Es gibt vielen Menschen, die sehen keine markante Linie zwischen ihrem Geschlecht und dem "Wunschgeschlecht*", sondern die Linie ist nur schwach ausgeprägt oder sogar fließend.
Das eröffnet viele Möglichkeiten. Sie müssen nur genutzt werden.


Herzliche Grüße
Anne-Mette

*oder gerade das Fließende ist das "Wunschgeschlecht".
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 66 im Thema

Beitrag von Diva »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 01:27 Jemandem, dem ich mehr oder weniger sofort anmerke "ah, okay Trans", hat für mich eine Niete gezogen, keinen Hauptgewinn.
Jede Medaille hat zwei Seiten und entscheidend ist immer, wie es die Betreffende für sich selbst empfindet.
Anja hat geschrieben: Do 21. Mär 2019, 11:24 Da bin ich ja beruhigt, das mir Fremdbestimmungen ziemlich Banane sind. So bald ich den Mund aufmache, werde ich eindeutig als "keine geborene Frau" erkannt. Und trotzdem sehe ich mein neues Leben auch nach nunmehr 3 Jahren immer noch als Hauptgewinn. Ich bin keine geborene Frau. Warum soll ich mein Glück davon abhängig machen, das man mir das (nicht) ansieht, was ich bin?
Tja, wenn du im Kopf nicht so verdrahtet bist, hast du großes Glück gehabt. Viele können nicht so denken, weil sie unter dem Zwang stehen, so nach zu außen wirken, wie sie empfinden. Da helfen keine Bananen. Kenne ich sehr gut.

Dann hast du wohl weiterhin das enorme Glück, einer Partnerin und einem Kreis von Verwandten / Freund_innen gewiss zu sein, die dich nehmen, wie du bist. Das stärkt enorm den Rücken und es können Dinge verkraftet werden, die anderen, die wegen ihrer Transition komplett alleine dastehen, das Genick brechen.
Anja hat geschrieben: Do 21. Mär 2019, 11:24 Selbst wenn ich von anderen nicht von einer geborenen Frau unterschieden werden kann, kann ich immer noch durch dritte geoutet werden, die meine Vergangenheit kennen. Allein überhaupt mir die ganze Zeit Gedanken darüber zu machen, fände ich schon so ermüdend...
Da sprichst du eine grausame Wahrheit aus! Sei glücklich, dass du dank deines offensichtlichen familiären und sozialen Rückhalts das Ganze derart locker-flockig betrachten kannst.
Wer sich jedoch Familie, Freund_innen, soziale Kontakte aufgrund der Transition vollständig neu aufbauen darf, findet die Sache nicht 'ermüdend', sondern dramatisch. Das Problem ist nicht, dass eine Transperson nicht bereit wäre, zu ihrer Vergangenheit zu stehen, sondern das Problem sind die Reaktionen der Leute. Da ist es sogar von Vorteil, wenn der transidente Hintergrund offenbar ist.
Was denkst du, wie viele Typen mich nicht mehr mit dem A... ansehen, nachdem sie mir wochenlang nachstellten und mich anflirteten - nur weil irgendein 'Wissender' ihnen steckte, dass ich keine geborene Frau bin? Die haben eine Heidenangst, vor ihren Machokollegen als 'schwul' dazustehen. Und dabei wissen die gar nicht, ob ich GAOP hatte oder nicht. Was zählt, ist das 'richtige' angeborene Geschlechtsteil zwischen den Beinen. So ticken die Leute. Keine Chance für Menschen, die nicht ins binäre Raster passen - und sei es nur durch die 'falsche' Geburt; Passing, GAOP sind am Ende vollkommen egal.

Wie anfangs geschrieben: Jede Medaille hat zwei Seiten ...
Anja hat geschrieben: Do 21. Mär 2019, 11:24 Wenn einem es wichtiger ist, wie Fremde einen einordnen, kann man garnicht glücklich werden. Was mache ich denn, wenn mich jemand zu dick findet und jemand anderes zu dünn? Nur mal so als Beispiel. Ich sollte bei mir selbst immer an 1. Stelle stehen. Mache ich mein Selbstwertgefühl von Fremd-Bewertungen abhängig, kann ich nur verlieren. Vielleicht begreifst du das ja irgendwann...
Hm, ich hatte das anders verstanden. Es ging m.E. nicht primär um Fremdwahrnehmung, sondern um den Leidensdruck, nicht so aussehen zu können, wie man empfindet. Wenn das Innere z.B. einer Diva entspricht, bringt es Verzweiflung, wenn die Leute nur einen 'verkleideten Kerl' sehen. Frau fühlt sich nicht selbst verwirklicht - und leidet, mal vom Spott abgesehen. Bringt sie ihr Inneres überzeugend nach außen rüber, ist immerhin das Bewegen in der Öffentlichkeit entspannt und positiv, die Fremdwahrnehmung (nicht Fremdbestimmung) gut. Doch das Glück wird sofort zerstört, sobald der Status der Oberflächlichkeit verlassen und die 'Sünde der falschen Geburt' aufgedeckt wird. Das ist dann wirklich eine Fremdbewertung - und klar zerstört sie mein 'Glück'. Da kann ich selbst so viel 'begreifen', wie ich will.
Viel interessanter ist, wann allgemein 'begriffen' wird, dass der Mensch und nicht das (angeborene!) Teil zwischen den Beinen das Entscheidende ist. Aber bis das Bewusstsein so weit gereift ist, bin ich längst zu Staub zerfallen.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 67 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Jaddy hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 04:01 Deine Wahrnehmung ist für dich sicherlich wahr. Aber eben nicht allgemeingültig. In der Menge der Fälle sind Ausnahmen wie bei dir tragisch, aber in der Minderzahl. Darum ging es mir. Der wirkliche Knackpunkt ist meiner Ansicht nach dies: "Aber wenn man selbst dann für sich in den Spiegel schaut, werden einem schnell die vielen Unzulänglichkeiten auffallen. Und damit komme ich nicht klar"(1). Dabei helfen weder Hormone noch OPs.
Das ist eben die Stigmatisierung. Man wird immer wieder bezichtigt, dass man irgendeiner wahnhaften Fiktion von einem weiblichen Idealkörper in einer krankhaften Art und Weise nachläuft. Und das wäre dann halt ein Fall für den Psychologen. Übrigens nennt man dieses Krankheitsbild Dysmorphophobie und ich habe mich tatsächlich sehr eingehend damit beschäftigt. Noch jemand hier? Ich erfülle nicht ansatzweise Kriterien dazu. :?

Gefühlt habe ich hundert Mal erläutert, dass ich einfach nur in einen weiblichen Normbereich fallen möchte - das wäre mein sehnlichster Wunsch. Das tue ich aber nicht und weiß auch sehr genau welche Körperaspekte das effizient verhindern. Und ganz vor steht dabei die weibliche Fettverteilung. Das ist mein No.1-Problembereich. Mit dem Rest kann ich irgendwie leben - aber die Fettverteilung ist echt der Oberkracher für schlechte Laune! Ich wüsste auch nicht, was ich da jetzt beim Psycho-Doc soll - was soll der machen ???? :?:
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 68 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 20:08 Sei glücklich, dass du dank deines offensichtlichen familiären und sozialen Rückhalts das Ganze derart locker-flockig betrachten kannst.
Mir ist nicht wirklich klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat 🤔
Außerdem könnte man genausogut andersherum argumentieren. Das ich den familiären und sozialen Rückhalt habe, weil ich das Ganze locker-flockig betrachte?

Ich gehe sehr offen mit meinem Geburtsgeschlecht um, genauso wie mit den Makeln, die dieses nach sich zieht. Ich kann damit leben und trotzdem glücklich sein. Und diese Offenheit wird mir anscheinend von meinem Umfeld zurückgespiegelt. Wenn ich das - aus welchen Gründen auch immer - nicht kann, reagiert dementsprechend auch das Umfeld darauf. Durch meinen Alltag begegne ich jeden Tag tausenden von Menschen und ich vergleiche mich natürlich auch mit anderen Frauen. Aber anstatt mir irgendwelche (unerreichbare) Modelfiguren anzuschauen, fallen mir eher Frauen auf, die mit ähnlichen Makeln wie ich behaftet sind. Gerade heute morgen am Bahnhof begegnete ich einer etwas jüngeren Frau, die locker 10cm größer war als ich. Somit sehe ich keinen Grund, über meine für Frauen überdurchschnittliche Größe zu jammern. Dieses Beispiel ließe sich mit beliebigen Körperteilen / Makeln wiederholen...
Ich habe einfach genug Frauen gesehen, mit denen ich nicht tauschen wollen würde, so stören mich meine Makel weniger und weniger...
Da hat meine soziales und familiäres Umfeld nichts mit zu tun. Vielleicht steigt die Akzeptanz in dem Umfeld proportional mit der Selbstakzeptanz? 🤔

Des weiteren möchte ich anmerken, das ich zu Hause nicht ins gemachte Nest gefallen bin, sondern eine Menge Beziehungsarbeit notwendig war und ist, damit unser Alltag funktioniert. Dabei stand meine Transistion nicht immer im Vordergrund. Wer meine Geschichte ein wenig verfolgt hat, weiß, das wir in dieser Zeit (der Transistion) unser zweites Kind bekommen haben. Wer selbst Kinder hat, kann sich vorstellen, was das bedeutet...
Meine Frau hab ich von Anfang an (noch im ersten Monat unserer Beziehung erzählte ich ihr von meinen weiblichen Anwandlungen) mitgenommen, wir haben häufig über meine Gefühle, Gedanken und Wünsche gesprochen, besonders wenn eine Sehnsucht oder ein Verlangen auftauchte, das bisher nicht da war... Das hat sicher einiges zum "Gelingen" beigetragen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir reden über alles miteinander, was uns beschäftigt.
Ich sehe es so, das ich mir den Rückhalt selbst verdient und selbst erarbeitet habe. Und die Selbstakzeptanz trägt dazu bei.
Um Sternchen noch mal aufzugreifen, ich trage z.B. einen Bikini, wenn ich Lust dazu habe.
Ich bin groß, breit, übergewichtig, nicht operiert und habe eine männliche Stimme. Und es ist mir egal, ob das jetzt irgendwie komisch ausschaut.
Natürlich hatte auch ich "Problemstellen", die mich massiv gestört haben. Bei mir war es die fehlende Oberweite. Aber die 3 Jahre Hormontherapie haben da ganz gute Arbeit geleistet...

Es macht mich traurig, das so viele (vor allem ja auch geborene) Frauen so ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben. Ich versuche einfach, das Beste aus dem zu machen, was ich habe :wink:
Jeder muss für sich herausfinden, was ihm wichtig ist, um glücklich zu werden. Aber sich an Dingen aufzuhängen, die man nicht ändern kann, bewirken mit Sicherheit genau das Gegenteil...

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich auf andere Frauen so sympathisch wirke. Sie sehen eine Frau, die offensichtlich mit zig Makeln versehen ist und trotzdem zufrieden (mit ihrem Körper) durchs Leben geht...
Quasi ein Vorbild?

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 69 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33
Es macht mich traurig, das so viele (vor allem ja auch geborene) Frauen so ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben. Ich versuche einfach, das Beste aus dem zu machen, was ich habe :wink:
Jeder muss für sich herausfinden, was ihm wichtig ist, um glücklich zu werden. Aber sich an Dingen aufzuhängen, die man nicht ändern kann, bewirken mit Sicherheit genau das Gegenteil...
Ich habe kein gestörtes Gefühl zu meinem Körper - dann wäre ja Transsexualität tatsächlich eine Störung. Bitte auch mal überlegen, was man schreibt ... ich habe ein Problem mit meinem männlichen Körpermerkmalen. Und wenn ich das jetzt grundsätzlich erklären muss, wäre die Frage erlaubt, was wir hier alle eigentlich machen und besprechen.

Generell habe ich eben keine extremen Auffälligkeiten und befinde mich quasi eine Hand breit davor wirklich auch in Gänze "als Frau durchzugehen" - egal, wo und wie, sprich auch im Bikini - sowohl für mich, als auch für andere. Ich kenne sehr wohl TS, die das geschafft haben und ich wollte das eben auch. Das war mein Traum. Das war das Ziel. Ich bin weder hübsch, sonst irgendwie besonders feminin, aber dafür hätte es gereicht - nur funktioniert das nicht mit einer typischen Apfel-Männer-Figur. Das ist einfach mal extrem verräterisch und jeder, der mal eine Frau nackt gesehen hat, denkt sich seinen Teil - zumal die Stimme auch eher ambivalent ist und Anlass für Zweifel geben könnte. Damit kommt man einfach nicht durch.

Also lebe ich weiterhin eine Art Versteckspiel im "falschen Körper".
Was anderes ist es nicht und genauso empfinde ich es. Man fühlt sich gefangen.
Es macht mich auch traurig, aber ich kanns nicht ändern.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 70 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Ich habe kein gestörtes Gefühl zu meinem Körper
Red dir das nur weiter ein.
Die Transsexualität und daher auch die Angleichung bezieht sich auf die Geschlechtsmerkmale, die primären und sekundären. Davon redest du aber garnicht. Du beklagst Körpermerkmale, die als typisch männlich angesehen werden. Ich verstehe, das eine Transfrau unter nicht vorhandenen Brüsten und einem männlichen Schoß leidet. Das bedeutet für mich Transsexualität, eben auf die Geschlechtsmerkmale bezogen.

Natürlich kann man irendwie alles unter Trans ablegen, wenn man will. Ich finde aber nicht, dass das nicht zusammen gehört. Das Thema hatten wir ja schon. Wo soll das dann enden?

Allein die Aussage
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Generell habe ich eben keine extremen Auffälligkeiten und befinde mich quasi eine Hand breit davor wirklich auch in Gänze "als Frau durchzugehen"
im selben Beitrag wie diese Aussage
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Also lebe ich weiterhin eine Art Versteckspiel im "falschen Körper"
zeigt mir deutlich, dass das
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Ich habe kein gestörtes Gefühl zu meinem Körper
nicht stimmt.

Wenn jemand unter seinem Penis leidet, weil derjenige sich als Frau empfindet = Transsexualität
Auch Makel wie starker Bartwuchs, männliche Stimme, zu kleine Brüste werden ja inzwischen von den Kassen unter obigem Deckmantel übernommen.
Wenn jemand unter seiner Körpergröße, Körperform, seinem breiten Kreuz, seinem Haaransatz, seiner männlichen Nase, zu großen Händen oder was auch immer leidet, gehört das für mich nicht mehr dazu. Ich empfinde schon "zu" kleine Brüste als eine fragwürdige Kassenleistung.

Womit du nicht klarkommst, sind körperliche Makel, mit denen sich viele Frauen arrangieren müssen. Und, wenn man es nicht schafft, sich damit zu arrangieren, sehe ich das als gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper. Ob dir das nun passt oder nicht.

Wohlüberlegt geschrieben :wink:

Grüße
die Anja
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 71 im Thema

Beitrag von Diva »

Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33 Moinsen (moin)
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 20:08 Sei glücklich, dass du dank deines offensichtlichen familiären und sozialen Rückhalts das Ganze derart locker-flockig betrachten kannst.
Mir ist nicht wirklich klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat 🤔
Mir scheint, dass dir meine Ausführungen in Gänze nicht klar sind bzw. nicht klar sein wollen. Deshalb ignorierst du auch mehr als 90% meiner Anmerkungen.
Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33 Außerdem könnte man genausogut andersherum argumentieren. Das ich den familiären und sozialen Rückhalt habe, weil ich das Ganze locker-flockig betrachte?
Das ist ein reines Postulat und m.E. für eine Argumentation schlecht geeignet.
Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33 Ich gehe sehr offen mit meinem Geburtsgeschlecht um, genauso wie mit den Makeln, die dieses nach sich zieht. Ich kann damit leben und trotzdem glücklich sein. Und diese Offenheit wird mir anscheinend von meinem Umfeld zurückgespiegelt. Wenn ich das - aus welchen Gründen auch immer - nicht kann, reagiert dementsprechend auch das Umfeld darauf. Durch meinen Alltag begegne ich jeden Tag tausenden von Menschen und ich vergleiche mich natürlich auch mit anderen Frauen. Aber anstatt mir irgendwelche (unerreichbare) Modelfiguren anzuschauen, fallen mir eher Frauen auf, die mit ähnlichen Makeln wie ich behaftet sind. Gerade heute morgen am Bahnhof begegnete ich einer etwas jüngeren Frau, die locker 10cm größer war als ich. Somit sehe ich keinen Grund, über meine für Frauen überdurchschnittliche Größe zu jammern. Dieses Beispiel ließe sich mit beliebigen Körperteilen / Makeln wiederholen...
Ich habe einfach genug Frauen gesehen, mit denen ich nicht tauschen wollen würde, so stören mich meine Makel weniger und weniger...
Sorry, das ist mir jetzt einen Tick zu viel. Ich trete ja auch sehr selbstbewusst auf, aber solche Gedanken sind mir vollkommen fremd. Du magst sicher auch keiner begegnen, die bemerken würde, dass sie mit dir nicht tauschen wollte.
Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33 Da hat meine soziales und familiäres Umfeld nichts mit zu tun. Vielleicht steigt die Akzeptanz in dem Umfeld proportional mit der Selbstakzeptanz? 🤔

Des weiteren möchte ich anmerken, das ich zu Hause nicht ins gemachte Nest gefallen bin, sondern eine Menge Beziehungsarbeit notwendig war und ist, damit unser Alltag funktioniert.
Soziale Kontakte wollen gepflegt sein. Da braucht es keine 'Anmerkung'.
usw. usw. usw.
Leider nichts zum Kern der Problematik, die ich versucht hatte aufzuwerfen. Deine riesenhafte Selbstakzeptanz und Vorbildwirkung für die Frauen der Welt (so klingt dein Epilog):
Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 10:33 Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich auf andere Frauen so sympathisch wirke. Sie sehen eine Frau, die offensichtlich mit zig Makeln versehen ist und trotzdem zufrieden (mit ihrem Körper) durchs Leben geht...
Quasi ein Vorbild?
sind ja unangefochten - zumindest werde ich mich hüten, eine Diskussion in dieser Richtung zu starten, aber worum es mir ging, war vielleicht ein ganz klein wenig über den Tellerrand zu schauen. Zu erkennen, dass es nicht geborene Frauen gibt, die z.B. mit deinem bis ins Detail beschriebenen Äußeren nicht glücklich werden könnten, weil die Diskrepanz zum Inneren zu groß und zu schmerzhaft wäre. Ebenso haben etliche erhebliche Probleme, die alltäglichen und die transspezifischen Probleme zu meistern, weil sie komplett alleine dastehen, obendrein noch diskriminiert werden. Denen dann entgegenzuträllern, dass sie endlich begreifen sollten, ihr Selbstwertgefühl nicht von Fremdwertungen abhängig zu machen, kratzt nach meinem Empfinden an Respektlosigkeit. Vielleicht bin ich da auch zu emotional.
Ebenso empfinde ich das mit der leidigen Tatsache, ständig vor der Vergangenheit auf der Hut zu sein, die du lapidar mit 'ermüdend' abtust. Klar, für dich ist das Thema uninteressant, weil dir deine Vergangenheit quasi offensichtlich anhaftet, wie du sehr bildhaft beschreibst, aber wie war das mit dem Tellerrand? Was für dich 'Banane' ist, bringt andere unter weniger guten Bedingungen als in deinem Biotop an den Rand des Erträglichen.
Selbstbewusst aufzutreten und andere zu verletzen sind zwei Welten, die ich gerne sehr sauber trenne und mich von Letzterem distanziere.

Ich hätte mich einfach nur gefreut, wenn deine 'Ratschläge' etwas respektvoller ausfallen würden. Das beobachte ich auch in diesem Thread schon eine ganze Weile mit Bedauern. Ein Mensch, der anscheinend derartige Größe verkörpert, kann sich etwas Zurückhaltung und leise Töne gegenüber anderen Gruppen von Menschen, die es nicht so blendend getroffen haben, leisten - dachte ich. Hab mich offenbar geirrt. Leider.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 72 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:58 Moinsen (moin)
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Ich habe kein gestörtes Gefühl zu meinem Körper
Red dir das nur weiter ein.
Die Transsexualität und daher auch die Angleichung bezieht sich auf die Geschlechtsmerkmale, die primären und sekundären. Davon redest du aber garnicht. Du beklagst Körpermerkmale, die als typisch männlich angesehen werden. Ich verstehe, das eine Transfrau unter nicht vorhandenen Brüsten und einem männlichen Schoß leidet. Das bedeutet für mich Transsexualität, eben auf die Geschlechtsmerkmale bezogen.

Natürlich kann man irendwie alles unter Trans ablegen, wenn man will. Ich finde aber nicht, dass das nicht zusammen gehört. Das Thema hatten wir ja schon. Wo soll das dann enden?
Ich halte dann mal fest:
Du nimmst also für Dich in Anspruch "richtiges transsexuell" zu sein und forderst auch von der Gesellschaft ein, dass sie dies nicht als Störung einordnet. Gleichzeit bezeichnest Du mich als gestört, weil ich nicht deiner persönlichen Definition von Transsexualität entspreche?

Nee, gut. Dann haben wir das ja geklärt. Dann bin ich also gestört.
Dazu habe ich dann auch echt nix mehr zu sagen. Tschüss.
Whoopy Highfly
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 73 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Hallo Leser(innen) und Schreiber(innen),
Kann nur eins sagen:

Werdet glücklich.

Was bedeutet Glück?
Für mich bedeutet es:
Das ich lebe
Jede Minute schmerzfrei sein
Mit meiner Frau zusammen sen
Meine Kinder aufwachsen sehen kann
Anziehen dürfen, was ich mag, egal aus welcher Abteilung
Ohrringe tragen dürfen

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Sie ist für jede Person anders. Ich tue es für mich.

LG
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 74 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 22:40 Du nimmst also für Dich in Anspruch "richtiges transsexuell" zu sein und forderst auch von der Gesellschaft ein, dass sie dies nicht als Störung einordnet. Gleichzeit bezeichnest Du mich als gestört, weil ich nicht deiner persönlichen Definition von Transsexualität entspreche?
1. Ich beanspruche richtig transsexuell zu sein? Was soll das denn bitte bedeuten?
Ich habe lediglich die Transsexualität nach körperlichen Gesichtspunkten (wie es ja die KK's zum Beispiel ebenfalls tun) abgegrenzt.

2. Wo fordere ich denn bitte von "der Gesellschaft" ein, wie sie Transsexualität einzuordnen hat? Darauf habe ich doch garkeinen Einfluss. Ich thematisiere das auch überhaupt nicht gegenüber "der Gesellschaft", nebenbei bemerkt.

3. Ich habe dich auch nicht als gestört bezeichnet, sondern gesagt, das du ein gestörtes Verhältnis zu deinem Körper hast. Du schriebst, du befindest dich eine Hand breit davor, in Gänze als Frau durchzugehen. Davon können manch andere nur Träumen.

Diverse Beiträge von Forenmitgliedern, die versucht haben, dich positiv zu unterstützen werden immer wieder abgebügelt. Weil ja keiner versteht, was eigentlich dein Problem ist, obwohl du es ja schon so oft wiederholt hast....
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 14:15 Generell habe ich eben keine extremen Auffälligkeiten und befinde mich quasi eine Hand breit davor wirklich auch in Gänze "als Frau durchzugehen" - egal, wo und wie, sprich auch im Bikini - sowohl für mich, als auch für andere. Ich kenne sehr wohl TS, die das geschafft haben und ich wollte das eben auch. Das war mein Traum. Das war das Ziel.
Du bist doch eine Frau, wie kann man da für sich selbst nicht als Frau durchgehen? Du definierst dich über deine Äußerlichkeiten, genauso ist dir die Definition "als Frau" von anderen wichtig. Wir wurden nicht in einem weiblichen Körper hineingeboren - das ist nun mal Fakt. Insofern, wenn man sich mit geborenen Frauen vergleicht, zieht man doch grundsätzlich den kürzeren. Alles was wir tun können, ist uns einer geborenen Frau optisch anzugleichen. Und nach eigener Aussage bist du ja eine Hand breit davor...
Wenn ich mich natürlich mit Transfrauen vergleiche, die superviel Glück mit ihrer Transistion hatten, muss ich mich selbst doch fragen, wie wahrscheinlich ist dieser Fall? Ist das die Regel? Ich kenne auch Transfrauen, die total hübsch sind und als Model Geld verdienen. Will ich mich mit denen vergleichen? Wohl kaum...
Ich gucke mich in "der (weiblichen) Gesellschaft" um, mit der ich täglich konfrontiert werde. Und ich stelle fest, das ich, trotz meiner diversen männlichen Makel, ganz gut im Mittelfeld mitschwimme. Es gibt größere Frauen als ich. Kleinere Frauen als ich. Dünnere Frauen als mich. Dickere Frauen als mich. Hübschere Frauen als mich...
Du hattest dir ein Ziel gesetzt, das zu erreichen für die meisten Transfrauen quasi unmöglich ist. Hier bestätigen Ausnahmen die Regel.
Ich habe da einfach eine andere Herangehensweise. Ich gucke mir auch nicht nur den Nachbarn mit dem großen Haus und dem Ferrari an und denke "Gott, bin ich arm dran!" Nein, ich sehe auch Menschen, denen es wesentlich schlechter als mir geht und denke dann, das ich doch eigentlich gar keinen Grund zum meckern habe... Orientiert man sich immer nur nach "oben", ist die persönliche Unzufriedenheit garantiert.

Es tut mir leid, wenn ich mit meinen Beiträgen Gefühle verletzt habe, aber viele Mitglieder haben versucht, dich aufzubauen, dir zuhelfen, haben Ideen gegeben...
Aber wie soll man helfen, wenn du unmögliche Erwartungen an dich selbst stellst?

Jetzt war einfach die Zeit für Tacheles.
Nur du selbst kannst dir aus deiner Situation heraushelfen. Niemand sonst.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 75 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anja hat geschrieben: Di 26. Mär 2019, 10:17
Ich habe lediglich die Transsexualität nach körperlichen Gesichtspunkten (wie es ja die KK's zum Beispiel ebenfalls tun) abgegrenzt.
Ja eben. Person mit Brüsten + Vagina = Frau. Genau das definiert die KK. Spricht ganze Bände. Gibts auch null sinnvollen Diskussionsspielraum. Zumindest für mich nicht. Keine Frau auf dieser Welt würde sich allein darauf reduzieren lassen. Das ist alte diskriminierende Scheiße von Männern mit dicken Hornbrillen. So ungefähr: Jetzt hast doch Brüste und ne Vagina. Was willste noch mehr?

Wenn das das "richtige" Frauenbild im Rahmen der Transsexualität ist, möchte ich bitte eine andere Diagnose.
Ich lasse meinen Leidensdruck nicht auf zwei Geschlechtsmerkmale reduzieren.
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