Zweifel
Zweifel - # 6

Lebensplanung, Standorte
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Kleine Ketzerin
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Re: Zweifel

Post 76 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 23:18 Nach der GaOP musste ich aber wider Erwarten dann doch Androcur weiter nehmen, weil anders keine weiblichen Testo-Bereiche zu erreichen waren.
Hallo dunkles_sternchen!

Das heißt, Du nimmst aktuell noch immer Androcur? :shock: Darf ich fragen, in welcher Dosierung? Hast Du schon mal Alternativen ausprobiert (Spironolacton z.B.)?

Eine Idee zur Gewichtsreduktion wäre vielleicht noch das sogenannte "Halbfasten". Das bedeutet, man isst, was man will und so viel man will, aber nur zwei mal am Tag, wobei zwischen den Mahlzeiten einmal ca. 8 und einmal ca. 16 Stunden (damit der Körper an die Fettreserven geht) liegen sollen. Ich habe schon immer so gegessen (ohne zu wissen, dass man das "Halbfasten" nennt) und vielleicht auch deshalb durch die HRT nie Gewichtsprobleme bekommen...
dunkles_sternchen
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Re: Zweifel

Post 77 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Christine75 hat geschrieben: So 24. Jun 2018, 00:27 Wie würde es sich für euch anfühlen, wenn ihr einen echten weiblichen Körper hättet, den nur ihr sehen würdet, aber draußen jeder euch als Mann mit Männerkörper sieht. Ich denke da ist dann das Ziel nicht erreicht worden.
Ein Körper ist ja nicht ein Stück Hülle. Man interagiert damit ja auch, sozial, sexuell, sportlich. Insofern ist natürlich meine eigene Erwartungshaltung dadurch geprägt, was ich als Frau instintkiv-biologisch erwarte, weil es quasi in mir steckt, und natürlich auch davon, was die Gesellschaft von mir als Frau erwartet. Ich meine das sozial/sexuell gesehen, nicht im Rahmen von Trends und Modeerscheinungen. Die Brust zB als primäres Geschlechtsmerkmal ist etwas, dass Menschen bei Frauen erwarten, genauso wie gewissen körperlich Tedenzen, lange Haare ... je mehr man aus diesem Erwartungsmuster rausfällt, desto schwerer wird es sein gesellschaftlich entsprechende Akzeptanz zu erhalten.
Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mo 25. Jun 2018, 12:12 Das heißt, Du nimmst aktuell noch immer Androcur? :shock: Darf ich fragen, in welcher Dosierung? Hast Du schon mal Alternativen ausprobiert (Spironolacton z.B.)?

Eine Idee zur Gewichtsreduktion wäre vielleicht noch das sogenannte "Halbfasten". Das bedeutet, man isst, was man will und so viel man will, aber nur zwei mal am Tag, wobei zwischen den Mahlzeiten einmal ca. 8 und einmal ca. 16 Stunden (damit der Körper an die Fettreserven geht) liegen sollen. Ich habe schon immer so gegessen (ohne zu wissen, dass man das "Halbfasten" nennt) und vielleicht auch deshalb durch die HRT nie Gewichtsprobleme bekommen...


Ja, das heißt es. Mein Testo lag postOP bei 0,7 ng/ml und damit setze massiver Haarausfall ein. Aktuell nehme ich um die 10mg - genauso wie vor der OP. Alle Dosierungen darunter waren wenig wirkungsvoll und konnten den Haarverlust nicht stoppen. Nach der OP habe ich sämtliche Alternativen probiert und habe damit nur wertvolle Zeit verloren, weil ich streckenweise über 200 Haare am Tag verloren habe. Die GaOP war ein kompletes Desaster, finanziell, als auch gesundheitlich. Meine Haut ist auch total kaputt ... keine Ahnung, trocken, Ekzeme ... ich werde gar nicht braun, sondern bekomme rote Punkte ... damals bin ich immer schön braun geworden.

Ich kenne das mit dem Fasten ... das mag gehen, wenn der Körper gesund ist. Bei mir ist da etwas fehlreguliert bei den Hormonen. Ich esse schon gar nicht viel, mache ständig Sport. War ja damals auch ganz anders. Solche Stoffwechselprobleme kann man nicht mit Fasten oder Diäten "austricksen" - dann schaltet der Körper beim Grundumsetz auf Sparflamme und setzt noch mehr an.
Kleine Ketzerin
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Re: Zweifel

Post 78 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Hallo dunkles_sternchen!

Oh weh... Das, was Du beschreibst, klingt für mich nach der sprichwörtlichen Hölle auf Erden... Ich weiß, dass Dir das nicht hilft, aber ganz ehrlich: Ich habe den allergrößten Respekt davor, dass Du trotzdem noch die Kraft hast, Dich dem aus dieser Hölle resultierenden Kampf jeden Tag aufs Neue zu stellen. Ich weiß nicht, ob ich das könnte.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 25. Jun 2018, 14:09 Ein Körper ist ja nicht ein Stück Hülle. Man interagiert damit ja auch, sozial, sexuell, sportlich. Insofern ist natürlich meine eigene Erwartungshaltung dadurch geprägt, was ich als Frau instintkiv-biologisch erwarte, weil es quasi in mir steckt, und natürlich auch davon, was die Gesellschaft von mir als Frau erwartet. Ich meine das sozial/sexuell gesehen, nicht im Rahmen von Trends und Modeerscheinungen.
Das ist zwar nicht an mich gerichtet, aber ich möchte das mal ganz fett unterstreichen. Leider ist es heute ja aber so, dass unsere Körper nur noch als eine Art Vehikel betrachtet werden, das dazu dient, die sogenannte "andere Geschlechtsrolle" möglichst "unauffällig" zu transportieren. Dass soziale Interaktion viel mehr ist und dass auch wir sexuelle Wesen sind (ein weiteres Tabuthema in der "Community"), wird dadurch aber komplett ignoriert und negiert.
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Re: Zweifel

Post 79 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mo 25. Jun 2018, 15:26
Oh weh... Das, was Du beschreibst, klingt für mich nach der sprichwörtlichen Hölle auf Erden... Ich weiß, dass Dir das nicht hilft, aber ganz ehrlich: Ich habe den allergrößten Respekt davor, dass Du trotzdem noch die Kraft hast, Dich dem aus dieser Hölle resultierenden Kampf jeden Tag aufs Neue zu stellen. Ich weiß nicht, ob ich das könnte.
Wie lange ich das kann und das möchte, bleibt offen. Ich weiß es auch nicht. Die Transition und alles was dazu gehört habe ich persönlich als Unfall abgespeichert und ich werde psychologisch auch genau danach betreut und behandelt. Klar, sicherlich eine Erfahrung im Leben, auf die ich sehr gern verzichtet hätte, aber nun ist es dafür zu spät. Man lebt nur einmal, wie man so schön sagt und das hab ich mir dann wohl ordentlich verbockt!
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Re: Zweifel

Post 80 im Thema

Beitrag von Anja »

Hallo Sternchen,
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 26. Jun 2018, 00:29 Man lebt nur einmal, wie man so schön sagt und das hab ich mir dann wohl ordentlich verbockt!
Du hast sicher noch so einige Jahre vor dir und wirst auch viel Schönes erleben.
Ich hoffe das du durch die psychologische Behandlung mit dem Unfall irgendwie abschließen kannst und nach vorn blicken kannst. Konzentriere dich auf die schönen Dinge in deinem Leben.
Wer ist denn schon mit seinem Körper zufrieden? Selbst die hübschesten Frauen können sich nicht so annehmen wie sie sind. Und gleichzeitig schaffen es furchtbar entstellte Unfallopfer irgendwie zurück ins Leben und sich so anzunehmen wie sie sind.
Ja, es ist einiges schief gelaufen in deinem Leben und die Schmerzen sind dein ständiger Begleiter. Trotzdem erlebst du doch auch schöne Momente, oder?
Halte dich daran fest, nicht an den schlechten.

Grüße
die Anja
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Re: Zweifel

Post 81 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Hallo dunkles_sternchen!

Ich würde bei dem, was Dir passiert ist, spontan ja eher von ärztlichem Totalversagen sprechen - bei der OP direkt durch Versagen bei der OP selbst oder der Nachsorge und bei der HRT indirekt durch ausbleibende Forschung. Da die Anerkennung dessen aber ein Kampf gegen Windmühlen wäre, ist Unfall wohl die beste Beschreibung, die bleibt - massive Traumatisierung inklusive. Eins ist aber klar: Du hast Dir gar nichts verbockt, denn Du hast nichts falsch gemacht. Du bist die letzte, die hätte ahnen können, was dabei herauskommt. Bei der Schuldfrage stehen andere weit vor Dir in der Liste. Was die Sache aber auch nicht unbedingt leichter macht...

Ich wünsche Dir jedenfalls weiterhin die nötige Kraft zum Kämpfen und hoffe für Dich, dass da vielleicht noch irgendwo irgendeine positive Erfahrung auf Dich wartet, die Deinen Schmerz vielleicht ein bisschen lindern könnte.
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Re: Zweifel

Post 82 im Thema

Beitrag von Eisfee »

Ich finde diesen Thread hier sehr wichtig. Es sollte eigentlich eine eigene Rubrik dafür im Forum geben! Denn an diesen Zweifeln scheiden sich für sehr viele von uns Freud und Leid im Leben.

Meiner Ansicht nach gibt es zu unserem Hauptthema drei unterschiedliche Zweifel, welche aber allesamt sehr eng zusammenhängen. Ich hatte mir diese Zweifelsfragen deshalb wie folgt aufgeteilt:

1. Zweifelt man daran, eine Frau zu sein bzw. so viele neurale weibliche Anteile im Kopf zu besitzen, dass man sich mehr als solche empfindet?
2. Zweifelt man daran, den Weg der Transition einschlagen zu wollen oder zu sollen?
3. Zweifelt man daran, ganz als Frau leben zu können und gesellschaftlich anerkannt zu werden?

Dann hatte ich diese Fragen für mich wie folgt gelöst:

1. Ich war so mit 19 eine Zeit lang öfter in einer Selbsthilfegruppe für Transsexuelle. Dort habe ich über zahlreiche Gespräche, Beobachtungen und Gedanken für mich irgendwann klar entschieden, ja, ich bin eindeutig mehr weiblich als männlich. Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, aber ich finde es wichtig, sich diese Frage erst einmal ganz grundlegend und von einer möglichen Transition völlig losgelöst beantworten zu können. Ich hatte also zu dieser Zeit eine Transition noch gar nicht so richtig in Erwägung gezogen. Ich wollte einfach nur wissen, ob ich deutlich mehr weiblich oder männlich ticke im Kopf und von meinem ganzen Wesen her. Und zwar ganz egal wie mein Körper dazu gerade aussieht oder gar meine Kleidung.

2. Nach dem ich dann trotz meines Wissens zu meiner inneren Weiblichkeit noch sehr lange Zeit männlich bzw. androgyn gelebt hatte, habe ich mir später dann mal eine Art Fangfrage gestellt. Also abgesehen von immer wiederkehrenden Online-Tests, weiteren Gesprächen, unzähligen nächtlichen Gedanken usw.
Für diese Fangfrage hatte ich der Einfachheit halber erst einmal die Prämisse angenommen, dass ich wirklich komplett als Frau leben könne und gesellschaftlich auch absolut so anerkannt würde. Unter dieser hypothetischen Annahme habe ich mir dann also die folgende Frage gestellt:

Wenn ich heute entscheiden müsste, den Weg der Transition zu gehen und für immer und ewig fortan als Frau zu leben ODER ich diesen Weg niemals mehr in der Zukunft einschlagen würde können! Wie würde ich dann entscheiden?

Die Frage an sich klingt zwar erst einmal recht simpel, aber es ist wichtig sie wirklich richtig und ganz intensiv zu verinnerlichen und sich wirklich darauf zu konzentrieren, sie an genau diesem Tag zu beantworten! Denn dadurch erhöht die Frage den Entscheidungsdruck meiner Ansicht nach in der Art, dass man endlich aufhört ewig über diese Sache nachzusinnen und sich einfach auf sein innerstes Bauch- und Kopfgefühl verlässt.

3. Soweit so gut. Ich wusste nun also, ich denke sehr weiblich und möchte den Weg der Transition eigentlich sehr gerne gehen. Aber da war ja noch was!
Deshalb nun also zur letzten Zweifelsfrage, was die gesellschaftliche Akzeptanz angeht. Da habe ich dann einmal all mein Geld zusammengekratzt und mir ein sehr professionelles Mann-zu-Frau-Fotoshooting geleistet. Das kann ich jeder nur absolut empfehlen. Denn die holen da optisch gesehen teilweise Sachen aus einen heraus, an die man selber noch nie gedacht hätte vorher. Danach wusste ich dann definitiv, dass ich optisch keine Probleme haben würde in der Gesellschaft. Und das selbst bei meiner Körpergröße.

Im Ergebnis dieser drei Fragen und Antworten bin ich dann schließlich sicheren Schrittes den Weg der Transition gegangen. Dieser ist bekanntermaßen absolut nicht immer leicht, enthält viele tolle Fortschritte, aber auch ein paar schwierige Rückschläge. Gerade die psychischen Belastungen dabei können manchmal in völlig unerwarteten Ecken lauern. Aber es ist nun mal mein Weg für den ich mich ja sicheren Herzens und nach bestem Wissen und Gewissen entschieden hatte!
Inzwischen genieße ich absolut jeden Tag meines fraulichen Lebens. Und ich denke auch, ich habe es mir schwer verdient dieses Glück.

:P

Natürlich gibt es nun auch genügend unter uns, denen der Leidensdruck so stark brennt, dass sie den Weg so oder so gehen, ganz egal ob die Gesellschaft sie so aufnimmt oder nicht. Das kann ich auch sehr gut verstehen. Aber in diesem Thread geht es ja um all die Zweifel. Und auch für mich war das eben sehr wichtig mit diesen Zweifeln. Denn sehr viele Aspekte an meinem Frausein haben auch genau damit zu tun, wie ich von anderen wahrgenommen werde, wie sie mit mir umgehen usw.

Ich danke Euch für Eure Geduld meinen langen Text zu lesen. Ich hoffe der einen oder anderen damit ein wenig weiter helfen zu können.
Und ich wünsche Euch von Herzen das ihr ebenfalls Euer Lebensglück finden möget.

(na)
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Re: Zweifel

Post 83 im Thema

Beitrag von Anja »

Hallo Eisfee,

So ähnlich bin ich damals selbst vorgegangen. Ich habe mich gefragt, was würde ich tun, wenn alle äußeren Umstände (Familie, Freunde, Arbeit...) egal wären. Da lag die Antwort sofort auf der Hand. Also kam meine Unsicherheit eigentlich von außen. Ich selbst war mir sicher. Das war so ein Aha-Moment, den man nicht mehr vergisst...
Eisfee hat geschrieben: Di 26. Jun 2018, 11:27 Da habe ich dann einmal all mein Geld zusammengekratzt und mir ein sehr professionelles Mann-zu-Frau-Fotoshooting geleistet. Das kann ich jeder nur absolut empfehlen. Denn die holen da optisch gesehen teilweise Sachen aus einen heraus, an die man selber noch nie gedacht hätte vorher. Danach wusste ich dann definitiv, dass ich optisch keine Probleme haben würde in der Gesellschaft.
Als ich das glesen hab, hab ich mich spontan gefragt, warum du dann einen Avatar benutzt, der diesen ähm Bereich fokussiert :wink:

Grüße
die Anja
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Eisfee
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Re: Zweifel

Post 84 im Thema

Beitrag von Eisfee »

Anja hat geschrieben: Di 26. Jun 2018, 11:50 ...
Als ich das glesen hab, hab ich mich spontan gefragt, warum du dann einen Avatar benutzt, der diesen ähm Bereich fokussiert :wink:
...
Da das eher off-topic wäre, kannst Du mich das sehr gerne privat fragen.
Alles hat seine guten Gründe.
:wink:
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Zweifel

Post 85 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Eisfee,

Deine Fragen und Strukturierungen finde ich als Deinen persönlichen Ansatz folgerichtig und es ist schön, dass Du damit Deinen Frieden gefunden hast. Aus meiner Perspektive ist er natürlich nicht umfassend, da es noch viele weitere "Spielarten" gibt. Besonders bei der Frage
Wenn ich heute entscheiden müsste, den Weg der Transition zu gehen und für immer und ewig fortan als Frau zu leben ODER ich diesen Weg niemals mehr in der Zukunft einschlagen würde können! Wie würde ich dann entscheiden?
, die sich wahrscheinlich die meisten gestellt haben dürften, ist mir aufgefallen, wie sehr Du von der Annahme einer bipolaren Sicht auf Geschlecht ausgehst.

Klar dient die Frage der Selbstfindung, aber wenn Geschlecht nicht bipolar ist, hilft die Frage wenig. Warum dieses "Entweder-oder" ? Ist ein "Sowohl-als auch" oder ein "Irgendwo-dazwischen" nicht auch eine Option ? Die Reduktion auf zwei Pole birgt die Gefahr, dass manche (mich betrifft das auch) "unendlich" in der gedanklichen Schleife bleibt, wenn man mal mehr in die eine, dann wieder in die andere Richtung pendelt ?

Mich persönlich macht dieses hin und her in den Gefühlen manchmal ziemlich fertig, manchmal kann ich es genießen. Hier liegen meine Zweifel. Meine Frage lautet "Warum kann ich denn nicht eindeutig zu einer Seite gehören ?" und lande ebenfalls immer wieder in der bipolaren Sicht. Insofern sind solche Fragen, denen die Grundannahme einer bipolaren Sicht zugrunde liegt, schon im Ansatz selbst manipulierend. Die einzige Schlussfolgerung, die ich daraus ziehen könnte, ist die Erkenntnis, wo ich nicht hin gehöre. Aber selbst die muss ich hinterfragen, weil auch hier wieder Annahmen darin stecken, die zwar eine allgemeine Sicht, aber nicht meine persönliche Situation abbilden. Ich kann so keine Antworten finden, die mir wirklich weiter helfen.

Ich war gestern in einem Museum, dass über alle Zeitperioden von der Antike bis zur Neuzeit ging. Besonders habe ich mir die Exponate angeschaut, die etwas mit dem Leben der Menschen selber zu tun hat. Dazu gehören Schmuck, Mode, gesellschaftliche Rollen, z.B. in Darstellungen etc. Für mich war eindeutig, dass ich mich mehr zu den Exponaten hingezogen, die mit Frauen zu tun hatten. Dann habe ich versucht, mich gedanklich in die jeweilige Situation hinein zu denken/Fühlen und mir jeweils die Frage gestellt, wie ich als Mensch in dieser Zeit hätte leben wollen/können ? Da fand ich handwerkliche Dinge interessant, also wenig weiblich konnotierte Dinge. Als Frau hätte ich kaum leben wollen, da einige gesellschaftliche Aspekte für mich total problematisch gewesen wären.

Ich schließe daraus, dass es nicht (allein) gesellschaftliche Rollen sind, die mir Probleme machen. Es ist eher die Frage nach der Zugehörigkeit und die ist in meinem Fall nicht eindeutig, aber generell fühle ich mich, sowohl körperlich als auch mental, tendenziell stärker zur weiblichen Seite hin gezogen. Aber eben nicht ganz. Somit bleibe ich unsicher in der Frage nach meinem Geschlecht. Damit bin ich seit meinem ersten geschlechtlichem Empfinden nicht weiter gekommen, denn seit meiner frühen Pubertät trage ich in mir den Wunsch in mir, dass eine gute Fee (sic!) käme und mir meinen sehnlichsten Wunsch erfüllt: Ich möchte beliebig das Geschlecht wechseln können, ohne dass irgend jemand daran Anstoß nähme. Aber nicht wie ein Chamäleon, das sich der Umgebung anpasst, sondern aus dem Inneren leben und die Erfahrungen machen, die zu dem jeweiligen Geschlecht gehören.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Zweifel

Post 86 im Thema

Beitrag von Exuser-2019-01-04 »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 19:49
Wärst Du so lieb, mir die Hintergründe dieser kognitiven Verschraubung mal näher zu erläutern?

später dann:

Schau doch bitte nochmal genau hin: In meinem Beitrag steht ein fett-kursives "k" vor "eine Antwort", was dann zusammen genommen "keine Antwort" ergibt:
Kleine Ketzerin hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 15:39 (Wichtiger Hinweis: Diese Frage ist eine rein rhetorische Frage, auf die ich ausdrücklich keine Antwort haben will, denn sie soll lediglich Dich dazu animieren, Deine übergriffige Aussage nochmal zu überdenken.)
Also: Es war keine Antwort nötig oder erwünscht. Niemals. Never.

Herrje,

eine Ketzerin, die gerne austeilt - na prima! Warum bittest Du um eine Erläuterung, um dann hintenrum diese Bitte zu einer Frage umzudeuten, auf die Du dann in hochnäsiger Weise doch keine Antwort willst? Das ist Ketzerei um der Ketzerei willen und mehr als nur absurd - und ein fragwürdiger Diskussionsstil.

Nichts für Ungut.
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Re: Zweifel

Post 87 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Sasha hat geschrieben: Fr 29. Jun 2018, 10:48 eine Ketzerin, die gerne austeilt - na prima! Warum bittest Du um eine Erläuterung, um dann hintenrum diese Bitte zu einer Frage umzudeuten, auf die Du dann in hochnäsiger Weise doch keine Antwort willst? Das ist Ketzerei um der Ketzerei willen und mehr als nur absurd - und ein fragwürdiger Diskussionsstil.
Wenn Du nicht verstehst, warum ich keine Antwort haben wollte, dann steht es Dir selbstverständlich frei, das so zu interpretieren. Erwarte nur bitte nicht, dass mich das in irgendeiner Weise tangiert.
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Re: Zweifel

Post 88 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Klärt das, falls notwendig, bitte doch per PN.

Danke
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Zweifel

Post 89 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-30 »

Ich finde diesen Thread außerordentlich interessant. Die meisten hier angesprochenen Fragen und Probleme haben mich selber sicher auch schon befaßt, und was ich jetzt wieder empfinde ist die oft totale Zerrissenheit, die in einem steckt. Was ist man, wer ist man, wobei es ja gar nicht um die Frage geht, wer man sein möchte.
Ich werde immer männliche Chromosmen haben, eine männliche DNA, einen männlichen Körperbau, und im günstigsten Fall bekomme ich es vielleicht ein wenig hin, als Frau wahrgenommen zu werden.
Vielen mag das nicht so wichtig sein, ich habe immer damit gehadert,am Ende sowieso keine "richtige" Frau zu sein.
Wie ich mich selber empfinde und sehe ist wichtig. Aber mir war es immer auch wichtig, wie andere mich sehen. Allein schon die Stimme klappte nicht oder nur vorübergehend. Ja, am Telefon hat niemand etwas gemerkt, aber das habe ich rein physisch nicht durchgehalten. So habe ich von Anfang an nach einem dritten Weg gesucht.
Entweder "richtig" Frau oder gar nicht, das hat mich immer beschäftigt und tut es noch.
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Re: Zweifel

Post 90 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Maria50 hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 15:33...
Entweder "richtig" Frau oder gar nicht, das hat mich immer beschäftigt und tut es noch.
Was ist eine richtige Frau? Was muss sie haben?

Oberweite?
Vagina?
Figur?
Haare?

Oder ist es etwas, was sie nicht haben darf?
Körper- oder Gesichtsbehaarung?
Tiefe Stimme?

Wo genau will man die Grenze ziehen?

Ich definiere mich nicht durch das, was andere in mir sehen, sondern durch das, was ich empfinde.
Natürlich bemühe ich mich feminin auszusehen, aber es gibt wichtigeres.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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