Zweifel
Zweifel - # 5

Lebensplanung, Standorte
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Anja
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Re: Zweifel

Post 61 im Thema

Beitrag von Anja »

Hallo Sternchen,
dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 22. Jun 2018, 02:24 Ich bin immer wieder verwundert, wie sehr doch die meisten TS alles am sozialen Umfeld fastmachen. Oft habe ich den Eindruck, dass der Körper nur reine Nebensache ist und es primär um solche Dinge wie Akzeptanz, Anrede, Ausweise usw. geht ... aber mal ehrlich - is das nicht das letztlich egal?
Ich definiere mich nicht über meinen Körper. Dann würde ich doch genau das Selbe machen, wie zeitlebens alle anderen auch mit mir gemacht haben.
Für mich zählen all die kleinen Dinge, die du aufgezählt hast. Die Anrede, Ausweise, Akzeptanz, einfach das ich als Frau akzeptiert werde. Das setzt allerdings voraus, das man sich selbst so akzeptiert, wie man ist und damit leben kann.
Ich bin für eine Frau sehr groß, habe Übergewicht, eine ziemlich männliche Stimme und etwas zwischen den Beinen, das da eigentlich nicht hingehört. Riesige Hände, Breite Schultern, dicke Waden.... Ich könnte ewig so weiter machen.
Aber welche Frau ist schon mit sich zufrieden? Selbst Models sind nicht mit sich zufrieden! Ich empfehle an dieser Stelle noch mal die Doku "Embrace".
Trotz dieser ganzen "Makel" kann ich Problemlos als Frau leben. Wie ich schon mal schrieb, wenn man sich mit einer geborenen Frau vergleicht, quasi als Vorbild, wird man nie zufrieden sein. Ich versuche die beste Frau zu sein, die ich sein kann.
Eben was im Bereich des möglichen liegt...

Jeder (Mensch) muss halt selbst für sich herausfinden was ihm wichtig ist. Für mich war das wichtigste als Frau zu leben mit all den kleinen Dingen, die dazugehören (wie du ja aufgezählt hast), mein Körper ist da eher Nebensache. Natürlich finde ich es toll, das mir durch die HT Brüste gewachsen sind, aber wenn es nicht so gewesen wäre, dann wär das eben so. Ich habe (geborene) weibliche Bekannte, die weniger Oberweite zu bieten haben als ich. Und die sind darüber auch nicht unglücklich oder wollen sich unbedingt operieren lassen...
Man muss einen Weg finden, wie man sich selbst akzeptieren kann. Für dich ist dein Körper enorm wichtig, für manch andere Transfrauen eben nicht so sehr. Menschen sind unterschiedlich. Da muss man sich nicht drüber wundern.

Wenn man sich selbst so akzeptiert bzw. akzeptieren kann wie man ist es egal, ob oder wie weit die Angleichung erfolgt ist. Und dieser Punkt, an dem persönliche Zufriedenheit eintritt, liegt bei jedem woanders.
Und das ist garnicht so einfach, an diesen Punkt zu kommen, da wie gesagt, kaum ein Mensch mit sich zufrieden ist...

Die Frage ist doch, was muss sich ändern, um näher an diesen Punkt zu kommen? Und in dieser Frage war mein Bauch immer ein sehr kompetenter Ratgeber...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Jaddy
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Re: Zweifel

Post 62 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Also ich mache meine Metamorphose-Dinge ganz primär wegen der Körperlichkeit. Ich mag die weicheren Züge, die glatte Haut, das ganze Programm. Auch das Abnehmen gehört/e dazu. Ich möchte mich mit und in meinem Körper wohler fühlen. Meine Stimmungen, Ausstrahlung undsoweiter wechselwirken mit diesem Gefühl (und den Hormonen natürlich auch) und haben damit auch Auswirkungen auf meine Interaktion mit der Umgebung. Wie stark diese Auswirkungen sind, bemerke ich jetzt erst, seit mir bekannte und unbekannte Menschen anders und praktisch durchweg positiver begegnen als früher :)

Mein unfairer Vorteil: Ich habe keine weibliche oder männliche Zielvorstellung, sondern ein "dazwischen", für dass es in der Mehrheitsbevölkerung eh kaum Vorbilder oder Konzepte gibt.

Vielleicht ist das der Punkt, kein zu stark definiertes Ziel zu haben, das durch Leben und Umstände stets ausser Reichweite bleibt?
Kleine Ketzerin
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Re: Zweifel

Post 63 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Hallo dunkles_sternchen!
dunkles_sternchen hat geschrieben:Ich fühle mich da oft allein, weil wenige TS wirklich auch eine körperliche Transformation anstreben.
Das bist Du aber nicht. Es ist nur leider so, dass das Thema "Körper" inzwischen zu den großen Tabuthemen in der sogenannten "Community" gehört (ein anderes ist Psychiatrisierung) und dass man, wenn man das Thema "Körper" mal anspricht, ganz schnell in die Schublade diverser Gruppen gestopft wird, die irgendwelche "Differenzierungsideologien" predigen (also dieses leidige "Transsexuelle vs. Transgender"). Und wenn man dann noch das große Glück hat, dass es körperlich einfach passt, dann hat man gleich gar nichts mehr zu melden, weil man dann ja keine Probleme hat, denn die "Primärziele" Akzeptanz, Anrede, Ausweise usw. fallen einem dann ja einfach so zu... Irgendwann hat man auf solche Diskussionen dann einfach keinen Bock mehr, zieht sich zurück und lebt sein Leben. Blöd ist halt, dass dadurch dann wichtige Themen - z.B., dass die körperliche Behandlung hier in Deutschland dramatisch verbesserungsbedürftig ist - einfach unter den Tisch fallen. Und jemand wie Du mit Deinen Problemen fällt dann leider gleich mit unter den Tisch...

P.S.: Dieser Beitrag kann Spuren stimmungshemmender Aussagen enthalten.
Nicole Fritz
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Re: Zweifel

Post 64 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo allerseits,

ich habe noch einmal über dieses Thema nachgedacht. Zuerst wollte ich noch einmal auf die Beiträge des dunklen Sternchens antworten. Sie tut mir schrecklich leid, aber ihr kann man wohl genauso wenig helfen wie man Nikolaus vor seinem Outing als Nicole helfen konnte. Da ist eine Seele vom Selbsthass zerfressen.

Ich liege oft wach im Bett, und da habe ich das alte Spiegelbild als Nikolaus im Kopf. Ich fühle mich dann so mies wie immer vorher und alles erscheint wieder sinnlos. Am liebsten würde ich einfach im Bett liegen bleiben bis mich der Sensenmann holt. Aber ich muss pinkeln. Jetzt könnte ich es einfach laufen lassen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass mich der Sensenmann nicht holt, und dann habe ich die Sauerei. Also stehe ich auf.

Nach dem Pinkeln möchte ich dann erst einmal Nicole sehen. Es gibt da so ein paar Fetisch-Signale, auf die der alte Nikolaus immer sofort anspricht. Ich ziehe also ein Kleid an und setze eine langhaarige Perücke auf. Das vertreibt das Gruselbild der Nacht. Dann Kaffee kochen und Frühstück. Bald wird es mir dann mit meiner bereits recht dicken eigenen Wolle unter der Perücke zu warm. Ich nehme sie also ab und sehe Nicole im Spiegel als wilde Amazone mit wirren Haaren. Dann begrüße ich den Tag als Nicole.

Ich hoffe mit dem Vorstehenden ist es mir als rational denkende Wissenschaftlerin so einigermaßen gelungen meine Gefühle zu beschreiben. Und jetzt kommt die Theorie dazu: Nikolaus hat alles vergeigt, was in seiner Rolle als Mann erreicht werden sollte: Erfolg im Beruf, Familie, Kinder. Es gibt zwei Häuser aber keinen angemessenen Erben dafür. Welchen Sinn hat das Ganze also noch? Da ist nur die Mühe für den Erhalt des Ganzen, an dem sich Nikolaus nicht (mehr?) erfreuen kann. Und dann ist da Nicole, die zum Leben erwachte Fetisch-Traumfrau.

Was ist das jetzt? Ist die Rolle als Frau nur so eine Art neues Hobby, wie es mir einige Transfrauen unterstellen? Sicherlich lenkt es ab, wie meine anderen Hobbys vorher, wenn ich mich als Frau zurecht mache und dann so unter Leute gehe. Wenn sich Nikolaus immer wieder mit Perücke, Schminke, BH, Silis und schönen Kleidern in Nicole verwandelt, ist es sicherlich eher ein Hobby. So langsam ändert sich aber mein Empfinden. Ich identifiziere mich immer mehr mit dieser Kunstfigur Nicole Doll - inzwischen so weit, dass ich sofort eine NÄ/PÄ vornehmen würde, wenn es diesen Gutachten-Irrsinn nicht gäbe.

Als Nikolaus hasse ich mich selbst, aber Nikolaus liebt seine Traumfrau Nicole! Was passiert also, wenn ich Nikolaus mit Hormonen weg therapiere und seinen Schniedelwutz entfernen lasse? - Ich weiß es nicht. Und es gibt niemanden, der mir diese Frage verlässlich beantworten kann. Ein Psychologe? Der ist doch selbst nicht trans* und hat - wie auch ich - nur studiert und viele schlaue Bücher gelesen. Was brauche ich also? Ein gutes Passing? Einen weiblichen Körper? Sicherlich hätte ich das gerne. Aber wo bleibt dann Nikolaus, der seine Nicole liebt? Hier ist sicherlich, wie eigentlich überall im Leben, ein guter Kompromiss zu suchen. Und der kann eine vollständige Transition sein oder es genügt - für eine gewisse Übergangszeit oder dauerhaft - gelegentliches Crossdressen. Und alles dazwischen ist auch möglich.

Ich habe es mit dem völligen Zusammenbruch meiner sozialen Kontakte gewissermaßen einfach. Da gibt es keinen Job, keine Familie, keinen Lebensgefährten. Also gibt es nichts Wichtiges, das mich davon abhalten könnte Vollzeit als Frau zu leben. Und so mache ich es einfach. Was ist aber mit meinem Empfinden? Das ist doch mit dieser schnellen Umstellung noch gar nicht mit gekommen. Oder: das kleine Mädchen Nicole muss jetzt erst einmal die Welt entdecken. In einem Punkt bin ich mir aber absolut sicher: Mit einer äußerlichen Verwandlung meines Körpers zur Frau entdeckt die kleine Nicole die Welt nicht schneller oder besser. Sie kann sich als Frau wohler fühlen, aber auch an den Nebenwirkungen der HT oder den Folgen der OP leiden. Und was wird aus Nikolaus, der seine Nicole liebt? Braucht es den noch, oder lernt Nicole sich selbst zu lieben?

Was bin ich nun? TV, TS, nicht-binär, androgyn, genderfluid? Und wer will das überhaupt wissen?

LG Nicole
Kleine Ketzerin
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Re: Zweifel

Post 65 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Nicole Doll hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 10:41 Da ist eine Seele vom Selbsthass zerfressen.
Mit Verlaub, aber ich kann da nicht recht folgen. Wie kommst Du auf die absurde Idee, die Enttäuschung über eine auf ganzer Linie fehlgeschlagene medizinische Behandlung mit einer "vom Selbsthass zerfressenen Seele" gleichzusetzen? Wärst Du so lieb, mir die Hintergründe dieser kognitiven Verschraubung mal näher zu erläutern? (Wichtiger Hinweis: Diese Frage ist eine rein rhetorische Frage, auf die ich ausdrücklich keine Antwort haben will, denn sie soll lediglich Dich dazu animieren, Deine übergriffige Aussage nochmal zu überdenken.)
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Re: Zweifel

Post 66 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Kleine Ketzerin,

da habe ich wohl einfach von mir selbst auf andere geschlossen. Viele der Aussagen des dunklen Sternchens decken sich mit meinen Empfindungen aus meiner Männerrolle. Und meine Seele war vom Selbsthass zerfressen. Ich habe das keinesfalls böse oder irgendwie verletzend gemeint. Ich habe nur das geschrieben, was ich fühle. Auf die Idee, dass man es als übergriffig auffassen könnte, bin ich überhaupt nicht gekommen.

LG Nicole

PS: Was ich nicht verstehe: Du erwartest eine Antwort von mir und sprichst dann von einer rein rhetorischen Frage. Was denn nun? Antwort ja oder nein? So viel zum Thema kognitive Verschraubung.
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Re: Zweifel

Post 67 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Nicole Doll hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 18:25 PS: Was ich nicht verstehe: Du erwartest eine Antwort von mir und sprichst dann von einer rein rhetorischen Frage. Was denn nun? Antwort ja oder nein? So viel zum Thema kognitive Verschraubung.
Schau doch bitte nochmal genau hin: In meinem Beitrag steht ein fett-kursives "k" vor "eine Antwort", was dann zusammen genommen "keine Antwort" ergibt:
Kleine Ketzerin hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 15:39 (Wichtiger Hinweis: Diese Frage ist eine rein rhetorische Frage, auf die ich ausdrücklich keine Antwort haben will, denn sie soll lediglich Dich dazu animieren, Deine übergriffige Aussage nochmal zu überdenken.)
Also: Es war keine Antwort nötig oder erwünscht. Niemals. Never.
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Re: Zweifel

Post 68 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Kati_nx hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 18:57 Und für meinen Teil bedeutet dass, je mehr ich über mögliche Komplikationen der HRT lese, desto mehr denke ich darüber nach, ob ich mir das antun werde, [...]
Welche Komplikationen meinst Du? Und warum "antun"? Versteh mich bitte nicht falsch, ich will Dir keineswegs in Deine Entscheidung reinreden. Ich denke nur, dass das Thema "HRT" nicht selten überdramatisiert wird. Das sind auch keine "Wunderpillen", die man nach einer einzigen Einnahme dann gleich für den Rest des Lebens immer weiter nehmen muss. Man kann das auch ausprobieren und dann sehen, ob es passt oder nicht. Und wenn es nicht passt, dann setzt man sie eben wieder ab. (Das ist - nebenbei bemerkt - aus meiner Sicht auch der sicherste Weg, um festzustellen, ob man "wirklich trans" ist - weitaus effektiver als jedes psychodiagnostische Gedöns jedenfalls.)
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Re: Zweifel

Post 69 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 15:39 Wärst Du so lieb, mir die Hintergründe dieser kognitiven Verschraubung mal näher zu erläutern?
Wie bitte soll ich das tun ohne zu antworten? - Dieser Satz widerspricht dem Nachfolgenden - kognitive Verschraubung hin oder her! Und jetzt bitte KEINE Antwort!
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Re: Zweifel

Post 70 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Hallo Kati!

Also ich habe durch die Hormone weder großartig zu- noch abgenommen, am Anfang nicht und auch in den folgenden (fast) 19 Jahren nicht. Das (wenige) vorhandene Fett hat sich im Laufe der Zeit einfach nur wie gewünscht umverteilt. Es kann also auch genau so gut sein, dass beim Gewicht schlicht und einfach gar nichts passiert.
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Re: Zweifel

Post 71 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Kati_nx hat geschrieben: Sa 23. Jun 2018, 20:22 In erster Linie meine ich eine drohende Gewichtszunahme, etwas was ich am allerwenigsten brauche. Es wird von vielen berichtet, dass dies der Fall ist und mein Wohlbefinden geht Hand in Hand mit meinem Gewicht.
Ich habe mein Gewicht immer problemlos gehalten. Nach der GaOP musste ich aber wider Erwarten dann doch Androcur weiter nehmen, weil anders keine weiblichen Testo-Bereiche zu erreichen waren. Seitdem habe ich 10kg zugenommen - aus dem Stand quasi. Ich mache seit Monaten wieder sehr aktiv Sport und habe bisher aber keine 500g angenommen. Man kämpft da tatsächlich gegen Windmühlen. Und eine gescheite Fettverteilung gibt es auch nicht - ist halt alles männer-typisch am Bauch, auch nach vielen Jahren Hormonen ... ich habs da auch aufgegeben, ich war mal so schlank und sportlich und es hilft wirklich gar nix, weder gesunde Ernährung und kleine Portionen, noch täglicher Sport. Kannst alles in die Tonne kloppen!
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Re: Zweifel

Post 72 im Thema

Beitrag von Christine75 »

Kommen wir doch bitte mal nach dem Schlagabtausch zwischen einigen Damen hier doch mal wieder zurück zur Kernfrage.
Wollen wir unseren Körper verändern, weil wir das wollen, weil wir unseren männlichen Körper nicht mögen oder sogar hassen?
Oder wollen wir unseren Körper nicht auch deshalb ändern, weil wir in der Gesellschaft ja als Frau anerkannt werden möchten und da die Gesellschaft uns nun mal nur als Frau akzeptiert,(wenn überhaupt) wenn wir unserem Körper soviel weibliche Attribute verpassen, wie möglich ist? Ist es eine Mischung von beidem? Oder kommt da noch der dritte Faktor ins Spiel, nämlich unsere anerzogene Vorstellung von Weiblichkeit und weiblichen Körpern.
Es ist die Frage, ob eine körperliche Veränderung mit Lasern Hormonen und Operation die Gesellschaft davon überzeugen kann, das wir Frauen sind, da nicht jeder schlussendlich nach der GAOP wirklich weiblich rüberkommt.

Wie würde es sich für euch anfühlen, wenn ihr einen echten weiblichen Körper hättet, den nur ihr sehen würdet, aber draußen jeder euch als Mann mit Männerkörper sieht. Ich denke da ist dann das Ziel nicht erreicht worden.
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Re: Zweifel

Post 73 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Kati_nx hat geschrieben: So 24. Jun 2018, 01:03 Alle Anderen haben damit gar nichts zu tun. Die, die mit einem nicht einverstanden sind, aus welchem Grund auch immer, können gerne Nachts im dunkeln, auf der Autobahn Lichter fangen gehen. Und die, die zu uns halten, weil sie uns als Mensch akzeptieren und mögen wie wir sind, die sind für uns wichtig.
Genau so ist es!
Kati_nx hat geschrieben: So 24. Jun 2018, 01:03 Es geht nicht darum zu gefallen, es geht darum echt zu sein.
Und weil's so schön war, gleich nochmal: Genau so ist es!
ULI67
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Re: Zweifel

Post 74 im Thema

Beitrag von ULI67 »

Hallo,
Also ich hätte gerne einen weiblichen Körper, weil ich eine Frau bin und deshalb auch so aussehen möchte.. ohne das enthaaren.. Brüste aus Fett formen und und und...
Ja... ich bin eine Frau 👩
sbsr
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Re: Zweifel

Post 75 im Thema

Beitrag von sbsr »

Christine75 hat geschrieben: So 24. Jun 2018, 00:27 Wollen wir unseren Körper verändern, weil wir das wollen, weil wir unseren männlichen Körper nicht mögen oder sogar hassen?
Für mich gesprochen, ich würde meinen Körper verändern, weil ich das definitiv selbst will.

Unabhängig von allem Crossdressen oder Teilzeitfrau, hasse ich bestimmte Teile meines Körpers (nein, dieses eine Teil nicht explizit). Ich finde zum Beispiel meine Gesichtsform hässlich, vor allem die Wangen-Mund Partie. Weibliche Gesichter finde ich schöner geformt und nehme sie deshalb als Idee, was ich mir wünschen würde. Das heißt aber nicht, dass ich ein weibliches Gesicht haben möchte, nur damit es weiblich ist. Genau wie ich keine Kleider trage, nur weil es Frauensachen sind, sondern ich trage Kleider weil sie mir gefallen.

Insgesamt käme etwas dabei heraus, was man gemeinhin als weiblich(er) bezeichnen würde, wenn sich all diese Wünsche erfüllen ließen. Natürlich würde dann auch das Passing leichter (oder überhaupt mal) klappen, eben weil ich dann mehr der landläufigen Vorstellung einer Frau entsprechen würde. Das wäre für mich aber nur ein angenehmer Nebeneffekt.

Als Crossdresser und möchtegern Teilzeitfrau rede ich mich da leicht. Wenn ich auf die Straße gehe wird man halt spätestens auf den zweiten Blick erkennen, was da daher gestöckelt kommt. Damit habe ich gelernt zu leben, und dagegen würde auch kein DGTI Ausweis helfen. Meine Ausgangslage ist ein männlicher Körper mit männlichem Gesicht, das wird sich auch nicht ändern, und dessen bin ich mir bewusst. Daher erhebe ich auch keinen Anspruch darauf, gesamtheitlich als Frau wahrgenommen zu werden.

Dunklen Sternchens Frust kann ich komplett nachvollziehen. Sie wünscht sich die Veränderungen so sehr und verwendet so viel Kraft und Zeit darauf, aber es will und will einfach nicht klappen. Da nutzt alle gesellschaftliche Akzeptanz nichts. Wenn man sich selbst nicht so sieht, nützt es rein gar nichts vom Umfeld als Frau angesprochen zu werden, solange man sich ständig fragt ob das jetzt nur aus reiner Höflichkeit war.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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