Ich definiere mich nicht über meinen Körper. Dann würde ich doch genau das Selbe machen, wie zeitlebens alle anderen auch mit mir gemacht haben.dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 22. Jun 2018, 02:24 Ich bin immer wieder verwundert, wie sehr doch die meisten TS alles am sozialen Umfeld fastmachen. Oft habe ich den Eindruck, dass der Körper nur reine Nebensache ist und es primär um solche Dinge wie Akzeptanz, Anrede, Ausweise usw. geht ... aber mal ehrlich - is das nicht das letztlich egal?
Für mich zählen all die kleinen Dinge, die du aufgezählt hast. Die Anrede, Ausweise, Akzeptanz, einfach das ich als Frau akzeptiert werde. Das setzt allerdings voraus, das man sich selbst so akzeptiert, wie man ist und damit leben kann.
Ich bin für eine Frau sehr groß, habe Übergewicht, eine ziemlich männliche Stimme und etwas zwischen den Beinen, das da eigentlich nicht hingehört. Riesige Hände, Breite Schultern, dicke Waden.... Ich könnte ewig so weiter machen.
Aber welche Frau ist schon mit sich zufrieden? Selbst Models sind nicht mit sich zufrieden! Ich empfehle an dieser Stelle noch mal die Doku "Embrace".
Trotz dieser ganzen "Makel" kann ich Problemlos als Frau leben. Wie ich schon mal schrieb, wenn man sich mit einer geborenen Frau vergleicht, quasi als Vorbild, wird man nie zufrieden sein. Ich versuche die beste Frau zu sein, die ich sein kann.
Eben was im Bereich des möglichen liegt...
Jeder (Mensch) muss halt selbst für sich herausfinden was ihm wichtig ist. Für mich war das wichtigste als Frau zu leben mit all den kleinen Dingen, die dazugehören (wie du ja aufgezählt hast), mein Körper ist da eher Nebensache. Natürlich finde ich es toll, das mir durch die HT Brüste gewachsen sind, aber wenn es nicht so gewesen wäre, dann wär das eben so. Ich habe (geborene) weibliche Bekannte, die weniger Oberweite zu bieten haben als ich. Und die sind darüber auch nicht unglücklich oder wollen sich unbedingt operieren lassen...
Man muss einen Weg finden, wie man sich selbst akzeptieren kann. Für dich ist dein Körper enorm wichtig, für manch andere Transfrauen eben nicht so sehr. Menschen sind unterschiedlich. Da muss man sich nicht drüber wundern.
Wenn man sich selbst so akzeptiert bzw. akzeptieren kann wie man ist es egal, ob oder wie weit die Angleichung erfolgt ist. Und dieser Punkt, an dem persönliche Zufriedenheit eintritt, liegt bei jedem woanders.
Und das ist garnicht so einfach, an diesen Punkt zu kommen, da wie gesagt, kaum ein Mensch mit sich zufrieden ist...
Die Frage ist doch, was muss sich ändern, um näher an diesen Punkt zu kommen? Und in dieser Frage war mein Bauch immer ein sehr kompetenter Ratgeber...
Grüße
die Anja