Das ist gar nicht so provokant. Das haben schon Simone de Beauvoir oder Judith Butler u.a. geschrieben.der vielleicht etwas provokative gedanke gekommen, wenn es nicht das körperliche ist was eine Frau aus macht dann muss es doch die jahrunderte lange Sozialisation sein,das alt hergebrachte Rollenverständniss.
Das ist schon die Krux, aus der Ferne scheint alles klar zu sein. Schauen wir näher hin, ergeben sich immer wieder Irritationen und Widersprüche. Welche Unterscheidungsmerkmale bieten sich an ?
- die Geschlechtsmerkmale ? Und was ist dann mit den Menschen, die durch Geburt oder Unfall keine oder uneindeutige Merkmale haben ?
- die Fähigkeit Kinder zu zeuden bzw. zu gebären ? Was ist mit unfruchtbaren Menschen, sei es von Geburt oder künstlich ?
- die Gene ? Was ist bei Androgenresitenz. Männliche Gene in einem Superweib ?
- das Verhalten ? Ich verhalte mich anders, habe ich dann ein eigenes Geschlecht ? Außerdem wandelt sich das dauernd.
- die Hormone ? Sie haben sicherlich einen Einfluss auf Denken und Fühlen, aber warum empfinden dann manche Menschen mit "normalem" Hormonspiegel im Gegengeschlecht ?
- andere ?
Die Frage was männlich oder weiblich sei, kann kein Mensch beantworten. Ich mache mir gelegentlich den Spaß und frage Menschen danach. Sie kommen regelmäßig ins Grübeln ... Sie glauben nur zu wissen, was jemand nicht ist. Aber selbst das fällt vielen schwer. In der Diskussion werden sie dann schnell abweisend oder aggressiv, wenn sie ihre Ausweglosigkeit spüren.
Es gibt kein Kriterium, zu dem es nicht Gegenbeispiele gibt. So lässt sich immer trefflich diskutieren. Mein Fazit ist, dass ich mir selber erlaube zu definieren, wer oder was ich bin. Wer will mich abhalten ?