Wieder habe ich Zeit zum Schreiben gefunden. Da bei mir die Sanierung unsers Hause noch im vollen Umfang läuft, auch der Strom war abgeschaltet, hat es länger gedauert. Doch endlich ist eine neue Folge fertig.
Schweigend nehme ich das Frühstück zu mir. "Ist etwas mit dir, Claudia?" "Nein, Mama." kommt von mir. Wenig später sitzen wir im Auto. Die Straßen sind heute schlecht geräumt. Meine Mutter ist voll konzentriert, um uns sicher zur Schule zu fahren. Darum ist es still unterwegs. So dauert die Fahrt länger als geplant. Mit leichter Verspätung treffen wir ein. Vor der Schule lässt mich meine Mutter aus dem Auto steigen, "Claudia, ich lass dich hier raus. Ich werde versuchen im Parkhaus das Auto abzustellen. Wir treffen uns bei eurem Aufritt." Schnell schreite ich zur Turnhalle mit den Umkleideräumen. "Da bist du ja.", empfängt mich Madelaine. "Wir dachten schon ihr kommt nicht durch.", kommt frau Rietschel hinzu. Ich merkte aber, ich bin nicht die Einzige, die sich verspätet. ich holte mein Kleid und zog mich um. Angezogen holte ich mein Schminkköfferchen und fragte frau Rietschel, "Wie soll ich mein Make-up gestalten?" "Claudia, du siehst schon recht gut aus. Nur noch etwas mehr Rouge du einen dunkleren Lidschatten." Ich machte mich gleich ans Werk und ließ mich nochmals begutachten. Madelaine merkte, wie ich mich aufbrezelte. "Hast du heute noch eine Verabredung.", kam leicht verschmitzt von ihr. "Wieso?", antwortete gelangweilt. Frau Rietschel trat heran und riet zur Eile. Sie meinte dabei, "Leider sind einige wegen des Wetter noch nicht eingetroffen. So werden wir improvisieren müssen. Vor der Halle steht unser Bus. Er bringt uns jetzt zum Markt." Auf dem Weg zum Bus halte ich mich Abseits. Die Männer unserer Tanzgruppe sitzen schon im Bus, als wir einsteigen. Erleichtert stelleich fest, Gernot ist dabei. Er sitzt gleich in der ersten Reihe. Als ich vorbei gehe treffen sich unsere Blicke. Der Platz neben ihm ist schon von Holger besetzt. Ich muss weiter auf eine Gelegenheit warten. So sitzen wir Mädchen alle im hinteren Teil des Busses. Die Fahrt dauert nicht lang. Hinter der Bühne angekommen nehmen wir Aufstellung. Frau Rietschel erklärt uns den veränderten Ablauf. Da vor allen einige Damen nicht erschienen sind, werden einige Männer nur ein Tanzmädchen haben. Ich habe das Glück und tanze mit Gernot alleine. Madelaine musste mit Holger vorlieb nehmen. Schon erklingt unsere Musik. Hand in Hand schreite ich mit Gernot auf die Bühne. Ich fühle mich wie im siebten Himmel, als wir tanzen, mich in seinen starken Armen haltend. Der Tanz dauerte ungefähr zwanzig Minuten. Bei verneigen vor dem Publikum nehme ich mich zusammen und flüstere Gernot ins Ohr, "Ich muss dich sprechen, aber allein." ""Ich warte auf dich vor der Schule, nach dem Umkleiden.", hauchte er mir zurück. Dann schritt unsere Gruppe von der Bühne. Wir wurden von Frau Rietschel empfangen. "Ihr habt es gut hinbekommen, Danke." Unser Bus steht noch bereit. In der Umkleidekabine lasse ich mir Zeit. Will ich doch sicher gehen später allein mit Gernot reden zu können. So steige ich etwas gequält aus meinem Kleid. und gehe anschließend zu den Duschen. Die andern haben es hingegen eilig auf den Markt zu kommen. Als Letzte verlasse ich das Gebäude. Gernot wartet in seinem Auto, welches auf dem Schulhof stand. Er hat den Motor laufen lassen. So ist es nicht so kalt, als ich zu ihm einsteige. "Hallo Gernot.", stammle ich wie ein kleines Schulmädchen. "Hallo Claudia.", klang es energischer von Gernot. wir sehen uns in die Augen. Endlich finde ich mich, um weiterzureden. "Gernot, ich glaube ich mag dich." Endlich ist es raus. "Auch ich mag dich Claudia. Schon als ich dich neulich in der Disco sah. Wie erstaunt war ich, dich in unserer Tanzgruppe zu finden." "Ich habe dich aber nie gesehen?" "Die Firma, in der ich arbeite, hat viele Baustellen außerhalb der Region. Deshalb war ich als Monteur unterwegs und konnte lange nicht zum Training kommen." es ist die Geschichte, die schon von seiner Schwester gehört hatte. Ohne das sie wussten, dass ich beide nun kenne. "Wir können uns ja mal nach Feierabend zumessen verabreden? Ich würde dich abholen.", schlug er vor. ich schaute verlegen nach unten. "Gern.", antwortete ich, "Aber ich muss früh aufstehen und kann nicht so lange ausgehen." legte ich leise nach. "Das verstehe ich Claudia." "Ich muss aber bald zum Markt zurück. Meine Mutter hat mich hergebracht. Sie wartet sicher schon auf mich!" Gernot fuhr langsam los. Im Parkhaus wurde eine Parklücke frei, in die Gernot einparkte. "Wann und wo kann ich dich abholen, Claudia?", stellt Gernot die Frage, als wir noch im Auto sitzen. "Wie passt dir Donnerstag.", antworte ich schüchtern. "Ja und wo?" Ich überlegte noch, ob ich in direkt zum Geschäft lotsen soll? Anderseits kann, wenn er nicht kommen sollte, mit dem Bus leicht nach Hause fahren. "Kennst du das Damenmodegeschäft von Frau Lindner?" "Ich glaube schon.", bekam ich zur Antwort. "Bis achtzehn Uhr muss ich arbeiten." "Gut, dann hole ich dich, Claudia, achtzehn Uhr ab." Als ich gerade den Gurt lösen will, gibt mir Gernot einen Kuss auf meine Wange. Erschrocken wende ich mich ab. Wenn uns jemand sieht, denke ich. Schnell steige ich aus dem Auto. Vor einem Jahr war ich noch neidisch auf die Jungs, die ein Mädchen ausführten. Und jetzt mit Gernot im Auto der Kuss. Ich bin mir meiner Gefühle nicht sicher. Ist es war ich liebe einen Mann. Ja, ich mag ihn sehr. Aber? Nebeneinander gehen wir dem Ausgang des Parkhauses entgegen.
Sofort beginne ich die Suche nach meiner Mutter, als wir auf dem Markt ankommen. Wir hatten uns vor der Bühne verabredet. Auch Gernot hält Ausschau. Da kommt eine Frau im braunen langen Mantel entgegen. Ich beachte sie nicht. "Hallo Gernot, ich habe euch vorhin tanzen gesehen. Wer ist denn die Dame an deiner Seite?" "Guten Tag Schwesterchen. Darf ich die Claudia vorstellen." Jetzt drehe ich mich zu der Frau um. Es ist meine Kundin, der ich das cremefarbene Kleid verkaufte. "Guten Tag." sagte ich leise. "Guten Tag. Sind sie nicht Frau Bergner aus der Damenboutique?" Auch sie ist erstaunt mich hier wieder zu sehen. Ich komme nicht umhin es zu bestätigen, "Ja ich bin Claudia Bergner." " Und ich bin Gernots Schwester, Julia Richter. Es freut mich, Gernot hat mir von ihnen erzählt." "Solange kennen wir uns noch nicht." "Ich finde es schön, dass er eine Freundin gefunden hat. Ich selbst bin seit einem Jahr verheiratet. Mein Mann ist Arzt im Krankenhaus." Dann höre ich die Stimme meiner Mutter, "Endlich finde ich dich Claudia." "Ich habe auch nach dir Ausschau gehalten." antworte ich. "Die beiden haben dir geholfen nehme ich an!" Entschuldige Mama, das ist Gernot mein Tanzpartner. Und diese Dame ist sein Schwester Frau Richter." "Guten Tag Herr und Frau Richter." "Guten Tag Frau Bergner.", antwortet Gernot, "aber mein Name ist Gernot Hauber. Meine Schwester ist verheiratet." "Entschuldigen sie." "Wenn sie nicht dagegen haben Frau Bergner, ich möchte ihre Tochter am Donnerstag zum Essen einladen." Meine Mutter schaut mich an. Ein nicken bestätigt Gernots Worte. Zu Gernot spricht sie, "Wenn sie mir versprechen Claudia nicht zu spät heimzubringen gern. Ich habe sie übrigen beide tanzen gesehen. Es hat mir gefallen." "Ich verspreche es ihnen, Frau Bergner." Mir wird langsam kalt. Den anderen ging es ähnlich. So verabschiedeten wir uns. Ich bummelte noch mit meiner Mutter über den Markt. Jetzt merkte ich, seit dem Frühstück am Morgen hatte ich nichts mehr gegessen. So stellte ich an meine Mutter die Frage, ob wir in einem Lokal oder Cafe am Markt etwas essen können. Wenig später sitzen wir bei dem Italiener, abseits des Markttrubels. Nach dem wir unser Pasta und den heißen Tee bekommen haben, wollt meine Mutter wissen, "Na meine Tochter, da hast du mir eine schöne Überraschung beschert." "Was für eine Überraschung, Mama." sprach ich arglos. "Der Gernot könnte mir auch gefallen, wenn ich in deinem Alter wäre." "So weit ist es noch nicht. Wir tanzen zusammen in der Gruppe, ja. Und seine Schwester ist Kundin bei mir. Mehr nicht.", beharrte ich stur. Dabei sehe ich ein verstecktes Lächel im Gesicht meiner Mutter. Auf dem Weg zum Parkhaus müssen wir wieder über den Weihnachtsmarkt. An einem Stand für Modeschmuck bleibe ich stehen. Als ich plötzlich Madelaine sehe. Ich möchte heute keine weiteren Fragen zu Gernot beantworten. Ich hoffe nur sie hat mich nicht auch gesehen. Meine Mutter zeige ich einem Stand mit Nürnberger Lebkuchen, der in entgegengesetzter Richtung zu Madelaine stand. "Seit wann machst du dir was aus Lebkuchen?" "Ach die Dosen gefallen mir, Mama" Wir steuerten den Lebkuchenstand an. Der Stand ist stark umlagert. Wir kaufen Lebkuchen in einer bunten Blechdose mit Motiven von Nürnberg. Am späten Nachmittag fahren wir zurück nach Hause .Hier wollte meine Mutter natürlich alles über Gernot erfahren. Wie ich ihn kennengelernt habe. Was er von Beruf ist, und vieles mehr. Sie fragte mir Löcher in den Bauch. Ich gab ausweichende Antworten, vieles kann ich selbst nicht beantworten. Nur ich mag ihn. Der Fernseher blieb an diesem Abend aus. Trotzdem ist es spät geworden, als wir zu Bett gehen. Und ich denke schon an Madelaine, die mich sicher ebenfalls nach Gernot ausfragen will. Die Ereignisse des Tages gehen mir noch durch den Kopf. Ich find keine Schlaf. Ich greife nach einem Buch, welches auf meinen Nachtschrank liegt. Es ist ein Liebesroman. Einige Seiten lese ich. Langsam sinke ich schlafend ein.
Bald geht die Sanierung bei mir ihrem Ende entgegen. Ich hoffe selbst bald weiterschreiben zu können.
Bis dahin Eure Magdalena