Crossdressing - meine eigene Wahrnehmung und die Wahrnehmung der Anderen
Viele von uns haben Ängste und Befürchtungen, weil sie nicht wissen, wie sie von anderen Menschen wahrgenommen werden. Das ließe sich einfach erfragen, wenn Crossdressing akzeptierter und der Umgang damit unbefangener wäre.Eine gute Möglichkeit, selbst mit Leuten ins Gespräch zu kommen, ist eine Gruppe. Nun wird es auch in größeren Städten nicht unbedingt bestehende Crossdresser-Gruppen geben.
Doch es gibt mehrere Lösungsmöglichkeiten; z.B. könnte man selbst eine Gruppe gründen oder man schließt sich einer Gruppe mit einer "benachbarten Thematik" an. Manche Gruppen habe starke Berührungsängste und sind nicht bereit, "artfremde" Miglieder aufzunehmen. Ich hatte in Flensburg jedoch Glück und kann bei den Treffen einer Transidenten-Gruppe mitmachen.
Sicherlich gibt es auch "Männergruppen" und Gesprächskreise, an die man sich wenden könnte. Dabei ist es empfehlenswert, wenn man vorher Informationen einholt und auch darüber spricht, dass man Crossdresser ist und sich gern an der Gruppe beteiligen möchte, wenn das möglich ist.
Auf der Internetseite eines Nachbarschatsheimes im Berlin
entdeckte ich folgenden Hinweis auf eine Gruppe:
"Kontaktkreis
Für Männer, Frauen, Singles, Paare, Familien, junge und ältere Menschen, Alteingesessene und Zugereiste, die ihren Bekanntenkreis erweitern oder sich einen neuen aufbauen möchten. Hier treffen Sie Menschen für gemeinsame Unternehmungen wie reisen, wandern, spazieren gehen, Feiertage verbringen, ein Restaurant besuchen, Tagesausflüge..., oder, oder, oder?"
Was würde dagegen sprechen, bei so einem Kreis mitzumachen?
Dann hätte man gleich Gelegenheit zu fragen, wie man wahrgenommen wird.
Ungefragt und unbefangen erhält man recht selten Auskünfte, die über einen kurzen Ausspruch hinausgehen. Gestern holte ich meine Frau ab, die bei einer befreundeten Familie war, die wir schon viele Jahre kennen. Ich konnte bei diesem Besuch nicht dabei sein, sondern habe meine Frau nur abgeholt und mich sehr kurz dort aufgehalten.
Wie es so ist auf der Rückfahrt - man unterhält sich über den Tag und über den Besuch: "Wie geht es... und was macht..."
Im Laufe des Gespräches stellte sich heraus, dass die beiden Frauen sich auch über mich unterhalten haben (ist ja auch nicht verwunderlich).
Unsere Freundin fragte meine Frau, wie es sich wohl mit mir entwickeln würde, vor ein paar Jahren waren es (nur manchmal) lackierte Fingernägel, dann kamen die Fußnägel hinzu - und regelmäßig, inzwischen Röcke und Kleider...
Sie hätte mal einen gekannt, der sich hat "umoperieren" lassen...
Meine Frau sagte ihr, bei mir wären es nur die Äußerlichkeiten wie z.B. Kleidung, Nagellack usw. und dass sie damit eigentlich kein Problem hat; denn auch in einer Ehe sollte man sich verwirklichen können.
Ich habe ja nun von dieser Diskussion erst später erfahren, werde aber das Thema gelentlich mal aufgreifen, wenn wir die befreundete Familie wieder treffen.
Die eigene Wahrnehmung des eigenen Ichs wird unterschiedlich ausfallen. Meistens nehme ich mich als durchaus stimmige Person wahr und fühle mich wohl im Grenzgebiet zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit.
Recht selten denke ich "Das Leben könntest Du eigentlich auch einfacher haben, wenn Du nicht solche Spinnereien betreiben würdest!"
(Aber das ist fast noch nie vorgekommen)
Meinungen dazu bitte im Crossdresser-Forum