Frohes Schaffen - Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral
Frohes Schaffen - Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

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Julia65

Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 1 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo ZaraPaz,
ja, ich habe den Film vor einigen Wochen schon gesehen. Aber irgendwie, wenn ich mich recht erinnere, kam die Aussage nicht deutlich genug rüber. Also nicht deutlich genug, wie ICH sie empfinde.

Es ist wirklich fatal, dass sich die Menschen nur noch an ihrer Arbeitsleistung messen können. Ein ungeschriebenes (??) Gesetz lautet: Malochst du nicht wie ein Pferd bist du ein schlechter Mensch, ein Nichtsnutz. Wie hiess es so schön: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Diese Ansicht mag vor langer Zeit mal sinnvoll, richtig und gerecht gewesen sein. Aber was, wenn der Fortschritt (ich meine damit die Entwicklung von Computern, extrem leistungsfähiger Software und Robotter, sowie Produktionsautomaten) einen Grossteil der Arbeit übernehmen?

Eigentlich sollte man annehmen, dass die Menschen dann ein gemütlicheres Leben führen könnten, mit sehr viel weniger Arbeit, weil sie es ja endlich geschafft haben, durch Automation sich zum grössten Teil von der Arbeit zu befreien. Denn mir kann doch niemand erzählen, dass diese Erfindungen von Automationen nicht dazu gedacht waren, sich von der Arbeit zu befreien.

Leider spielt der Charackter vieler Menschen da nicht mit. Die Konzernbosse, nutzen diese fortschrittlichen Entwicklungen lieber um noch viel reicher zu werden, als sie ohnehin schon sind, anstatt den Menschen in ihren Unternehmen an den Folgen der Automation teilhaben zu lassen, indem sie viel weniger zu arbeiten brauchen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, tja, aber leider gilt wohl auch: Die Gier des Menschen ist unendlich. :-(

Lieben Gruss
Julia
conny
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 2 im Thema

Beitrag von conny »

Julia65 hat geschrieben: Die Konzernbosse, nutzen diese fortschrittlichen Entwicklungen lieber um noch viel reicher zu werden, als sie ohnehin schon sind, anstatt den Menschen in ihren Unternehmen an den Folgen der Automation teilhaben zu lassen, indem sie viel weniger zu arbeiten brauchen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, tja, aber leider gilt wohl auch: Die Gier des Menschen ist unendlich. :-(

Lieben Gruss
Julia
die zusammenhänge sind im wettbewerb einer globalen wirtschaft leider nicht so einfach.
die zunehmende automation hat aber immerhin dazu geführt, dass die produkte realtiv immer billiger wurden. auch in haushalten mit unterdurchschnittlichem einkommen ist die ausstattung in den letzten jahrzehnten immer umfangreicher geworden.
Pauline

Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 3 im Thema

Beitrag von Pauline »

Hallo Julia (moin) ,

ich gehe mit Deinen Gedankengängen konform. (888)
(Blasierte Äußerungen von Menschen, die das Problem nur vom Papier kennen, beachte ich nicht, oder nehme sie höchstens zur Kenntnis).

Ich habe es live erfahren. Ich arbeitete über 20 Jahre in der Elektronikproduktion, Massenproduktion für
Automobilhersteller, Großkonzern, bis zu 21 Schichten pro Woche, rund um die Uhr, Forderungen wurden von der
Konzernleitung oktroyiert und nach unten durchgereicht.
Als ich die Firma verließ (wegen Stellenabbau durch Automatisierung), war durch Automation nur noch
ein Drittel der ursprünglichen Belegschaft vorhanden...800 statt 2400 Menschen. Und trotzdem immer noch
der Druck mehr EBIT, mehr EBIT! Der Leistungsdruck war enorm, machte die Menschen fertig.
Und als Vorgesetzter war ich dann auch noch gezwungen, diesen Druck gnadenlos nach unten zu verteilen. Grauenhaft.
Aber ich bin da 'raus, Gott sei Dank; doch die anderen müssen weiter schuften. :x

War jetzt vielleicht bisschen OT, aber meine überlaufende Galle brauchte ein Ventil. sorry

LG Pauline )))(:

...übrigens (ohne oberlehrerhaft sein zu wollen, fiel mir nur auf) der Spruch "Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen" ist falsch
im Volksmund unterwegs. Er stammt aus dem 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher und lautet "Wer nicht arbeiten WILL, soll auch nicht essen".
Nur so zur Erweiterung des Wissens, an der wir ja alle arbeiten.
conny
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

@pauline,

die aussage:
"die zusammenhänge sind im wettbewerb einer globalen wirtschaft leider nicht so einfach."
sind nicht blasiert sondern ganz harte realität.
meine übrigen obigen ausführungen sind fakt.

oder andersherum, da du aus der auto(zulieferer)branche kommst:
die leute, die z.b. einen dacia fahren weil er so schön billig ist, sollten auch auf das deutsche einkommensniveau verzichten!
Julia65

Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 5 im Thema

Beitrag von Julia65 »

conny hat geschrieben: "die zusammenhänge sind im wettbewerb einer globalen wirtschaft leider nicht so einfach."
Das ist m.E. eine typische Ausrede der Nutzniesser dieser Ausbeuterei.

conny hat geschrieben: ... sind nicht blasiert sondern ganz harte realität.
meine übrigen obigen ausführungen sind fakt.
und DAS ist allein DEINE Meinung!
conny hat geschrieben:oder andersherum, da du aus der auto(zulieferer)branche kommst:
die leute, die z.b. einen dacia fahren weil er so schön billig ist, sollten auch auf das deutsche einkommensniveau verzichten!
Schon mal daran gedacht, dass die vielleicht einen Dacia fahren, weil die schon längst auf ein Einkommensnievau und vieles weitere Niveaus verzichten und gar keine andere Wahl haben? Dass sie froh sind, es überhaupt geschafft zu haben irgendein Auto fahren zu dürfen?
Für mich klingt das wie das Gefasel von Politikern die (fast allesamt) nicht den Hauch einer Ahnung (oder Interesse?) haben, was UNTEN in der Bevölkerung WIRKLICH los ist!

LG
Julia
Ulrike-Marisa
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...mit ehrlicher Arbeit kann du im allgemeinen bei uns nicht reich werden; sagt frau/man so. Irgendwie schein das etwas wahres dran zu sein, wenn frau/man bedenkt, wieviele Menschen, die voll arbeiten, von der Entlohnung ihrer Arbeit nicht leben können, sonder n soziale Zusatzleistungen beanspruchen müssen. Nein ein sozial gerechter Staat ist Deutschland nicht trotz der vielen Gesetze und Regelungen. Die Sozialverpflichtung dees Kapitals, die in den 60-ziger Jahren noch politisches Programm war, ist unter dem platten Deckmantel der Globalisierung aufgegeben worden. Das Ergebnis sehehn wir heute in der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen arm und reich bei uns im Land. Es schein alles politisch so gewollt zu sein, denn unsere eigenen Volksvertreter im Parlament haben uns das beschert. (Eigene Sicht der Ding und rein persönliche Sichtweise von mir). Trotzdem liebe ich meine Arbeit als Landvermesserin und habe eine Arbeitsmoral. :wink: Es ist natürlich immer auch eine Frage, was wir aus unserer Arbeit machen und wie wir sie ausführen können und in wieweit frau/man sich damit soweit arrangieren kann, dass frau/man auch einen gewissen Grad an Freude und Zufriedenheit mit der Arbeit erlangen kann. Die Entlohnung spielt da natürlich auch eine bedeutende Rolle neben anderen sozialen und persönlichen Faktoren...

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa

...immermal zwischendurch.... :wink:
andreah

Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 7 im Thema

Beitrag von andreah »

Hallo,

ich habe den Film auch vor einiger Zeit gesehen und sofort die DVD kommen lassen.

Ich bin auch schon lange der Meinung, dass es bei dem hohen Automatisierungsgrad unserer Industrie garnicht mehr genug Arbeit gibt, um
alle daran teilhaben zu lassen. Warum auch? Doch nur damit wir weiter der Religion Arbeit und Geld huldigen können.

Was mittlerweile im Dienstleistungsbereich Finanzen und Arbeit abgeht, sind doch nur noch Beschäftigungsmaßnahmen.

Hinzu kommt doch noch, dass bei knapper werdenden Resourcen diese gesamte Arbeitsmaschinerie, mit Pendlern, Bürohäusern und Infrastruktur
total kontraproduktiv ist.

Und jetzt gehe ich wieder an die "Arbeit".... (cof)
Pauline

Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 8 im Thema

Beitrag von Pauline »

@ Julia
(yes) chapeau!

LG Pauline (ki)

OT....Bornierte Menschen soll man nicht widerlegen wollen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung. Richard von Schaukal
conny
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 9 im Thema

Beitrag von conny »

Pauline hat geschrieben: OT....Bornierte Menschen soll man nicht widerlegen wollen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung. Richard von Schaukal
menschen mit eingeengten sichtweisen auch nicht, also lassen wir es und hoffen, dass der nun flächendeckend eingeführte mindestlohn nicht allzuviele arbeitsplätze vernichtet )))(:
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 10 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo

wie wäre es denn wenn die Bundezregierung mal die 400 Euro
Jobs und Zusatzzahlungen ich meine Aufstocker aus den
Arbeitslosen Zahlen rechnet mal sehen wie die Statistik
dann aussieht .

Der Böse böse Mindestlohn.............kopfschüttelt

Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
conny
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 11 im Thema

Beitrag von conny »

Saskia.shewulf hat geschrieben:Hallo

wie wäre es denn wenn die Bundezregierung mal die 400 Euro
Jobs und Zusatzzahlungen ich meine Aufstocker aus den
Arbeitslosen Zahlen rechnet mal sehen wie die Statistik
dann aussieht .

Der Böse böse Mindestlohn.............kopfschüttelt

Saskia
hallo,
ist es nicht grds. besser, geringverdienern das einkommen aufzustocken als sie, mit allen negativen begleiterscheinungen, in die arbeitslosigkeit zu schicken?
in frankreich zahlt die regierung den unternehmen lohnkostenzuschüsse, damit trotz mindestlohn die leute beschäftigung finden, ohne erkennbaren erfolg.

grundsätzlich: in deutschland als, trotz allem, hochlohnland sind einfache industriearbeitsplätze permanent gefährdet, da im ausland billiger produziert werden kann.
die textil-, unterhaltungselektronik-, computerindustrie etc. ist so gut wie weg.

man kann die verhältnisse kritisieren aber was ist die ideallösung?
Inga
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Re: Frohes Schaffen „ Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Post 12 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

über den Mindestlohn von 8,50 wird schon so lange geredet. Ich finde, dass ein Mindestlohn heutzutage eigentlich schon bei 10,00 Euro pro Std. liegen müsste.

Bei einer 40-Std.Woche ergibt 8,50 *167 Std. im Monat im Durchschnitt etwa 1319,50 Euro im Monat. Also weit von den ca. 1500,00 Euro entfernt. Beim für Frauen in unteren Vergütungsgruppen so typischen Teilzeitjob mit 30 Std pro Woche entsprechend weniger knapp 1000,00 Euro. Beim Teilzeitjob mit 25 Std pro Woche entsprechend weniger etwa 825,00 Euro. Die Beträge soweit Brutto.

Tatsächlich ist man mit Mini-Job + staatlichen Zuschuss (bekannt als Hartz-IV) kaum schlechter gestellt, da die Abzüge für Sozialversicherungen etc. und die Befreiung bei der GEZ entfallen.

Und selbst für die Rentenbeiträge wird es sich kaum lohnen zum mindestlohn zu arbeiten, da man trotz langjähriger Einzahlungen kaum über der Sozialrente liegen wird.

viele, allzu viele Besserverdienende machen sich gar keine Gedanken, wie es am unteren Ende heutzutage aussieht. Ich kann nur hoffen, dass schnell die Zeiten des Arbeitskräftemangels kommen, so dass mehr zu ihren Arbeitgebern sagen: Ne, so nicht. Für die Arbeit müssen sie schon etwas mehr geben.

Liebe Grüße
Inga
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