Berlin und andere Großstädte
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Anne-Mette
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Berlin und andere Großstädte

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

immer wieder wird von Ängsten berichtet, auf dem Land oder in kleineren Städten "der Trans*-Gemeinde" anzugehören und/oder anders zu sein als der Mainstream.
"In Berlin ist alles anders!" höre ich immer wieder - und "wenn ich da leben könnte/würde" und "Flensburg ist ein Dorf" und "bei mir so richtig auf dem Land könnte ich DAS nicht machen...".

Von meiner Frau erfahre ich im Allgemeinen mehr Unterstützung, als viele andere, die hier im Forum mit uns diskutieren.
Dabei nehme ich jedoch leider manchmal ein leichtes Stirnrunzeln zur Kenntnis - und wenn wir über unsere Gefühle sprechen, dann höre ich von ihr: "... es müsste mehr von euch geben, dann wäre es einfacher...". ("was ist schon einfach", sage ich öfter :mrgreen: )
Ihre Reaktion muss ich aber erst einmal so an- und hinnehmen. Ihr fehlt wohl eine Art Sicherheit, eine Art Bestätigung, dass "es" doch nicht so besonders und selten ist wie es scheinbar ist.
Vorhin sagte sie mir: "Irgendwo müssten doch die Leute auch anzutreffen sein. Ich habe auch in Berlin noch nie einen Mann im Rock* gesehen!" (außer natürlich unsere Freunde aus dem Forum).
Wo sie Recht hat...
WENN es von "uns" eine stattliche Anzahl gibt - und Großstädte ein besonders günstiges Pflaster für verschiedene individuelle Ausprägungen sind, dann müsste man doch "Leute wie wir" (und so ähnlich) hin und wieder treffen, oder?

Gruß
Anne-Mette

* das soll hier für die verschiedenen "Gattungen" stehen.
JaquelineL
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 2 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Tja, was soll ich sagen? Wo ihr Recht habt, habt ihr Recht. Zu viele Leute haben zu viele Gründe - und vermutlich würde ich zuhause zu hören bekommen, dass es bei so manchem potentiellen Anblick besser so ist :-P

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
Inga
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Man könnte glauben, die Leute haben ein so gutes Passing, die fallen gar nicht mehr auf, die gehen in der Masse unter ....

Liebe Grüße
Inga
exuserIn-2014-10-05

Re: Berlin und andere Großstädte

Post 4 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-10-05 »

Hallo zusammen,
ich denke auch immer, dass man doch irgendwann eine von uns sehen müsste, habe ich aber auch noch nie. Also ist es entweder so, dass die allgemeine und hier oft beschriebene Unaufmerksamkeit zugeschlagen hat, oder aber, dass sich die Leute nicht trauen, oder aber es sind weniger als wir denken...
Den Gedanken mit Großstädten habe ich ebenfalls, da mehr Menschen mit mehr Anonymität assoziiert werden. Allerdings ist man, z.B. in einem Supermarkt in einer Großstadt, genauso anonym oder exponiert wie in einer kleineren Stadt. Allerdings denke ich, dass der Ruf in einer Großstadt nicht so schnell beeinflusst wird. Hier in Landshut z.B. gibts viele Vereine und ein Mann in Frauenkleider passt nicht wirklich zu den alt eingesessenen Fischervereinsmitgliedern, die allein schon mit dem Wort Integration (z.B. von Menschen mit Behinderung) ihre Probleme haben.

Liebe Grüße

Tine
Ninakadin
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 5 im Thema

Beitrag von Ninakadin »

Also gestern hättest Du ca. 40 von uns bei der Weihnachtsfeier der TransSisters treffen können :-)

Aber wie ist die Fragestellung denn genau gemeint? Männer in Röcken siehst Du auch in Berlin recht selten, offensichtliche TVs siehst Du eher da, von man abends so hingehen kann. Und Transsexuelle siehst die jeden Tag, nur erkennen sie die meisten in der U-Bahn oder auf der Straße nicht.

LG, Nina
Anne-Mette
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

mir geht es auch nicht um das eigene Auftreten und irgendwelche Ängste, sondern wirklich darum, dass das Treffen eines Menschen aus unserem "Dunstkreis" nicht mehr als "Sensation" gelten sollte, sondern genau so alltäglich wie z.B. Menschen mit Migrationshintergrund.

Also ist der Vorteil einer großen Stadt wohl eher, dass man sich besser in der Masse "verstecken" kann, oder?
Denn eigentlich müsste man doch, wenn z.B. Berlin Hochburg der persönlichen Freiheit ist, ab und an mal jemanden treffen(?)

Gruß
Anne-Mette (die sich sicher ist, gleich beim Einkaufen in Wees keine "von uns" zu treffen
Lina
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

@WENN es von "uns" eine stattliche Anzahl gibt - und Großstädte ein besonders günstiges Pflaster für verschiedene individuelle Ausprägungen sind, dann müsste man doch "Leute wie wir" (und so ähnlich) hin und wieder treffen, oder?

Ich halte die These zwar auch für übertrieben, aber ich habe gestern Abend tatsächlich zufällige eine andere Trans-Frau in einer Kneipe getroffen. Ist zwar eine Szene-Kneipe, aber eine ganz andere Szene: Es zu einem Auftritt von der Sängerin Susannah Clasen in der PARALLELWELT in Hamburg.

Es kommt also tatsächlich vor.
Lina
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

@WENN es von "uns" eine stattliche Anzahl gibt - und Großstädte ein besonders günstiges Pflaster für verschiedene individuelle Ausprägungen sind, dann müsste man doch "Leute wie wir" (und so ähnlich) hin und wieder treffen, oder?

Ich halte die These zwar auch für übertrieben, aber ich habe gestern Abend tatsächlich zufällige eine andere Trans-Frau in einer Kneipe getroffen. Ist zwar eine Szene-Kneipe, aber eine ganz andere Szene: Es zu einem Auftritt von der Sängerin Susannah Clasen in der PARALLELWELT in Hamburg.

Es kommt also tatsächlich vor.
Marielle
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 9 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen, Guten Tag,

einerseits glaube ich, dass es tatsächlich relativ wenige sind, die sich in irgendeiner Form "sichtbar" machen. Andererseits müssten wir schon ganz schön viele sein, damit jeder da draussen an jedem Tag eine/n von uns sehen könnte.

Zu dem anderen Aspekt, den Unterschieden zwischen Stadt und Land: Es geht beim "Sichtbarmachen" meiner Meinung nach vielmehr um die "Beziehung", die man zu den Leuten hat, denen man sich aussetzt. Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass es schon einen Unterschied im jeweiligen Aufmerksamkeitsgrad der Leute macht, ob man in Berlin oder Nürnberg mit der U-Bahn fährt oder ob man in Hamburg oder Buxtehude durch die Einkaufsstrasse geht. Je größer die Stadt ist, umso mehr "schräge Vögel" sind die Leute gewöhnt. Wenn die Leute aber keinerlei Beziehung zu einem selbst haben, ist es ihnen weitgehend egal wie man aussieht. Die "Landeier" gucken etwas mehr, staunen sichtbarer, aber sonst ist es nicht anders als in den Städten.

Wenn es um Menschen geht, die eine persönliche Beziehung zu einem selbst haben, Bekannte, Freunde, Kollegen, reichen meine Erfahrungen nicht wirklich für eine Statistik; soooo viele habe ich noch nicht informiert. Bisher ist es so, dass die "Städter" den 'neuen' Aspekt an mir etwas schneller verdauen als die "Landeier". Vermutlich sind sie etwas mehr an "abweichendem Verhalten" gewöhnt, weil sie in ihren Städten öfter mal mit sowas konfrontiert werden. Im Grossen und Ganzen brauchte es hier wie dort aber eine (ganze) Weile, bis die Sache als "normal" in die Beziehung integriert ist.

Die Aufforderung oder den Wunsch, die/der für mich so ein bischen der Subtext von Anne-Mettes Beitrag ist, dass es gut wäre, wenn mehr von uns sichtbar wären, unterstütze ich absolut. Recht viele sitzen daheim oder in geschützten Bereichen von Selbsthilfegruppen oder Stammntischen * und finden nicht das letzte bischen Mut, um sich der Welt draussen zu zeigen. Schade! Rafft euch auf, sucht euch Leute die euch an die Hand nehmen, wenn's alleine nun wirklich nicht geht, und zieht los! **

liebe Grüsse

Marielle


*) no need to worry: Ich finde SHGs und Stammtische wichtig, sinnvoll und gut!
**) jede/r im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten, aber ein Bummel durch eine fremde Stadt stellt viiiiel kleinere Anfordungen, als ein Outing vor Freunden
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
conny
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 10 im Thema

Beitrag von conny »

ich glaube auch nicht, dass wir soooo viele sind, dass man sich eigentlich häufiger begegnen müsste. viele hier sind ja bekennend reine stubentransen. in berlin gibt es sicher viele cd, aber andererseits ist die stadt ja auch enstprechend größer. und auf 100 meter entfernung dürfte das erkennen auch schwer fallen.

was die toleranz betrifft, halte ich die bundeshauptstadt nicht mehr als vorreiter. in vielen städten gibt es inzwischen eine szenerie von "randgruppen" und öffentlichkeitswirksame veranstaltungen. ich denke an den csd vielerorts und z.b. das wave gothic treffen in leipzig. das schützt aber nirgendwo vor unangenehmen begegnungen, leider.

berlin hat sicher einen subjektiv empfundenen vorteil: sehr groß, sehr anonym.
aber nicht mehr unbedingt bei mir. ich war im frühjahr als mann mit meiner frau für ein wochenende in berlin und wer begegnet uns ganz zufällig auf der museumsinsel? ein cousin mit frau, sie wohnen in hessen.

lg
conny
Andrea aus Sachsen
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 11 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Ich frage mich auch oft, warum wir so selten welche von "uns" zu Gesicht bekommen, wo wir doch angeblich viel mehr sind als allgemein angenommen. Ich kann mich zum Beispiel nur an zwei oder drei rocktragende Männer erinnern, die mir in den vergangenen 20 Jahren mal über den Weg gelaufen sind. Bei TG hatte ich zwar gelegentlich schon einen Verdacht, aber keiner davon hatte sich bestätigt.
Hier offenbart sich wieder das Dilemma, über das wir auch schon diskutiert haben:
Erstens wissen wir nicht, wie viele es von "uns", die gern mal "die Frau rauslassen", wirklich gibt.
Zweitens gibt es von denjenigen davon, die jenseits von Selbsthilfegruppen, Stammtischen und Szenelokalen draußen unterwegs sind, genauso wenig belastbare Zahlen. Und drittens machen die meisten davon sich durch ein möglichst gutes Passing "unsichtbar".
Unter diesem Gesichtspunkt ist es wiederum nicht verwunderlich, dass wir von der Öffentlichkeit praktisch nicht wahrgenommen werden. Das hat meines Erachtens mit der Frage Groß- oder Kleinstadt bzw. ländliche Gegend nur bedingt etwas zu tun.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
s_Roeckchen
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 12 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen »

Anne-Mette hat geschrieben:...dass das Treffen eines Menschen aus unserem "Dunstkreis" nicht mehr als "Sensation" gelten sollte, sondern genau so alltäglich wie z.B. Menschen mit Migrationshintergrund...
Wenn dieser Fall eintritt, merken wir es daran, daß niemand mehr dieses Forum benötigt und online ist. So treten die von uns, die sich wie sie sind in die Öffentlichkeit trauen, dafür ein, für die anderen von uns, die diesen Schritt nicht gehen zu können, daß es Normalität wird. Dies wird noch ein langer mühsamer Weg. Ich geh ihn weiter...

Hier in München habe ich ausserhalb unseres Stammtisches zwar schon Teilzeitfrauen gesehen, doch noch nie in Ansprechreichweite. Ausserdem wüsste ich nicht, wie ich sie ansprechen sollte und ob? Da müsste auch noch die Situation passen, denn ich möchte nicht, daß es nach plumper Anmache aussieht.

In der Großstadt tut man sich meiner Meinung nach leichter, da es hier keine so engen Bindungen gibt, der Nachbarschaft ists egal oder traut sich nicht was zu sagen, selbst die Familie kann über alle Stadteile verstreut sein, wenn sie denn noch in der gleichen Stadt wohnt. Geht man auch gewissen Mikrogruppen aus dem Weg, kann mann sich ungehindert ausleben.
Auf dem Dort oder in Kleinstädten dagegen sucht man mehr die Nähe zu den Nachbarn um sich der Gemeinschaft zu versichern. Also passt man mehr drauf auf, daß niemand aus der Reihe tanzt. Wer passt auf? Man selber!! Ich frage mich, ab welcher Größe der Ortschaft beginnt die Anonymität?

s'Röckchen
...ridicule is nothing to be scared of...
(A.Ant "Prince Charming")
conny
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 13 im Thema

Beitrag von conny »

[quote="Andrea aus Sachsen"].
Und drittens machen die meisten davon sich durch ein möglichst gutes Passing "unsichtbar".
quote]

und dafür bist du ein gutes beispiel, oder?

lg
conny
Andrea aus Sachsen
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Re: Berlin und andere Großstädte

Post 14 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
conny hat geschrieben:und dafür bist du ein gutes beispiel, oder?
Wenn das ein Kompliment sein soll, dann vielen Dank!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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