Hallo liebe Community
conny hat geschrieben: Sa 2. Jan 2021, 22:22
Lasse uns teilhaben
Und danke liebe Conny für dein Interesse.

Zum Zweiteiler "Feinde" gibt es auch noch eine kleine Doku in der gezeigt wird, wie 3 unterschiedliche Gruppen das Thema Folter sehen....
https://www.daserste.de/unterhaltung/fi ... o-100.html
Ich selbst habe mir zuerst den Film aus der Sicht des Ermittlers angesehen. Danach war mir klar, dass der Film aus der Sicht des Verteidigers mich mehr interessieren wird. Schirach's Thema die Würde jedes Menschen nicht aus den Augen zu verlieren finde ich richtig gut. Denn nur weil ein anderer unwürdiges tut, bedeutet es nicht, dass unsere Gesetze und unser Handeln als Gesellschaft ebenfalls unwürdiges tun dürfen. Ich selbst mache mir zum ersten Mal tiefergehende Gedanken über Recht und Gerechtigkeit. Wie oft wir im Alltag in Emotionen denken und handeln ist mir selbst schon seit längerem bewusst geworden. Auch hatte ich (wahrscheinlich wie viele Eltern schon) Gedanken in mir, wie ich wohl damit umgehen könnte, falls meine Kinder in lebensgefährliche Situationen kommen würden, die durch Dritte bewusst herbeigeführt wurden. Hilflos zu ertragen, wenn dein Liebstes leidet ist wohl unvorstellbar.
Mit ein paar Tagen Abstand fällt mir jedoch auf, das der Film aus der Sichtweise des Ermittlers einen anderen Punkt zwar offenlegt, dann aber keine weitere Beachtung geschenkt wird.
Was tun wir mit einer solchen Hilflosigkeit die sich unter den Menschen breit macht, wenn Täter weiterhin frei und "unerkannt" in unserer Gesellschaft weiterleben können, weil wir ihnen ihre Tat nicht nachweisen können? Eigentlich ist es doch Verantwortungsbewusstsein, Hilflosigkeit und Panik zugleich die den Ermittler angetrieben haben um a) das Opfer im Film zu retten und b) um zukünftiges Leid verhindern zu wollen. Wir wissen alle, dass Folter darauf keine Antwort ist. Trotzdem denke ich, sollten wir an diesem Punkt nicht mit unserem Denken aufhören.
Und was machen wir als Gesellschaft, bzw wie helfen wir als Gesellschaft den Familien der Opfer, die mit ihren Gedanken und Gefühlen nach Monaten und Jahren der Tat (scheinbar!?) irgendwann alleine gelassen werden, vor allem wenn dem Täter seine Schuld nicht nachgewiesen werden konnte?
Was ist mit der tickenden Zeitbombe die in Wiederholungstätern schlummern? Wie helfen wir ihnen, damit nicht Unschuldige wieder und wieder durch ihre kriminellen Taten leiden müssen?
Recht hin, Recht her!
Gerechtigkeit hin, Gerechtigkeit her!
Die Würde jedes einzelnen hin, oder her!
Aber was ist mit den Tätern die sich wie Gott aufführen wann immer es ihnen lieb ist, und ihre eigene "Befriedigung" über das Leid der Anderen stellen? Genau diese Frage die vom Ermittler im Film gestellt wurde, wird durch Schirach nicht weiter beleuchtet. Was ist damit wenn Menschen (und natürlich auch alle Lebewesen) nur Mittel zum Zweck sind? Was ist mit ihrer Würde?
Und was ist mit dem "Warum" des Täters?
Warum fügen Menschen anderen Leid zu?
Ist eine Verhandlung, ein Freispruch (aus Mangel an Beweisen) zukünftig echt das Ende der Fahnenstange? Was ist mit der Jahrelangen Berufserfahrung der Ermittler, die nur an den fehlenden Beweisen scheitern, aber nicht am Erkennen des Täters? Lacht ein Täter, dem seine Schuld nicht bewiesen wurde, nicht uns als Gesellschaft und die Ermittler am Ende noch aus?
Was ist mit all den Emotionen die da passieren?
Auge und Auge, Zahn um Zahn funktioniert nicht das weiß ich auch!
Trotzdem kann der Freispruch in solchen Fällen doch nicht das Ende sein!? Oder doch?
Namaste

•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*