diese Frage stelle ich mir jetzt schon mal wieder ne gefühlte Ewigkeit...
zuerst mal wieder ein Hallo an alle. Ich war ja schon ne Weile nicht mehr hier, halt stimmt nicht, ich hab mich nur nicht im Forum beteiligt, hab aber schon mal ab und an reingeschaut.
Mir fehlte irgendwie der Bezug "¦. oder so....
Mich beschäftigt intensiv die Frage nach dem Wer bin ich ? Was bin ich? Was will ich sein? Warum ist es so schwer mich auch nach außen so zu zeigen wie ich bin, mich wohlfühle? Warum zieht mein Umfeld das alles ins lächerliche? warum ist es anderen nicht einfach egal? Oder denke ich das nur?
Auslöser war wieder einmal ein Post hier vor längerer Zeit (finde den nicht mehr) und auch Kommentare in meinem Fr Bekanntenkreis oder meiner Frau..
Sie toleriert es (akzeptiert?) das ich "Frauen"- Sachen zuhause trage, aber nur im Haus. Wir gehen auch zusammen Shoppen (also ich im Male Modus) oder sie bringt mir das ein oder andere Teil mit.
Was sie aber überhaupt nicht verstehen kann ist warum ich Polster an Hüften und Brust einlege. Da wird dann schon mal richtig abgelästert, weswegen ich dann an Tagen an denen sie auch zuhause ist (idR Sonntags) die Dinger weglasse **snief**
Ich fühle mich dann aber irgendwie nicht vollständig, da fehlt was. Selbst wenn ich die Silis weg lasse und nur den leeren BH trage, was für mich sehr angenehm ist, fragt sie warum ich den das Teil anziehe, ich soll doch froh sein, das ich es nicht brauche. Wenn ich versuche es zu erklären, auch warum mir die Einlagen wichtig sind dann kommt wie immer die Frage/Aussage:" Also willst du doch eine Frau sein?!"
Will ich das?
Das ist sehr komplex.
Nach meinem Verständnis kann ich nicht Frau sein wollen. Ich bin eine Frau oder ich bin es nicht, Dann bin ich halt Mann oder irgendetwas dazwischen. Auch wenn das Erscheinungsbild etwas anderes sagt.
Gut, manchmal wünschte ich schon ich wäre eine Frau, weil dann vieles einfacher wäre. Aber vielleicht hätte ich dann das gleiche Problem nur von der anderen Seite......
Was ich für mich weis, ist das ich schon gerne einen feminineren Körper hätte. Statt der V — Körperform viel lieber ein A. Ich hätte unheimlich gerne eigene kleine Brüste, ein breiteres Becken, feinere Hautstruktur und vor allem vollere Haare. Rein schon aus Gründen der Ästhetik. Und ja, manchmal hätte ich das Ding zwischen den Beinen auch gerne weg. Aber da gibt"™s ja auch Mittel und Wege die Beule einigermaßen zu verstecken und so hinzubekommen das der feine Spitzenstring einigermaßen passt
Aber will ich deswegen eine Frau sein, oder bin ich im Kopf eine und versuche die Optik anzupassen? Woher weis ich das? Bin ich irgendwas dazwischen? Oder bin ich ein Kerl der einfach nur aussehen möchte wie eine Frau?
Ich benutze hier einfach mal den Terminus Frau. Denn mit Brüsten, Hüften, geschminkt und im Rock, nein — dann sogar in Hosen und nem bunten Top sieht eigentlich jeder Körper, vorausgesetzt es wurde ernsthaft und vernünftig ausgeführt und soll nicht lächerlich/aufgesetzt wirken, aus wie das was landläufig als Frau definiert/angesehen wird.
Und warum, wird bei jedem Mensch der so aussieht, oder bei dem erkennbar ist das er so aussehen möchte sofort und eigentlich immer was `sexuelles` impliziert? Die Gesellschaft, zumindest wenn ich auf Kommentare in meinem Umfeld zu dem Thema achte, assoziiert immer zuerst: " ..Aha, das ist n Kerl der sich nen Kerl angeln will"
Ich garantiere, wenn ich in meinen Lieblingsklamotten rausgehen würde, käme recht bald der Kommentar "... bist jetzt schwul oder was!?" oder würde bei meiner Familie nachgefragt ob ich denn neuerdings auf Männer stehen würde und was meine Frau dazu sagt.....
Nein, diese "sexuelle" Sache ist für mich absolute Nebensache. Interessiert mich überhaupt nicht. Und wenn, dann ist es so wie es ist i.O.
Ok, neugierig wäre ich schon mal wie das so anders rum wäre "¦....
In jeder Dokumentation die es dazu gibt, und das werden glücklicherweise immer mehr seriösere, kommt aber früher oder später das Gespräch darauf, : " ja es kann ganz normaler Verkehr durchgeführt werden und auch die Orgasmusfähigkeit ist gegeben". - Rumms da ist es wieder, die Unterstellung das es doch immer nur um das eine geht.
Klar, mir ist schon bewusst das für Transidente Menschen die eine vollständige Angleichung an das gefühlte Wesen vornehmen, es sehr wichtig ist, und freue mich auch, das es geht, aber muss das denn immer gleich auch als wichtig überall in den Vordergrund gestellt werden. Ist das nicht kontraproduktiv der allgemeinen Akzeptanz des Erscheinungsbildes gegenüber, das es vermeintlich nur um die Ausübung zwischenmenschlicher Turnübungen geht?
Warum müssen Menschen einen immer in die schwarz /weiß Schublade einordnen?
Warum werden Unterschiede immer nach z.B. Kleidern oder dem Erscheinungsbild gemacht?
Warum ist es heutzutage ganz normal wenn ein Mensch mit einem weiblichen Körper Anzug und Krawatte (z.B.) oder Baggy Jeans und Hoody, also nach außen hin ganz klar maskulin definierte Kleidung trägt, und warum ist es unglaublich, eine "das geht ja gar nicht" Sensation die man sofort breittreten muss, wenn ein Mensch mit einem männlichen Körper Kleidung trägt die der Designer ursprünglich für den anderen Körperbau vorgesehen hatte?
Es könnte doch alles so einfach sein "¦. und auch wiederum nicht
Ein Mensch mit einem männlichen Körper, der aber weiblich gelesen werden möchte.. (am besten auch nackt)
Es gibt aber auch Tage/Zeiten, da bin ich mit meinem männlichen Körper ganz zufrieden.
Das ist meist Situationsbedingt, oder eben nach aktueller Gefühlslage.
Manchmal bin ich die Michaela, manchmal bin ich der Dirk, manchmal bin ich die Michaela die aussieht wie n Kerl und manchmal bin ich der Dirk der aber eher nach Frau aussieht.
Es ist mir nicht unbedingt soo wichtig das ich in meiner "femininen" Erscheinung unbedingt auch mit meinem "Mädchennamen" angesprochen werde, obwohl es für mich auch ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit ist. Aber ich identifiziere mich fest mit meinem mir von den Eltern gegeben Namen. Eigentlich identifiziere ich mich mit beiden Namen, denn ich sage jeweils :" Ich bin...." und nicht "ich heiße..."
Woher weis ich was ich bin?
Bin ich ein "echter" Kerl? — wohl eher nicht.
Bin ich eine "echte" Frau im falschen Körper? - wohl eher auch nicht
Bin ich ein Kerl der denkt er wäre eine Frau im falschen Körper? - nee, auch nicht
Bin ich eine Frau im falschen Körper, die sich damit abgefunden hat ein Mann zu sein ohne es zu wissen, denkt wie ein Mann der sich manchmal wünscht wie eine Frau zu sein? - hmmm vermutlich auch nicht.
Woher weis ich das ?
Mein denken, so wie ich das tue ist für mich doch ganz normal. Woher weis ich ob mein denken und fühlen, also mein ich, dem eines "Mannes" oder dem einer "Frau" entspricht? Ich hab da doch überhaupt keine Referenz.
Wenn ich mich in meinem männlichen Körper im Spiegel sehen, dann ist das i.O.
Wenn ich mich aber als Michaela im Spiegel sehe, dann ist das richtig, und fühlt sich gut an. Dann muss ich einfach sagen, "jepp, das bin ich!"
Des öfteren fiel schon die Bezeichnung "Enby", "None-Binär". - Bin ich so was?
Nein, bestimmt nicht. Das ist was "außerirdisches....so hört es sich für mich zumindest an. Und ein Alien bin ich mit Sicherheit keiner. Obwohl, wer weis, wer weis **lol**
Meine Schwester, die nichts von meinem zweiten Leben weis, meinte einmal zu mir "eigentlich bist du nicht mein Bruder, sondern meine große Schwester..." - wenn die wüsste.
Vielleicht wäre das eine Gelegenheit gewesen mich Ihr anzuvertrauen, vielleicht...?
Ich schreibe mich schon wieder mal um Kopf und Kragen. Vor langer Zeit war ich schon mal viel weiter, da machte ich mir weniger Gedanken und schritt einfach zur Tat.
Vielleicht ist es ja auch die Anzahl an Jahren, die mich mehr über alles nachdenken lässt. Wer weiß?
Jedenfalls fühle ich mich als stünde ich wieder am Anfang und muss mir ne gewisse Selbstverständlichkeit einfach wieder erarbeiten......
Doch auch das wäre um vieles einfacher, wenn ich selbst genau wüsste wo ich mich einordnen kann.
"¦. meine Gedanken....... wollte ich jetzt einfach mal loswerden. Danke wenn ihr bis hierher durchgehalten habt.