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Die Kolumnen insbesondere der taz zwei/Gesellschaft mit Obertiteln wie Mithulogie, So nicht, Psycho oder auch Eier eröffnen mir immer wieder neue Blickwinkel und erschüttern mich so wie der hier angegebene. Der perfekte Blick über den Tellerrand...
...Die Hände auf dem Rücken gefesselt, halbnackt und barfuß brachten sie mich zur Polizeistation am Taksim. Die verstohlenen und stillen Blicke meiner Nachbarn aus dem Fenster verletzten mich damals am meisten.
YaÅŸar war mein erster Freund. Es war Liebe auf den ersten Blick. Er war groß, dunkel und sehr attraktiv. Wir haben sieben Jahre zusammengelebt. Ich habe YaÅŸar sehr geliebt.
In der Polizeistation Taksim wurde ich in eine Zelle mit Dieben und Drogendealern gesteckt. Später brachten sie mich in einen Raum im oberen Stockwerk. Ein Polizist hielt mir ein Kondom entgegen und schrie: "Was ist das, Mann, gehst du auf den Strich?" Ich versuchte zu erklären, dass das eins der Kondome war, die im Rahmen der Anti-Aids-Kampagne vom Gesundheitsministerium verteilt worden waren, aber keiner hörte zu. YaÅŸar hatten sie nicht festgenommen, deshalb war ich nicht allzu traurig. Ich war Polizeigewalt gewohnt. Dann kamen immer mehr Polizisten in diesen Raum, der keine Fenster hatte, nur eine kleine Lampe. In dem Moment begriff ich, was diese dreckigen Kerle mit mir vorhatten.
In jener Nacht wurde ich zu einer von unzähligen Frauen, die auf Istanbuler Polizeiwachen vergewaltigt wurden. Ich habe nicht geweint, ich hielt meinen Kopf kerzengerade. Als YaÅŸar mich am frühen Morgen vor der Polizeiwache erwartete, konnte ich ihm nur sagen: "Frag mich nichts, bring mich nur nach Hause."
Tagelang sprachen wir nicht. Wir zogen aus, die Stille verfolgte uns. Eine Weile später zerbrach unsere Beziehung, und ich blieb allein...