"Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Ronda_PTL
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"Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

Post 1 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Hallo Mädels, liebe ForumsUserInnen, "Mitreisende" auf der Achterbahn des Lebens!

Bin jetzt schon einige Zeit hier in diesem angenehmen Forum gelandet, das (im Gegensatz zu manch anderen) auf sehr menschliche Art und Weise unsere Themen, das komplexe Dasein als "Minderheit" behandelt, was mich auch zu meiner Frage bringt, die ich hier als Einstieg in meine ganz persönlich Geschichte stellen möchte.

Die diversen Tagebücher haben mich zu der Überlegung gebracht, ob ich nicht auch meine Geschichte des langen Weges zu dem, was mich seit viele Jahrzehnten als zweites ICH antreibt, Euch vorstellen sollte? Sie ähnelt ein wenig der von "Ich bin Simone", nur dass mich völlig aberwitzige und heftige Schicksalsschläge mehrfach aufzuhalten versuchten, es beinahe schafften, dass ich resigniert habe, obwohl ich ein "Stehauf-Mädchen", ein(e) echte(r) Kämpfer(in) bin und immer schon war. Sonst wäre ich längst sicher nicht mehr unter denen, die sich zu den Lebenden zählen dürfen.

Ich bin mir aber noch unsicher, ob ich Euch mit meiner nicht sehr lustigen "LifeStory" behelligen soll, oder besser nicht. Einige kennen mich schon, habe auch ein paar sehr liebe Menschen hier kennengelernt, danke dafür! (ki) Helft mir bitte, schlüssig zu werden, ob hier der richtige Ort ist, sich die Lust & Lasten von der Seele zu schreiben ... Danke.

Herzliche Grüße
(so)
Eure Ronda
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

"Don't dream it. Be it!" (Rocky Horror Picture Show)
Simone 65
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Re: "Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

Post 2 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Hallo Ronda. Bitte schreibe deine Geschichte . Auch wenn sie ähnlich zu sein sollte , so ist sie doch einzigartig. Es ist deine Geschichte , dein Leben . Jeder Mensch ist einzigartig.
Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Brigitta
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Re: "Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

Post 3 im Thema

Beitrag von Brigitta »

Hi Ronda,
(moin)
die Frage, ob sie das Forum mit den Widrigkeiten ihres eigenen Lebens behelligen dürfen, habe hier schon mehrere Leserinnen/Schreiberinnen gestellt.
Die Antwort war immer - na klar, nur raus damit!
(yes)
Wir sind zwar alle irgendwie "anders gestrickt", doch unsere weiblichen ("trans-irgendwie") Eigenschaften sind schießlich der gemeinsame Nenner des gegenseitigen Verstehens.
Auch wenn Deine Lebensgeschichte vielleicht nicht so leicht nachzuvollziehen ist, gibt sie sicher einigen Leserinnen Denkanstöße für das eigene Leben und den weiteren Weg ...
:()b
Deshalb meine Antwort, sogar meine Bitte - ja, lass uns deine "LifeStory" kennenlernen!
(ki)
Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)
Ronda_PTL
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Re: "Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

Post 4 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Hallo Mädels, Suchende und Forschende, Mitreisende auf dem Weg zu ihrem Selbst!

Danke für Eure ermutigenden Worte, die mein Vorhaben bestärkt haben, Euch in Form von einzelnen markanten Episoden, Stück für Stück meine doch schon recht lange währende LifeStory zu schildern.

Kapitel 1: "Der Anfang"

Wie hat eigentlich alles begonnen? Seit wann, fühlte ich, dass es da noch ein "anderes Teil-Ich" in mir gab, das sich Raum und Beachtung verschaffen wollte? -- Ich kann es heute nicht mehr exakt datieren, aber es war etwa in der "Hoch-Pubertät", also gegen Ende des Teenager-Chaos, das wir alle durchlebt haben. Nachdem ich mich bereits als Kind völlig selbstverständlich und ohne jede Hintergedanken, für alles Musische, Creative und ergo auch für das Thema Mode interessiert habe, weit über das üblicherweise bei Jungs (damals) wenig beliebte Klamotten Shopping hinaus, kamen öfters Wünsche von FreundInnen, ich möge sie doch beraten beim Styling / Einkauf. Das fand ich schmeichelhaft und erfüllte gerne dieses Ansinnen. Gerade auch die "Mädels" waren damals schon recht angetan, weil ich eher wie eine gute Freundin mich wohl bewährte, als die sonst üblichen Jungs-Kontakte, die frau so eher schnell mit dergleichen Ansinnen in die Flucht schlug.

Irgendwann, stellte sich mir die bohrende Frage, warum eigentlich Jungs / Männer mit den seit Jahrzehnten (wenn nicht länger) kaum veränderten Schnitten, Farben, Designs, Stoffen, Materialien, Formgebungen, etc. zu "Stiefkindern der Selbstdarstellung" verdonnert wurden, von der Modeindustrie wie Aschenputtel von Jahr zu Jahr langweiliger eingekleidet und beworben wurden; die Outfits zwar von der Werbung als "innovativ, frisch, männlich und modisch" angepriesen, aber letztlich das Gleiche mit ein paar "Faceliftings" -- wie das in der Automobilbranche heißt --, abgespeist wurden. Während im gleichen Zeitraum, die Vielfalt an Gestaltungsvarianten, Ideen und Selbstausdrucks-Möglichkeiten für die Mädels explosionsartig sich erweiterten, ja sogar ehedem TYPISCH männliche Elemente der Bekleidung von den Damen okkupiert / vereinnahmt wurden -- ja irgendwann sogar als "girls only" galten. (Bsp: Hochschaft-Stiefel, enge Hosen, elastische Wäsche, angenehme Materialien auf der Haut, Pflegefreundlichkeit, fließende Oberbekleidung, glänzende Materialien, kräftige Farben, praktische Accessoires, usw.)
Als dann auch noch die Farbpaletten für Herren auf "All-Shades-Of-Gray" reduziert, in den Modehäusern die Herren-Abteilungen auf etwa 1/6 (!!) des Angebots für Damen reduziert wurden, ohne dass sich die Mannsbilder auch nur leise beschwerten, ist für mich die Klappe endgültig gefallen. Bis dahin hatte ich mich mit den wenigen Nischen des Marktes beholfen, die noch bis in die 70er/80er existierten. Aus und vorbei. Heute enthalten ja viele Mode-Kataloge nicht einmal mehr einige wenige Seiten Herrenfashion! (ag)

Ich tat also den damals noch ziemlich recht einsamen, weil mutigen Schritt, ins andere "Lager", kramte all meinen Mut und das Selbstvertrauen zusammen, begann konsequenter Weise in den Damen-Regalen und Mode-Ständern zu wildern, versuchte zu eruieren, was und welcher Stil zu mir passen könnte, was ich als "androgyner Mann" sogar öffentlich ohne gesteinigt zu werden tragen könnte. Dabei wurde ich von Saison zu Saison mutiger, was nicht selbstverständlich war. Wir hatten damals ja noch nicht die positive Resonanz durch das WWW, gar das ÖR-TV, das uns "Verrückte" allerhöchstens mal als Exoten oder schräge Spinner abhandelte. "Mann tut so etwas einfach nicht. Basta."

Im Laufe der Zeit, wollte ich das gute Gefühl, das mir Materialien, Auswahl und Optik weiblicher Kleidung bescherten immer weniger missen, weshalb ich dazu überging, auch unter noch unisex-tauglicher Kleidung, immer öfter schöne Wäschestücke, Dessous zu tragen, wobei mir an dem erotischen Reiz, oder gar der auto-erotischen Stimulation, sehr wenig gelegen war. Das war und ist bei mir immer ein sehr kleiner Nebenaspekt gewesen. (Sorry, an all die leidenschaftlichen DWTs hier im Forum!)

So mit etwa Anfang/Mitte Zwanzig hatte ich meine erste langjährige Beziehung zu meiner großen Jugendliebe etabliert, die sich als äußert offene und experimentierfreudige Partnerin erwies. Glück für mich! Wir hatten sogar die annähernd gleiche Konfektionsgröße, konnten also beim Shoppen und Stylen die Klamotten oftmals tauschen, was einen riesigen Spass machte, vor allem keine Heimlichkeiten erforderte, die ich stets als enorm belastend empfunden hätte. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir gerade im Fasching manchmal die Rollen tauschten, also SIE als Mann und ich als FRAU uns ins Getümmel stürzten. Mit gemischten Reaktionen des Umfelds.

Aber der Einstieg war vollzogen, zu einem Zeitpunkt, wo weder ich, noch andere überhaupt das Wort CROSS_DRESSING kannten. Da war damals noch jenseits des großen Teichs oder in GB zuhause. Nicht bei uns in "Good Old Germany". Hier galt der Wunsch sich der Kleidung des anderen Geschlechts (in Teilen oder gänzlich) zu bedienen, noch als "psychiatrische Persönlichkeits-Störung" und war im Katalog der behandlungsbedürftigen Erkrankungen gelistet ... :roll: :roll:

-- Ende Kapitel 1 --
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Lorelai74
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Re: "Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

Post 5 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallöle Ronda,
Toller Bericht, und ja

Ehemals konnten auch Männer vieles tragen, heute eher nicht mehr leider.

Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht.
VLG
Lorelai
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
Nicole Fritz
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Re: "Life is what happens, while you are busy making other plans" (John Lennon)

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Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Ronda,

ich kann nur das bestätigen, was Lorelai geschrieben hat. - Ein schöner Bericht. Macht Lust auf Mehr.

Ich hänge gerade ziemlich in meiner einsamen, weit entfernten Galaxie fest. Viel neues passiert gerade nicht, und ich glaube eher nicht, dass das, was ich alles in meinen drei Fantasy-Romanen verarbeitet habe, hier jemand lesen möchte (falls doch, gibt es da einen Link in meinem Profil).

LG Nicole
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