Buch"besprechung" oder Rezession: „Trans* im Glück" von (der Diplom-Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner
Buch"besprechung" oder Rezession: „Trans* im Glück" von (der Diplom-Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Anne-Mette
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Die vorausgehende Klarstellung der Autorin zu Transsexuellen im Besonderen und ihre weiteren Ausführungen machen deutlich, daß es für Selbst-Bewußte Transsexuelle keine "gemeinsame" Interessenvertretung "Trans*" mit neuzeitlichen genderqueeren Trans-Politikern geben kann!
Ich denke mal, das werden die transsexuellen Menschen individuell und für sich entscheiden.
Sicherlich gibt es etliche gemeinsame Punkte an denen zusammen etwas durchgesetzt werden kann.
Gerade in den letzten Wochen habe ich auf diesem Gebiet sehr gute Erfahrungen machen können.
Die hier charakterisierte Selbstgefälligkeit, um nicht zu sagen "Trans*Arroganz", sonnt sich in den ihr zuteil gewordenen elitären Privilegien, die ihr mit dem Rückenwind der Mainstream-Lenker verliehen worden sind.
Na, da sieht manfrau doch gleich, aus welchem Stall das Pferd ist (smili)

Gruß
Anne-Mette
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 2 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Sie lässt sich "Diplom-Sozialwissenschaftlerin nennen. Aber ich habe noch nichts gefunden, was darauf schließen lässt, dass sie in diesem Bereich einen Abschluss hat bzw. beruflich tätig ist. Weiß jemand mehr ?

Ansonsten ist Frau Dorner über jeden Zweifel erhaben. Ihre Texte sind diesbezüglich sehr aussagekräftig. Was will man mehr. Ihre Buchbesprechung kann ich nur als "Kaufempfehlung" werten.
Vor etwa 40 Jahren, als damals wir wenigen Transsexuellen ... (Hervorhebung von mir)
Wie alt ist denn die Dame, dass sie "wir" schreiben kann ?
Vor etwa 40 Jahren, als damals wir ... uns erste Rechte auf medizinische Behandlung, Namens- und Personenstandsänderung erkämpft haben
Sie übersieht, dass es bereits früher Namensänderungen gab. Und zwar unproblematisch. Erst durch die Bürokratisierung mit einer offiziellen Eingruppierung in m/f kam das Problem mit der Namensänderung auf. Auch gibt es die medizinische Behandlung auch schon länger, wenn auch mit mäßigem Erfolg.

Wenn man es genau betrachtet, sind die damaligen TS-Kämpfer auch "nur" auf der Welle der 68er und Nach-68er sowie der Emanzipationsbewegung geritten. Ich will damit nichts schmälern, im Gegenteil. Ihre Arbeiten waren und sind bahnbrechend. Aber das was Frau Dorner TVs vorwirft, kann man auch auf TS anwenden. Egal was wir an Errungenschaften, auch außerhalb der Trans-Bewegungen, bauen auf Randbedingungen auf, für die die aktuellen Akteure nichts können.

Aber das ist nicht der Kern. Sie übersieht völlig das Potential, dass hinter einer T*-Gruppierung steht. TS-Personen alleine können nicht das erreichen, was wir gemeinsam erreichen können. Ihre Politik der Isolation ist ein Rückschritt. Aber das ist ja auch bei der von ihr favorisierten politischen Ausrichtung allgemein der Fall.

Ich gehe davon aus, dass sie ein Auslaufmodell ist.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Ninakadin
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 3 im Thema

Beitrag von Ninakadin »

Das ist doch nur ein Neuaufguss dieses unsäglichen Artikels in der "Blauen Narzisse".
Die Diskussion darüber kann man ja hier nachlesen, was Neues hat Frau Dorner nicht zu sagen.
Uninteressant.

Nina
Anne-Mette
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

@Alex.andra

Es es doch immer wieder ein "beliebtes Mittel", Unkenntnis* und Verbohrtheit durch Frechheit auszugleichen )))(:

Wieder einmal ein Versuch, krude Thesen "ohne Dialogbereitschaft unter die Leute zu bringen".
Warum bleibt ihr nicht unter euch?

Gruß
Anne-Mette



*Was weißt Du schon über meine Nase (smili)
JuliaS (†)
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 5 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Da ich sowohl Buch als auch Autorin kenne kann ich nur sagen das das Buch sehr nett geschrieben und lesenswert ist.
Frau Prof. Dr. Prüll will allgemeinverständlich in der breiten Öffentlichkeit für die Belange von Transsexuellen werben. Ihr geht es nicht um die Propagierung irgend eines Weltbildes.
Die Kritik von Fr. Dorner halte ich für unzutreffend und überzogen.
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"
Anne-Mette
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Wer ist damit gemeint? Ich frag ja nur mal.
Na, die Leute, die immer wieder auf diese Art und Weise stänkern und deren Dialogbereitschaft sich darin erschöpft "Standard-Sätze" gewisser kleiner Gruppierungen
per Copy&Paste hier unterzubringen...

Die können dort gerne dort bleiben, wo sie sich heimisch fühlen )))(:
Und es ist ein leider ebenso beliebtes Mittel, andere Ansichten mit "Unkenntnis" oder "Verbphrtheit" zu deklarieren ohne wirklich auf den Inhalt einzugehen. Und dann auch fehlende Dialogbereitschaft vorwerfen.
So ein Machwerk sind doch keine "andere Ansichten".

Als ich die Überschrift gelesen habe, dachte ich noch, das Posting wäre ein Witz; die Vermutung liegt jedenfalls nahe :mrgreen:

Gruß
Anne-Mette
Anne-Mette
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

Einen immer wieder hier geschürten Trans*-Hass (eine Trans*-Phobie) werde ich auch weiterhin nicht unwidersprochen hinnehmen.
Das Forum ist offen für alle UserInnen, ganz egal, ob sie sich nun selbst als Trans*, transsexuell, Trans*mann, Trans*frau, Transgender, transident"¦ bezeichnen und ich möchte dazu auffordern, alle Selbstbeschreibungen mit Respekt zu behandeln.
Das Forum ist kein Sprachrohr für eine kleine Gruppe, die immer wieder versucht, mit ihren Standard-Floskeln gegen uns Stimmung zu machen.

Deshalb meine Empfehlung, Bitte und Aufforderung an diese Leute: bleibt doch bitte in euren Gruppen und Foren; denn da seid ihr unter euch und könnt keinen größeren Schaden anrichten.

Gruß
Anne-Mette
Vivian Cologne
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 8 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Moin, Moin,

eigentlich ist alles gesagt und geschrieben ...

Auch ich habe die Überschrift des Posts für einen von triefender Ironie befeuerten Witz gehalten, aber gut, es war ernst gemeint als ernsthafte Empfehlung. Das ist durchaus legitim.

Als kleinen Rat hätte ich dennoch, die Quelle zukünftig kenntlich zu machen. Der gepostete Text ist ja nur ein Auszug aus einer längeren Rezension, wenn manfrau es denn so nennen mag. Diesmal nicht in der harmlosen "Blauen Narzisse" erschienen. Ich habe mir den ganzen Text angetan. Das Ganze liest sich sehr bitter und abrechnend, und es soll wohl auch eine persönliche Abrechnung sein. Als sehr konstruktiv habe ich es nicht empfunden - aber ich steh ja auch nicht seit 40 Jahren an vorderster Front im Kampf für Rechte von Transsexuellen. So wie Trischa Dorner ...

Was die Diskussionen um Begriffe und Deutungshoheit und Vertretungsanspruch angeht, ist eh alles gesagt, da gebe ich Anne-Mette völlig recht. Um es salopp zu formulieren: Mir hängt diese Ausgrenzung und Abgrenzung so was vom zum Hals heraus ...

Vivian
Marielle
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 9 im Thema

Beitrag von Marielle »

Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen!*
Transsexuelle sind m. E. historisch eher zwittrig zu tradieren (Kutschera 2015). Das ist deshalb naheliegend, weil primär transsexuelle Frauen davon gekennzeichnet sind nie in eine (biologisch-funktionale) Männerrolle zu kommen. Sie sind (im Umkehrschluss weiblich d.h.) Frauen, nicht weil sie männlich zugewiesen wurden sondern trotzdem.
Es ist ganz interessant, darauf eine Weile herumzudenken.

Ein Moped ist eine Lokomotive, weil es kein Autobus ist.

Zugegeben: Darin steckt ein Problem, weil das Fahrzeug, dass manche_r als Moped ansieht, davon ausgeht, dass es nur Lokomotiven und Autobusse, aber keine Mopeds gibt. Demnach müsste das Fahrzeug tatsächlich entweder ein Bus oder eine Lokomotive sein.

Eine Lokomotive ist deswegen eine Lokomotive, weil sie kein Autobus ist.

So stimmt's (wenn es denn stimmt).

Aber ...... hmmm....

Ein Moped ist ein Autobus, weil die Lokomotive kein Autobus ist.


Das überzeugt nicht wirklich, oder?


Danke für die interessante und lustige Frühstückspause, habt's gut

Marielle


*soweit ich weiss von Karl Valentin
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Auch ich habe die Überschrift des Posts für einen von triefender Ironie befeuerten Witz gehalten
Ich kann machen was ich will, ich kann die Überschrift ausschließlich als Ironie verstehen. Mir fehlt jede Phantasie, was daran ernst gemeint sein könnte. Darüber hinaus interpretiere ich "Rezession" im Sinne von "Rezension" oder verstehe ich da etwas nicht ... ?

Im übrigen scheint Frau Dorner tatsächlich eine Ausbildung als Sozialwissenschaftlerin zu haben. Praktische Erfahrungen sind für mich nicht erkennbar. Ich denke, wenn man 5 Jahre seinen gelernten Beruf nicht ausübt, ist man ziemlich "draußen", vor allem im akademischen Bereich. Warum wird eigentlich immer wieder so ausdrücklich darauf hingewiesen ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Anne-Mette
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

@Claudia:

die ganze "inhaltliche Auseinandersetztung" besteht aus
da binn ich ja mal gespannt, wie die "Trans*"-Riege ragieren wird:
Der Rest ist hineinkopert.

Mit "uns" meine ich die Forengemeinschaft, z.B.
Das Forum ist offen für alle UserInnen, ganz egal, ob sie sich nun selbst als Trans*, transsexuell, Trans*mann, Trans*frau, Transgender, transident"¦ bezeichnen und ich möchte dazu auffordern, alle Selbstbeschreibungen mit Respekt zu behandeln.
Weiterhin: mach, was Du denkst, musst Du selbst wissen.

Gruß
Anne-Mette
Trischa

Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 12 im Thema

Beitrag von Trischa »

Hallo liebe Menschen, (fwe3)

danke für das Interesse an meiner Buchbesprechung. Wenngleich mein Text in der hiesigen Fassung nicht mehr ganz dem Original entspricht. Da wurde vielmehr ein anderer Beitrag (der nicht von mir ist) mit meinem Text vermengt. Aber die Diskussion scheint das alles nicht zu stören. Etwas sachlicher wäre besser. Seid mal friedlicher zu einander und großzügig! Zu einem Thema darf es viele unterschiedliche Positionen geben. Diskussionskultur ist wichtig. Ausgrenzungsgedanken sind Irrwege.

Tanzt alle schön in den Mai!
)))(:

LG Trischa (na)
Marielle
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 13 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag Trisha,

Diskussionskultur ist sehr wichtig. Diskussion an sich ist wichtig, damit unterschiedliche Positionen einander angenähert oder gegenseitig verstanden und anerkannt werden können.

Ich würde mit dir gerne über den Widerspruch diskutieren, der sich aus der Forderung nach Anerkennung der Selbstaussage transsexueller Frauen und Männer einerseits und der Zuweisung von Geschlecht an andere Menschen durch genau dieselben Frauen und Männer andererseits ergibt. Und zwar am liebsten nicht in der Form, in der diese Diskussion bisher lief, auf der Basis von allgemeinen Vorwürfen gegen "die Genderisten" und "die Fundi-Transsexuellen", sondern spezifisch, vielleicht am Beispiel deiner und meiner Person, deiner und meiner Ansichten dazu. Das würde am Anfang etwas schwierig, weil wir uns nicht kennen, aber bei gutem Willen und mit den nötigen Erläuterungen würde das schon gehen.

Würde mich freuen, wenn es zu einem sachlichen, konstruktiven Austausch kommt.

Hab's gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
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Trischa

Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 14 im Thema

Beitrag von Trischa »

Hallo Marielle,

ok (hs)
Ich würde mit dir gerne über den Widerspruch diskutieren, der sich aus der Forderung nach Anerkennung der Selbstaussage transsexueller Frauen und Männer einerseits und der Zuweisung von Geschlecht an andere Menschen durch genau dieselben Frauen und Männer andererseits ergibt.
Die Existenz einer Minderheit und das deutlich machen von bestimmten Problemlinien ist unabhängig von anderen Minderheiten.
Und zwar am liebsten nicht in der Form, in der diese Diskussion bisher lief, auf der Basis von allgemeinen Vorwürfen gegen "die Genderisten" und "die Fundi-Transsexuellen", sondern spezifisch, vielleicht am Beispiel deiner und meiner Person, deiner und meiner Ansichten dazu. Das würde am Anfang etwas schwierig, weil wir uns nicht kennen, aber bei gutem Willen und mit den nötigen Erläuterungen würde das schon gehen.
Spezifisch sehr gerne, aber in Bezug auf Dich und mich wird schwierig, weil wir uns nicht kennen. Du kennst aber meine Texte und hast eine Grundlage. Wer sich mit meinen Ansätzen beschäftigen will sollte folgende Texte kennen:

ow.ly/4ngNCn (Instrumentalisierung der Transsexuellen)
ow.ly/4ngNAe (Instrumentalisierung der Transsexuellen. Interview)
ow.ly/4ngNUQ (Das Klassenzimmer als Darkroom)
ow.ly/4ngNIK (Gendermainstreaming. Ideologie und Gegenstrategie)
ow.ly/4ngNNk (Buchbesprechung Trans* im Glück)

LG Trischa (flo)
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Re: Buch“besprechung“ oder Rezession: "Trans* im Glück“ von (der Diplom„Sozialwissenschafterin) Trischa Dorner

Post 15 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Trischa,

danke für deine Bereitschaft zum Austausch. Ich hoffe, dass es gelingt unsere Standpunkte klar, auch sachlich hart, zu vertreten und wir es am Ende uns gegenseitig und der Leser_innenschaft überlassen können, was wir/sie damit anfangen. Ich kann nicht zusichern, immer umgehend zu antworten, werde mich aber nicht sang- und klanglos aus der Diskussion verabschieden. Es dauert aber manchmal, bis ich Zeit dazu finde.

Du schriebst:
Die Existenz einer Minderheit und das deutlich machen von bestimmten Problemlinien ist unabhängig von anderen Minderheiten.
Das erklärt den von mir dargestellten Widerspruch noch nicht. Ich bin auch nicht sicher, ob wir diesen Satz gleich auffassen.

Da sich alle hier in Rede stehenden Minderheiten in derselben Mehrheits- bzw. Gesamtgesellschaft befinden, kann es m.E. zumindest keine unbegrenzte Unabhängigkeit geben. Aber es ist natürlich richtig, dass Minderheiten nicht deswegen aufeinander Bezug nehmen, kooperieren oder gar fusionieren müssen, nur weil sie Minderheiten sind und (vielleicht auch nur von aussen betrachtet) ähnlich zu sein scheinen.

Die in dem Satz auch enthaltene Aussage das, bzw. die Frage ob, es tatsächlich mehrere Minderheiten sind, über die wir reden, kann erstmal offen bleiben, obwohl es am Ende vermutlich um genau diese Frage gehen wird.

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass keine Gruppe, egal ob Mehr- oder Minderheit, und kein einzelner Mensch einen Anspruch darauf hat, die eigene Position gegenüber der Gesamtgesellschaft durch ab- und ausgrenzende Differenzdefinitionen darzustellen. Das wäre (ist) auch nicht mehr unabhängig, sondern klar negativ bezugnehmend.

Diesen Grundsatz sehe ich aber grade nicht erfüllt, wenn durch die dichotome Unterscheidung zwischen "(uns) wenigen Transsexuellen" und "Herren, die sich gerne gelegentlich als Damen verkleide(n)" Menschen ausgeblendet werden sollen, die sich keineswegs nur zur Selbsterheiterung verkleiden, sondern (wie du es beschrieben oder zitiert hast) nicht in der Lage sind, "in eine (biologisch-funktionale) Männerrolle zu kommen", daraus aber nicht oder noch nicht den (bewussten) Schluss ziehen, Frauen zu sein. Vereinfacht: Das du eine Frau bist, macht mich nicht zum Mann.

Es ist vor dem Hintergrund der eigenen Forderung nach Anerkennung der Selbstbestimmung widersprüchlich, und eben auch nicht unabhängig von anderen Minderheiten (sofern es überhaupt 'andere' sind), diesen Menschen ein Geschlecht ('Herren') zuzuweisen und daraus eine (Differenz-)Definition der eigenen Position ('wir wenigen Transsexuellen' (Frauen)) abzuleiten.


Für diese, den eigenen Ansprüchen widersprechende Zuweisung und die negative Bezugnahme auf andere,("weil die anders sind, wollen wir .....") müsste es einen sachlichen und gegen die Interessen der 'Anderen' abwägbaren Grund geben, damit man sie akzeptieren könnte. Den sehe ich aber genausowenig, wie sich mir der lockere Umgang mit dem zugrundeliegenden, letztendlich diskriminierend wirkenden, Widerspruch erschliesst.

Marielle
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