Sinneskrise
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ChristinaF
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Sinneskrise

Post 1 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Hoffentlich hab ich jetzt die Sinneskrise die seit über sechs Wochen in mir steckte überstanden.
Mir gings ehrlich derart schlecht, dass ich von meiner Psychologin einige Wochen intensiv betreut wurde.
Mitte November 2015 passiert bei mir das, wo ich nie und nimmer mit gerechnet hätte.
Wie aus dem Nichts tauchten Fragen über Fragen bezüglich meines Lebens auf. Und zwar derart dämliche, dass ich heute eigentlich darüber lachen könnte.
"Geht es so weiter?, Machst du auch das Richtige?, Ist es der richtige Weg? Was passiert, wenn du dein altes Leben als Mann wieder annimmst?" usw. usf.
All diese Fragen führten dazu, dass mein Verstand nicht mehr in der Lage war, diese zu reflektieren, zu analysieren oder gar zu evaluieren.
Es ging soweit, dass ich hier im Forum gar "austreten" wollte, und meine Bilder löschte, mir vornahm ab sofort wieder als Mann leben zu wollen. (ag)
Wie es zu diesen Vorstellungen kommen konnte, bleibt mir heute noch ein Rätsel. Ich bin sicher, dass es hier bei den Transfrauen, die den gleichen Weg wie ich gegangen sind, kaum einige gibt, die ähnliche Probleme wie ich gehabt haben.
In den langen Therapien konnte ich mich wieder beruhigen. Klare Gedanken ersetzten langsam das Wirrwarr. Und heute geht"™s mir soweit wieder gut, dass ich mich des Lebens mit all seinen Facetten erfreuen kann.
Euch allen nachträglich noch ein ganz gutes und gesundes Jahr 2016! (fwe3)
LG
Christina
Dani-Nicola

Re: Sinneskrise

Post 2 im Thema

Beitrag von Dani-Nicola »

Liebe Christina,

doch, es gibt hier sicher einige, die ähnliche Probleme hatten. Ich gehöre dazu. Die Zeit der Transition, und auch die erste Zeit danach, war für mich nicht immer einfach. Z.B. hat mich die Hormonumstellung zu Anfang psychisch sehr belastet. Ich habe im Moment leider nicht die Zeit, detaillierter darüber zu berichten.
Seit einigen Jahren lebe ich nun in dem von mir als richtig empfundenen Geschlecht als Frau. Mein Weg hat sich als richtig und gut erwiesen.

Dir und allen Anderen im Forum wünsche ich ein wirklich gutes Neues Jahr!
LG
Daniela
nicole.f
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Re: Sinneskrise

Post 3 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Christina,
ich denke ich kann Dir versichern, dass solche Gedanken inhaltlich keinesfalls ungewöhnlich sind, wenngleich in der von Dir geschilderte Schwere aber doch eher selten. Ich bin davon überzeugt, und damit bin ich auch nicht alleine, dass es für trans* auch eine Nachsorge geben muss. Mit einer mehr oder weniger erfolgreichen Transition ist die Geschichte für viele noch lange nicht abgeschlossen. Ich halte dies sogar für äußerst wichtig und auch richtig, denn es wäre töricht und blind einfach zu meinen, dass man dieses vorherige Leben einfach so ablegen und ruhen lassen könne. Völlig selbstverständlich werden einen immer wieder Gefühle, Bilder und Situation der Vergangenheit einholen und immer wieder wird man sich damit auseinandersetzen müssen. Und mal ganz ehrlich, in dieser Zeit "davor" war auch nicht immer alles völlig schrecklich, oder? Also wird man sich schon ab und zu mal fragen, ob man diese guten Momente nun für immer aufgegeben hat? Oder ob es nun nur einfach andere Momente sein werden?

Wir haben zu einem bestimmten Punkt in unserem Leben eine recht bewusste Entscheidung getroffen, nämlich die Entscheidung, uns über das zugewiesene Geschlecht hinweg zu setzen und stattdessen unserem Geschlechtsempfinden Ausdruck zu verleihen. Wir haben damit etwas getan, was sonst keiner macht und uns damit auch selbst eine Möglichkeit geschaffen, die sonst keiner hat. Ich finde es dann ganz natürlich, auch unter Umständen darüber nachzudenken, diese Möglichkeit auch nocheinmal zu nutzen, oder anders zu nutzen oder anders zu deuten. Wir möchten uns ja schließlich mit Hilfe dieser Möglichkeit nicht aus dem einen Gefängnis befreien, um direkt darauf in das nächste einzutreten. Für manche reicht der eine erste Schritt vielleicht, aber das muss ja nicht automatisch für alle gelten? Auch in dieser Frage plädiere ich für größtmögliche Offenheit und auch Ehrlichkeit, vor allem sich selbst gegenüber. Wenn es da männliche Anteile gibt, die auch gelebt werden wollen, na dann bitte sehr, warum denn auch nicht? Das muss ja nicht gleich die gesamte Existenz in Frage stellen.

An anderer Stelle erwähnte ich bspw. die schwangeren Transmänner auch schonmal, die gerade zahlreich in den Medien portraitiert wurden. Wie großartig ist das denn?! Das wohl weiblichste, was man sich überhaupt nur vorstellen kann, ein Kind auszutragen und zu gebären, aber trotzdem seine Männlichkeit zu bewahren - wow! Ganz großer Respekt. Das sind für mich die großartigen Beispiele, wie zwei scheinbar völlig gegensätzliche Konzepte doch vereint werden können. Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen diesen Mut aufbringen, scheinbare Widersprüchlichkeiten auszuhalten.

In anderen Aspekten kann es auch etwas mit Trauerarbeit und aktivem Loslassen zu tun haben, um nach einer Transition mit der neuen Situation zurecht zu kommen und die alten Zeiten mit ihren guten Momenten auch zu wertschätzen, aber als vergangen anzuerkennen. Gelingt dies nicht, dann ist da vielleicht doch noch etwas, was, vielleicht auf eine andere Art, erhalten werden muss. Auch das ist ja völlig in Ordnung. Ich halte wenig von geschlechtlichen Dogmen. "Den Mann" gibt es ebenso wenig wie "die Frau". Wir sind ein großes Konglomerat von so vielem und dies alles unter einen Hut zu packen ist oft anstrengender, als einen Sack Flöhe zu hüten. Entspannung hilft oft. Manchmal auch, Dinge einfach mal passieren zu lassen und zu schauen, wohin es führt. Mit Bedacht und guter Selbstreflexion natürlich...

Hach ja, das Leben ist schon eine harte Nuss :)

Ich wünsche Dir von Herzen viel Freude zu neuen Erkenntnissen und so wenig wie möglich Frust auf dem Weg dorthin!

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Tatjana_59
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Re: Sinneskrise

Post 4 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Hallo Christina,

Ich denke mal dass es einigen hier so ging wie dir.
Ich machte ähnliches durch, wenn auch nicht in dieser Heftigkeit.
Die größten Zweifel hatte ich als ich das erste mal meine Hormone in den Händen hielt.
Ich fieberte regelrecht auf den Tag hin endlich das Rezept zu haben, dann hab ich den Beginn der Therapie um einige Tage verschoben weil ich mit plötzlich nicht mehr sicher war. Habe mit meinem Therapeuten gesprochen, der dann meinte es sei völlig normal, es zwingt mich ja niemand mit den Hormonen zu beginnen.
Heute bin ich froh das ich mich selbst hinterfragte, das auch immer wieder mal tue. Zu lang habe ich meine mir zugeteilte Geschlechterrolle gelebt.
Diese Jahrzehnte kann ich nicht einfach mit einem Fingerschnippen in den Gulli schmeißen.
Ich komme aber immer wieder zum selben Ergebnis.
Mein Weg ist in Ordnung, ich kann die Frau leben die ich schon immer bin.
Ich bin zufrieden und glücklich in meinem ich.
Ich habe mir aber vorgenommen wie es Nicole schon schrieb, weiterhin meinen Psychologen zu konsultieren.
Wenn es mal kein Problem gibt, ich keinerlei Ängste in mir habe, was immer häufiger der Fall ist, dann kann ich mit dem Therapeuten auch mal über andere Dinge reden wie Trans Angelegenheiten.
Wenn ich ihn aber wirklich brauche ist er da, ohne dass ich monatelang auf einen Termin warten muss.
Ich vermute schon dass ich während meiner Transition das eine oder andere mal noch froh bin die Therapeutische Begleitung nicht abgebrochen zu haben.
Gerade wenn ich mal wieder von Zweifeln geplagt werde.

Also in meinen Augen ist deine Sinneskrise ganz normal.

LG Tatjana
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Re: Sinneskrise

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Liebe Christina, liebes Dornröschen,

diese Krisen hat bestimmt jeder Mensch einmal; gut, dass Du darüber hingweggekommen bist - und gut, dass Du Hilfe bekommen hast.

Ich halte eine "flexible Gestaltung" von psychologischen Hilfestellungen für weitaus wichtiger, als das "Absitzen von Terminen". Frei darüber zu entscheiden, wann und wie manfrau die Hilfe braucht ist für mich eine wichtige Option.

Alles Liebe und Gute weiterhin, Schön, dass Du nicht "gekündigt" hast )))(:

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Anke
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Re: Sinneskrise

Post 6 im Thema

Beitrag von Anke »

Liebe Christina,

dir auch noch mal ein gutes Neues Jahr. Schön, dass Du hier geblieben bist. Ich wäre sicher nicht die Einzige gewesen, die dich vermisst hätte.

Mit Sinnkrisen kenne ich mich aus, denn da hab ich Erfahrung. Bei mir gab es zum Beispiel immer eine Sinnkrise, wenn ich etwas wirklich wichtiges erreicht habe. Zum Beispiel nach dem Abitur oder dem Diplom an der Uni bin ich erst mal in ein tiefes Loch gefallen. Ich war zwar froh mein Ziel erreicht zu haben. Andererseits hatte ich plötzlich keine Aufgabe, kein Ziel mehr. Und eine ganze Weile konnte ich dann auch nicht mehr geradeaus denken.

Aus dieser Erfahrung mache ich mir schon jetzt Gedanken darüber was ich tue, wenn meine Transition im wesentlichen abgeschlossen ist. Denn auch das ist ein wichtiges Ziel für mich und dementsprechend stecke ich da viel Energie hinein.

Was ich damit sagen möchte: Du bist mit deiner Sinnkrise nicht allein. Und wie es aussieht, hast Du auch die richtigen Schritte eingeleitet. Ich drück dir Daumen, dass es weiter aufwärts und dir gut geht.

Liebe Grüße

Anke
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ChristinaF
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Re: Sinneskrise

Post 7 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ach Mädels, ihr seid ja so lieb. (he) (he) Und es tut gut von euch zu hören und bei euch zu sein.
Vorerst ganz ganz lieben Dank für die Zusprüche und Tips.
Bin jetzt noch etwas in Eile und werd später auf eure Antworten zurückkommen.
Nochmals ganz rieeeeeeeeesigen Dank!! (ki) (ki)
LG
Christina
ab08
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Re: Sinneskrise

Post 8 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Christina,

alles, alles Gute zum Neuen Jahr!
Ich denk an Dich und halt Dir die Daumen!
Besser als Nicole und all die anderen kann ich es leider nicht ausdrücken :oops:
denn zu meiner Schande gesteh ich, dass ich es nie persönlich erlebte. Depression / Migräne / Sinnkrisen, von sowas blieb ich
bisher glücklicherweise, weiß auch nicht warum, verschont... --> Ergo hab ich erhebliche Schwierigkeiten, mich da einzufühlen...
:oops:

Trotzdem melde ich mich, denn ich möchte Dir von ganzem Herzen alles, alles Gute wünschen!
Hoffentlich findest Du bei kompetenten Personen die Hilfe, die Du brauchst!

Ganz liebe Grüße,
schön, dass Du da bist /bleibst!
Andrea )))(:
Zuletzt geändert von ab08 am Di 5. Jan 2016, 17:47, insgesamt 1-mal geändert.
ReaGirl

Re: Sinneskrise

Post 9 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Ich muss auch sagen schön das du alles überwunden hast und das zeigt wieso man immer wieder rät die psychotherapie auf keinen fall abzubrechen nur weil man das rezept in den händen hält. Ich werde das natürlich ebenfalls weiterhin so halten auch wenn ich bisher keine sinnkrise oder große Probleme hatte. Aber das leben ist noch lang und ich hab noch genug in der transition zu tun, da wird noch das ein oder andere Ding kommen ;) Mein größter negativer Gedanke ist derzeit, das ich kein Baby bekommen kann, aber es hält sich in grenzen, ich hab genug positive Ablenkung :)

Schlimm ist das immer wenn jemand sagt, ich kann froh sein keine monatsblutung zu haben. Da sag ich dann immer, dafür kann ich aber auch kein Baby bekommen. Da wird den personen dann immer bewußt was sie eigentlich gesagt haben, denn für mich ist das ein trauriger Moment.

Schön das du uns weiterhin erhalten bleibst! :)
Frida
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Re: Sinneskrise

Post 10 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo Christina,

schön dass es dir wieder besser geht!
Mir geht es mit den Hormonen und in der Rolle, die ich nun mehr und mehr ausfüllen kann, eigentlich psychisch und körperlich sehr gut, weil es das ist, was zu mir passt und stimmt, wären da nicht die Probleme, die es dadurch gibt, dass meine Frau unter den Veränderungen leidet. Dann ist es so, dass auch ich in ein tiefes Loch falle und am liebsten den Resetknopf drücken würde, aber ich weiß auch, dass das nicht geht und ich meinen Weg gehen muss, weil eben das der Sinn meines Lebens ist.
Glücklicherweise gab es zum Ende des Jahres plötzlich eine neue Richtung in der Haltung meiner Frau, grad als ich schon mit dem Schlimmsten rechnete und es mir dadurch wirklich sehr mies ging. Sie hat sich mir wieder zugewendet und sich für eine Fortsetzung unseren gemeinsamen Weges geöffnet. Sie kann mir gar nicht genau erklären, was passiert ist, nur dass sie sich wohl mit meiner Veränderung arrangieren kann.
Mich freut das natürlich sehr und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Diese Höhen und Tiefen, diese Sinnkrisen sind ein Teil unserer Entwicklung. Es lohnt sich meist diese Situationen, in denen man auch sehr verzweifelt sein kann, auszuhalten und nicht wegzulaufen. Manchmal hebt sich nach diesen schweren Zeiten ein Vorhang und man erkennt etwas Neues, was vielleicht einen besonderen Zauber inne haben kann. Das ist dann ein schöner Neuanfang.

Ich wünsche dir eine guten Start ins neue Jahr, bleib gesund und uns erhalten.
Alles Gute!

Liebe Grüße, Frida (flo)
ChristinaF
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Re: Sinneskrise

Post 11 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Nochmals vielen Dank für eure Beiträge. Und irgendwie spüre ich, dass mir diese Zusprüche hier viel besser guttun, als die ganzen Gespräche mit der Psychologin. Warum weiß ich nicht. Ich finde aber, dass es in der Therapie irgendwie "härter", synthetischer zuging.
Hier im Forum ist frau unter Gleichgesinnten, fühlt sich von euch verstanden, ihr geht auf mein Befinden ein, fühlt mit mir. Bei meiner Psychologin vermisse ich diese Empathie. Denn nur mit den Fragen und meiner anschließenden Selbstreflexion fühlte ich mich doch öfters einsam. Natürlich bin ich sehr dankbar ihrer Hilfe mir gegenüber. Aber einfühlsamer mit meiner Situation waren andere. Meine Frau, unsere Nachbarin, meine Kolleginnen.
Unisono vertraten sie die Meinung, dass es mir, käme ich auf mein altes Leben zurück, mehr und mehr schlechter gehen würde. Und nicht zuletzt hätten sie Probleme mit mir als "Mann", da ich schon so lange Zeit als Frau lebe.
Selbst bin ich ja auch immer wieder der Frage nachgegangen, wie ich all das gestalten könnte. Nach nunmehr fast zweijähriger HET haben sich neben meinen Empfindungen ja auch mein Körper stark verändert. Keine Körperbehaarung, weiche Haut, leichte Brustbildung usw. verändert. Ebenso das "blöde Anhängsel", bei dem schon lange keine Erektion mehr möglich und stark geschrumpft ist.
Und gerade das ist ja, worüber ich heute nachdenke, ja grüble, warum dann diese Ambivalenz? Wie sollte ich denn noch "Mann" sein? Von der nichtvorhandenen Kleidung ganz abgesehen.
Vielleicht liege ich mit meiner Meinung richtig, wenn ich sage, dass bei mir die Ratio "verrückt" gespielt hat; während die Irratio weiterhin mir sagte, dass mein Weg richtig ist.
Nun ja, irgendwie kommt's mir vor, als wäre ich reifer und gefestigter aus dieser Situation gekommen. Vielleicht nützt es mir auch?
Aber in einem bin ich mir sicher. Dass Psychologie zwar helfen kann, es aber viel, viel besser ist, wenn man sich mit anderen darüber austauschen kann.
Puh, ist schwer, all dies in Worte zu fassen. Vielleicht kommt es aber doch so rüber, wie ich es gemeint habe.
Liebe Grüße
Christina
ab08
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Re: Sinneskrise

Post 12 im Thema

Beitrag von ab08 »

Dornröschen hat geschrieben: Bei meiner Psychologin vermisse ich diese Empathie. Denn nur mit den Fragen und meiner anschließenden Selbstreflexion fühlte ich mich doch öfters einsam.
Liebe Christina,

das kann teilweise stimmen. In jedem Beruf gibt es Personen, die kompetenter/empathischer sind und andere bei denen dies weniger der Fall ist.

Häufig liegt es aber auch daran, dass man einfach nicht den richtigen Draht zueinander findet...
Seit 2004 unterrichte ich in der Kinder & Jugendpsychiatrie, dort sind wir in der Regel mindestens zwei
pro Fach und sprechen uns ab. Bei fast alle Patienten unnötig, aber es kam vor,
dass es bei mir ausgezeichnet klappte, bei meiner Kollegin aber überhaupt nicht.
bzw. dass es mit mir nicht klappte, bei der Kollegin aber ausgezeichnet.

Menschen sind eben verschieden!! Das schrieb ich ja schon oft.
Manche verstehen sich gegenseitig, aus welchem Grund auch immer, emotional halt nie. :oops:
Ergo muss frau sich im Ernstfall an die halten, mit denen sie sich versteht.

Ganz liebe Grüße
Andrea
Katrin70
schau
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Re: Sinneskrise

Post 13 im Thema

Beitrag von Katrin70 »

Hallo Christina,
Du bist ganz sicher nicht alleine !

Sinnkrisen sind bei dem, was uns umtreibt in keiner Weise ungewöhnlich. Abgesehen von uns haben auch Menschen ohne Zweifel an ihrer biologisch vorgegebenen Rolle zuhauf Sinnkrisen. Die Frage nach dem Sinn des Menschseins ist ja philosophisch gesehen eine der ältesten überhaupt.

Ich habe nach den Fragen nach dem "Warum?" 1000 und eine Antwortmöglichkeiten gefunden und mich gefragt ob mich die Aufbereitung dieser Ursachen nicht wieder "davon" abbringen könnte. Nach über 3 Jahren intensiver inhaltlicher Beschäftigung bin ich aber zu der Überzeugung gekommen, dass es einfach so ist wie es ist. Ich habe auch gelernt, dass vieles von dem, was wir landläufig als weiblich oder männlich betiteln oft einfach nur menschlich ist und sich Männer und Frauen im Kopf viel näher sind als uns das Äußere vorzumachen versucht. Damit meine ich, dass Du auch als sozial gelebte Frau Dinge an Dir finden wirst, die man stereotyp vielleicht eher als männlich bezeichnen würdest. Das ist eben das Mensch-sein.
Warum wir uns letztlich aber doch dem biologischen Gegengeschlecht mehr zugehörig fühlen mag an einer angeborenen Ursache oder an erlerntem Sozialen oder einer Mischung aus Beidem liegen, das weiß niemand mit absoluter Bestimmtheit.
Fakt ist aber, dass Du so bist wie Du bist gut bist :-) Und da gehört auch zweifeln dazu. Das ist keine spezifische Eigenschaft von unsereins, sondern menschlich. Am Ende höre ich auf mein Gefühl.

Grüße

Katrin
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