Dieser Thread Handelt von meinen Gefühlen, Gedanken und Entscheidungen.
Ich habe etwas überlegt, ob ich hier die folgenden Zeiten veröffentlichen sollte.
Aber wenn nicht hier, wo dann?
Funktioniert Toleranz nur in eine Richtung?
Wenn ich die letzten Tage revue passieren lasse, dann war es für mich gefühlstechnisch eine rasante Achterbahnfahrt.
Typisch für mich, führe ich doch schon seit mehr als zwanzig Jahren einen Krieg mit und gegen mich.
Mein tägliches Tagebuch hilft mir dieses Gedankenchaos zu ordnen. Ich werde hier auf einige Sachen eingehen die ich in den letzten Tagen dort niedergeschrieben habe.
Obwohl innerlich sehr emotional, werde ich von Fremden oft als kalt und gefühllos bezeichnet. Nur Personen die mich näher kennen, bestätigen mir meine positiven Charakterzüge. Bin ich etwa partiell verschlossen und kann nur in der richtigen Gesellschaft öffnen?
Ich wurde in letzter Zeit häufig kritisiert. Und da ich sowieso angeschlagen bin, nehme ich mir das viel zu sehr zu Herzen.
Ich habe das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen für Situationen in denen man sich nicht rechtfertigen braucht.
Es erinnert mich sehr an die Thematik in der ich glaubte mich rechtfertigen zu müssen trans* zu sein.
Und viele Sachen erinnern mich zur Zeit daran. Das bedrückt mich sehr.
Neben Ängsten und Sorgen die mich sowieso schon plagen, zu dem Konflikt mit mir und meinem Körper kommen noch die ganzen kleinen Nadelstiche in die Seele.
Du bist nicht weiblich genug!
Damit fühlte ich mich zuletzt stark konfrontiert. Und ich möchte heulen und schreien.
Doch ich schlucke es hinunter. Eine Träne läuft über die Wange und das wars.
Ich habe über Jahrzehnte Gefühle unterdrückt, ich glaube ich mache das unterbewusst.
Ich lenke mich ab und bis ich daran erinnert werde habe ich wieder gute Laune.
Und es gibt viele Sachen die mich daran erinnern.
Zuletzt, wo mir hier vorgeworfen wurde nicht einfühlsam genug reagiert zu haben.
So ist Einfühlsamkeit doch eine Eigenschaft die überwiegend Frauen zugesprochen wird.
Aber auch meine Gefühle haben Grenzen. Wenn symbolisch betrachtet das Fass der Gefühle schon halb gefüllt ist mit eigenen Problemen, dann findet sich darin irgendwann kein Platz mehr für alles weitere.
Auf meinem Weg zur inneren Ruhe, um das Gedankenchaos zu besiegen, habe ich mir eine gesunde Gleichgültigkeit angeeignet.
Ohne negative Hintergedanken. "That"™s none of my busines!"
Ganz einfach um mehr Energie für mich und die Personen zu haben die mir wichtig sind. Um meine Aufmerksamkeit, Trauer und Mitgefühl den Situationen zu schenken denen ich den höchsten Wert zuschreibe.
Ein bisschen egoistisch könnte man meinen.
Aber ich hab mich in der Vergangenheit zu sehr aufgeopfert. Ich bin an einem Punkt, wo ich mir mal etwas mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Vor allem in der aktuellen Zeit.
Wenn Kritik berechtigt ist, dann habe ich sie in der Vergangenheit immer gerne angenommen und ich denke das wird auch so bleiben.
Finde ich hingegen zu Unrecht für etwas kritisiert zu werden, dann möchte ich wenigstens eine gute Begründung erfahren um den Standpunkt auch verstehen und akzeptieren zu können. Gleichzeitig versuche ich meinen Standpunkt zu erklären. Häufig führt beides zu einem Kompromiss oder einer der beiden Seiten revidiert ihre Meinung noch einmal.
Aus Respekt versuche ich immer zu vermeiden zu einer Person zu sagen ihre Meinung sei falsch oder schlecht, solange ich den Hintergrund zu dieser Meinung nicht kenne und genauso wünsche ich es im Gegenzug auch bei mir.
Vor einigen Tagen hatten wir hier im Forum erst das Thema "Respekt". Mein Beitrag dort erhielt leider keine Resonanz.
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 08#p239208
Es wurde dort viel geschrieben.
Wie wichtig ein Respektvoller Umgang doch wäre.
Waren das nur leere Worte oder ist das alles wieder völlig vergessen?
Oder habe ich mir mein "Recht" auf gegenseitigen Respekt verspielt?
Meine Werte wurden angezweifelt. Aber ich stelle mir folgende Frage:
Was ist mehr wert? Ein Kinderleben oder eine Jahrhunderte alte Kathedrale?
In Syrien sind tausende Kinder gestorben, aber in Europa weint niemand um sie. Im Mittelmeer ertrinken jeden Tag Menschen, aber in Europa weint niemand um sie. In Mossul wurde die Moschee zerstört, aber in Europa weint niemand um sie. Aber wenn ein altes Gemäuer in Paris abbrennt, sind alle tief betroffen und trauern um Holz und Steine.
Und hier wird meiner Meinung nach mit zweierlei Maß gemessen.
Ich unterstütze seit Jahren die Organisation "Ein Herz für Kinder" Dort wurden in 40 Jahren gerade einmal 333 Mio. an Spenden gesammelt. Das ist nicht einmal die Hälfte von der erwarteten Summe für die Kathedrale Notre-Dame de Paris.
Und das stößt mir Sauer auf. Dennoch ein Dankeschön an alle Spender!
Mir ist die Kathedrale genauso gleichgültig wie es 2013 den meisten Europäern gleichgültig war als der Suq und die Umayyaden-Moschee in Aleppo durch den Krieg zerstört wurden. Ich verabscheue den Krieg und trauere um die Opfer.
Aber wieso werde ich dafür stark kritisiert? Darf ich für mich selbst nicht entscheiden was mich wie stark beschäftigen sollte?
Ja, meine Reaktion auf den Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris war eher verhalten. Untypisch in den Augen Vieler und stößt somit auf wenig Verständnis.
Ich hatte nicht die Absicht den Brand als nicht schlimm abzustempeln, ich hatte nicht die Absicht mich respektlos zu äußern und ganz wichtig, ich wollte nicht die Gefühle von Yasmine verletzen. Und wenn sie in dieser Situation angesprochen hätte, dass ich sie mit meiner Aussage verletzt habe, dann hätte ich mich selbstverständlich entschuldigt und hätte versucht meinen Standpunkt weniger direkt zu vermitteln. Mir ist der Brand gleichgültig und nicht die Personen die daher trauern. Ich habe nie Versucht jemanden in seiner Trauer zu beschneiden.
Dieser Thread verlief in meinen Augen von Anfang an falsch. Der einleitende Beitrag dieses Threads lässt viel Spielraum für Interpretationen. Und so habe ich ihn eher negativ aufgefasst.
Ich hätte mir gewünscht, dass diese Angelegenheit unter den Betroffenen geklärt werden könnte und sich nicht weitere Außenstehende einmischen und die Moralapostel spielen.
Wenn der Schock in der aktuellen Situation so überwältigend war, dass es nicht möglich war, so hätte man das persönliche Gespräch ja an Stelle des Threads auch am Folgetag suchen können.
Aus diesem Grund schrieb ich dort noch einmal völlig nüchtern meine Meinung zu diesem Thema.
So wirklich schlimm fand ich dann aber so Aussagen wie: "Geistige Tiefflieger" "schwachsinniges Gequatsche" "Man MUSS einfach geschockt oder berührt sein von diesem Brand" Das der Brand gleichgestellt wird mit dem Anschlag auf das WTC bei welchem 2996 Menschen auf tragische Weise ums Leben gekommen sind fand ich ebenfalls unpassend. Aber es geht weiter. Man ist "Ignorant" Man sei nicht "NORMAL" man "habe vom Leben nichts kapiert"
Als ich solche Aussagen kritisierte, an eine höfliche Umgangsform appellierte und versuchte meinen Standpunkt erstmals zu erklären erntete ich nur weitere herablassende Kommentare. Ich brachte ebenfalls ein Fallbeispiel und durfte mir anhören den Brand von Notre-Dame damit nur relativieren zu wollen und würde diejenigen kritisieren die trauern. Dabei kritisierte ich nicht die Trauer, sondern Kritisierte die Wortwahl einer Person ganz gezielt.
Ich fühlte mich über den ganzen Verlauf dieses Threads missverstanden und habe versucht diesen Umstand zu erklären. Erntete aber als weiter Kritik. Ich habe versucht den Standpunkt für diese Kritik mehrfach erklärt zu bekommen, wurde dafür ignoriert oder man hat etwas Neues gesucht in meinen Beiträgen woran man sich aufhalten kann oder was man kritisieren kann.
Ich fühlte mich diskreditiert und daher genötigt mich weiter zu erklären, weil ich derartige Anschuldigungen nicht umkommentiert im Raum stehen lassen wollte. Es tut mir leid, wenn sich unbeteiligte daher belästigt fühlten. Und wenn ich auf Kommentare etwas pampig reagierte.
Ich fragte nach Erklärungen welche ich nicht erhalten habe und ganz plötzlich sollten wir uns wieder alle lieb haben. Peace and harmony.
Ich war nicht auf Krawall aus"¦
"Uns verbindet doch alle eine Gemeinsamkeit. Also sollten wir doch auch die gleichen Werte und Vorstellungen haben"¦"
Genauso wie die Threaderstellerin sich verletzt fühlte, fühlte ich mich verletzt nach solchen Aussagen. Ganz hart hat mich jedoch die unschöne Kritik meines Namenwechsels hier im Forum getroffen. Und das von einer Person, die selbst schon ihren Namen hier gewechselt hat. Weil erstens die Art wie dies geäußert wurde und die Tatsache, dass ich schon das zweite Mal dafür kritisiert wurde mir sehr zu schaffen machten. In dem anderen Fall handelte es sich glücklicher Weise um ein Missverständnis und wir konnten das klären. Dennoch machte mich der Umstand der dazu führte traurig.
Vieles geht mir sehr nahe und so Aussagen wie "Es dreht sich wohl eher alles um DEIN Ego." erinnern mich an eines meiner ersten Outings zurück. "Bist du dir sicher? Fühlst du dich nicht einfach nur als Mann gescheitert und hast ein verletztes Ego?
Und schon hat mich die Abwärtsspirale wieder fest in ihrem Griff.
Ich bin es nicht wert, dass man mir antwortet, ich suche die Schuld bei mir wenn ich falsch verstanden werde.
Ich war gestern Abend sehr traurig darüber wie der Verlauf des Threads war und erhielt von einer Person den Rat das Forum in Zukunft zu meiden, weil ich mir schon mehrfach Aussagen zu Herzen genommen habe und ihr davon erzählte.
Ich hätte echt sehr gerne Antworten auf meine Fragen erhalten. Und bin von einigen Personen hier schwer enttäuscht, weil ihre Toleranz scheinbar nur in eine Richtung gilt. Und meine Aussage: "Wenn zwei Personen das Selbe machen ist es noch lange nicht das Gleiche!" bleibt bestehen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, solange man nicht der Meinung der Mehrheit zustimmt darf man behandelt werden wie Dreck, weil man ja selber so rücksichtslos war. Für alles was man mir vorwirft könnte ich den Spiegel vorhalten.
Wenn ich dem Rat dieser Person nicht folgen sollte und es in Zukunft eine Situation geben sollte in welcher sich dort anwesende Personen von mir schlecht behandelt fühlen, dann sollen sie sich bitte direkt an mich wenden.
Aber bevor ihr mich vorschnell verurteilt, macht euch bitte auch mal Gedanken wieso ich mich derart verhalten haben könnte.
Ich fühle mich noch immer missverstanden, wie bestellt und nicht abgeholt, einfach ignoriert und alleine gelassen.
Einfach nur weil einige über Differenzen nicht reden/schreiben möchten.
Ich weiß nicht ob ich hier weiterhin offen über meine Gefühle schreiben kann. Das macht mich nur angreifbar gegenüber den Personen hier die mich nicht leiden können.
Ich jedenfalls genehmige mir jetzt eine Auszeit.
Etwas Zeit für mich.
ein paar Tage, eine Woche. Keine Ahnung.
Meinen persönlichen Dank widme ich Jaddy, Emmi, Steffi, Jana, Chimära, Melissa, Anna Chrissie und Frieda, die über diesen Thread hinaus immer ein offenes Ohr für mich hatten.
Wir bleiben in Kontakt!
Beste Grüße
Marie