Hallo ihr Lieben.
Jetzt ist es doch tatsächlich über einen her, dass ich hier meinen Fortschritt aufgeschrieben habe. Asche auf mein Haupt, aber es haben sich in den letzten Wochen doch sehr viele Dinge ereignet. Aber mal immer schön der Reihe nach. Es kann übrigens länger werden, also wer mag, lieber noch mal schnell einen

geholt.
Am 7. August standen also die ersten Besichtigungen an. Also fegte ich im Männermodus so gegen 11 Uhr einmal durch den Hof. Meine Nachbarin von nebenan fuhr los und winkte mir zu und lachte. Oh, da sind wieder ein paar Steine heruntergefallen, habe ich meine Nachbarn ja nicht wirklich gesehen, nach dem ich die Briefe eingeworfen hatte. Kurze Zeit später fuhr meine Nachbarin von Gegenüber mit der großen Tochter los und auch hier ein Lachen und Winken. Ach wie schön, sie sind mir nicht böse.

Später fand ich dann im Briefkasten von meiner Nachbarin von nebenan eine Karte, die an Sabrina gerichtet war und sie mir mitteilte, dass sie mich für meinen Mut bewundern und ich immer gerne zum Quatschen rüberkommen kann. Da habe ich mich wirklich riesig gefreut.
Am Nachmittag und am frühen Abend kamen dann die ersten Interessenten für das Haus. Mein Makler war vorher schon da und dann ging es los. Beide machten einen guten Eindruck. Aber es wollten ja noch welche kommen. So endete der Freitag doch sehr zufrieden.
Am Samstag den 8. August ging es dann wieder in den Egelser Wald für eine weitere Geocache-Runde. Also zu Hause fertig machen, inklusive Perücke, raus aus dem Haus, rein ins Auto. In Upgant ging es schnell in den Combi. Die haben zwar Selbstscan-Kassen, aber es war nicht viel los und so stellte ich mich an der normalen Kasse an. Dann lief es alles normal, "Moin", Kundenkarte, Bezahlen und "Tschüss". Mein erster Einkauf im Supermarkt war damit geschafft und das sogar ohne Angst. Beim Bäcker holte ich Aufbackbrötchen für das Frühstück am Sonntag und meinen obligatorischen Kaffee. Auch hier lief es völlig normal. So fuhr ich beschwingt nach Egels und machte mich auf den Weg durch den Wald. Die wenigen Begegnungen hier verliefen völlig unspektakulär. Ich hatte das Gefühl, ich komme immer mehr in meinem Leben an.
Am Sonntag kam dann meine beste Freundin zum Frühstück oder eher zum Brunch. Wir fingen an, unterhielten und über Gott und die Welt und Lachten auch viel. Dann räumte ich den Tisch ab und ich sagte ihr, dass ich etwas mit ihr besprechen möchte. Ich erzählte von meinen Zweifeln, dass meine Depressionen nur von der Arbeit herrührten und dass ich Ostern einen Geistesblitz hatte. Dann erzählte ich ihr von mir, also Sabrina, und sie hörte aufmerksam zu. Dann meinte sie, dass sie sich so etwas gedacht habe, da ich mich manchmal weiblich verhalten würde. Sie wollte mir aber nicht sagen, was sie meinte, da ich es sonst vielleicht absichtlich machen würde und mein Verhalten dann nicht mehr natürlich sei. Das leuchtete mir ein. Und sie meinte nur, dann habe sie jetzt eben eine beste Freundin und keinen besten Freund mehr.

Wir unterhielten und sehr lange und ich gab ihr dann meine Lebensgeschichte mit, die ich hier aufgeschrieben hatte und nun 16 Seiten umfasst.
Am Montag stand erst um 08:30 Uhr die Lymphdrainage an, dann die nächste Besichtigung an. Da diese erst gegen Mittag stattfand, blieb ich in meiner Verkleidung. Außerdem musste mein Auto zur Inspektion nach Aurich. Am Dienstag war um 10 Uhr die nächste Besichtigung und am Nachmittag konnte ich mein Auto wieder abholen. Mittwoch kamen die nächsten Interessenten, auch wieder erst gegen Mittag. Also war weiterhin der Verkleidungsmodus angesagt. Das hat wirklich genervt. Am Donnerstag um 08:00 Uhr war wieder Lymphdrainage angesagt, um 13:00 Uhr Psychotherapie und um 17:30 Uhr die zunächst letzte Besichtigung. Also auch wieder keine Zeit für mich. Ich merkte, wie mich diese Männerwoche psychisch langsam nach unten zog. Am Freitag war es nur am Regnen, so dass ich zwar nicht draußen war, aber ich mich wieder zu Hause in meinen Wohlfühlklamotten bewegen konnte. Und ich fing an, meine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Hier liegt ja der Schwerpunkt auf mir, Sabrina, aber in den 52 Jahren ist ja so viel mehr passiert. Mir hilft das Schreiben aber auch zur Selbstreflektion sehr.
Am Samstag besuchte ich einen guten Freund in Norddeich an seiner Arbeit. Das mache ich öfter und ich wollte ihm von mir erzählen. Also war ja wieder Verkleidung angesagt. Es war aber den Vormittag sehr viel Unruhe und ich fand keine Möglichkeit, in Ruhe mit ihm zu sprechen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.
Den Sonntag ging es dann für mich nach Dornum zum, was auch sonst, Geocachen. Vorher fuhr ich aber hier in Norden beim Bäcker Lorenz im Combi vorbei. Hier ist sonntags immer viel los, da wir hier ja viele Touristen haben. Ich wollte mich dem bewusst stellen. Es waren etwa 8 Leute vor mir und es zog sich recht lang hin. Ich schaute mich um, betrachtete die Menschen und merkte, dass mache zwar schauten, aber niemand stierte. Dann war ich an der Reihe und ich bestellte meinen Kaffee. Die Stimme war irgendwie eingefroren, obwohl wir mehr als 20 Grad hatten. Aber da muss ich durch. Den Kaffee bezahlt, Deckel geholt, an der langen Schlange entspannt vorbei und zum Auto. Das klappt also auch.

In Dornum ging es dann quer durch den Ort und da Ferienzeit war, traf ich viele Touristen am Wasserschloss. Aber jeder war mit sich selbst beschäftigt. So gewinne ich langsam an Sicherheit.
Am Montag war, wie jeden Montag, um 08:30 Uhr Lymphdrainage angesagt. Wie immer, verkleidet. Dann ging es in die Stadt, weil ich um 11:00 Uhr noch einen Kontrolltermin hatte. Den Nachmittag lief dann nicht mehr viel.
Am Dienstag war das Wetter trocken und ich machte mich zurecht. Dann ging es nach Neßmersiel. Vom Parkplatz bin ich dann etwa 1,5 km Richtung Hafen und Geocache gelaufen. Dabei wehte der Wind schön durch die Haare. Mittlerweile genieße ich das meist.

Dann ging es gemütlich zurück zum Auto und ich fuhr anschließend nach Hage zum Lidl. Dort kennt man mich nicht und ich erledigte meinen Wocheneinkauf. Auch hier nur einmal schauen, dann aber geht jeder weiter. An der Kasse war ich eine Kundin wie viele andere auch. Das war wieder so ein tolles Gefühl und mein Leben wird stückchenweise selbstverständlich.
Am Mittwoch ging es nach Moordorf zum Lasern der Barthaare. Vorher traf ich mich mit meiner Freundin beim Buchholz zum

. Zum Lasern war ich verkleidet unterwegs. Aber mein Zettel für den nächsten lautete dann auf Sabrina.

Anschließend fuhr ich zu einer abseits gelegenen Windmühle und schminkte mich dort. Im Auto ist das echt eine Herausforderung. Aber Frau wächst ja mit ihren Aufgaben.

Danach ging es nach Aurich. Ich parkte bei der Sparkassen-Arena und lief dann durch die Gymnasiasten in die Fußgängerzone zum Zweithaarwerk. Hier wollte ich mich für eine neue Perücke beraten lassen. Der Termin war klasse, kein Verstellen, kein Rechtfertigen, einfach als normale Kundin beraten worden. Leider war nichts passendes dabei, aber die Chefin wollte mir einige Modelle zur Auswahl bestellen. Vergnügt ging es zum Auto und nach Hause. Mein Bewegungsradius wird langsam immer größer.
Am 20. August war dann um 08:00 Uhr wieder Lymphdrainage im Verkleidungsmodus. Zu Hause legte ich diese Verkleidung dann ab und ich war um 13 Uhr zur Psychotherapie wieder ich selbst. So ging der Nachmittag wenig spektakulär rum. Abend rief mich dann mein Makler, der mittlerweile auch ein guter Freund geworden ist. Wir besprachen die für das Haus abgegebenen Gebote. Er stellte es mir frei, dass ich die Anzeige noch einmal wieder reinsetze oder dass ich das Angebot des Höchstbietenden annehmen kann. Da das Haus für meine Pläne, nach Norwegen zu ziehen, eher hinderlich ist, sagte ich zu, dass ich das Angebot annehme, zumal ich da auch keine Möbel verkaufen muss. So fügte ich ein weiteres Puzzleteil an die richtige Position.
Am Freitag hatte ich dann einen Termin zur Fußpflege. Also wieder rein in die Verkleidung. Aber auch hier wollte ich mich nicht mehr verstecken müssen, und so erzählte ich Wiebke von Sabrina. Ihre Reaktion fiel, wie erwartet aus und ich kann die nächsten Termin so kommen, wie ich bin.

Also wieder ein regelmäßiger Termin weniger, wo ich mich verstecken muss.
Am Samstag war ich dann mit meiner lieben Freundin zum Geocachen verabredet. So lernte sie mich dann auch in natura kennen. Natürlich ging es erst zum Bäcker und dann südlich von Aurich. Es war ein lustiger Tag mit vielen tollen Gesprächen und wir haben viel gelacht. So lebe ich meinen Alltag, ohne Verstecken und Rechtfertigung. Dafür danke ich ihr.
Am Sonntag, 23. August, ging es wieder nach Norddeich zu meinem guten Freund. Hier lief es wesentlich ruhiger und ich erzählte ihm von mir, Sabrina, und wie lange es schon geht. Auch hier absolutes Verständnis, wie ich es erwartet hatte. Das hat auch einen familiären Hintergrund, den ich aber hier nicht weiter erläutern möchte. Jedenfalls tat mir das auch wieder richtig gut, und meine Psyche atmet immer mehr auf.
Am Montag ging es in Verkleidung zunächst um 08:30 Uhr zur Lymphdrainage und anschließend nach Aurich zur DEKRA. Dort musste ich mein Leasing-Auto abgeben. Da ich noch Zeit hatte, ging ich Richtung Egels, wo mich meine Freundin dann nach Ihrem Feierabend aufgabelte. Sie fuhr mich nach Rechtsupweg, wo ich mein Übergangsauto abholen konnte.
Am 25. August stand dann wieder mein Wocheneinkauf auf dem Programm. Also ging es hier nach Norden zum Lidl, der rund 600 m entfernt ist. Auch hier war das Einkaufen völlig normal, auch an der Kasse. Ich nutzte extra nicht die Selbstscankasse. Da ich den Einkauf für gut befunden hatte, muss ich nicht mehr nach Hage fahren, sondern kann meinen Alltag wie bisher gestalten.
Nach dem Einkaufen fuhr ich für ein wenig Geocaching nach Eversmeer. Ich wollte mich ja auch an das kleine Auto gewöhnen. Ich hatte eigentlich mit mehr Touristen gerechnet, war am Ewigen Meer aber alleine. Zwischendrin kam der Entwurf des Kaufvertrages und ich stimmte noch schnell einen Termin zur Vertragsunterzeichnung ab, so dass sich auch hier langsam alles fügt.
Den Nachmittag habe ich dann mit dem Packen der ersten Umzugskartons verbracht und das ist auch ein tolles Gefühl, bringt es mich doch näher nach NORGE.
Am Mittwoch stand zunächst Rasenmähen auf dem Plan. Das erste mal mit langen Haaren. Aber wenn, dann auch richtig.

Und die nächsten Umzugskisten sind auch gefüllt.
Am 27. August hatte ich um 08:00 Uhr wieder Lymphdrainage. Also wieder in Verkleidung hin. Aber ich bat anschließend die Schwester um ein Gespräch unter 4 Augen. Nach dem ich durch war, setzte ich mich noch kurz ins Wartezimmer und nach ein paar Minuten holte sie mich. Wir gingen in einen Behandlungsraum und ich erzählte ihr in kurzen Worten von mir. Sie hörte aufmerksam zu. Dann zeigte ich ihr Bilder und sie meinte, ich sollte bitte so kommen, wie es mir gut geht. Das war klasse. Und auf die Frage, wie sie mich dann anreden solle, sagte ich nur "Sabrina". Damit war das geklärt und wir gingen zum "Du" über. Sie wollte es nur dem Arzt und ihren Kolleginnen erzählen und das ist ja selbstverständlich. So war der nächste Verkleidungstermin weggefallen. Für mich eine große Erleichterung.

Für die Therapiestunde, die online stattfindet, habe ich mich dann wieder in mich selbst zurückverwandelt. Das ist eine richtige Befreiung. Nach dem Termin habe ich dann wieder weiter sortiert und Kisten gepackt.
Freitag und Samstag war das Wetter bescheiden und ich habe mich nur mit dem Sortieren und Packen befasst. Das kann ich auch für mich annehmen, dass ich mich nicht schminke und die Perücke aufsetze. Da hat mir meine Psychologin sehr geholfen, das für mich anzuerkennen.
Da am 30. August das Wetter wieder trocken sein sollte, ging es gegen 09:00 Uhr nach Esens. Natürlich zum Dosensuchen, auch Geocachen genannt. Hier war es dann deutlich voller, als in Dornum. Aber außer kurz schauen ist nichts passiert. Nur ein alter Hund wollte unbedingt gestreichelt werden und sein Herrchen war ein netter älterer Mann. Eine normale Begegnung.

Den Sonntag lief dann nachmittags nichts mehr, aber ich schminkte mich nicht ab und ließ auch die Perücke auf. Das passt einfach.
Am 31. August ging es dann nach Aurich. Die bestellten Perücken waren da und ich hatte für 12 Uhr einen Termin vereinbart. Wieder bei der Sparkassen-Arena geparkt und wie selbstverständlich in die Fußgängerzone gegangen. Das ist für mich mittlerweile ein normales Leben. Die Beratung war klasse und mir gefiel ein Modell sehr gut. Ich sehe etwas anders aus, aber das ist ja normal. Nach einer Stunde, wobei wir mehr geplaudert haben als dass es sich um die Perücken drehte, ging ich zum Auto und machte auf dem Weg nach Hause in Upgant beim Lidl noch meinen Wocheneinkauf. Das ist für mich mittlerweile normal.
Am 1. September war dann die nächste Premiere. Ich fuhr um kurz nach 7 zu meiner Hausärztin. Vor Ort holte ich mir beim Lorenz noch einen Kaffee und fuhr dann zur Praxis. Dort schaute sie Mitarbeiterin erst noch einmal, dann wusste sie, wer ich bin und lächelte. Also alles völlig unspektakulär. Auch für meine Hausärztin, die mir sogar noch Komplimente machte und mir das Versprechen abrang, dass ich jetzt aber immer so komme, da sie sich sonst nicht an Sabrina gewöhnen kann. Da ich sowieso nicht vor habe, dort noch einmal verkleidet aufzutauchen, was das Versprechen sehr gerne gegeben.
Nach dem Termin ging es nach Hause und dann packte ich weiter meine Sachen, die mit nach Norwegen sollen. Dazu dann auch Dinge für meine Eltern und meine Schwester.
Am Mittwoch war wieder ein Nurinnerlichabertrotzdemstimmigsabrinatag. Ich packte die Sachen in Auto, die für meine Eltern und meine Schwester bestimmt waren. Dann packte ich meine Klamotten ein. Dazu dann die Sachen für die Verkleidung. In der kommenden Nacht wollte ich zu meinen Eltern fahren und da wollte ich nicht gleich in meiner richtigen Identität aufkreuzen.
Ich ging recht früh ins Bett, war aber etwas unruhig und stand um 01:30 Uhr auf. Um kurz nach 2 fuhr ich dann Richtung Sauerland. Unterwegs konnte ich mir noch einen

holen und war viel zu früh in Lüdenscheid. Dort konnte ich dann erst ein wenig rumlaufen und noch einen Geocache loggen. Dann fuhr ich weiter nach Hüinghausen und konnte dort Fotos für den Earthcache machen und mir die Eisenbahnfahrzeuge anschauen, die dort in freien vor sich hinrosteten. Mittlerweile war es kurz vor halb 8 und ich schrieb meine Mutter an, ob sie schon aufgestanden ist. Als das "Ja klar" kam, fuhr ich schnell zum Bäcker und dann zu meinen Eltern.
Es dauerte dann noch etwas, bis wir frühstücken konnten. Meine Schwester hatte auch Zeit dafür und ich sie alle zusammen. Dann wurde erst der Tisch abgeräumt, die Eierfrau kam, ich bekam noch eine blöde E-Mail von meinem Arbeitgeber, die ich noch beantworten musste und ich wurde immer unruhiger.

Doch dann hatten endlich alle alles erledigt und wir konnten reden. Zunächst ging es meinen Eltern noch um den Hausschlüssel und meine Patientenverfügung. Oh man, diese Themen tangierten mich in diesem Moment peripher.

Und dann konnte ich erzählen, von meiner Erkenntnis Ostern, von meinem Brief an sie von 2014, von meinem Leiden und meiner Befreiung, von den Hormonen und den geplanten Änderungen von Namen und Geschlechtseintrag. Sie hörten aufmerksam zu und ich wurde immer ruhiger mit jedem Wort. Dann wartete ich auf die Reaktionen. Ich konnte mein Hotelzimmer zum Glück bis 18:00 Uhr kostenfrei stornieren.

Aber das brauchte es nicht. Sie sagten, dass ich so leben soll, wie ich denke, dass es für mich richtig ist. Die wichtigsten Menschen in meinem Leben begleiten mich auf meinem Weg.

Dafür vielen Dank. Wir redeten natürlich viel. Und ich merkte, dass sie natürlich Zeit brauchen, insbesondere mein Vater. Er meinte nämlich, dass es da Nachbar gebe, die komisch reagieren werden. Für mich war es aber eher seine Angst, mit der Situation überfordert zu sein. Das kann ich in seinem Alter von 77 Jahren auch sehr gut verstehen. Ich habe meinen Eltern und meiner Schwester dann noch die 16 Seiten meiner Lebensgeschichte gegeben.
Gegen 12:30 Uhr fuhr ich zu einem Wanderparkplatz, da ich um 13:00 Uhr wieder meinen Onlinetermin mit meiner Psychologin hatte. Wir besprachen die Situation und auch mein Gefühl bezüglich meines Vaters. Dann sagte sie, dass ich ja immer Sabrina bin, egal wie es äußerlich wirkt. Und sie kann verstehen, dass ich meinen Eltern Zeit geben möchte.
Nach dem Termin fuhr ich ins Hotel, checkte ein und anschließend ging es noch in den Baumarkt und kurz in den Lidl. Dann ging es wieder zu meinen Eltern und wir redeten noch viel. Am Freitag hat meine Schwester dann meinem Patenkind erzählt, dass sie nun eine Tante und keinen Onkel mehr hat. Auch sie hat mit ihren 15 Jahren richtig klasse reagiert.

Es kam nur die Fragen, ob sie Sabrina sagen soll oder doch Tante Sabrina. Da ich den Onkel schon nicht leiden konnte, gilt das für die Tante erst recht. Bis Sonntag probierten meine Eltern, immer wieder auch Sabrina zu sagen, wobei dies natürlich schwer fällt, wenn ich verkleidet gegenübersaß. Aber so ging es am Sonntagmittag dann zufrieden nach Hause.
Am 7. September hatte ich dann um 08:30 Uhr meinen Lymphdrainage-Termin. Als ich in die Praxis kam, war ich doch etwas aufgeregt, aber die Begrüßung war herzlich und Johanna sagte, ich können gleich in meine Kabine gehen.

Auch hier alles normal. Dann schloss sie das Gerät an und machte mir erst einmal ein Kompliment. Und sie gab mir noch einen Tipp für den Lidstrich. Frauen halt.

Nach der Massage fuhr ich zum Combi, besorgte dort eine Kleinigkeit und ging dann nebenan in den DM, da ich noch Mascara und Nagellack brauchte. In beiden Geschäften lief es normal.
Gestern morgen stand wieder der Wocheneinkauf auf dem Programm und auch das lief hier in Norden im Lidl total unauffällig. Wobei ich gestern die Selbstscankasse nutzte, da mir die Schlange einfach zu lang war.

Parallel packe ich jeden Tag weiter, sortiere, verschenke und entsorge.
Heute Morgen habe ich beim Standesamt für den 16. September einen Termin vereinbart zur Abgabe der Erklärung zur Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen. Dann geht es zu meinem Geburtsstandesamt und wenn alles normal läuft, habe ich Ende des Monats meine neue Geburtsurkunde. Dann kommt noch einmal der ganze Behördenmarathon und auch das unvermeidliche Outing beim Arbeitgeber. Aber da ich momentan weiterhin arbeitsunfähig erkrankt bin, ist das auch kein Drama.
Mein Leben verläuft also völlig unaufgeregt und ich bin euch so dankbar, dass ihr mir Mut gemacht habt, nicht bis Norwegen zu warten. Mir geht es psychisch viel besser, ich habe wieder mehr Freude und auch das Abnehmen klappt. Dafür nochmals vielen lieben Dank.
Noch etwas zu den Hormonen:
Das Gel trage ich jetzt seit 8 Wochen 2x täglich auf. Die Empfindlichkeit in den Brustwarzen ist deutlich erhöht und auch die Druckempfindlichkeit. Ob Brustwachstum eingesetzt hat, kann ich nicht sagen, da die Brüste vorher ja auch durch das Übergewicht vergrößert waren. Ich meine, meine Haut wird etwas weicher, aber an der Körperbehaarung ändert sich noch nichts. Was mir auffällt ist, dass ich nachts mindestens einmal auf Toilette muss und ich oftmals schweißgebadet aufwache und dann friere. Gefühlsschwankungen oder pubertäre Phasen sind noch nicht aufgetreten. Am 19. Oktober habe ich meinen nächsten Termin im Urologicum Osnabrück und ich bin auf die Blutwerte gespannt.
So, ihr Lieben, vielen Dank, wenn ihr es bis hierher geschafft habt. Ihr gewinnt für diese Leistung leider nichts.

Aber ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt. Ansonsten bitte immer druff.
Ganz liebe Grüße

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