Jasmine hat geschrieben: Mo 22. Mai 2023, 08:25
Einen schönen Tee habe ich schon fertig und auf meinem Tisch steht neben selbstgemachter Marmelade, Erdnussbutter und Nougatcreme.
Es freut mich zu lesen wie gut du es dir gehen lässt ...
auf meinem Tisch (im Schwesternzimmer) lag ein belegtes Brötchen aus der hauseigenen Bäckerei ... und ich hatte einen echt schweren Spätdienst ... soviel Freude mir meine Arbeit auch macht, aber aktuell habe ich einen Bewohner, dem ich möglichst aus dem Weg zu gehen versuche ... Was auch immer der Anlass ist, er geht mir nicht nur sprichwörtlich an die Wäsche ... greift mir in die Haare, zerrt mich zu sich heran, versucht mich zu küssen ... fasst mir unter der Rock in den Schritt, streichelt - sich von hinten anschleichend - meine Beine, presst sich auch schon mal mit seinem Becken gegen meinen Po ... und aktuell macht er das nicht nur bei mir, auch bei meiner sehr geschätzten Kollegin, mit der ich heute den Dienst verrichtete ... ein Bewohner, den die Mutter noch bis Mitte 80 übers Wochenende abgeholt hat, der bei ihr im Bett schlafen und wohl all dies bei ihr tun durfte.
Alles in allem: Ich fühle mich genötigt und sexuell ebenso wie meine Kollegin belästigt ... und so sehr ich meine Rasselbande auch mag, sogar ihn (aktuell: irgendwie), aber auch meine Arbeit ... chillig ist mein Leben als Frau ganz sicher nicht.
Finanziell abgesichert könnte ich längst das Renterdasein leben ("fristen") und täglich Marmelade selbst machen, frische Brötchen aufbacken und entspannt aus dem Fenster schauen, bei einer Tasse wundervollem Tee ... und mich in heißer Wäsche bei einem ach-so-tollen Film entspannen ... Aber mich auf die faule Haut zu legen liegt mir nicht. Und als Frau bringt es mir schon gleich gar nichts ... Draußen, durch meine Arbeit (und meiner bewunderswerten und innig geliebten Verlobten) bekomme ich die Anerkennung, die Toleranz und Akzeptanz, aber auch den Respekt entgegengebracht, den ich brauche, um tatsächlich ich und ganz Frau zu sein. Eine, die für die Gesellschaft und deren "ausgrenzten Kinder" etwas tun kann. Ganz abgesehen davon, was ich als trans Mensch in vielen Köpfen etwas verändern kann, die mit mir zu tun haben - ob sie es nun wollen oder halt auch nicht.
Sorry, falls du das als "Angriff" verstehst, aber in letzter Zeit husche ich nur noch müde, über deine stets irgendwie redundanten Zeilen ... und musste dem jetzt einfach mal mehr Realität gegenüberstellen.
PS: Das Brötchen hatte sich übrigens einer der Bewohner gemopst ... und ich ging leer aus! Dennoch habe ich es ihm gegönnt, und nachdem er bereits hineingebissen hatte noch lächelnd einen Kakao dazugestellt.
Habe ein "aber" gegen ein "und" getauscht.