Na, ich würde sagen Meinung, nicht Schule, denn die Begründung ist angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnislage eher -äh- unzureichend, um es mal vorsichtig zu sagen.Laila-Sarah hat geschrieben: So 27. Sep 2020, 09:04Es gibt ja die Schule, die sagt ja man sei nur TS, wenn man sein Geschlecht auch körperlich anpassen möchte.
Auch trans ist ein Spektrum, aber startet doch bei der eigenen Erkenntnis/Gefühl, mit dem zugewiesenen "Geschlecht" nicht zurecht zu kommen. Da beginnt das Leiden an der Zuweisung. Und zwar Geschlecht wieder - unzureichende deutsche Sprache - als Konglomerat aus eigener Körperwahrnehmung/Bedürfnis, Erscheinung, Wahrnehmung durch andere und nachfolgender Zuschreibung von Stereotypen. Geschlechtsstereotypen werden nicht nur im direkten Umgang mit anderen zugeschrieben, sondern lungern auch im eigenen Selbstbild von sich in Relation mit der Umwelt. Sie wurden antrainiert bzw. ergeben sich aus der Sozialisation.
Vereinfacht: Trans beginnt mit "ich kann nicht als di"¢er Mann/Frau leben, di"¢en meine Umwelt von mir erwartet, als di"¢er ich aufgewachsen, aufgezogen, integriert wurde". Daraus folgt logischerweise ein Verlust der bisherigen Zugehörigkeit und wohl immer auch die Suche nach einer neuen, meist "des anderen" Geschlechts. Oder wenigstens "nicht mehr als...".
Das ist der Part, wo es kompliziert und persönlich wird. Was braucht 1, um die Zugehörigkeit zur neuen Gruppe zu empfinden, oder aber nicht nicht-mehr-Zugehörigkeit zur alten, und das auch gespiegelt zu bekommen? Welche Punkte sind der Person wichtig? Also wodurch genau passiert der Übergang von "ich fühle mich eigentlich (nicht) als..." über "ich bin (nicht mehr)..." zu "ich werde (nicht mehr) als ... wahrgenommen / gehöre dazu" (cf. Anja's Threads).
Ich finde es sehr schwierig, das alles genau auseinander zu nehmen. Wenn da diese Diskrepanz namens Geschlechtsinkongruenz ist und im besten Fall die Zielvorstellung, als/im "das andere Geschlecht" zu leben, was ist dann der Wunsch körperlicher Angleichung genau?
Brauche ich die Bestätigung im Spiegel, "echt zu sein"? Geht es um das eigene berühren? Ist es wichtig für Sex? Will ich "unauffälliger" werden? Ist es eine Art Nachweis der Zugehörigkeit für andere? Und ist das eigentlich mein eigenes Körperbild - wie auch immer zustande gekommen - oder das, was ich meine präsentieren zu müssen, damit mich andere als mein wahres Geschlecht wahrnehmen?
Da eine quasi willkürliche Grenze als "Mutprobe" oder "Leidensnachweis" zu setzen ist meiner Ansicht nach verständlich aber auch herabsetzend durch geschlechtsspezifische Vorurteile. Für die betreffende trans Person ist die Inkongruenz da und wird abgesehen von der eigenen Körperempfindung vor allem dadurch verstärkt, dass sie andauernd falsch behandelt wird.