Laila-Sarah hat geschrieben: Sa 26. Sep 2020, 15:05
ich bin schon wieder wissbegierig und neugierig und möchte von den Mitglieder_innen, die sich von ihren Geschlechtsteilen gestört fühlen/fühlten folgendes wissen
spannende Frage und super das du sie stellst...denn tatsächlich denke ich da grade viel drüber nach und spüre
ganz genau hin
Céline hat geschrieben: Sa 26. Sep 2020, 15:31
und wurde dann immer schlimmer je mehr ich das " Puzzle " zusammen setzte
der Satz von Céline stimmt auch für mich, nur das sie es anders meint..
ach ich erzähle einfach mal...
ich bin jetzt 2 Jahre und fast einen Monat in HRT. Am Anfang habe ich äusserlich recht
schnell Fortschritte gemacht, also das Brustwachstum war da, die Haut wurde feiner,
sogar die Fettverteilung hat sich in eine gute Richtung bewegt.
Seit 1 Jahr steht das nun still und zuletzt hatte ich den Eindruck, das ich sogar eine
gewisse Rückentwicklung habe.
Und das obwohl die Laborwerte gut sind. Trotzdem habe ich beim Endotermin am 15.9.
darum gebeten wieder von Lenzetto auf Gynokadin umzustellen.
Das nur so ganz nebenbei...
viel wichtiger ist, was ich dabei gefühlt habe und mit deiner Fragestellung zu tun hat.
Während ich in der Anfangszeit spürte wie sich Körper und Geist annähern und vereinen,
wird die "Lücke" quasi gerade wieder grösser...es ist fast so als würde mein Inneres
schnell laufen und der Körper hat es sich irgendwo auf einer Parkbank gemütlich gemacht.
Anders gesagt es zerreisst mich gerade.
Und das trotz positiver Rückmeldungen, die kann ich nicht mal erst nehmen, ich halte sie
teils für Aussagen um mich zu beruhigen.
Ich habe 2 - 3 cm Brustumfang verloren, ich weiss das weil ichs messe und verrückerweise
in eine Tabelle eintrage
naja..
ich hatte nie einen grossen Bezug zu dem Penis. Das schwankte irgendwo zwischen mir egal ob er da ist,
ich brauche ihn nicht und warum ist der überhaupt da. Momentan stört er mich aber immer mehr
in meiner Wahrnehmung meines Körpers. Wenn ich nackt vor dem Spiegel stehe hängt da ein Ding
was ausserhalb meiner Gefühlsgrenzen ist. Manchmal machen wir zuhause sogar Witze darüber..
Von einer OP würde ich mir jetzt erhoffen, das mein Geist doch wieder mehr den Körper annimmt.
Ich habe ja nur diesen einen in diesem Leben...
Ich würde sagen das die Körperdysphorie sehr schwankend ist und kein gerader Verlauf sichtbar,
es ist noch nicht mal klar, ob sich je eine komplette Zufriedenheit einstellt.
Ich kann dir aber sagen, das die schönste Zeit die Anfangszeit in der Hormontherapie war,
was ich da gespürt hab war einfach nur wunderbar, auch wenn es manchmal schwer zu begreifen war.
Und auch nicht immer nur schön, dafür aber wahnsinnig befreiend.
Ja..hmm..also..ich spürte die Dysphorie früh, dann wurde sie überdeckt, teils aufgelöst, dann kam
die Angleichung, dann wieder Differenz-wenn jemand davon spricht es ist ein Wunsch eine Frau zu
sein, hat diese Person keine Ahnung.
Alles Liebe Marie

Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.