Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen
Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen - # 2

Lebensplanung, Standorte
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ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Vielen Dank für eure aufbauenden Worte! (he)

Das Schreiben hilft mir sehr. Zugegeben, die Rechtschreibung ist teilweise etwas (wo)
Aber glaubt mir, sie war mal viel schlechter. ;-)

(flo) Grüße
Cookie
Michelle_Engelhardt
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 17 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Mach Dir keine Gedanken. Zumindest mir kommt es viel mehr auf den Inhalt an. Es gibt hier Leute die Schreiben ohne Fehler, was sie mir sagen wollen verstehe ich trotzdem nicht bzw. hab es inzwischen aufgegeben.

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Lavendellöwin
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 18 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Cookie hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 17:28 Vielen Dank für eure aufbauenden Worte!

Das Schreiben hilft mir sehr. Zugegeben, die Rechtschreibung ist teilweise etwas
Aber glaubt mir, sie war mal viel schlechter.

Grüße
Cookie
Hi Cookie,

das ist mir auch völlig egal-ich freue mich immer wenn ich etwas von dir lese
und das ist doch die Hauptsache..

und es ist schön, das du hier so offen berichtest..mach weiter so

Alles Liebe Marie (flo)
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Marlin
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 19 im Thema

Beitrag von Marlin »

Liebe Cookie,
vielen Dank für deineBerichte, in denen ich mich in vielen Punkten wiederfinde.
LG
Marlin
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Hallo Ihr lieben,

der Titel lässt es schon vermuten.
Ich habe eeeeendlich mit meinen Eltern darüber gesprochen. (fwe3)




Eintag 6: "Ihr habt jetzt eine Tochter!"
Samstag 09.03.2019


Gefühle: Glücklich


Wie beim letzten Mal habe ich mich nach meiner zweistündigen Therapiesitzung mit einer Freundin getroffen.
Unser Thema war: "Ich muss es endlich meinen Eltern sagen. Ich habe das Gefühl nicht weiter zu kommen bevor ich das nicht hinter mich gebracht habe"
Und sie nahm mich an die Hand und sagte: "Wir machen es jetzt einfach!"
Noch bevor ich eine Ausrede finden konnte, standen wir bei meinen Eltern vor der Haustür.
Meine Eltern saßen im Wohnzimmer, sie wussten das ich zur Therapie war, aber sie kannten nicht den Grund.
Ich bat sie den Fernseher auszuschalten, da ich ihnen etwas wichtiges mitteilen möchte.
Und so fing ich an zu erzählen"¦
"Ihr wisst, dass ich mich zur Zeit in Therapie befinde. Grund dafür ist nicht das abgebrochene Studium, sondern das Abbrechen des Studiums ist eine Reaktion dessen.
Ich wollte es euch schon sehr lange sagen, aber ich konnte es einfach nicht. Und lasst mich bitte erst einmal ausreden."
Ich erzählte ihnen, dass ich mich nie wirklich als Mann gefühlt habe, als Kind aber nicht wusste was das bedeutet.
Und als ich älter wurde hatte ich Angst davor, wollte es verdrängen und habe es auch mehrfach über teilweise längere Zeit geschafft.
Aber es würde jetzt nicht mehr funktionieren. Ich muss das jetzt regeln, sonst würde ich mein Leben niemals regeln können"¦
Meine Mutter heulte als erstes. "Wie konnten wir das nicht bemerken?" Mein Vater etwas später, weil er mir etwas erzählte, was ihn selber seit Jahren sehr belastet. Ich konnte ihm aber versichern, dass mir dieses Ereignis nichts ausgemacht hatte, weil er sich sofort danach entschuldigt hatte und damals auch sagte es nie so gewollt zu haben.
Es war für mich nie eine große Sache und ich wusste nicht, dass ihn das all die Jahre selber so belastet hatte.

Ich war damals noch ein Kind im Grundschulalter. Wir waren in Kroatien im Urlaub. "Verwandtschaft besuchen" ist da der passendere Begriff. Wir machten Pause an der Küste, mitten im nirgendwo. Ich war schon immer fasziniert vom Meer, und so kletterte ich etwas die Felsen runter, damit ich am Ufer sitzen konnte. Die Wellen rauschten und ich warf Stöckchen ins Wasser und schaute zu wie die Wellen sie hin und her schaukelten. Meine Eltern wollten weiter fahren und haben mich gerufen. Beim ersten Mal hörte ich sie und sagte nur ich würde gleich kommen. Die weiteren Rufe hörte ich nicht mehr, dafür war die Brandung zu stark.
Als ich mich schließlich umdrehte und hinaufgeklettert war, waren meine Eltern und mein Bruder nicht mehr da. Das Auto war weg. Weit und breit niemand zu sehen. Da stand ich also in einem Land dessen Sprache ich (leider noch immer) nicht spreche, ganz alleine. Sie haben mich vergessen!
Dem war aber nicht so. Sie wollten nur 100m weiter fahren um zu drehen, aber dort konnte man nicht wirklich wenden Und so mussten sie ein ganz schönes Stückchen fahren bis sie endlich zu mir zurück fahren konnten. Ich saß da auf einem Stein und wartete darauf das sie zurück kommen. Und das Taten sie auch. Es waren fünf Minuten maximal. Mir ist es wie eine Stunde vorgekommen und meinen Eltern wie eine Ewigkeit. Sie haben mehr geheult als ich. Und das noch über Stunden. Für mich war das Thema eigentlich erledigt als sie meinten es sei nicht so gemeint gewesen, sie wissen selber nicht was sie sich dabei gedacht hätten.
Das ist über zwanzig Jahre her und mein Vater hat wohl immer noch Albträume deswegen"¦

Als er das erzählte musste ich dann auch heulen, und dabei habe ich so tapfer durchgehalten bis zu diesem Zeitpunkt"¦
Meine Freundin verabschiedete sich und wir redeten noch über zwei Stunden.
Und dann passierte das was ich in so vielen Erzählungen bereits gehört und gelesen habe.
"Als wir damals die Mädchensachen bei dir gefunden haben hätten wir es wissen müssen!"
"Du hast dich all die ganzen Jahre nicht getraut es uns zu sagen? Waren wir denn so schlechte Eltern?"
Ich musste dann erst wieder eine halbe Stunde beteuern, dass sie keine schlechten Eltern waren und sie sich auf keinen Fall Vorwürfe machen brauchen, denn ich habe selber mein ganzes bisheriges Leben gebraucht um es zu verstehen und es zu akzeptieren.
Und das ich mich über die Jahre nur immer mehr verunsichert habe.

Und jetzt kommt es.
Ich habe noch gar nicht erzählt. Was für Pläne ich habe. Aber meine Mutter dann auf einmal: "Ja und wie möchtest du das jetzt machen? Hormone, dich "umoperierten" lassen? Ich habe da letztens erst etwas darüber im Fernsehen gesehen. Ich fand das sehr interessant was es da für Möglichkeiten gibt." Auch sie frage ob ich denn schon einen Namen hätte.
Ich versicherte ihr erst einmal, dass da so schnell nichts passieren würde. Ich das aber schon anstrebe. Aber auch nicht sagen kann wann, wie, was und wo.
Und das ich zwei Namen in der engeren Wahl habe, ihnen aber auch die Möglichkeit geben wollte einen Vorschlag zu machen. Mein Vater meinte darauf hin, dass sei lieb, aber sie haben sich nie Gedanken darüber gemacht wie ich geheißen hätte wenn ich biologisch als Mädchen auf die Welt gekommen wäre.
Es viel die weibliche Version meines Namens und ich war wenig begeistert. Also erzählte ich ihnen von meinen beiden Favoriten.
Marie und Hannah.
Ihnen gefallen beide Namen, meiner Mutter gefällt Marie besser, weil es von Maria kommt.

Damit heiße ich dann wohl jetzt Marie. Inoffiziell fürs Erste. Aber so wird es nicht bleiben!

Und wenn aus der Familie irgendjemand ein Problem damit haben sollte, dann werden sie gemeinsam mit mir in Zukunft Familienfeiern meiden.
Meine Eltern werden mich bei allem unterstützen, finanziell ist das zur Zeit nur nicht möglich. Und sie werden mir aber auch sagen wenn sie bei irgendetwas ein schlechtes Gefühl haben.


Eigentlich müsste ich über glücklich sein. An diesem Donnerstag Abend war ich es auch. So sehr, dass ich vor Freude fast nicht schlafen konnte. Aber die Freude ist ein wenig getrübt.
Denn meine Therapeutin meinte ich müsste mit dem Alltagstest beginnen, dann kann ich nach frühestens drei Monaten mit eine Indikation rechnen, wenn alles gut läuft.
Ich weiß nicht wieso mir das solche Schwierigkeiten bereitet"¦
Ich bin mittlerweile bei so vielen Leuten geoutet.
Es gibt eigentlich nichts was ich lieber machen würde als meine Maske endlich ablegen zu können.
Aber ich bin noch nicht so weit"¦ Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Ein schleichender Prozess, welcher es mir und den Menschen mit denen ich häufig in Kontakt gerate einfacher macht.
Immerhin war ich bis vor einigen Wochen noch der Holzfäller.
Meine Statur ist nicht sonderlich männlich. Und sieben Semester Studium aka Bewegungsmangel haben auch die wenigen Muskeln die ich mir vorher hart aufbauen musste schlaff werden lassen.
Aber zwei große Probleme habe ich, welche mein Selbstvertrauen so stark mindern. Die fehlenden Haare auf dem Kopf und die dafür um so ausgeprägtere Körperbehaarung.
Zweites muss jetzt schnellst möglich weg. Auf dem Kopf kann nur noch ein Wunder helfen.
Im Oktober letzten Jahres habe ich sämtliche weiblichen Klamotten weggeschmissen. Ein Akt der Verzweiflung"¦ Ein einziges eher unauffälliges Shirt habe ich noch. Weder Accessoires noch Make-Up.
Kontostand sagt NEIN! Ein Start für den Alltagstest wird sich daher noch verschieben. Und ich möchte eigentlich schnellst möglich anfangen, denn da wäre ja noch das Jobangebot. Natürlich hab ich noch gut ein bis zwei Jahre Zeit. Aber ewig möchte mein Kumpel da auch nicht warten müssen.

Weiblich gekleidet fühle ich mich sehr wohl, aber ich bin noch nicht bereit so von 0 auf 180-° mein Leben umzustellen. Mental betrachte ich das als Folter. Ich habe nicht das nötige Selbstvertrauen um in den meisten alltäglichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Und wenn mir mal jemand dumm kommen sollte, dann würde mich das sehr belasten.
Meine beste Freundin hat mir angeboten mit mir zusammen shoppen zu gehen und dann erst mal zu Hause bei ihr zum Essen eingeladen werde.
Ihr Mann weiß ja bereits Bescheid und die Kinder können dann auch ihre kritische Meinung abgeben.
zZ mache ich Stimmübungen und habe auch schon mehrere Make-Up-Tutorials gesehen. Zwar konnte ich nicht selber probieren. Aber besser als gar nichts.
Ich hoffe ich kann da mit meiner Therapeutin noch mal in ruhe drüber reden. Das ich gerne einen geschmeidigen Übergang vorziehen würde.
Ich wäre jedenfalls sehr dankbar über Ratschläge. Wie kann ich den Alltagstest am besten machen, wenn mein Umfeld nicht schon über einen langen Zeitraum sensibilisiert wurde?
Weil bis jetzt waren doch alle Reaktionen immer gleich. "Ich hatte keine Ahnung, dass"¦"

Ende Eintrag 6


Danke fürs Lesen! (ki)
Steffi-BLN
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 21 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN »

Hallo Cookie

Ersteinmal toll dass das Outing bei deinem Eltern so gut gelaufen ist. Und Marie ist ein sehr schöner Name.

Wir haben ja schon ein bisschen im Chat darüber gesprochen, ich kann dich da voll verstehen dass du einen fließenden Wechsel vollziehen möchtest. So bin ich den Weg ja auch gegangen, bzw gehe ihn ja noch immer so.

Letztes Jahr beim Erstgespräch mit der Therapeutin noch in Männerkleidung hin. Und von Monat zu Monat immer mehr. So bin ich da auch hineingewachsen.
Erst war es die Skinny Jeans. Dann in dem heißen Sommer habe ich viel rosa Shirts getragen. Ich liebe diese Farbe einfach. ❤️
Dann kam die Handtasche dazu, 2 Ohrlöcher kamen hinzu. Damenschmuck. Seit etwa 2 Monaten, ziemlich genau mit dem Beginn der HET habe ich mir auch die Nägel lackieren lassen. Und inzwischen bin ich nur noch Frau. Für Freunde bin ich auch nur noch Steffi.
Haare werden auch immer länger. Okay, das geht anscheinend leider bei dir nicht. Da würde ich dir empfehlen vielleicht doch zu einem Perücken Geschäft zu gehen und dich da beraten lassen. Da bekommst du für um die 200-300 Euro schon sehr gute. Wenn dir das nicht möglich ist, dann wäre da noch eine andere Seite wo man sehr gute Synthetische Perücken bestellen kann für maximal 100 Euro. Ich mache mich da nochmal schlau wegen der Seite, habe sie gerade nicht im Kopf.🤗

Mit dem Alltagstest würde ich einfach nochmal mit ihr reden und sie darum bitten, dass du halt von Monat zu Monat weiter gehen möchtest und nicht diese, wie du schon schriebst von Null auf 180 Aktion. Und den Alltagstest als solchen gibt es so auch garnicht mehr.
Nur noch für die Geschlechtsangleichenden Operationen.

Wenn du weitere Fragen hast, schick mir gerne eine PN. Oder wir schreiben dann im Chat, wo wir uns ja fast täglich "sehen".
Lavendellöwin
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 22 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Marie,

fühl dich mal gedrückt von mir!

Du weisst wie ich's meine uuuund es muss nicht 180 Grad sein,
so wie Steffi es sagt, ist auch der Weg den ich für richtig halte.
Auch Biomädels sind nicht direkt "erwachsen" das dauert seine Zeit..

Alles Liebe Marie (flo)
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Céline
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 23 im Thema

Beitrag von Céline »

Hi Marie,
Ich freue mich riesig für Dich.Du schaffst das....davon bin ich überzeugt.
Und mach dir nicht zuviele Gedanken um den Alltagstest,sei einfach du selbst.Es kann niemand verlangen das du sofort in Pumps und Kleid erscheinst.Ich trage überwiegend Jeans und Shirt.Ich bin sogar oft im "Blaumann" bei meiner Therapeutin.Ich bin der Meinung sie muss dich als Mensch...als Marie sehen und nicht nur auf die Kleidung achten.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute auf deiner Reise zu Dir
Bis bald,liebe Grüße
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Tatjana_59
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 24 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Hallo Marie,

Glückwunsch zu deinem bestens gelaufenen Outing bei deinen Eltern. Das freut mich sehr für dich.

Ich sehe es wie Céline, deine Therapeutin sollte dich als Mensch sehen. Egal welche Kleidung du trägst.
Zumal es den Alltagstest nicht mehr gibt, gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben ist. Weder für drei Monate, noch wie Steffi schreibt "falls man die Geschlechtsangleichung möchte"
Ich habe nun ja bereits alles hinter mir
Ein Alltagstest war nie im Gespräch.
Der kam bei mir automatisch.

LG Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
tatjana
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 25 im Thema

Beitrag von tatjana »

Liebe Marie,
Schön zu hören, dass dein Outing gut verlief und weisst, dass dich deine Familie unterstützt. :)
Bezüglich Klamotten: Du kannst ja mal im Second Hand Shop nach Jeans gucken und Tops, da müsste auch was für den schmaleren Geldbeutel dabei sein. Perücke: Hier würde ich nicht am falschen Ende sparen. Auch ich habe nur spärliche Haare - keine Chance auf natürliche lange Haare. Von dem her würde ich, auch wenn es ein stärkerer Einschnitt in den Geldbeutel ist, den Weg in ein Perückenstudio wagen (am besten mit etwas dezentem Makeup drauf). Vorläufig geht natürlich auch eine 10-20 EUR Perücke, die landet aber meiner Erfahrung nach binnen kürzester Zeit im Müll.

Letzten Endes zählt nur eines, egal wie du dich kleidest: Fühlst du dich als Frau, dann sei eine, egal was du anhast.
PS: Hannah ist übrigens auch ein sehr schöner Name :) Sind beide schön....

LG Jana
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

(ki) Danke euch!
Aria
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 27 im Thema

Beitrag von Aria »

Sehr gut gemacht, Cookie (vllt. Marie)! Schön, wie es deine Eltern aufgenommen haben. Ich denke, die sind recht cool, was man so lesen kann.
Thema Alltagstest: Das wollte ich auch nicht, von hier auf jetzt Aría sein. Das hätte einfach zu viele Leute vor den Kopf gestossen, und es ist ja nicht wirklich jedem seine/ihre Sache auch auf 1km als verkleideter Mann gelesen zu werden. Da musst du noch mal mit deiner Thera reden, ich denke, da wird sich schon eine Lösung finden. Bei wem bist du eig., wenn ich fragen darf? (PN)?
¡no lamento nada!
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 28 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Hallo Ihr Lieben! (ki)


Eintag 7: "Frühjahrsputz"

Samstag 21.03.2019

Heute beginnt der Frühling und auch bei mir wird es Zeit für einen Frühjahrsputz.
Und damit meine ich nicht meine 12 m-² Wohnfläche im Haus meiner Eltern. Die sind erstaunlich aufgeräumt. (Mit Ausnahme der Klamotten auf meinem Bürostuhl, welche sich beachtlich aufgetürmt haben)
Grund hierfür ist mein Alltagstest. Ich habe heute wieder eine Doppelstunde bei meiner Therapeutin gehabt. Und sie lässt da nicht mit sich reden.
Der Alltagstest muss sein. Und wenn ich es langsam angehen möchte, dann verzögert sich alles. Aber ich empfinde das gar nicht mehr so schlimm.
Der neuste Thread zum Thema Detransition bestärken mich darin, es gewissenhaft zu machen. Und das obwohl ich mir eigentlich meiner Sache sehr sicher bin und es kaum noch erwarten könnte. Und so wirklich ewig Zeit habe ich ja auch nicht. (Stichwort Jobangebot)
Das ist nur eine weitere Hürde welche ich mit Anlauf überspringen werde.
Mein Kleiderschrank ist voll und dennoch habe ich nichts zum Anziehen. Das Leiden einer jeden Frau! :D
Das ist schon ein 2 m breiter Schrank, der fast die ganze Wandseite beansprucht. Aber weibliche Klamotten besitze ich ein Top und ein Shirt.
Das wird sich aber ändern. Eine Verabredung zum Shoppen habe ich bereits und modische Beratung habe ich somit gleich inklusive. Aber mein aktueller Geldbeutel wird den jetzt recht leeren Schrank auch nicht auf Anhieb füllen. Aber alles was ich guten Gewissens noch anziehen kann habe ich behalten.

Mit dem Alltagstest stehen auch noch gewisse Outings an, welche ich bis jetzt aufgeschoben habe.
Erstens bei meinem Bruder, zu dem ich nie das beste Verhältnis hatte. (Geplant ist es für morgen früh, denn er hat noch Urlaub und wohnt schließlich in der Erdgeschosswohnung im gleichen Haus.)
Das Outing vor der Verwandtschaft und über die sozialen Netzwerke.

Mein letztes Outing hatte ich erst letzte Woche Donnerstag. In einem kleinen überfüllten Café bei mir in dem verschlafenen Ort den ich Heimat nenne.
Als ich merkte die Freundin von mir nimmt das locker auf, konnte ich auch unbeschwert darüber reden. Mir egal wer das hört. Bald wissen es eh alle. Das war ja schließlich auch von Anfang an klar. Da die Gerüchteküche hier sehr schnell ist, brauche ich mir um die weiteren Outings evtl. keine Sorgen mehr machen. :P

Für die Sozialen Netzwerke und für die Verwandtschaft habe ich mir überlegt einen Text zu schreiben. Kurz soll dieser meine Situation erklären.
Aber was schreibe ich dort alles hinein um nichts relevantes zu vergessen und um auf der anderen Seite nicht zu viel zu schreiben?
Ich werde mir noch was überlegen über das Wochenende. Über Anregungen bin ich dennoch offen.

Ich habe mir auch noch mal ausführliche Gedanken über meinen zukünftigen Namen gemacht.
Der Entschluss bleibt. >> Marie (birthd)
Ob ich hier im Forum meinen Namen wechsle weiß ich noch nicht.

Ich werde morgen noch einmal berichten. Bis dahin war es das für heute.


Ende Eintrag 7
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 29 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Das ich bei Eintrag 7 den falschen Wochentag dazu geschrieben habe fällt mir jetzt erst auf...


Eintrag 8: "Familie ist mir sehr wichtig!"

Freitag 22.03.2019

Gefühle: glücklich.

Ich habe heute mit meinem Bruder gesprochen.
Wir haben fast zwei Stunden geredet. Das war mehr als im letzten halben Jahr kombiniert...
Nach meinem Outing fügte ich hinzu, dass ich Angst vor seiner Reaktion hatte, weil wir nie so ein enges Verhältnis wie es unter Geschwistern so gibt hatten. Seine Antwort darauf verblüffte mich.
"Familie ist mir sehr wichtig! Ich stehe hinter dir und es tut mir sehr leid, dass ich immer gemein zu dir war. Ich war kein guter großer Bruder." Und er hatte leichte Tränen in den Augen.
Das hat mich sehr berührt. Schon das Verhältnis zu meinen Eltern hat sich gebessert seit meinem Outing und bei meinem Bruder wird das wohl auf das Gleiche hinauslaufen.
Kann ich etwa dafür sorgen, dass diese verkorkste Familie wieder zusammen findet?
Ich hüpfe jedenfalls wie ein Flummi durch die Wohnung. (cow) (fw2)

Ende Eintrag 8
nicole.f
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 30 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Liebe Cookie,
es ist wunderbar zu lesen, wie es Dir (er-)geht - ich freue mich sehr für Dich und mit Dir! Es ist kein leichter Weg, doch Du machst das prima und ich wünsche Dir auch für den weiteren Weg ganz viel Erfolg! Du stehst noch recht am Anfang, doch die gröbsten Hürden hast Du überwunden: Selbstfindung und die ersten Coming-Outs - herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche Dir ganz viel Geduld und Resilienz für Deinen weiteren Weg.

Etwas besorgt hat mich lediglich der Druck, den Deine Therapeutin ausübt. Das ist nicht richtig (weder fachlich noch therapeutisch). Lasse Dich bitte zu nichts drängen! Wenn sich etwas nicht gut anfühlt oder Du noch unsicher bist, dann überlege gut, was der Ursprung davon sein könnte und ob dies irgendetwas für Dich verändert. Alles auf diesem Transitionsweg machst Du ausschließlich für Dich und nicht für andere - schon gar nicht für eine Therapeutin. Es ist Dein Weg, Dein Tempo, Deine Dinge, die es ermöglichen, dass es Dir besser geht. In dem Moment, in dem Du auf äußeren Druck nachgibst, beginnst Du Dich wieder zu verstellen, etwas für andere zu tun, so wie Du jahrelang das Männlichsein für andere getan hast. Authentisch zu sein, für und mit sich selbst und auch nach außen für die Umwelt ist das beste, das wir tun können. Wenn wir authentisch ganz bei uns sind, dann sind wir stark! Dann können wir die größten Widerstände überwinden und mit denen, die nicht überwindbar sind, am besten umgehen.

Lass' Dich nicht drängen - bleib' Dir selbst treu!

Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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