Ausser Kontrolle
Ausser Kontrolle - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 16 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Der Kuss scheint endlos zu dauern. Ich bin einfach überwältigt und völlig willenlos. Im Moment könnte Sören mit mir machen, was er will. Er weiß das, nimmt mich an die Hand und führt mich zu einer etwas weniger beobachteten Stelle. Ich vergesse mich völlig und wir knutschen. Ich fühle mich wie auf rosa Wolken und gebe mich ihm völlig hin. Ein wenig spüre ich mein kleines Ding zwischen den Beinen, aber Maren hat es sehr gut verpackt. So kann ich die Beule in Sörens Schritt super spüren. Nach endlos erscheinenden Minuten lassen wir dann voneinander los. "Ich glaube wir werden vermisst", sagt Sören, "Lass und mal wieder zurückgehen. Der Abend ist ja noch recht lang."
Statt nervös zu werden, schaue ich ihn mit schmachtendem Blick an. Wenn ich doch nur schon alles hinter mir hätte. Was gäbe ich dafür in seinen Armen heute Nacht einschlafen zu können. Mein Verstand ist völlig ausgeschaltet, ich lebe nur im Augenblick und ich glaube ich habe mich verliebt. Viel zu schnell und es ist eine unmögliche Liebe. Aber ich schaue in an und habe sofort alle Schwierigkeiten vergessen.
"Ihr scheint euch ja richtig gut zu verstehen," begrüßt uns Maren, als wir zum Tisch zurückkommen. Wir werden beide etwas rot, aber gleichzeitig bin ich nur glücklich. Ich setze mich eng angelehnt an Sören und genieße seinen Arm um meine Hüften. Das Gespräch wird wieder etwas normalen, aber irgenwie kann ich vo lauter Glück kaum klar denken. Irgendwann flüstert mit Sören ins Ohr: "Lady oder Vamp, wie möchtest du den Abend fortführen?". "Vamp", flüstere ich spontan zurück.
Sekunden später geht ein Schock durch all meine Glieder. Ich habe gerade einem One-Night-Stand mit Sören zugestimmt. Klar will ich, aber mein Körper ist dafür noch überhaupt nicht geeignet. Ich will ihn auf keinen Fall verlieren, aber ich hab einfach falsch geantwortet. Als Lady und er weit weg hätte man den ersten echten Sex noch einige schöne Zeit hinauszögern können. Aber so. etwas verzweifelt schaue ich zu Maren rüber. Sie merkt Gott sei Dank sofort, dass ich ein Problem habe.
"Ich muss mal kurz frischmachen. Kommst du mit, Sandra?" Sofort stehe ich auf küsse Sören kurz und wir machen uns auf den Weg in die Männerfreie Zone. Zum ersten Mal betrete ich eine Damentoilette. Glücklicherweise ist sie sehr sauber und großzügig ausgestattet.
"Na, jetzt erzähl mal, wo der Schuh drückt", sagt Maren.
andi 66
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Re: Ausser Kontrolle

Post 17 im Thema

Beitrag von andi 66 »

Bitte weiter weiter weiter !!!

ich mag deine geschichte !

gruss ndi 66
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 18 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Notlügen
Aufgewühlt berichte ich über meine Erlebnisse und schildere mein Problem. "Da bist du ja im letzten Moment doch noch zur Vernunft gekommen. Wenn Sören etwas merkt, dann hab ich nämlich auch ein Riesenproblem mit meinem Freund. Der wird nämlich stinksauer, wenn man seinem besten Kumpel heimlich eine Transsexuelle unterschiebt. Aber ist ja noch nicht passiert; aber so ganz einfach ist es jetzt nicht mehr. Du kannst nicht einfach sagen, dass du deine Tage hast. Das ist normalerweise das einfachste für uns Frauen, wenn wir etwas zu weit gegangen sind. Du kannst ihn einfach sitzen lassen, das ist unhöflich und ich muss mir ein paar blöde Bemerkungen anhören. Aber was eigentlich viel wichtiger ist: Willst du Sören denn noch mal wiedersehen?"
Verdutzt schaue ich Maren an. Irgendwie denke ich nichts zu Ende. Klar will ich Sören wiedersehen. Am liebsten jeden Tag aber ich weiß auch dass es eigentlich unmöglich ist. Ich kann mir weder vorstellen mein körperliches Problem zu beichten noch zwei Jahre eine Beziehung ohne Sex mit ihm zu haben. "Jaa, ich will ihn unbedingt wiedersehen, aber ich weiß dass es nicht geht. Ich möchte auf keinen Fall, dass du Ärger mit deinem Freund bekommst."
Dann schlägt Maren vor, wie wir das Problem zumindest für den heutigen Abend lösen. Mir wird plötzlich schlecht und Maren begleitet mich. Wir gehen noch kurz zum Tisch zurück und ich verabschiede mich noch von den Jungs. Sören gibt mir noch seine Nummer und einen unvergesslichen Abschiedskuss. Dann verlassen wir den Club. Draußen bedanke ich mich bei Maren und entschuldige mich, dass ich den schönen durch meine Dummheit unnötig verkürzt habe. Dann mache ich mich auf den Weg nach Hause.
"Willst du heute wirklich alleine schlafen", fragt Maren, "du bist doch viel zu aufgewühlt. Und der Weg von mir zur Therapeutin ist nur ein Katzensprung." "Sehr gerne", antworte ich. Dann hake ich mich bei ihr unter und wir bummeln gemeinsam zur Wohnung. Maren richtet mir ein Bett im Wohnzimmer und legt mir ein Nachthemd heraus. Ich fühle mich auf einmal todmüde und möchte direkt schalfen. "Was hälst du von Abschminken? Im Bad steht alles was du brauchst. Du musst mir ja nicht unnötig die Bettwäsche einsauen." Ich gehe ins Bad und mache mich fertig. Schließlich stehe ich im Nachthemd und ungeschminkt vor dem Spiegel. Ein wenig schimmert mein altes Ich hervor, aber insgesamt sehe ich immer noch eine Frau. Ich bin mir immer noch sicher auf dem richtigen Weg zu sein. Dass es ein langer Weg werden wird ist mir aber auch klar. Neidvoll denke ich an Maren, die schon am Ziel angekommen ist. Dann lege ich mich hin, aber ich muss meine Schlafposition direkt anpassen, da ich nun nicht mehr so einfach flach auf dem Bauch liegen kann.
Am nächsten Morgen werde ich von Kaffeeduft geweckt. Maren ist schon wach. "Du hast noch ein wenig mehr Zeit als ich. Ich muss gleich in den Salon. Die Adresse von meiner Therapeutin habe ich dir aufgeschrieben. Du kannst meine Schminksachen ruhig benutzen —ausnahmsweise- . Wir können gleich nochmal schauen, was du anziehen kannst. So aufgebrezelt wie gestern Abend geht man dort lieber nicht hin. Nach relativ kurzer Zeit habe ich mit Marens Ratschlägen ein akzeptables Outfit zusammen. Eine Strech-Jeans mit etwas Stickereien und eine dunkelrote langärmlige Bluse mir eine Art Rüschen am Handgelenk und im Ausschnitt. Darüber dann noch eine dünne weiße Stoffjacke.
Maren verabschiedet sich und ich mache mich fertig für den Besuch bei der Psychologin. Meine Haare zu kämmen, dauert länger als ich gedacht habe. Zwar hatte ich mir auf Marens Rat hin eine Zopf gepflochten, aber trotzdem dauert es, bis ich alles wieder in Ordnung habe. Dafür klappt es mit dem Schminken recht gut. Ich muss mir aber heute Mittag einen Rasierapparat besorgen, so schnell wächst mein Bart zwar nicht, aber es soll auf keinen Fall ein falsches Härchen zu sehen sein. Nachdem ich mit dem Ergebnis meiner Schminkkünste einigermaßen zufrieden bin, stelle ich fest dass ich gar nicht mehr soviel Zeit habe und mache mich auf den Weg.
p.simone

Re: Ausser Kontrolle

Post 19 im Thema

Beitrag von p.simone »

Das ist wie immer gut gewesen !!!
Warte schon auf die nächste folge!!
Machst du echt toll
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 20 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Dr. med. Susanne Kallweit Fachärztin für Psychiatrie und Psychoanalytikerin
Mit klopfendem Herzen lese ich das Schild und spüre, dass es jetzt ernst wird. Am Empfang begrüßt mich einer freundlichen Helferin mit langen lockigen roten Haaren und unendlichen vielen Sommersprossen begrüßt. Ich werde ins Wartezimmer geschickt. Dort sitzen bereits eine Frau Mitte vierzig Typ Bankangestellte und eine Mutter mit ihrer vielleicht 14 jährigen Tochter, die sehr unsicher erscheint und nur auf den Boden guckt. Ich grüße und nehme mir eine Modezeitschrift und fange an zu blättern. Zum ersten Mal kann ich ganz ungeniert in der Öffentlichkeit so etwas tun. Ich geniesse es beim Umblättern meinen manikürten Fingernägel zu betrachten. Ob die anderen Frauen das gleiche Problem wie ich haben, überlege ich. Eigentlich kann es nicht sein, schließlich sitzen hier ja Mutter und Tochter und die Frau mir gegenüber sieht überhaupt nicht aus, als hätte sie sich in späten Jahren noch für eine Geschlechtsumwandlung entschieden. Alle sehen viel zu normal aus. Bevor ich weiter über diese Frage nachdenken kann, werde ich herausgerufen.
"Frau Klasen, wenn Sie bitte mitkommen würden. Ich soll vorab einige Test und Fragbögen mit Ihnen durchgehen." "Frau Klasen",denke ich. Zum ersten Mal bin ich als Frau angesprochen worden. Ein total neues Gefühl. Es sind die vielen Kleinigkeiten die mich verwirren, über die ich mich aber auch gleichzeitig freue. Ich folge der Arzthelferin in einen separaten Raum. Nachdem Sie meine Daten aufgenommen hat, folgt ein Fragebogen mit unendlich vielen Fragen, von denen viele für mich überhaupt keinen Sinn ergeben. Dass man mich fragt, ob ich als Kind gerne mit Puppen gespielt habe, verstehe ich noch, aber die frage ob ich lieber Fisch oder Fleisch esse finde ich nur merkwürdig. Aber irgendwann denke ich einfach nicht mehr nach und beantworte alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen. Am Ende werde ich wieder zurück in das mittlerweile leere Wartzimmer geschickt. Im leeren Wartezimmer fange ich an etwas zu Zweifeln, ob ich gerade das richtige tue. Wenn das Ganze nur eine Art erotischer Kurzschluss war und ich hinterher ein Leben lang als Frau unglücklich bin. Rückgängig machen, kann man das Ganze ja nicht, soweit habe ich mich in den weiten des Netzen schon informiert. Dort schreiben alle nur wie zufrieden sie sind und dass sich der harte Weg gelohnt habe, aber man ließt auch immer von einer sehr hohen Selbstmordquote. Ich komme ins Grübeln, aber schließlich bin ich ja deswegen hier, damit man rausfindet, ob das was ich vorhabe auch wirklich das Richtige ist. Dann fällt mein Blick auf den Spiegel an der Wand gegenüber. Ich sehe ein junge Frau, ganz normal gekleidet mit langen blonden Haaren, die etwas nachdenklich in einer Modezeitschrift blättert. Dann lächle ich etwas unsicher, aber zufrieden.
Kurz darauf werde ich ins Behandlungszimmer gerufen. Frau Kallweit ist sehr freundlich und das Gespräch beginnt mit unverbindlichem Geplauder. Mittlerweile bin ich aber so nervös, dass ich mir kaum den letzten Satz merken kann, den sie gesagt hat. Das mit dem entspannen funktioniert irgendwie gar nicht, trotz der gemütlichen, dunkelroten Stoffsessel in denen wir beide sitzen. Sie bemerkt es natürlich und lächelt mich gewinnend an. Eine sehr attraktive Frau, sportlich gekleidet mit langen schwarzen glatten Haaren. "Frau Klasen, wenn sie aufgeregt sind ist dass völlig normal. Aber da sind sie nicht alleine. Fast jede Patientin von mir ist das am Anfang. Aber sie haben ja einige ihrer Schicksalsgenossinnen im Wartezimmer bereits gesehen. Wir haben hier im Hause eine kleine Vereinbarung. Wenn Sie jemanden draußen Treffen von meinen Patientinnen, dann grüßen sie bitte nicht. Manche haben fürchterliche Angst von ihrer "normalen" Umgebung mit dem Begriff transsexuell in Verbindung gebracht zu werden. Sie haben ja gesehen wie schüchtern das Mädchen im Wartezimmer war. Gerade für transsexuelle Teenager ist der Weg zum erwachsen Werden doppelt schwer. Bis auf mich und die Mutter im Wartezimmer waren alle, sind alle die Sie gesehen haben in einem männlichen Körper zur Welt gekommen. Irgendwann stellt jede Patientin diese Frage, daher beantworte ich Sie gleich zu Beginn."
Ich bin mehr als überrascht. Irgendwie habe ich von meinen erotischen Ausflügen im Netz den Eindruck alle Transsexuellen haben entweder ein katastrophales Passing oder sehen aus wie Pornodarstellerinnen. Jetzt wird mir klar es geht auch ganz anders. Das Ziel ist das Leben als ganz normale Frau nicht als Freak. Der Gedanke gefällt mir sehr, obwohl ich das Gefühl habe, von diesem Ziel noch sehr weit entfernt zu sein.
"Kommen wir nun zu ihren Testergebnissen. Das Ganze ist natürlich nur ein allererstes Bild und muss durch unsere Gespräche natürlich noch bestätigt und genauer analysiert werden. Also, sie sind ein etwas untypischer Fall. Das liegt allerdings nicht an ihren Test, sondern daran, was Maren über sie erzählt hat. Rein vom Fragebogen her, wenn man außer acht lässt, dass Sie einen eher technischen Beruf anstreben und bislang ihre weibliche Seite immer unterdrückt haben wäre die Diagnose deutlich im transsexuellen Bereich. Aber so ein erster Test sagt halt nur begrenzt etwas aus."
Es folgen sehr viele, zunächst extrem schwierige Fragen, wie ich meinen Alltag in 5 Jahren vorstelle. Zunächst reagiere ich völlig verwirrt. Aber dann sprudelt es nur so aus mir heraus. Ich möchte mit meinem Mann oder Freund gemeinsam ein kleines aber feines Architekturbüro betreiben. Am liebsten hätte ich auch noch Kinder, aber mir ist klar, dass das natürlich nicht geht. Es folgen Fragen, wie ich mein zukünftiges Verhältnis zu meinen Verwandten sehe, aber auch nach meiner aktuellen Beziehung. Tausende Fragen, zunächst verwirrend, aber am Ende habe ich das Gefühl, mir ist klarer was ich will. Ich habe völlig vergessen weshalb ich hier bin. Es macht Spaß über die Zukunft zu spinnen. Am Schluss, ich habe gar nicht gemerkt, dass ich bereits seit drei Stunden rede, fasst Frau Kallweit zusammen: "Ich habe mir auch sehr genau angeschaut wie Sie reden und wie ihre Gestik ist. Je konkreter Sie ihre Ziele formulieren, desto entspannter sind sie dabei wird ihre eh schon recht weibliche Gestik und Sprechweise noch femininer und gleichzeitig entspannter. Das sind alles sehr deutliche Indizien von Transsexualität. Auf der anderen Seite ist dieser plötzliche Ausbruch eher ungewöhnlich. Ich habe vorab schon mal recherchiert und mit einer Kollegin gesprochen, die selber Betroffene ist. Ihr Fall ist selten, aber nicht einzigartig und die wenigen Patientinnen mit Ihrer Besonderheit sind einen eher normalen in den neuen Körper gegangen. Ich möchte mich aber nochmal über ihren Fall austauschen und dann die weitere psychologische Begleitung mit Ihnen zusammen planen. Falls Sie noch etwas zu tun haben, könnten Sie um drei Uhr wieder hier erscheinen. Das ist für unseren Berufsstand sehr zeitnah, aber gerade am Anfang sollten wir möglichst oft miteinander reden."
"Gerne erwidere ich." Nachdem wir uns verabschiedet haben, schicke ich Maren sofort eine SMS. In der Mittagspause treffen wir uns dann und Maren fragt mir Löcher in den Bauch. Jedes Detail meines Gespräches will sie wissen. Die Zeit vergeht im Flug. Als ich am Nachmittag wieder in der Praxis erscheine erwarte ich eigentlich außer einigen Terminabsprachen nicht viel Besonderes. Hauptsächlich denke ich daran mit Maren nach ihrem Feierabend shoppen zu gehen. Das erste Mal eigene Klamotten anprobieren und kaufen.
Als ich Frau Klasen im Behandlungszimmer wieder gegenübersitze, wirkt sie sehr nachdenklich. "Ich habe nicht nur mit einer Kollegin gesprochen, sondern ich habe auch noch mit zwei anderen Kollegen lange gesprochen. Wir werden natürlich noch einige Sitzungen brauchen, aber alle meinten sie seien ein sehr klarer Fall von Transsexualität, soweit man dass so früh eindeutig sagen kann. Soweit könnten wir wie normalerweise üblich weitermachen. Aber in Ihrem Fall könnte sich eine zusätzliche, allerdings etwas riskante Option ergeben."
"Was wäre das für ein Risiko, frage ich etwas verunsichert?" "Nun ja, Sie wissen ja wahrscheinlich, dass es unter Transsexuellen eine recht hohe Suizidrate gibt. Insbesondere in der Übergangsphase kommt es häufig zu Depressionen. Daher wird seit einiger Zeit diskutiert, denn Alltagstest nach erfolgter Diagnose abzuschaffen und mit operativen Teil der Anpassung zu beginnen und Gleichzeitig die hormonelle Behandlung zu beginnen. Hierfür startet gerade eine Studie und ich überleg, ob sie vorschlagen soll."
p.simone

Re: Ausser Kontrolle

Post 21 im Thema

Beitrag von p.simone »

oh ,klasse wie immer .Aber bitte weiter warte schon!!!

Gans gans toll
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 22 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Danach erklärt sie mir die Einzelheiten der Studie und wie alles ablaufen würde, falls ich passe und einverstanden bin. Ich kann kaum zuhören, mir schwirrt der Kopf. In einem knappen halben Jahr eine richtige Frau sein. Das scheint mir kaum vorstellbar. Ich kann mir die ganzen Details kaum merken. Schließlich ist die Sitzung vorbei.
Ich gehe in ein nahegelegenes Kaffee, wo ich mich mit Maren verabredet habe. Nach wenigen Minuten erscheint sie. Ich muss ihr alles haarklein berichten. Als ich ihr von der Studie erzähle kommt sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Wenn du da mitmachen kannst, dann ist das wie ein Lottogewinn. Wenn ich da an meine Zeit denke...". Maren macht ein sehr nachdenkliches Gesicht. "Es war ein furchtbarer Kampf, und ich habe sehr gelitten". Dann beginnt sie zu erzählen:
"Ich war mir schon von klein an bewusst, dass ich ein Mädchen bin. Aber bis zu meiner Ausbildung habe ich mich nicht getraut auch nur daran zu denken, es auszuleben. In der Lehre habe ich dann einige schwule Jungs kennengelernt. In jeder Klasse gibt es tatsächlich so ein paar Typen, die das Klischee vom schwulen Friseur erfüllen. Die haben mich dann ab und an mitgenommen. Aber mir war schnell klar. Mit Jungs rumzumachen macht Spaß, aber nicht wenn du selber männlich bist. Aber über diese Leute habe ich auch eine Reihe von Paradiesvögeln kennengelernt. Dragqueens und auch echte Transsexuelle. Ich bin zwar öfter als Frau ausgegangen, aber eben nur am Wochenende und jeder wusste, dass ich ja eigentlich ein Junge bin. Mit jedem Wochenende wurde das Gefühl stärker ganz als Frau leben zu wollen. Eine transsexuelle Freundin hat mit mal eine Packung von Ihren Hormonen gegeben. Eigentlich unmöglich, aber ich wollte mal wissen, was diese Pillen mit mir machen. Ein zwei Wochen würden angeblich keine Schäden hinterlassen. Im Körper haben sie das zunächst auch nicht. Aber im Kopf merkte ich deutliche Veränderungen. Ich war wesentlich Gefühlsbetonter. Ich fing sogar einmal an zu weinen als meine Chefin mich kritisiert hatte. Auf der anderen Seite hatte ich mit den Mädels in der Schule viel mehr zu bequatschen als vorher. Zum glück ist man dort als schwuler Junge toleriert. Am tollsten waren die Wochenenden. Ich schmiss ein paar Pillen mehr ein uns auf einmal fühlte ich mich beim Tanzen mit den Jungs nur gut. Alles schien zu stimmen, ähnlich wie bei dir. Als die Packung nach zwei Wochen alle war, wurde es schwierig. Meine Freundin wollte mir keine zweite geben. Recht hatte sie ja, war ja eh etwas leichtsinnig gewesen. Schließlich überredete sie mich zu einem Termin bei meiner Psychologin. Zunächst war das auch sehr hilfreich. Mir wurde schnell klar was ich will und ich war bereit den Weg zu gehen.
Zunächst fing es auch recht gut an. Meine Chefin hatte sehr viel Verständnis und setzte mich in einer anderen Filiale ein. Dort konnte ich dann als Mädchen starten. In der Schule waren sie überraschend tolerant. Ich hing ja eh dauernd mit den Mädels rum. Nur meinen schwulen Klassenkameraden sahen mich als Verräter an. Nur zu Hause gab es Riesenärger. Meine Familie kam damit überhaupt nicht zurecht. Sie schmissen mich einfach aus dem Haus. Völlig verzweifelt landete ich schließlich bei einer Schulfreundin, die eine eigene Wohnung hatte. Zunächst war ich überglücklich und die ersten Wochen waren sehr angenehm. Inzwischen hatte ich begonnen unter Aufsicht Hormone zu nehmen. Man sah noch so gut wie nichts aber emotional fühlte ich mich einfach viel besser, trotz gelegentlicher Gemütsschwankungen. Nur mit meinem Äußeren war ich noch überhaupt nicht zufrieden. Meine Nase empfand ich als riesigen Zinken, Mein Haaransatz war gefühlt viel zu hoch und täglich entdeckte ich etwas was auf keinen Fall so bleiben durfte. Dann hatte ich auch noch erfahren, dass die Krankenkasse das Ganze kosmetische nicht bezahlen würde. Als ich wegen meines Aussehens mal wieder völlig fertig einen Heulkrampf hatte und auch alle Versicherungen meiner Mitbewohnerin, dass ich sehr wohl als Frau durchgehen würde, wenn auch nicht als Modell.
Das war zu viel. Natürlich kann nicht jede Frau wie ein Model aussehen und es war auch zum trösten gemeint, aber diesmal wollte ich nicht aufhören zu weinen. Schließlich unterbreitete sie mir einen Vorschlag. Die Operatioen sind zwar sehr teuer, aber ich sei durchaus jetzt schon hübsch genug um mir das Geld dafür zu verdienen. Fragend guckte ich sie an. Dann dämmerte es mir. "Nein, nein, und nochmals nein. Das werde ich nie tun. Niemals werde ich so eine Schlampe die sich jedem hingibt."
"Nenn mich nie wieder Schlampe", antwortete sie. Erstaunt guckte ich sie an. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass meine beste Freundin eine Prostituierte ist. Gleichzeitig wurde mir aber auch der Luxus in dem wir lebten deutlich und das man das auf keinen Fall mit einem Azubigehalt bezahlen konnte. Ich hatte auch nie gefragt wo Sie kellnerte. Aber das ich das gleiche machen sollte"¦
p.simone

Re: Ausser Kontrolle

Post 23 im Thema

Beitrag von p.simone »

wie inner war das eine schöne Geschichte !!!
warte schon auf die nächst
Anjali-Sophie
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Re: Ausser Kontrolle

Post 24 im Thema

Beitrag von Anjali-Sophie »

Klasse Geschichte , schreib bitte weiter ist so spannend

LG Anjali-Sophie
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 25 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Innerer Kampf
Dann erzählte sie mir sehr ausführlich, wie das Ganze bei ihr ablief. Sie war nie richtig auf die Straße gegangen und sie arbeitete in einem Club, wo sie selbst entscheiden durfte mit wem sie es tat und mit wem nicht. Die Kunden waren in der Regel sehr wohlhabend und es war ein besonderer Reiz, die Mädels erst erobern zu müssen. Insgesamt sei die Atmosphäre eher wie in einem Swingerclub. Klar waren die Typen oft eher Langeweiler oder etwas primitive Machos und zum Höhepunkt kam man beim Sex auch nicht, selbst wenn man sich bemühte. Aber die Bezahlung war exzellent. Wenn sie eine ganze Nacht mit jemandem verbrachte, dann geschah das selten unter tausend Euro. Da merkte ich langsam, wie ich weich wurde. Eine gute Nasenkorrektur würde mich fünftausend kosten. Fünfmal mit einem fremdem ins Bett und ich meine ersehnte Stubsnase. Ich könne auch jederzeit wieder aussteigen, sagte sie und als Transsexuelle könnte ich mit meinem Passing noch mehr als sie verdienen. Am Ende stand mein Entschluss fest. Fünf Nächte lang meine gute Erziehung vergessen und dann hätte ich mein perfektes Näschen. Am folgenden Freitag sollte ich mich dann vorstellen. Biologisch war ich damals kaum weiter als du. Ich hatte gerade vor einigen Wochen begonnen Hormone zu nehmen und außen leicht schmerzenden Brustwarzen war noch nicht viel passiert. Vor dem Termin freute ich mich, dass ich eine Gelegenheit hatte mich mal etwas mehr aufzutakeln. Nicht extrem nuttig, das war nicht gewünscht, aber viel Haut zeigen und eine ganze Portion overdressed, das war schon o.k.
Der Club war von außen eine alte aufwendig renovierte Villa mit einer Klingel ohne Türschild. Innen wurde ich zu Hans geführt, dem Chef. Da wurde mir recht klar, was ich tun sollte. Er war unglaublich muskulös. Statt Goldkettchen trug er Platinketten und extrem teure Ledersachen. Ich bekam es etwas mit der Angst zu tun. Aber schon nach wenigen Sätzen kippte die Stimmung völlig. Hans sah zwar gemein gefährlich aus, er war aber ein total netter Typ. "Die Kunden hier wollen so richtig verwöhnt werden", und das klappt nur wenn die Mädels auch etwas Spaß dabei haben und mit den Kunden vernünftig reden können. Am besten wäre es du würdest studieren. Wenn nicht behaupte es einfach. Die Kerle stehen auf hübsche aber nicht zu schlaue Mädels und eine wie dich ist natürlich etwas ganz besonderes. Alles ist freiwillig und wenn irgendeiner etwas versucht, was du nicht willst.. dafür gehe ich jede Woche viermal trainieren." grinst er mich an. die Sicherheit, die er ausstrahlt steckt mich an und der Begriff Zuhälter hat auf einmal für mich etwas sehr positives. Er stellt mir die anderen Frauen vor, soweit sie schon da sind. Alle sind sehr nett zu mir und meine Angst weicht zunehmender Neugierde. Dann stellt es mich Luisa vor. Eine bildhübsche Brasilianerin, die aber in Deutschland aufgewachsen ist und Touristik studiert. "sie ist jetzt mit allem durch und hört bald auf. Ich brauche also bald eine Nachfolgerin." Etwas fragend schaue ich Hans an. "Sie ist auch trans, wie du. Nur hat sie schon alle OPs hinter sich und ist für die neuen Kunden nichts Besonderes mehr. Außerdem braucht sie jetzt kein Geld mehr für die OPs. Oder siehst du etwas was man noch verbessern kann? Hans grinst. Egal wie frech seine Bemerkungen sind, ich kann ihm nichts übel nehmen. Dann lässt er uns beide alleine. Wir unterhalten uns sehr lange. Am ende des Gesprächs wir es dann aber recht ernst. Luisa erklärt mit wie ich als Transsexuelle den Kunden "verwöhnen" kann und was ich alles im Detail beachten muss. Sie sagt alles sehr sensibel und humorvoll. Aber trotzdem bin geschockt und angeekelt. Mir wird klar, die Männer sollen eine tolle Nacht haben, nicht ich. Mir bleibt nur das Geld. Mir wird das Geschäft in seiner brutalen deutlich klar. Niemand zwingt mich, aber der Wunsch, als Frau so hübsch wie möglich zu sein ist sehr, sehr stark. Ich beschließe es einfach direkt am selben abend einmal auszuprobieren. Wirklich beschlossen habe ich es aber eigentlich nicht. Luisa hat mit ihrem ganzen Charme und einer riesigen Geduld mich bequatscht es zu versuchen. Du kannst ganz vorsichtig anfangen. Bei einem "flotten Dreier" streichelst du ihn einfach ein bischen und im Wesentlichen schaust du mir bei der "Arbeit" zu. Dafür gibt es dann zwar nur so 600 Euro, aber du kannst nach uns nach deine Ängste und deinen Ekel abbauen. Mir fällt es noch heute schwer über diese Zeit zu reden. Am Anfang, wenn du mit den Typen flirtest und dir Drinks spendieren lässt sind sie meistens netter als erwartet. Was ich dann hinterher getan habe, das ist mir immer sehr schwer gefallen. Mit Liebe hat das rein gar nichts zu tun und man bekommt sehr schnell ein zynisches und negatives Männerbild und vor allem habe ich erst einmal ein sehr negatives Verhältnis zum Sex bekommen. Der krönende Abschluss aller OPs, die es dir ermöglichen soll als Frau mit einem Mann die schönsten Momente deines Lebens zu genießen ist durch schmutzige erniedrigende Erinnerungen schon vor dem ersten Mal besudelt. Das ist mir erst viel später klar geworden und ich habe auch lange Zeit nach meiner OP nie einen Orgasmus verspürt. Ich war schon furchtbar wütend auf meine Chirurgen, das sie mich verpfuscht haben. Dann habe Jonas kennegelernt. Ich habe ihm zwar recht früh gebeichtet, dass ich trans bin, aber über meinen Nebenjob habe ich mich bis heute nicht getraut, mit ihm zu reden. Er würde es wahrscheinlich verstehen, aber ich schäme mich einfach unendlich.
Am Anfang war es einfach so, dass ich so verliebt war, dass es mich nicht störte, wenn er mit mir schlief. In meinem Innersten war ich aber entsetzlich traurig. Da hatte ich diese entsetzlich schmerzhaft Prozedur über mich ergehen lassen irgendwelche riesigen möhrenähnliche Gegenstände mit stundenlang zwischen die Beine geschoben, nur damit mich Sex nicht stört. Ich schaffte es sogar, dank meiner Fantasie und einer in Wahrheit ziemlich guten OP, recht schnell feucht zu werden, sodass Jonas erst fast nichts merkte. Nachdem ich mich geoutet hatte wurde unsere Beziehung noch viel inniger, aber meine Höhepunkte spielte ich immer noch vor. Ich liebte es, ihn ganz nah zu spüren und auch sein bestes Teil fand ich sehr aufregend, aber immer wieder zerstörten meine Erinnerungen alles.
Irgendwann hatte ich mit dem Thema irgendwie abgeschlossen. Wir hatten einen wunderschönen Abend im Musical und Jonas war hinterher unglaublich zärtlich zu mir. Ich war einfach nur glücklich und ich gab mich seinen fantasievollen Zärtlichkeiten einfach hin. Ich vergas vor lauter Genus, den Orgasmus vorzuspielen. Da passierte es einfach und nach so langer Zeit war es einfach gigantisch und gleichzeitig unglaublich befreiend.
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 26 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Vorbereitungen
Am Abend habe ich dann noch sehr langen nachgedacht. Ob das Alles richtig ist, was ich da tue. So wie Maren das erzählt bekomme ich da eine Riesenchance. Die schwierige Zeit des Übergangs wäre stark verkürzt und ich hätte auch keine Sorgen, wo ich das Geld für die rein "kosmetischen" OPs herbekomme. Aber wenn sich hinterher herausstellt das war alles nur eine überdrehte Phase und ich bin nur ein ganz "normaler" Crossdresser, der sich von seinem tollen Passing hat mitreißen lassen?
Was wenn ich dann doch im Alltag lieber ein Mann geblieben wäre? Dann gibt es kein Zurück mehr. Wie werden die Menschen reagieren, die mir wichtig sind, wenn ich Ihnen als Frau gegenübertrete? Auf einmal dämmert es mir wie ernst die Situation ist. Meine Gedanken kreisen und kreisen. Dann muss ich an Sören denken und das unglaubliche Gefühl von ihm geküsst zu werden. Wie ist es dann erst im Bett? Auch gefällt es mir unendlich gut, begehrt zu sein. Ich mache Licht in meinem Zimmer und schaue in den Spiegel und wieder denke ich an Sören. Jetzt ist alles klar, glücklich lächelend schlafe ich ein. Als ich aufwache erinnere ich mich diffus an meine Träume. Dann muss ich wieder lächeln. Die ganze Zeit habe ich von mir als Frau geträumt. In meinen Gedanken bin ich also schon längst weiblich. Meine Wohnung kommt mir fremd vor. Schnell ziehe ich mich an, damit ich noch rechtzeitig zu meinem Termin bei der Psychologin komme. Ich nehme mir trotzdem viel Zeit zum Schminken, nachdem beim leider noch notwendigen Rasieren beinahe geheult hätte, als ich im Spiegel an meine Vergangenheit erinnert wurde.
"Ja, ich will", sage ich dann direkt, als Frau Kallweit mich fragt, wie weit ich mit meiner Entscheidung gekommen bin. "Das ist keine Hochzeit", antwortet sie mit einem kleinen Lächeln, aber natürlich eine extrem wichtige Entscheidung. So wie Sie heute klingen scheinen Sie ja felsenfest entschlossen zu sein. Dann lassen Sie uns mal konkreter werden:
Wie die Behandlungen und die Operationen im Detail ablaufen werden, das wird ihnen in der Klinik noch ganz genau erläutert werden. Die Voraussetzung, dass Sie vorher noch nicht länger als 4 Wochen permanent als Frau gelebt haben, werden sie so schnellentschlossen wie Sie sind auch erfüllen. Ich habe ihnen natürlich auch die Risiken einer Fehlentscheidung sehr deutlich vor Augen geführt und im Rahmen der Voruntersuchungen in der Klinik, werden Sie nochmal sehr gründlich psychogisch beraten und sie können bis zum letzten Tag noch abbrechen. Aber lassen Sie uns mal über das Leben reden, dass sie in einigen Monaten führen möchten. Haben sie schon mit ihrer Freundin gesprochen? Ich denke kaum, dass Sie ihre alte Beziehung als lesbisches Paar einfach fortsetzen können und möchten. Sie scheinen sich in ihrer neuen Identität ja doch deutlich zu Männern hingezogen zu werden. Da gibt es einige recht schwierige Dinge zu klären, bei denen ich Sie natürlich auch unterstützen werde, wenn Sie es wünschen. Wann und wie wollen Sie sich Ihrer Familie und Kollegen gegenüber erklären? Oder wollen sie in einer ganz neuen Umgebung noch von vorne beginnen? Durch die vorgeschriebene Kürze der Zeit gibt es jetzt sehr viel zu klären. Erzählen Sie einfach mal, wie Sie es gerne hätten!"
Im Grunde habe ich die ersten Ideen schon mit Maren besprochen. Sie hat mir angeboten die Wochen bis zur OP bei ihr zu wohnen. An der Uni werde ich nur die Vorlesungen und Übungen weitermachen, wo man sich nicht so gut kennt. Ich möchte aber nicht in eine andere Stadt und da ich durch die vielen Veränderungen eh etwas mit dem Studium pausieren muss werden mich dann meine neuen Kommilitonen nur nach als Sandra kennen. Wie offen ich mit meiner Vergangenheit umgehen werde ist mir noch recht unklar. Frau Kallweit gibt zu bedenken, dass es nicht immer ganz oder gar nicht geben muss. Die eigenen Verwandten wissen es zwangsläufig und einen zukünftigen Lebenspartner darf man auch nicht jahrelang im Unklaren lassen. Mir wird klar, dass ich es eher diskret machen möchte, aber trotzdem ehrlich. Jetzt steht auf einmal das schwierigste Thema im Raum: Die Maren, mit der ich bislang zusammengelebt habe. Den außer dem Vornamen haben meine Exfreundin und meine neue beste Freundin nicht viel gemeinsam. Allein vor dem Gedanken, ihr alles erklären zu müssen graust mir. Frau Kallweit macht mir schließlich einen Vorschlag. Ich solle mit dem notwendigsten schnell umziehen und einen kleinen Brief dalassen in der ich sage, dass es mir zu schwer fällt, ihr alles direkt zu sagen, dass meine Psychologin ihr aber alles so gut wie möglich erklären würde. Das ist zwar etwas feige, aber mehr traue ich mir im Augenblick nicht zu.
Am Nachmittag habe ich mit Maren und ihrem Freund in meiner alten Wohnung verabredet die beiden wollen mit etwas beim Umzug helfen. Wieder in der alten Wohnung ziehe ich mich um. Es fällt mir schwer etwas Praktisches zum Arbeiten auszuwählen. Schließlich ziehe ich eine Streckjeans an und einen dünnen roten langärmligen Pullover.
Ich koche einen Kaffee und stelle noch etwas Kuchen für uns alle hin, als ich auch schon ein Auto vorfahren sehe Maren und Ihr Freund steigen aus und winken mit fröhlich zu. Ich winke zurück, da hält plötzlich ein zweiter Wagen an. Ein kleiner Transporter und aus steigt: Sören!
Joe95
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Re: Ausser Kontrolle

Post 27 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ui...
Spannende Geschichte, schön erzählt...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 28 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Tausend Gedanken kreisen durch meinen Kopf. Was soll ich tun. Ich kann kaum stehen so weich sind meine Knie und in meinem Bauch kreisen mindestens eine Million Schmetterlinge. Am liebsten würde ich rauslaufen und ihn umarmen und und und"¦ . Aber gleichzeitig bin ich total unsicher. Klar haben wir zusammen rumgeknutscht und es war unglaublich toll. Aber das war nur ein Abend. Wenn ich mich jetzt gehen lasse, dann bin ich in einer Art Beziehung. Und dafür fühle ich mich noch überhaupt nicht reif. Von den Ganzen biologischen Problemchen mal ganz zu Schweigen. Und dann ist da noch Marens Freund. Der darf gar nicht mitkriegen das sein bester Kumpel mit einer Transsexuellen zusammen ist. So etwas kann ich noch überhaupt nicht managen! Er schaut nach oben zu meiner Wohnung und lächelt. Ich winke und möchte ihn sofort umarmen! Aber dann ist es etwas Ernstes. Selbst wenn er akzeptiert, dass ich noch keine ganze Frau bin, ich kann mir noch überhaupt nicht vorstellen der weibliche Teil eines Paares zu sein. Auf der anderen Seite einfach toll, sagen zu können "Das ist Sören, mein Freund". Ich winke und strahle glaube ich wie zehn Honigkuchen, aber innendrin herrscht völliges Chaos. Maren schaut ziemlich nervös zu mir hoch.
Das ist die Lösung, ich muss unbedingt noch vorher mit ihr Reden. Sie ist die einzige, die mir jetzt noch helfen kann. Ich bin mit so etwas noch unsicher wie ein kleines Mädchen. Aber wie mache ich es? Ich gehe ihnen entgegen. Dann laufe ich auf Sören zu drücke ihn einen flüchtigen Kuss auf die Wange und nehmen dann Maren an die Hand und sage: "Ich muss dir unbedingt ganz schnell noch etwas zeigen! Frauensache", zwinkere ich Sören und Jonas zu. Dann laufe ich mit Maren an der Hand die Treppe hoch. Als wir oben sind frage ich völlig außer Atem: "Warum hast Du ihn mitgebracht? Du weißt doch dass mich so etwas noch total überfordert. Was soll ich tun?" Ich schaue Maren verzweifelt an. "Zumindest gerade eben warst du großartig." Erwidert sie. "Der flüchtige Kuss, der nicht ja und nicht nein sagt und wie du mich recht elegant entführt hast; das war schon ziemlich gut."
"Aber jetzt habe ich keine Ahnung, was ich tun soll? Du bringst mich um, wenn ich mit ihm etwas anfange. Sören bringt mich um wenn er erfährt, dass ich keine richtige Frau bin". "noch keine richtige Frau", sagt Maren und dann schaut sie mir in die tief in die Augen: "Du liebst ihn?" fragt sie. Völlig überrascht schaue ich sie an. Ich spüre die unendlichen vielen Schmetterlinge in meinen Bauch und sage nur "Ja".
"Dann wollen mir mal versuchen, deine erste große Liebe zu retten", sagt sie und wir gehen zusammen wieder nach unten. "Übrigens, es war Sörens Idee mitzukommen. Er mag dich anscheinend wirklich." Das hätte ich nicht von Maren gedacht. Sie riskiert einen Riesenstreit mit Ihrem Freund, nur um mir eine kleine Chance für meine erste Liebe zu geben. Aber als wir rauskommen, weiß ich immer noch nicht weiter.
Maren lächelt die beiden Jungs an und sagt nur. "Lass uns loslegen" nimmt Jona an die Hand und ist schon weg. Nun stehe ich mit Sören allein. Sein Lächeln lässt mich völlig willenlos werden?
"Und, freust du dich, mich zu sehen?", fragt er mich ziemlich direkt. Ganz leise aber mit unendlich viel Gefühl flüstere ich. "Ja". Er fasst ganz zärtlich mein Gesicht und dann folgt der schönste Begrüßungskuss meines Lebens. Händchen haltend folgen wir den beiden. Ich weiß noch nicht wie ich das Ganze ohne große Probleme schaukeln soll. Aber eines ist schon mal klar: ich möchte solange wie möglich mit Sören zusammenbleiben. Und wenn es nur der nächste Tag ist.
Wir räumen gemeinsam meine Bücher, meinen Glasschreibtisch und mein selbstgeschreinerte Regal- Schrankkombination aus. Während die anderen Packen, packe ich meine Anziehsachen zusammen. Genauer gesagt, ich räubere in der Kleidersammlung meiner Exfreundin. Irgendwie ein sehr merkwürdiges Gefühl. Mir ist klar dass ich irgendwann sehr viel erklären muss, aber jetzt brauche ich einfach auch ein paar eigene Sachen. Ich kann mir nicht alles von Maren leihen und die meisten Sachen, die Sie hat sind viel zu chick für die Uni. Als wir schließlich alles verpackt haben setzten wir uns noch auf einen Kaffee zusammen. Wir lachen viel und ausgelassen. Ich freue mich, dass Maren und Jonas mittlerweile einen recht entspannten Eindruck machen. Jonas hilft mir beim Spülen. Während wir unverbindlich plaudern fängt er an etwas rumzudrucksen. "Also.., Maren hat mir soeben einiges erklärt. Erst war ich ziemlich sauer, aber als ich euch so zugeschaut habe, da habe ich es dann auch eingesehen. Wenn ihr euch wirklich mögt, dann ist das nur eure Sache. Aber du muss mir versprechen ehrlich mit Sören zu sein, du weißt schon... . Du darfst ihn nicht monatelang an der Nase herumführen." "Abgemacht", erwidere ich, unddrücke ihm einen ganz flüchtigen Kuss auf die Wange. "Danke, ihr seid echte Freunde".
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 29 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Die nächsten Tage in der neuen Wohngemeinschaft werden langsam fast normal. Es gibt Unmengen von Papierkram zu erledigen und Maren hilft mir dabei, so gut es geht. Manchmal kommt sie einfach mit und erklärt alles und ich muss nur dabeisitzen und freundlich Lächeln. Trotzdem treffen die merkwürdigen Blicke beim Outen und die plötzliche Unsicherheit der Personen, denen man alles erklären muss. Am Ende der Woche habe ich einen Antrag auf Namensänderung abgegeben, besitze einen neunen Studentenausweis und die Unterbrechung meines Studiums für ein Semester ist organisiert. Eine Vorlesung werde ich noch zu Ende besuchen vor der OP. Statik und Bauphysik, mein persönlicher Horror, aber in einem halben Jahr noch mal von vorne anzufangen, habe ich auch keine Lust. Es ist eh nur noch eine Vorlesung und das Lernen für die Prüfung lenkt mich eh ab.
Meine logopädischen Übungen machen beachtliche Fortschritte, was bei 4 Terminen pro Woche dank des Forschungsprogramms nicht ganz verwunderlich ist. Ich merke es, wenn ich fremde Leute anspreche und diese völlig normal reagieren. Schließlich ist Donnerstag und ich muss zur Vorlesung.
Ich bin ziemlich nervös. Wir sind nicht mehr als 30 Leute in der Vorlesung und die meisten kenne ich schon von Anfang an. es fängt morgens schon am Kleiderschrank an. Die Frage "Was ziehe ich heute an?" wird mich sowieso den Rest meines Lebens verfolgen. Das ist halt ein typisches Frauenproblem. Aber diesmal ist es besonders schwer. Einen kurzen Augenblick überlege ich mich als Mann zurückzustylen, aber schon nach wenigen Handgriffen wird klar, das wird kaum funktionieren. Die langen Haare lassen sich nicht perfekt verstecken. Meine Ohrringlöcher sind deutlich zu sehen und die gezupften Augenbrauen lassen mein Gesicht kaum noch männlich erscheinen. Und irgendwie bilde ich mir ein zeigen die Hormone auch schon ein bisschen Wirkung. Meine Heut und meine Gesichtszüge erscheinen mir viel weicher. Aber entscheidend ist: "Ich mag den Typen im Spiegel einfach nicht mehr". Damit ist klar, ich werde als Frau zur Vorlesung gehen. Viele Klamotten, die ich habe sind für die Uni einfach zu chick oder zu teuer. Am Ende nehme ich eine weiße, eng anliegende Jeans und dazu einen ganz dünnen, graubraunen Pullover. Dazu einen dünnen Gürtel und Stiefeletten mit niedrigen Pfennigabsätzen. Ein Wenig Schmuck und dezentes Make Up runden das Bild ab. Von Maren leihe ich mir eine große Umhängetasche für meine Schreibsachen. Ich schaue kurz in den Spiegel, dann probiere ich kurz noch eine Sonnenbrille dazu, aber das Wetter passt nicht und die Sonnenbrille wirft noch mehr Fragen auf. Dann mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Bis zum Hörsaal ist es nicht weit. Aber mit jedem Schritt werde ich nervöser. Maren hat gesagt, dass man mich eigentlich nicht erkennen kann. Die Veränderungen sind zu groß und keiner meiner Mitstudenten rechnet mit mir als Frau. Aber da beginnt das Problem schon. Mein angestammter Platz wird leerbleiben und irgendwo an der Seite wird eine unbekannte sitzen. Das ist bei letzten Vorlesungen gar nicht so selten. Einigen fällt es regelmäßig recht spät ein, mit dem Lernen zu beginnen. Aber trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass ich erkannt werde. Klar muss ich mich auf die eine oder andere Art demnächst zu erkennen geben. Aber ein direktes Outen vor guten Bekannten, das ist im Moment noch etwas zu viel für mich. Ich möchte mich meiner Vergangenheit erst stellen wenn alles erledigt ist. Aber in einer anderen Stadt weiter zu studieren, das möchte ich auch nicht. Das wäre nur eine Notlösung bei massivem Mobbing.
Als ich mich schließlich dem Hörsaal nähere, weiß ich immer noch nicht genau, wie es weitergehen soll. Ich warte draußen bis ich mir sicher bin das die Vorlesung begonnen hat. Dann gehe ich durch den Seiteneingang in den viel zu großen Hörsaal und setzt mich an den Rand.
Während einer kleinen Sprechpause spricht mich meine Sitznachbarin an: "Neu hier?". "Nein, antworte ich. Ich schreib die Prüfung jetzt zum zweiten Mal?" Sie gibt sich mit meiner Antwort zufrieden. Erleichtert konzentriere ich mich wieder auf die Vorlesung. Zum Glück ist mir im letzten Moment noch diese Geschichte eingefallen. Natürlich hätte ich auch eher draufkommen können. Aber so ist die Situation für den Moment zumindest gerettet. Nach der Vorlesung werde ich jedoch direkt in ein Gespräch verwickelt. Janina, meine Sitznachbarin, ist noch sehr unsicher im Stoff. "Sollen wir nicht zusammen lernen, dann fällt es einfacher. Mit den Jungs habe ich keine Lust, die sind nur am rumbaggern, statt zu lernen. Und du hast es ja schon mal versucht." Zunächst versuche ich Sie abzuwimmeln, aber dann lasse ich mich überzeugen. Wir gehen zusammen in die Mensa. In der Schlange an der Kasse bemerke ich, wie wir von vielen Jungs mehr oder weniger neugierig gemustert werden. Daran werde ich mich gewöhnen müssen, denke ich. Und irgendwie ist es ja auch schön, begehrenswert auszusehen.
sandra93
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Re: Ausser Kontrolle

Post 30 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Vanessa, so heißt meine Sitznachbarin bemerkt die Blicke natürlich auch. Sofort fängt sie an zu tuscheln. Sie ist zwar ein ziemliches Lästermaul, aber irgendwie nicht bösartig. Und sie hat einen sehr speziellen Humor. Dauernd habe ich Angst laut loszulachen. Wie ein Teenager halte ich mir die Hand vor den Mund zum kichern. Beim Essen haben wir viel Spaß. Manchmal wird es etwas schwierig, wenn sie mich nach meiner Meinung zum einen oder anderen Typen fragt. Ich bin halt noch sehr unerfahren. Schließlich verabreden wir uns doch zum Lernen. Da ich nun so schön zentral wohne, schlage ich vor dass wir und am Nachmittag bei mir treffen.
Am frühen Nachmittag bereite ich etwas Keks und Kaffee vor, als Vanessa erscheint. Diesmal ist sie ein wenig ernster und nach einer kurzen Zeit sind wir völlig in die Unterlagen vertieft. Irgendwann wird es dann richtig vertrackt. Wir verstehen beide nicht mehr viel. Ich nehme meinen Bleistift und versuche mit einer Skizze den Formelsalat vor und aufzulösen. Dabei breche ich die Spitze ab. Als ich den Spitzer nehme, um den Bleistift wieder anzuspitzen schaut Vanessa auf einmal wie gebannt auf meinen Spitzer. Erst denke ich nicht weiter darüber nach; das Wurzelholzdesign ist halt etwas speziell und daher ist es auch mein Lieblingsspitzer. Ist halt einzigartig.
Dann schaut Sie mir direkt ins Gesicht und mustert mich nervös. "Ist alles in Ordnung", frage ich nun ebenfalls etwas unsicher. "Ja, nein..also..äh..". "Nun rück schon raus, wo drückt es?" frage ich.
"Ich weiß nicht, ich hatte gerade einen völlig verrückten Gedanken." Dabei schaut Sie mir wieder so angestrengt ins Gesicht. "Aber der ist so verrückt, dass ich mich gar nicht traue ihn auszusprechen".
Also deinen Spitzer, den habe ich schon mal im Hörsal gesehen, aber so einem Typen, ein ziemlicher Langweiler, aber eigentlich kann es den nur einmal geben und ich kann mir nicht vorstellen, dass du mit so einem zusammen bist. Dann bleibt eigentlich nur eine Möglichkeit"¦ Ne, ich glaub es nicht", ruft sie. Schaut mich noch mal genau an. "Du bist ein Kerl?", sagt sie mir geradeheraus ins Gesicht.
Mir stockt der Atem und ich bin heilfroh, dass man untern dem Make Up nicht so stark sieht, wie ich knallrot werde. Trotzdem merkt Sie natürlich sofort, dass sie mehr oder weniger ins Schwarze getroffen hat. Sie mustert mich völlig fasziniert. "Du siehst aus wie eine Frau, du sprichst wie eine Frau; Man kann mit super über Kerle ablästern und zum Lernen taugst du auch. Aber so verdattert wie du guckst, bist du doch nicht ganz echt. Was ist los mit dir?" fragt sie mich.
Dann sprudelt es aus mir heraus. Mit Lernen ist natürlich nichts mehr. Einige Stunden später habe ich alles erzählt. "Ich dachte immer so jemanden wie dich gibt es nur in Talkshows und schlechten Doku Soaps. Aber du bist so schrecklich normal und hübsch bist du auch. Aber hast du dir deine Schritte auch ganz genau überlegt. Das hört sich alles etwas unheimlich an. Wenn dir in einigen Wochen auf einmal klar wird, dass du doch wieder wie früher leben willst, dann geht es nicht wieder zurück."
"Klar habe ich manchmal Zweifel. Aber die werden irgendwie mit jedem Tag weniger. Letztens hatte ich sogar einen Albtraum: Ich wach morgens früh auf und bin ein Mann. Meine Klamotten passen alle nicht und jeder schaut mich komisch an." Da lacht Vanessa. "Wenn du schon Albträume vor dem Mann sein hast, dann scheint das ja der richtige Weg zu sein. Und für mich bist und bleibst du die Sandra. Von mir aus brauchen wir über deine Besonderheit auch nicht wieder zu sprechen. Aber das ich dich nur am Anspitzer erkannt habe, das haut mich echt um. Die meiste Zeit war ich eher etwas eifersüchtig auf dich. Ich hatte etwas Angst, dass du mir die besten Typen wegschnappst, wenn wir mal gemeinsam losziehen." Sie grinst mich wieder an.
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