nachdem ich an Fasching so tolle Erfahrungen gemacht und Erlebnisse hatte, wollte ich es nun endlich auch außerhalb des Faschings mal ausprobieren, im Fummel auf die Straße zu gehen.
Aller Anfang ist schwer und auch alles nur reine Kopfsache. Schließlich kann nichts wirklich passieren, außer vielleicht ein paar blöde Blicke oder doofe Worte. Im besten Fall passiert gar nichts.
Nach der tollen Faschingserfahrung war mein Selbstbewußtsein ziemlich groß, ich wäre ja damals am liebsten noch ewig so rumgelaufen. Je mehr Zeit allerdings nun verstrich, um so kleiner wurde es und die Unsicherheit wuchs. Außerdem war ja die Faschingszeit nun vorbei, die Rechtfertigung zur Beruhigung fehlte.
Heute schließlich nahm ich allen Mut zusammen, schminkte mich, zog mir wieder mein Outfit vom Fasching an (die roten Bunnyohren ließ ich natürlich weg
Die Perücke ist ehrlich gesagt das Utensil, was mir am wenigsten zusagt, da es ziemlich warm, kratzig und unbequem ist.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dies die richtige Entscheidung war gerade für die erste Outdoor-Erfahrung.
Für meine ersten Gehversuche wartete ich, bis es dunkel war. Einmal um den Häuserblock ziehen, das sollte genug sein.
Ich ging das Treppenhaus hinunter, auf die Straße hinaus. Das Herz schlug mir bis zum Hals. Kein Mensch weit und breit. Ich ging die Straße entlang, bog in die nächste Seitenstraße ein. Eine Frau, die mehr mit ihrem Handy beschäftigt war als auf ihre Umwelt zu achten, ging an mir vorbei. Noch einige Leute gingen vorbei, einer schaute irgendwie. Hatte er was bemerkt, und war ich schon aufgeflogen? Ach was, sagte ich mir.
Ich ging weiter in meinem stöckelnden Gang, es ist gar nicht so einfach mit den Mustang Stiefelm mit Keilabsatz zu gehen.
Rechts aus einem Auto stiegen drei Leute aus. Als ich vorbei ging plötzlich ein Lachen. Hatte es mir gegolten? Beide lachten ...vermutlich hat es tatsächlich mir gegolten.
Das war kein gutes Gefühl. Ich bin einfach auch nicht so locker, so dass mir dies egal wäre.
Anmerken ließ ich mir natürlich nichts und ging weiter meines Weges.
Kurze Zeit später war ich wieder zu Hause angekommen, und war auch heil froh, als ich in meiner Wohnung stand.
So viel zu meiner ersten Erfahrung, ich hätte es mir schöner vorgestellt. Meine Freude ist nun wieder etwas getrübt, und so überzeugt bin ich von mir und meinem Äußeren nicht mehr.
Ich zähle anscheinend nicht zu denen (eigentlich weiß ich es ja), die mit geringem Aufwand schon ein überzeugendes Ergebnis erreichen können, so dass sie sich unauffällig bewegen können. Die Lockenperücke ist scheinbar unverzichtbar, so dass ich zumindest so einigermaßen durchgehe und als weiblich wahrgenommen werde. Das weiblich ist für mich nur insofern wichtig, dass ich mich unauffällig bewegen kann. Das ist das A und O, als Mann in dem Outfit da würde man vermutlich zu einem Magneten mutieren, der alle Blicke anzieht.
Ihr könnt gerne mal in der Galerie meine neu hochgeladenen Bilder ansehen. Eins von meinem heutigen Outdoor-Outfit (eigene Haare und Mütze), eines ohne Mütze , und eines mit Perücke.
Mich würde Eure Meinung brennend interessieren, ob es am Outfit gelegen hat. Ob die Perücke wirklich so viel ausmacht.
Oder ob mich etwa doch meine Bewegung verraten hat, da bin ich glaub ich auch noch sehr wacklig und holprig unterwegs, und verrät mich wahrscheinlich auch sofort.
Grüße von der Biene