To Pass or Not to Pass
To Pass or Not to Pass - # 2

Lebensplanung, Standorte
Bianca D.
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 16 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

JaquelineL hat geschrieben:
Bianca D. hat geschrieben:
Anni hat geschrieben: Ein Passing ist sicherlich dann gut , .....
....wenn wir in der Masse untergehen und keiner von uns Notiz nimmt.
aber dennoch "unauffällig" im Sinne von eindeutig im Sinne der Geschlechterrolle ))):s
Moin,

ok,so kann man es auch ausdrücken.

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Nadja Sarah
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 17 im Thema

Beitrag von Nadja Sarah »

für mich wurde mein Passing erst dann richtig gut, als ich aufhörte mir Gedanken darüber zu machen, dass mich andere Menschen als Mann in der Frau erkennen könnten. Erst dann erreichte ich den Grad der Freiheit den ich vorher immer vergeblich gesucht hatte. Erst mit meinem gestiegenen Selbstbewußtsein grundsätzlich nicht erkant zu werden gab es plötzlich bei den Anderen die Unsicherheit. Vielleicht fragen sich manche die mich sehen, ist das Mädel da ein Mann, indem sie aber bei mir keine Spur der Unsicherheit erkennen, verwerfen sie ihre Zweifel. Und wenn dann doch jemand mein Geheimnis erkennt, dann spielt es für mich keine Rolle. Frau kann auch mit der Rolle der Tunte kokettieren und so auch ihren Spass am Ganzen finden. Ein gutes Passing kommt von innen und ist geprägt von der eigenen Einstellung zu sich selbst.

Liebe Grüße Nadja
Aschenputtel
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 18 im Thema

Beitrag von Aschenputtel »

'Nabend die Damen!

Die Frage läßt mich nicht los. Biofrauen würden in so einer Situation wahrscheinlich einen Psychotest in einer Frauenzeitschrift ausfüllen. Also hab' ich mal den Test "Welcher Passing-Typ bin ich?" aus der Aschenpolitan ausgefüllt:

(Bitte nicht allzu ernst nehmen)

1. Transfrau - Passing als Frau, weil ich eine bin.

Ich bin "gefangen im falschen Körper" ist das Stichwort. Klar, es geht darum, so sehr Frau zu werden, wie nur irgend möglich. Ich reiße mein Bild auch aus alten Photalben heraus.

2. Two-Spirit - Passing als Frau, weil ich manchmal eine bin.

Ich bin "Two-Spirit", und kann (oder muss) zwischen einer männlichen und einer weiblichen Persönlichkeit wechseln. Ich lebe beide Rollen ausgeprägt. Bin ich Mann, lasse ich Bruce Willis wie einen Milchbubi wirken im Vergleich. Bin ich Frau, könnte ich Angelina Jolie eifersüchtig machen.

3. Teilzeitfrau - Passing als Frau, weil die Frau in mir mal rauswill.

Ich habe männliche und weibliche Seiten. Weil ich die weiblichen Seiten im Alltag verdränge, gönne ich mir Frau-Zeiten. Für eine Weile unterdrücke ich meine männliche Seite und bin dann mal ganz Frau. Bis das Wochenende wieder rum ist.

4. Unisex - Passing als sanfter Mann, um mich vom ungeliebten Geschlecht zu distanziernen

Ich fühle mich nicht wohl als Mann. Etwas Genauer: Es kotzt mich an dieses Alphamännchengehabe, die BMW-Protzerei, die Zigarrenraucherei, die Fußballgespräche. Ich distanziere mich von dem groben Geschlecht. Ich bin einer feiner vornehmer Mensch und trage nicht so klobige Schuhe, nie Dreitagebart, schmal geschnittene Anzüge, Hemden auch in Apricot (Männer wissen ja gar nicht, was das für eine Farbe ist) und auch mal eine Jeans aus der Damenabteilung (merkt ja keiner).

5. Metrosex - Passing als Mensch mit weiblichen und männlichen Seiten.

Ich habe männliche und weibliche Seiten. Ich bin so und will das auch zeigen. Ich kombiniere Lederjacke mit hochhackigen Stiefeln. Rüschenbluse zur Jeans. Den Schwarzen Rock zum Gothic-Outfit. Oder Perlohrringe zum Anzug. Trage sowohl Bart als auch Feinstrumpfhose. Und ein teures Handtäschchen sowieso.

Und was kam raus?

1. Transfrau: Bin ich nicht. Ich bin eben auch männlich. Und ich glaub', das geht auch nicht weg.

2. Two-Spirit: Nö, ich bin nur eins. Mehr ist da nicht.

3. Teilzeitfrau: Das könnte mir schon gefallen. Ich fühle mich zwar verkleidet dabei, aber Spaß machts trotzdem. Vielleicht gerade deshalb. Ebayer würden sagen: "Gerne wieder.

4. Unisex: Zu vernünftig, zu dezent, zu öde für mich. Ich liebe ja das Männliche sehr und das Weibliche erst recht. Ich möchte micht nicht "enthalten".

5. Metrosex: Es reizt mich schon, mich so zu zeigen, wie ich bin: Als Mann mit femininer Seite. Aber ich traue mich nicht. Oder doch?


Wenn Aschenpolitan recht hat (und wer würde daran zweifeln?), bleiben mir also die Optionen "3. Teilzeitfrau" und "5. Metrosex". Ich werd's mal empirisch angehen.

LG

Aschenputtelchen

PS: Hat zufällig jemand Lust mal "en Femme" ein Dosenbier in Kiel auf der Kaimauer zu zischen?
"Ich glaub', eine Dame werd' ich nie." (ob die Knef das wohl so gemeint hat)
Aschenputtel
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 19 im Thema

Beitrag von Aschenputtel »

Ein gutes Passing kommt von innen und ist geprägt von der eigenen Einstellung zu sich selbst. (Nadja Sarah)
+1
"Ich glaub', eine Dame werd' ich nie." (ob die Knef das wohl so gemeint hat)
Exuser-2014-02-18

Re: To Pass or Not to Pass

Post 20 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

Aschenputtel hat geschrieben: PS: Hat zufällig jemand Lust mal "en Femme" ein Dosenbier in Kiel auf der Kaimauer zu zischen?
Im Prinzip ja....wenns nicht so weit weg wäre.....

Aber Daumen hoch für Deine ( Fast- ) Satire. Man muss ja nicht immer alles soooo ernst nehmen. (smili)
Ankreuzen konnt ich aber leider nichts....

elgetina ))):s
Marielle
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 21 im Thema

Beitrag von Marielle »

PS: Hat zufällig jemand Lust mal "en Femme" ein Dosenbier in Kiel auf der Kaimauer zu zischen?
Wenn's nicht grade Kiel sein muss, es auch Lübeck, Hamburg, Brunsbüttel oder Meldorf sein dürfen, wenn's nicht zufällig sein muss, sondern auch 'mit voller Absicht' sein darf: Klar, gerne :)p

Marielle (deren Vorstellung von 'en femme' eben etwas 'anders' ist :wink: )
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For the rising of the women, means the rising of the race
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 22 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...wie ich schon mehrfsach schrieb: so bleiben wie frau/man ist und Rückrat zeigen und so leben, dass frau/man dazu stehen kann, ohne sich zu verbiegen oder selbst zu verleugnen.

LG, Ulrike-Marisa (moin)
Franka
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 23 im Thema

Beitrag von Franka »

Sehr interessantes Thema. Ich bin ja nicht immer Dahlia und Dahlia ist auch nicht so oft geschminkt. Solange ich noch nicht komplett geoutet bin, macht es die Sache aber einfacher für mich auch unter Leute zu gehen. Ich bin dann ja sozusagen doppelt verkleidet und kann mich unbeschwerter draußen bewegen. Ich finde wir sollten uns zeigen und auch ohne gutes Passing, nur so bekommen wir auch irgendwann mal die Akzeptanz, dass sich darüber niemand mehr Gedanken machen müsste, aber leicht ist das nicht.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Lina
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 24 im Thema

Beitrag von Lina »

LaraC hat geschrieben:
Bianca D. hat geschrieben:
Anni hat geschrieben: Ein Passing ist sicherlich dann gut , .....
....wenn wir in der Masse untergehen und keiner von uns Notiz nimmt.
Ist das so? Finde ich ganz ehrlich nicht. Für den einzelnen kann es sicher ein Vorteil sein, wenn er sich nicht mit der Aufmerksamkeit anderer auseinandersetzen muss. Aber für die gesamte Gruppe derer, die nicht dem klassischen dichotomen Geschlechterstereotyp entsprechen und so leben wollen/können, ist es eher schlecht. Denn wie soll sich das Stereotyp ändern, wenn nie jemand damit konfrontiert wird, dass es mehr als die simplen Kategorien Mann und Frau gibt?

Liebe Grüße,
Lara
Aber wielleicht wollen wir nicht alle die Stereotypen ändern, sondern die nur in einem anderen Kontext benutzen und die explizit als Ausgangsposition für eine ganz persönliche Aussage. Ich fühle zumindest, dass es genau das ist, was ich tue. Ich kann doch nicht mein ganzes Leben lang darüber lamentieren, dass ich als Mann (fast) nicht weinen darf, über Alberheiten kichern, süß aussehen, automatisch TeilnehmerIn an Gesprächen über Beziehungsproblemen, Hello Kitty als Bildschirmhintergrund haben usw.
Wenn also diese ganzen Fazetten meiner Persönlichkeit als Grundaussage eher "weiblich" schreien - und ich mit Ausgangspunkt in einem weiblichen Stereotyp, mit meinem Aussehen, meiner Körpersprache, Wortwahl etc. plötzlich bei anderen Menschen eine Erwartungshaltung auslöst, die viel näher an meinem wirklichen Charakter ist, dann ist das doch der leichtere Weg glücklich zu werden.
Ab da kann man natürlich innerhalb der Konventionen eine persönliche Note setzen und dadurch keine graue Maus sein. Oder gar bewusst die Konventionen brechen - aber wie jeder Kreative gelernt hat: Man muss die Gestaltungsregeln kennen, um sie sinnvoll zu brechen. Das bewusste Missachten der Konventionen funktioniert auch nur so lange es die Konventionen gibt. Der Betrachter - also die Mitmenschen, die dich sehen - müssen dein Aussehen mit Ausgangspunkt in bestehenden Konventionen bewerten, sonst hat es auch keine Wirkung mehr.

Ein in den 1930ern frisch gelandetes Marsmännschen hätte auch weder über quadratische Schnurrbärte noch über Marlene Dietrich in Frack und Zylinderhut gestutzt.

Man muss also weder als graue Maus durch die Gegend laufen - noch muss man dringend die Geschlechterstereotypen komplette über den Haufen werfen wollen.
Lina
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 25 im Thema

Beitrag von Lina »

LaraC hat geschrieben:
Bianca D. hat geschrieben:
Anni hat geschrieben: Ein Passing ist sicherlich dann gut , .....
....wenn wir in der Masse untergehen und keiner von uns Notiz nimmt.
Ist das so? Finde ich ganz ehrlich nicht. Für den einzelnen kann es sicher ein Vorteil sein, wenn er sich nicht mit der Aufmerksamkeit anderer auseinandersetzen muss. Aber für die gesamte Gruppe derer, die nicht dem klassischen dichotomen Geschlechterstereotyp entsprechen und so leben wollen/können, ist es eher schlecht. Denn wie soll sich das Stereotyp ändern, wenn nie jemand damit konfrontiert wird, dass es mehr als die simplen Kategorien Mann und Frau gibt?

Liebe Grüße,
Lara
Aber wielleicht wollen wir nicht alle die Stereotypen ändern, sondern die nur in einem anderen Kontext benutzen und die explizit als Ausgangsposition für eine ganz persönliche Aussage. Ich fühle zumindest, dass es genau das ist, was ich tue. Ich kann doch nicht mein ganzes Leben lang darüber lamentieren, dass ich als Mann (fast) nicht weinen darf, über Alberheiten kichern, süß aussehen, automatisch TeilnehmerIn an Gesprächen über Beziehungsproblemen, Hello Kitty als Bildschirmhintergrund haben usw.
Wenn also diese ganzen Fazetten meiner Persönlichkeit als Grundaussage eher "weiblich" schreien - und ich mit Ausgangspunkt in einem weiblichen Stereotyp, mit meinem Aussehen, meiner Körpersprache, Wortwahl etc. plötzlich bei anderen Menschen eine Erwartungshaltung auslöst, die viel näher an meinem wirklichen Charakter ist, dann ist das doch der leichtere Weg glücklich zu werden.
Ab da kann man natürlich innerhalb der Konventionen eine persönliche Note setzen und dadurch keine graue Maus sein. Oder gar bewusst die Konventionen brechen - aber wie jeder Kreative gelernt hat: Man muss die Gestaltungsregeln kennen, um sie sinnvoll zu brechen. Das bewusste Missachten der Konventionen funktioniert auch nur so lange es die Konventionen gibt. Der Betrachter - also die Mitmenschen, die dich sehen - müssen dein Aussehen mit Ausgangspunkt in bestehenden Konventionen bewerten, sonst hat es auch keine Wirkung mehr.

Ein in den 1930ern frisch gelandetes Marsmännschen hätte auch weder über quadratische Schnurrbärte noch über Marlene Dietrich in Frack und Zylinderhut gestutzt.

Man muss also weder als graue Maus durch die Gegend laufen - noch muss man dringend die Geschlechterstereotypen komplette über den Haufen werfen wollen.
*~Laura~*
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 26 im Thema

Beitrag von *~Laura~* »

Netter Titel des Threads...;-)
Was ich ganz oft hier herauslese, ist der Punkt, daß ein gutes Passing (fast) rein über Äußerlichkeiten versucht wird - klappt es nicht, wird Ursachenforschung betrieben, indem Kleidung/Make-up/etc. analysiert wird. Was meiner Meinung nach jedoch ganz oft vergessen wird, ist die innere Konstitution und die damit verbundene Ausstrahlung, die man hat. Will sagen, ohne sich selbst gut und natürlich in seinem Outfit zu fühlen, kann ein Passing in meinen Augen nicht wirklich gelingen - Menschen reagieren viel öfter auf Unsicherheit als auf vermeintliche Fehler im äußeren Erscheinungsbild. Dies habe ich an mir gerade letzte Woche wieder feststellen können, als ich doch tatsächlich einen CD in der CD-Abteilung (sorry, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen:-D) des Blöd-Markts sah und mich fragte, warum er mir trotz eigentlich eines sehr guten Auftretens was die Kleidung etc. anbelangte, direkt auffiel: es war die an den Tag gelegte Unsicherheit im Verhalten. Und hat man erst mal was gefunden, was einen an einem Bild stört, schaut man auch genauer hin - solche Instinkte/Verhaltensmuster haben uns mal das Überleben gesichert;-).
In diesem Sinne tragt, was ihr toll findet und präsentiert euch auch entsprechend - dumme Kommentare wird es immer mal wieder geben, die man aber, sofern man sich selbst wohl fühlt und von sich überzeugt ist, wesentlich leichter ignorieren und wegstecken kann;-)....
Franka
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 27 im Thema

Beitrag von Franka »

Ich war heute mal ausnahmsweise in Hose zur Arbeit, jedenfalls im Dahliamodus :P
Nur ganz leichtes Make-up und meine neuen Schuhe und ohne Silis. Also nicht unbedingt ein gutes Passing, trotzdem fanden meine Kolleginnen mich ganz hübsch und attraktiver, als im normalen Männermodus :o
Hier mal ein Foto zur besseren Vorstellung
Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://up.picr.de/17081286ak.jpg

Niemand hat irgendwas negatives geäußert, im Gegenteil. Schein also gut möglich zu sein auch ohne perfektes Passing unter die Leute zu gehen.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Lina
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Re: To Pass or Not to Pass

Post 28 im Thema

Beitrag von Lina »

LaraC hat geschrieben:
Aschenputtel hat geschrieben: Gebrochene Stereotypen erschweren den Mitmenschen die Reaktion. In welche Schublade sollen sie auch greifen, um eine passende Reaktion hervorzukramen?
Dann müssten die Mitmenschen doch tatsächlich mal nachdenken, wie sie reagieren. Ok, ich weiß, dass das vielen schwer fällt. Aber mal nachdenken, bevor man handelt, ist jetzt nicht grundsätzlich verkehrt, oder? ;)
Keine Frage. Passing macht das Leben leichter.

Trotzdem wünsche ich mir manchmal, etwas mehr ich sein zu können und etwas weniger Stereotyp sein zu müssen.
Mach doch. :) Das Problem ist schließlich nicht, dass wir irgendwie "falsch" sind, sondern, dass die vorherrschenden Stereotype falsch sind. Und ändern kann man sie nur, wenn man sich auch mal "außerhalb der Schublade" verhält. :)

Liebe Grüße,
Lara

Nein, so funktioniert es nicht. Genau wie Aschenputtel sagt - es geht darum, die erwünschten Reaktionen von den Mitmenschen hervorzurufen. Rechne damit, dass sie nicht lange über ihre Reaktionen nachdenken. Dann wären sie nämlich keine Reaktionen mehr, sondern überlegte Handlungen. Der Punkt ist, dass 90 % der Kommunikation zwischen Menschen, die sich direkt Gegenüber stehen non-verbal ist. Das ist Körpersprache, visuelle Erscheinung, Stimme.
Ob die vorherrschenden stereotype nun falsch sind oder nicht? - ist eigentlich egal. Sie sind da. Und ich glaube, dass wenn es Andere geben würde, wären die in den Augen einiger Menschen auch falsch. Und wir können die von heute auf Morgen nicht ändern. Also bleibt es uns nichts anderes übrig als frustriert durch die Gegend laufen oder die für unsere jeweiligen Zwecke so vorteilhaft nutzen, wie es geht. Es sei denn man will sich in den Wäldern in Washington zurückziehen und nie wieder mit Menschen zu tun haben. Nicht Kommunizieren geht sonst nicht.

Und wenn man es genauer betrachtet: Nicht mal die Hippies von 1967 - the Summer of Love - , die alle Konventionen abschütteln wollten, dem Establishment den Rücken kehren schafften dies, ohne neue Dresscodes, neue Stereotypen und neue Konventionen zu schaffen.

Das hast du ja selber erlebt - eben gerade, bin ich mir sicher. Wie sahen deine 67er Hippies aus, die gerade beim Lesen in deinen Gedanken erschienen? Woran hast du erkannt, dass sie Hippies sein müssen?
Antworten

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