Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane
Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Anni
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 16 im Thema

Beitrag von Anni »

Hallo Kerstin (moin)

Ja :!:

ich mein DAS durchaus mal im Ernst .

Mir ist schon klar , das sich das nicht so ohne weiteres etablieren läßt - aber ich finde , der Gedanke " hat was " :wink:

LG von frecher Anni
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nathaliecd
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 17 im Thema

Beitrag von nathaliecd »

Hallo Anni,

deine Idee finde ich nicht schlecht. Wäre mit Sicherheit eine interessante Erfahrung für viele. Aber an der Umsetzung wird es wohl scheitern.

Hier noch ein Link zu einem Youtube Video, in dem Christian Seidel in einer Schweitzer Talkshow etwas zu seinem Experiment erzählt.

http://www.youtube.com/watch?v=Wo6PQiQT1n8


LG
Nathalie
Andrea aus Sachsen
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 18 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Anni hat geschrieben:Würde es nicht ENORM zum gegenseitigen besseren Verständnis zwischen den Geschlechtern bei tragen, wenn Jeder/Jede mal konsequent für ein Jahr im "anderen Geschlecht" leben müßte?
Ein Jahr wäre vielleicht übertrieben, das würden die meisten Nicht-Trans*-Menschen sicher als Nötigung empfinden. Aber für viele würde schon ein Tag für einen enormen Erkenntnis- und Verständnisgewinn ausreichen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 19 im Thema

Beitrag von triona »

Also mir kam der selbe Gedanke auch sofort in den Sinn, als ich diese Zeilen gelesen hatte.
Statt Wehrpflicht und als Alternative zum Freiwilligen Sozialen Jahr.
Ist zwar voll utopisch, aber als Denkmodell hats ernsthaft etwas für sich. Sozusagen als Gegenentwurf gegen die hier andernorts berichte Petition dieses reaktionären Lehrers aus Baden-Württemberg.


Hier noch ein weiterer Verweis:

http://www.welt.de/print/wams/vermischt ... ylons.html

Und ein älterer Bericht der BILD zum selben Thema, damals noch etwas wankelmütig:

http://www.bild.de/unterhaltung/leute/c ... .bild.html


Klar vermarktet dieser Medienprofi sich und sein Buch bestmöglich. Aber die bislang eher wohlwollenden Berichte der Medien darüber sind schon einmal der Anfang einer möglichen Wende zum Besseren. Selbst wenn manche davon nur von einer gewissen Sensationsgier beflügelt sein mögen. Aber immerhin ist der heutige Bericht in BILD um Längen fortschrittlicher, als so manche Leserkommentare darauf. Daß er sein "Experiment" aber eher als "Klischee-Tunte" gemacht hat, schmälert leider die positiven Gesichtspunkte des Ganzen. Aber immerhin. Eine Art "Walraffiade" im Grenzbereich zwischen Mann und Frau.

Vielleicht braucht es ja in unserer heutigen Medienlandschaft auch die Initiative eines solchen "Promis", daß sich da vlt mal etwas zum Besseren wendet. Das sorgt zumindest mal für erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit mit gleichzeitigem Wohlwollen der Presse- und Fernsehmeute.


liebe grüße
triona
Andrea66
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 20 im Thema

Beitrag von Andrea66 »

Hallo Anni,

ich finde deinen Vorschlag nicht gut. Alles was mit Zwang zu tun hat lehne ich in der Hinsicht ab. Wenn wir jeden zwingen so zu leben wie wir es teilweise tun, erreichen wir meine Meinung nach eher das Gegenteil, nämlich noch mehr Ablehnung.

Herr Seidler wollte, wenn ich alles richtig verstanden habe, durch sein Experiment das Leben als Frau ergründen. Wie schon in dem ersten Kommentar von mir gesagt ist der Gedanke in Ordnung, leider war Herr Seidler in meinen Augen die falsche Person dafür. Wenn er etwas durch sein Experiment ergründet hat, dann war es eher das Leben als Transe in unserer Gesellschaft.
Erschreckend sind dabei die Ergebnisse, dass sich Freunde abgekehrt haben und das die Bank Probleme gemacht hat mit den Kredit. Gut, die Eheprobleme und auch eventuell die Abkehr der Freunde kann ich noch irgendwie nachvollziehen. Aber die Reaktion der Bank auf keinen Fall. Wenn ich meinen Pflichten aus einem Vertrag nachkomme, der mit meinem Sein keinerlei Verbindung hat, dann soll die Bank doch zufrieden sein. Jedes Risiko muss über die Zinsen abgedeckt sein.

Lieben Gruß
Andrea
Endlich bin ich in mir zu hause, auch wenn mensch mich von außen nicht erkennt.

Frau wird zu früh alt und zu spät gescheit...ich habe noch Hoffnung

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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 21 im Thema

Beitrag von Anni »

Andrea66 hat geschrieben:
ich finde deinen Vorschlag nicht gut. Alles was mit Zwang zu tun hat lehne ich in der Hinsicht ab. Wenn wir jeden zwingen so zu leben wie wir es teilweise tun, erreichen wir meine Meinung nach eher das Gegenteil, nämlich noch mehr Ablehnung.

Andrea
Hallo Andrea (moin)

Jeder/Jedem das Recht auf eine eigene Meinung :wink:

... ein Argument hab ich aber noch : wir haben in Deutschland Schulzwang :!: ( wenn's sein muß , sogar mit Polizei-Gewalt :wink: )

Okay - ein ganzes Jahr ( das letzte Schuljahr ? ) ist vielleicht ein bisschen lang . Andererseits sollte es aber lang genug sein , um das Leben im anderen Geschlecht auch konsequent zu erfahren und nicht als eine lustige " Abschlussparty " verstanden zu werden . Ich glaube , alles unter einem halben Jahr würde das Ziel verfehlen . Nicht umsonst ist der " Alltagstest " mindestens ein Jahr lang .
Und wie sich jeder/jede im anderen Geschlecht einbringt , kann ja weitgehend individuell gehandhabt werden ( kein Schminkzwang - keine Pflicht , Tennissocken zu tragen :mrgreen: ) .

Um mal Bezug auf eine anderen Thread zu nehmen - was nützt es uns , wenn wir die Natur wissenschaftlich bis in's letzte Myon erforschen , mit den Ergebnissen aber nicht lernen , gesellschaftlich besser miteinander zu leben ?!

LG von Frecher Anni


Auf jeden Fall
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 22 im Thema

Beitrag von Andrea66 »

Hallo Anni,

wie ich merke möchtest du wieder einmal provozieren.
Sicherlich wird bei der Schulpflicht ein Zwang ausgeführt, den ich sogar gesellschaftlich als annehmbar akzeptieren kann, denn niemand kann mich dazu zwingen am Unterricht teil zu nehmen. Die letzte Konsequenz wäre dann ein Verweis von der Schule und derjenige würde in eine spezielle Einrichtung eingewiesen werden. Da die Schulpflicht aber gesellschaftlich übergreifend Anerkennung findet, scheint sie die richtige Wahl zu sein.

Wir kommen hier aber schon wieder vom eigentlichen Thema ab und ich finde wir sollte hier eher über das Thema des Buches diskutieren, als über eine gesellschaftliche Pflicht die Geschlechterrolle für einen gewissen Zeitraum zu tauschen.
Was die Beiträge zum eigentlichen Thema angeht, finde ich das Ergebnis schon ein wenig dünn.

Lieben Gruß
Andrea
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 23 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo Andrea,
Andrea66 hat geschrieben:Erschreckend sind dabei die Ergebnisse, dass sich Freunde abgekehrt haben und das die Bank Probleme gemacht hat mit den Kredit. Gut, die Eheprobleme und auch eventuell die Abkehr der Freunde kann ich noch irgendwie nachvollziehen. Aber die Reaktion der Bank auf keinen Fall. Wenn ich meinen Pflichten aus einem Vertrag nachkomme, der mit meinem Sein keinerlei Verbindung hat, dann soll die Bank doch zufrieden sein. Jedes Risiko muss über die Zinsen abgedeckt sein.
die Reaktion der Bank kann ich als einzige der beschriebenen tatsächlich nachvollziehen. Das Risiko ist in der Tat durch die Zinsen abgedeckt - aber eben entsprechend der Situation zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Sobald sich wesentliche Randfaktoren ändern, z. B. die Einkommensverhältnisse (er hatte sich, iirc, plötzlich mit Aushilfsjobs über Wasser gehalten), haben die Banken die Möglichkeit den Kredit auf einen Schlag fällig zu stellen - eben weil sich das Risiko geändert hat. Beide Parteien können sich dann auch auf eine Ablösung des Kredites einigen, zu neuen Konditionen. Wenn die Bank jedoch glaubt, dass das Risiko eines Totalausfalles plötzlich sehr hoch ist, wird es keinen neuen Vertrag geben. Das scheint in diesem Fall passiert zu sein.

Würde ich jemandem Geld leihen, würde ich es nicht anders machen wollen - ich möchte es schließlich auch gerne wiedersehen. Und zu Beginn gleich alle Risiken einpreisen, würde einen Kredit unerschwinglich machen.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 24 im Thema

Beitrag von nathaliecd »

Hallo,

heute Abend 22:40 Uhr kommt der Beitrag auf Arte.

Ich bin schon gespannt, ob in diesem Beitrag noch neue Aspekte auftauchen. Christian Seidel hat ja sehr viel PR in den verschiedensten Medien für sein Buch und diesen Betrag gemacht.

In diesem Thread und einem anderen Thread wurde das Thema und das Buch schon sehr intensiv diskutiert. Bin mal gespannt, ob es nach dem Beitrag neue Erkenntnisse gibt.

LG
Nathalie
Anne-Mette
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich fand den Film nicht schlecht.
Er gab mir einige Impulse, über eigene Erfahrungen nachzudenken - und das ist sicherlich gut so. Was will man mehr von so einem Bericht verlangen?

Allerdings habe ich auch wieder einmal festgestellt: "... so bin ich nicht..." (smili)

Gruß
Anne-Mette
nicole.f
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 26 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo!
Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

ich fand den Film nicht schlecht.
Er gab mir einige Impulse, über eigene Erfahrungen nachzudenken - und das ist sicherlich gut so. Was will man mehr von so einem Bericht verlangen?

Allerdings habe ich auch wieder einmal festgestellt: "... so bin ich nicht..." (smili)

Gruß
Anne-Mette
Habe ihn auch gerade gesehen und muss sagen, ich bin auch noch reichlich hin und her gerissen.

Worauf beziehst Du das "so bin ich nicht"? Auf das Äußere von "Ihr"? Dann würde ich Dir da sicherlich Recht geben, das kommt schon etwas karrikiert rüber. Aber andererseits, wenn Christian, so wie viele von uns, sich jetzt erst, mit schätzungsweise Mitte/Ende 40, zum ersten mal traut sich zu probieren, dann kommt soetwas doch bei fast allen beim ersten mal heraus? Etwas seltsam ist dann allerdings, dass man in den Bildern wenig bis keine Entwicklung im Stil gesehen hat.

Bei solchen Berichten oder Szenen, auch wenn sie mir im realen Leben passieren, versuche ich mich auch immer arg zusammen zu nehmen und mich nicht von den Äußerlichkeiten zu sehr beeinflussen zu lassen. Das viel spannendere in dem Beitrag fand ich eigentlich die Kommentare, vor allem die von ihm selbst!

Wenn die authentisch sind, also wirklich von ihm und ohne "Souffleur" kommen, dann würde ich den ohne Weiteres als eine TS-Klemmschwester bezeichnen. Vielleicht ist sie auch TS, will es nur nicht wahr haben? Wäre ja nicht die erste. Was mich darauf bringt? Die Schilderungen der Gefühle während er dieses Experiment machte, das Nachlassen des Drucks, das Abfallen einer Last, die lebenslange unbestimmte Suche, das emotionale Glück, die zunehmende Befremdlichkeit gegenüber Männern... Für mich könnte das aus irgendeinem Lehrbuch stammen. Und dann noch dieses Detail mit der Identifikation, dass er sich zunehmend als Christiane _identifiziert_ und ihm die männliche Identität zunehmen fremd und falsch vor kam. Gerade dieser Punkt mit der Indentifikation und vor allem der Identität und das diese Identität im Prinzip die permanente Oberhand hat, sobald er es zugelassen hat.

Das sah und klang alles wirklich wenig aufgesetzt oder künstlich. Oder er hatte wirklich sehr gute Berater.
Komisch war nur, wie gesagt, die kaum wahrnehmbare äußere Entwicklung - oder das kam in dem Film nicht gut rüber, weil man Anfangs- und Enderscheinungsbild nur schwer auseinanderhalten konnte? Bei 18 Monaten en-femme hätte ich etwas mehr erwartet, z.B. deutlich femininer gestaltete Augenbrauen, rasierte Brust, längere Fingernägel und solche Kleinigkeiten. Und dann eben noch der Kleidungsstil. Das er bis zum Schluss in diesen recht kurzen Röckchen herum lief schrie ja förmlich nach "Guckt mich an!". Zu keinem Zeitpunkt wurde auch explizit gesagt, dass er 24/7 en-femme war, oder?

Jetzt würde ich ja doch gerne das Buch lesen, um etwas mehr von seinen inneren Beweggründen und Veränderungen zu erfahren, die in dem Film zwangsläufig etwas zu kurz kommen mussten. Muss ich das jetzt echt noch kaufen? Ich mag es eigentlich gar nicht, auf solche Marketing Maschinen aufzuspringen.

Was seine Probleme im Freundeskreis betrifft, nunja, ich würde mal tippen, je nachdem in welchen Kreisen man sich bewegt, halte ich dies für leider durchaus realistisch. Was er beschrieb war ja grob gesagt, dass die meisten sich zunächst dafür (oberflächlich) interessieren, und angeblich kein Problem damit hätten. Doch in Realität passiert es dann recht oft, dass sich diese "Freunde" anschliessend langsam zurückziehen. Innerhalb von 18 Monaten kann das schon auffällig werden. Interessant war, dass Christiane einen weiblichen Freundeskreis entwickelte.

Nuja, ganz interessant. Vor allem würde mich jetzt mal interessieren, was in den nächsten, sagen wir, fünf Jahren bei ihm passiert. Wenn ich mit meiner These Recht hätte und "Er" eigentlich eine verklemmte "Sie" ist, dann hat sein Abenteuer gerade erst begonnen. Und das wird seine Partnerin nicht gut finden...

Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 27 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
das kommt schon etwas karrikiert rüber.
Das will ich gar nicht mal sagen; für mich hat er sein Frauenbild gespiegelt und mit den Attributen, die er notwendig fand, versehen.

Übrigens: die Angst, karrikiert rüberzukommen wird sicherlich etliche Menschen davon abhalten, selbst mal in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein.

Für mich war ein interessanter Aspekt im Film, durch die Wandlung "sexuell nicht mehr attraktiv zu sein" für Frauen.
Freundschaft: ja - Sex: nein.

... aber man kann ja nicht alles haben )))(:

Gruß
Anne-Mette
Frida
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 28 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo,

ich sehe es ähnlich wie Nicole und mir ging auch, wie Anne-Mette, "so bin ich nicht" durch den Kopf.
Ich bin nicht so sehr extrovertiert, ich würde nicht auffallen wollen, wenn ich en femme an die Öffentlichkeit gehe,
denn ich bin auch nicht der Typ Mann, der unbedingt im Mittelpunkt stehen will.
Und ich bin schon immer ein Mensch mit einer starker, weiblicher Seite...innerlich und äußerlich.
Ich fühlte und fühle so, und das ist meine tiefe Überzeugung, auch wenn ich keine Frauenkleidung anhabe
Seidel ist eben auch Showman, Schauspieler und als Macher waren Frauen für ihn eine Art Produkte, die er formte und womit er sein
Geld verdiente. Ich bewundere und liebe die Frauen wegen ihre Weiblichkeit, ja ich beneidete sie sogar immer, will auf ihrer
Höhe und ihnen nah sein, weil ich dann das Gefühl habe unter Gleichgesinnten zu sein. Auch als Mann hatte ich nie
einen großen Drang nach männlichen Ritualen und deren Gehabe.

Ich habe Schwierigkeiten, ihm abzunehmen, dass er auf diese Schiene sprang, weil er keine langen
Männerunterhosen mehr tragen wollte und deshalb anfing FSH zu kaufen. Das wirkte für mich unglaubwürdig.
Mir ist auch nicht klar geworden, ob er denn jetzt wirklich die 18 Monate en femme lebte oder wie sich das abspielte.

Mir fehlte neben einer nicht deutlich gewordenen Weiterentwicklung, die Suche nach dem Woher und Warum,
auch hat er sich nicht damit auseinandergesetzt dass er ja nicht alleine dieses Bedürfnis, diese Neigung verspürt, was ihm
spätestens in dem Crosser-Laden klar geworden ist.

Ist es eigentlich wissenschaftlich bewiesen, dass es durch intensives Crossdressing zu derart starken hormonellen
Veränderungen, mit den im Film beschriebenen Auswirkungen, kommen kann??

Ich bin auch gespannt, ob es noch eine Fortsetzung gibt.

LG Dita
nicole.f
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Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 29 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Moin moin!
Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
das kommt schon etwas karrikiert rüber.
Das will ich gar nicht mal sagen; für mich hat er sein Frauenbild gespiegelt und mit den Attributen, die er notwendig fand, versehen.

Übrigens: die Angst, karrikiert rüberzukommen wird sicherlich etliche Menschen davon abhalten, selbst mal in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein.
Ersteres, also die Spielgelung des eigenen Bildes, ja klar. Das meinte ich ja auch, dass das wohl praktisch jedem MzF Trans* Menschen so ergeht, wenn er beginnt. Doch er hat das ja angeblich 18 Monate intensiv betrieben und dann wundert es mich ziehmlich, dass es da praktisch kaum Entwicklung gab, außer etwas mehr handwerkliches Geschick bspw. beim Make-Up.
Für mich war ein interessanter Aspekt im Film, durch die Wandlung "sexuell nicht mehr attraktiv zu sein" für Frauen.
Freundschaft: ja - Sex: nein.

... aber man kann ja nicht alles haben )))(:

Gruß
Anne-Mette
Der Punkt mit der Sexualität ist anscheinend auch recht typisch. Ich würde sagen, das ist das Problem der "Heteronormativität" und sitzt ganz tief in all jenen Köpfen, die sich ihrer Geschlechtsidentität und vor allem ihrer sexuellen Orientíerung sicher sind. Das ist genau das Problem, gegen das die Homosexuellen seit Jahrzehnten ankämpfen. Völlig wertfrei ist es einfach so, dass in den westlich christlich geprägten Gesellschaften die heterosexuelle Partnerschaft die Norm darstellt. Jedes von der Norm abweichende Verhalten führt zunächst zu spontaner Ablehnung.

Für die meisten Partnerinnen oder Partner eines Trans* Menschen stellt dies eine enorme Hürde dar. Auf der einen Seite möchten sie den lieb gewonnen Menschen behalten und versuchen alles, diese neue Person in ihrer neuen Rolle zu akzeptieren, doch auf der anderen Seite entfremdet das Heteronormativ sie auf der sexuellen Ebene. Die Akzeptanz des Partners kann auf einer Ebene passieren, die weniger intim ist - enge Freundschaft, Verbundenheit und sogar nicht körperliche Liebe können wir praktisch jedem Menschen gegenüber, egal welchen Geschlechts, empfinden. Doch Intimität und sexueller Kontakt geht noch einen großen Schritt weiter.

Das Problem der Sexuelität ist, zumindest in unserer TS Gruppe, auch immer wieder großes Thema bei den Partnergesprächen. Anfangs gehen die Partner/innen noch recht locker damit um, doch wenn man sie mit der Nase auf dieses Problem stösst, und sei es auch nur indem man aufzeigt, dass ab einem gewissen Punkt in der Zukunft die Umwelt sie als "lesbisches" oder "schwules" Paar ansehen wird, brechen sehr oft Welten zusammen.

In dem Zusammenhang war auch das Verhalten seiner Partnerin interessant und gar nicht ungewöhnlich. Sie hat wohl auch zunächst wohlwollend reagiert und versucht die neue Situation so gut es geht zu akzeptieren. Sie hat Christiane eine Menge Freiräume eingeräumt. Doch nach einiger Zeit lies ihre Kraft dazu nach. Die Veränderungen an Christian waren dabei wohl auch, aber weniger ausschlaggebend. Vielmehr waren es die Veränderungen und das Verhalten der Umgebung. Das ständige bedauert werden durch ihre Umgebung zum Beispiel. Ständig wieder durch die Umwelt auf diese Abnormität hingewiesen zu werden. Gegen Ende sagte sie ja dann aus dem Off, dass es hauptsächlich das sei, was sie kaum noch aushalte.


In anderen Postings hier wurde die Sache mit dem "Projekt" kritisiert.
Nun... ich bin mir da nicht sicher. Ich glaube ganz und gar nicht, dass dies alles ein spontaner Einfall war, als es mal wieder Winter wurde. So etwas macht man nicht aus eine Bierlaune heraus. Der Typ ist, oder zumindest war, ein erfolgreicher Produzent und hat damit in seiner Münchener Umgebung einen Ruf zu verlieren. Da macht man soetwas nicht, wenn da nicht ein viel tiefer gehender Grund dahinter steckt. Ich glaube eher, dass dieses "Projekt" lediglich Rechtfertigung war, eine neuerliche Fassade, um sein Tun vor sich und seiner Umwelt zu rechtfertigen. Was er eigentlich wollte, war ein lange schon vorhandenes Verlangen ausprobieren. Dazu hat er dann eben dieses Konstrukt des "Projektes" darum herum geschaffen, um es vielleicht auch sich selbst gegenüber, aber vor allem gegenüber seiner Umwelt, erklären zu können.

Er wird da recht sicher auch nach Ende dieses "Projektes" noch eine Weile dran knabbern. Vielleicht hält er es aus und kann sich sich mit dem Dazwischen in seiner männlichen Rollen arrangieren. Mich würde es nun sehr interessieren, wie es bei ihm weiter geht!

Liebe Grüße
nicole
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Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
exuserIn-2014-09-26

Re: Arte 31.01 22:35 Uhr: Christian & Christiane

Post 30 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-09-26 »

Hallo (na)

also mal ganz unabhängig davon wie ich Christian(e) fand hat mir der Film gut gefallen. Er hat 'unser' Thema wieder ein Stück in die Wirklichkeit gebracht (wenn auch auf einem Spartensender zu später Stunde). Und ich habe wieder einen gar nicht so schlechten Film (Merker für mich, gleich noch aus der Mediathek downloaden) der sich mit dem Thema Homme en femme beschäftigt.

Christian(e) fand ich schon ein wenig authentisch, viele Fragen die Christian sich gestellt hat kenne ich (ihr z.T. bestimmt) auch. Wenn gleich es ein Projekt für Christian ist (genau genommen mache ich auch ein Projekt, nur nenne ich es nicht so und werde damit auch nicht so darüber publizieren) nehme ich ihm ab, das er wirklich das Verlangen hat Christiane zu sein (mit allen Widrigkeiten die sich einem in den Weg stellen). Aber das Buch .... werde ich mir nicht kaufen. :D

LG
Franziska
Antworten

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