Manchmal echt frustrierend...
Manchmal echt frustrierend...

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Mira.
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 1 im Thema

Beitrag von Mira. »

Ein Hallölle zurück :()b
also nein, dass kenne ich gottseidank nicht. Habe mit meiner Frau über das Thema gesprochen und ihr versucht klarzumachen, dass sich der Mensch nicht durch seine Kleidung ändert.
Ja es hat ein wenig gedauert und auch sie hatte Angst, dass ich eine kompl. Frau werden wollte aber das hat sich alles geklärt. Ich kann nur anraten offen mit dem Thema umgehen.
Versteckt man die Sachen kommt es irgendwann raus und es gibt Stress und der ist schlimmer als wenn man im Vorfeld miteinander redet.
LG
Ohne meine Frau wäre ich irgendwas aber nicht das was ich bin oder auch sein kann.
biene38
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 2 im Thema

Beitrag von biene38 »

Kenn ich zum Glück nicht dieses Versteckspiel.
Bei mir ist es im Kleiderschrank auch nicht säuberlich getrennt, sondern eher alles vermischt. Ich trenne das auch nicht so.
Wenn meine Frau dann etwas findet, was ihr gefällt, wird es auch mal ausgeliehen.

Sehr entspannt und auch jedem zu empfehlen.
Also schluß mit der Geheimnistuerei!
Grüße von der Biene (na)
chris001
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 3 im Thema

Beitrag von chris001 »

... kommt mir bekannt vor. Ich trenne zwar meine Kleidung nicht (jedenfalls nicht alles), meine Partnerin weiß davon, aber trotzdem geht leider nicht alles immer. Wenn ich dann einen schönen Tag in tollen Sachen verbracht habe und diese dann leider wieder weghängen muss da Sohn oder Frau nach Hause kommt ist schon extrem frustrierend. Da wünsch mir schon man(n) könnte alles überall tragen. Wieso muss ich mich immer wieder verkleiden nur damit Familie in Frieden leben kann? Wobei, wenn ich ehrlich bin, nicht weiß ob ich die Sprüche und Blicke der 'Gesellschaft' aushalten könnte.
Deine mitleidende
Chris
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 4 im Thema

Beitrag von Tanja »

Hey
Bei mir gibts zum Glück nur noch eine Sorte von Kleidung,bin seit vier Jahren geoutet privat sowie auch beruflich,sicher hatte ich am Anfang mit diversen Kommentaren
und unverständnis zu kämpfen,Meine Frau die dies seit 25 Jahren schon weiß und meine beiden Kinder (Tochter 21,Sohn 14)standen und stehen immer zu mir.
bin so froh das ich nun endlich so Leben kann und mich nicht mehr verstecken muß.

LG Tanja
HeikeL
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 5 im Thema

Beitrag von HeikeL »

Kenne ich auch noch ...

bis zum Auszug unseres Sohnes, mußte Susi's Garderobe auch teilweise "unsichtbar" untergebracht werden. Das hat sich, bei uns, glücklicherweise nun geändert (siehe: Susi - wie es weiter geht). Aber deinen Frust kann ich gut nachvollziehen.

Hast du mal in Erwägung gezogen, deine Partnerin vorsichtig einzuweihen? Sonst bleibt dir auf Dauer nur, das auszuhalten.

Mitfühlende Grüße - Susi.
Ich bin nicht so stromlinienförmig, wie andere mich gerne haben möchten.
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina »

fantasiereich hat geschrieben:Halloooo :D

Geht es nur mir so, oder kennt das noch jemand, das echt echt nervig und frustrierend ist (weil die Partnerin von Nichts weiss), dass man(n), wenn man in seinen Schicken Damensachen herumgelaufen ist, diese wieder verstauen/ verstecken muss? Es nervt mich total an. Wie schön wäre es denn, dass wenn man den Kleiderschrank aufmacht, dort all die hübschen Sachen parat hängen? Oder noch besser: Eine Seite Männer- die andere Damenkleidung.

Kennt das noch wer?
"Man" muss die nicht wieder verstauen und verstecken. DU musst das. Warum? Wahrscheinlich weil du dir nicht überlegt "was erreiche ich dadurch, dass ich es verheimliche" und "was erreiche ich wenn ich es ganz offen lege" - und diese beiden Szenarien gegen einander verglichen hast. Egal wofür du dich entscheiden würdest, wäre es deine Entscheidung.

...

Bei mir hängt es aus nicht alles schön getrennt. Nur die Schuhe. Wahrscheinlich weil ich mehr Damenschuhe als Herrenschuhe besitzte. Ähnlich ist es mit den Handtaschen.
Anne-Mette
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das "Problem" liegt wohl eher an Dir )))(:
"Witzig rüberbringen" - das ist doch eine halbe Sache, mit der keine(r) etwas anfangen kann.
(weil die Partnerin von Nichts weiss),
na, was denn nun? Ich denke, Du hast es "witzig rübergebracht".

Die Frustration sollte man nicht an der Partnerin festmachen. Wenn man halbgare Wünsche äußert, bei denen die Partnerin auch noch ein gewisses Rate- und Auslegungspotenzial mitbringen muss, sollte man sich nicht wundern und sich über die Partnerin beschweren und dann noch mit so einem merkwürdigen Urteil über Türkinnen kommen und dann noch mit %%%%.

Gruß
Anne-Mette
ursula-tv

Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 8 im Thema

Beitrag von ursula-tv »

Hallo liebe fantasiereich,

ich kenne das nur zu gut. Ich kann meine feminine Seite nur heimlich ausleben, da meine Frau nichts davon weiss und auch kein Verständnis dafür hätte. Ich brauche sie erst garnicht zu fragen, nach 40 Jahren Ehe, weiss ich wie sie "tickt". Ich wollte und will sie wegen meiner Neigung aber auch nicht verlassen. So bleibt mir nur, die Frau in mir heimlich auszuleben, auch wenn das stressig ist. Ich kann aber auch ohne Crossdressing nicht leben. Ich MUSS einfach Frauenkleidung tragen- und wenn es nur eine FSH unter der Hose ist. Du bist nicht allein hier.

Liebe Grüße
Ursula
nicole.f
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo fantasiereich!
Zunächst ganz kurz: Ja, natürlich kennt wohl fast jede(r) hier diese Frustration.
Was wir tun entspricht nicht der Norm und solange man selbst damit keinen normalen und natürlichen Umgang hat, solange wird es einem selbst auch komisch vorkommen, so komisch, dass man es lieber versteckt und vor allem, dass man selbst nicht ausreichend dazu und zu sich selbst stehen kann.

Doch da steckt auch des Problems Kern und des Rätsels Lösung.
Du musst zunächst für Dich selbst herausfinden, ob das was Du da tust für Dich zweifelsfrei richtig und wichtig ist. Ausserdem musst Du Dir darüber klar werden, ob Du auch ohne auskommen könntest - zumindest diese Frage ist für die meisten leicht und schnell mit Nein zu beantworten. Die ganz klassische Aktion, alles wegzuwerfen gepaart mit Verwünschungen und Schwüren und es dann doch wieder zu tun, haben viele schon hinter sich. Das führt zu der Erkenntnis, dass es ohne einfach nicht geht, Punkt. Über das Warum sollte man sich besser keine Gedanken machen, daran sind schon zuviele gescheitert. Es gibt kein universelles Warum. Einzig die Erkenntnis, dass es zu der eigenen Persönlichkeit untrennbar dazu gehört und man es, ob man will oder nicht, sein Leben lang mit sich tragen wird.

Diese Erkenntnis sollte dann auch zu der Einsicht führen, dass diese nun unabdingbar vorhandene Facette der eigenen Persönlichkeit gelebt werden muss. Denn wenn dies nicht passiert oder passieren kann, ist das was Du beschreibst, die Frustration, noch die mildeste der möglichen Folgen - was aber auch individuell sehr verschieden sein kann. Fakt ist aber, dass wenn es nicht ausgelebt wird ein Teil der Persönlichkeit unterdrückt wird. Dies führt zu einem ständig erhöhten Stress-Level und Stress kann zu psychischen als auch physischen Problemen führen.

Ich habe bisher nicht so sehr viele CD/TV/TS persönlich kennengelernt. Auch ist das Internet sicherlich nicht unbedingt eine sonderlich repräsentative Informationsquellen. Viele von uns bleiben, leider, aus ähnlichen Ängsten wie Deiner lieber völlig im Verborgenen. Einige halten das wohl auch eine ganze Weile aus, doch die ständige Angst entdeckt zu werden, frisst einen irgendwann auf. Andere schaffen sich bewusste Ventile, Zeiten, in denen sie es exzessiv ausleben oder bspw. ein paar Tage woanders so verbringen, wie sie sich selbst gerne erleben. Doch aus Berichten anderer und eigener Erfahrung würde ich sagen, dass kann nur eine Zwischenlösung sein. Die Zeiten dazwischen werden dadurch für viele um so frustrierender.

Viele werden darüber depressiv und es beginnt sich auch im Alltag auszuwirken. Aufgestaute Frustration entlädt sich zu unpassenden Augenblicken und darunter leidet dann das gesamte soziale Umfeld, allen voran die Partnerin.

Langer Rede kurzer Sinn.
Horche zunächst einmal in Dich hinein und versuche Dir selbst darüber klar zu werden, welchen Stellenwert "es" für Dich hat. Da Du aber schon von Frustration schreibst und diese schon so gross ist, dass Du aktiv einen Thread dazu eröffnest, ist der Stellenwert für Dich offenbar schon recht hoch.
Wie Du in anderen Threads beschrieben hast, machst Du das ja auch schon seit einigen Jahren. Also ist klar, dass Du es auch nicht verleugnen oder unterdrücken kannst. Es gehört zu Dir! Wichtig, damit diese Selbsterkenntnis auch gut sitzt, ist sich bewusst zu machen, dass weder Du noch andere etwas dafür können, dass Du so bist wie Du bist. Es ist einfach so und es wird nie aufhören. Es ist damit _natürlich_ und nicht abartig oder schlimm - Du bist eben, wie so viele von uns, etwas anders als viele andere, aber keinesfalls allein! Im Gegenteil, die Dunkelziffer der CD/TV ist immens, gröbste Schätzungen liegen im Bereich von 1% bis 10% der männlichen Bevölkerung - da sich die meisten aber nicht trauen sich zu äussern, weiss keiner etwas Genaues.

An dieser Stelle komme ich mal wieder nicht umhin, Julas wunderbares Buch "Ich bin (k)ein Mann" wärmstens zu empfehlen. Alles, was ich naiv und lückenhaft zuvor versucht habe zu beschreiben, erläutert Jula darin auf das Vortrefflichste, samt Herleitungen und Schlussfolgerungen, so z.B. auch, dass unser Tun weder Hobby noch Sucht und insbesondere nicht krankhaft oder therapierbar ist. Ich kann es nur empfehlen (und nein, ich bekomme keine Tantiemen von Jula :)

In Deiner Vorstellung hast Du geschrieben, dass Deine jetzige Freundin auf Deine Bemerkung mit den Röcken "Na und? Ist doch in Ordnung." oder so ähnlich geantwortet hätte?
Also wenn das keine Steilvorlage ist!

Ich würde Dir spontan dringend raten, Dir Gedanken darüber zu machen, wie Du sie behutsam mit auf diese wunderbare Reise mitnehmen kannst. Behutsam ist allerdings hier das Zauberwort. Die Rollenverteilung ist in unserer Gesellschaft intuitiv sehr klar geregelt. Rütteln wir an diesen ungeschriebenen Regeln, dann ist das für "normale" Menschen eine Kritik an den Grundfesten ihrer Überzeugungen und ihrer Sozialisation. Nicht nur, dass Du versuchst etwas Unnormales zur Normalität zu machen, es wird auch zwangsläufig die Rolle Deiner Partnerin in Frage stellen. Dies ist wohl meist das grösste Problem und Ursache für mögliche Ablehnung. Wenn Du gleich in vollem Ornat aufläufst, komplett als Frau zurecht gemacht mit allem was (für Dich) dazu gehört, könnte sie sich in ihrem Bild über sich selbst derart gestört fühlen, dass es zu einer persönlichen Verletzung wird. Viele Frauen fragen sich dann, bin ich nicht weiblich genug für ihn? Andere entwickeln instinktiv homophobe Tendenzen - ich bin doch nicht lesbisch! Wieder andere bekommen Angst, den Partner zu verlieren - jetzt wird er schwul! Und noch andere sind sich selbst und ihrer Umwelt so unsicher, dass die grösste Ablehnung aus der Angst besteht entdeckt zu werden - was sagen nur meine Eltern? Die Nachbarn?

Also nicht mit dem Holzhammer.
Behutsam, eins nach dem anderen.

Ich würde bspw. den Rock als Ansatz nehmen - das ist doch super!
Im kommenden Sommer bspw., wenn es schön warm ist, einen unisex Rock besorgen - einen Lunghi (auch Pareo oder Sarong, in Teilen Asiens für Männer völlig normal) beispielsweise. Damit könntest Du sie an Rock "gewöhnen". Im Zusammenhang damit sollten sich Gespräche darüber ermöglichen, dass einige Teile der weiblichen Garderobe eigentlich auch gut von Männern getragen werden könnten, es so viele schöne Sachen gibt etc. und schwups kann das nächste Teil dazu kommen. Das sollte genügend Bewegung in die Sache bringen um auszuloten, wie weit Deine Partnerin gehen würde. Versuche das herauszufinden, _bevor_ Du etwas Neues probierst. Es ist sehr viel leichter, in kleinen Schritten, aber mit kontinuierlicher Zustimmung, vorwärts zu kommen, als eine einmalige Ablehnung zu überwinden. Eine Ablehnung eines Details kann Dich leicht auf dem Weg wieder einige Schritte zurück werfen.
Überfordere sie also nicht.
Aber tue es. Unterdrücken wird früher oder später Deine Beziehung zerstören oder sie zumindest substantiell schädigen.

Und nochmal kurz auf die von Dir angesprochene kulturelle Herkunft Deiner Freundin eingehend...
Täusche Dich da vielleicht nicht! Auch wenn die Medien oft das Bild der erzkonservativen Türken oder Muslime im Allgemeinen prägen, so oft gibt es auch erstaunliche Berichte gerade über Frauen aus diesen Kulturkreisen. Ich denke man darf nicht verkennen, dass diese ganz klar patriachalisch ausgerichteten Kreise gerade für Frauen wenig attraktiv sind, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Frauen mit diesem kulturellen Hintergrund wissen also oft sehr gut was es bedeutet, die eigene Selbstverwirklichung unterdrücken zu müssen und das dies auf Dauer kein Spass ist. Sie können daher offener für unsere Belange sein. Wie Deine Partnerin diesbzgl. tickt, musst Du aber wohl selbst herausfinden. Doch ich würde, nur weil sie aus einer türkischen Familie kommt, keinesfalls sofort darauf schliessen, dass sie kein Verständnis für uns hätte. Gerade das Gegenteil könnte der Fall sein!

Liebe Grüße
nicole

PS: Halte uns auf dem Laufenden, wie es weiter geht!
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Anne-Mette
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ja, manchmal ist es echt frustrierend...

Viele geben sich Mühe mit Antworten; manche schreiben sehr ausführlich und versuchen bestimmt, sich in die Lage der Fragenden hineinzuversetzen, obwohl die Ausgangslage sehr vage ist - und nun auch von der Themenstarterin nichts mehr gekommen ist.
Schade!
Aber das kann sich ja noch ändern; manche sind ja nur zu bestimmten Zeiten und eher selten hier.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 11 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

@ Nicole.b

Ein wirklich bemerkenswert sehr guter Beitrag, so finde ich zumindest. ))):s
lg chrissie
Lina
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 12 im Thema

Beitrag von Lina »

FrauvomPluto hat geschrieben:Hallo Strumpfträger,

ich persönlich finde es sehr schade und traurig, einen wesentlichen Teil von sich ausgerechnet vor der eigenen Partnerin, die ja die Vertrauensperson Nr. 1 sein sollte, verstecken zu müssen. Allerdings kann ich auch verstehen, dass es viel Überwindung kostet, sich zu öffnen. Aber es lohnt sich.
...
Herzliche Grüße
FrauvomPluto

Da gebe ich dir völlig recht. So was wundert mich auch immer.

Was mich aber noch mehr wundert ist, dass so viele praktisch einwilligen, das Leben von jemand anderem zu leben und nicht ihr Eigenes. Denn das ist ja eigentlich was passiert. Jemand ist schon von der Kindheit an im klaren, dass er einen weiblichen Identitätsanteil hat, der danach schreit auch gelebt zu werden. Oder sexuell nur unter solchen und solchen Umständen, bzw. als Transvestit. Dann heiratet er, verleugnet alles und lebt so wie es von jemand anderem erwartet wird, und nicht wie er selber fühlt. Warum tut sich jemand und anderen so was an? Da wäre es doch besser alleine zu bleiben ...
Andrea aus Sachsen
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 13 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Lina hat geschrieben:Dann heiratet er, verleugnet alles und lebt so wie es von jemand anderem erwartet wird, und nicht wie er selber fühlt. Warum tut sich jemand und anderen so was an?
Das liegt meines Erachtens eindeutig an dem weit verbreiteten (Un-)Wissen über unserer Sache und dem negativen Image, das dem anhaftet. Den wenigsten Betroffenen wird bereits in jugendlichem Alter klar sein, welchen Stellenwert die weibliche Seite in ihrem Leben einmal einnehmen wird und was es bedeutet, sich jahrzehntelang zu verleugnen.
Meist aus Scham versuchen viele, ihr zweites Ich zu unterdrücken. Zeitweise gelingt ihnen das problemlos, was scheinbar die verbreitete Auffassung bestätigt, dass "es" sich wegtherapieren lässt oder von selbst verschwindet. Erst viel später kommt bei den meisten die Erkenntnis, dass dem nicht so ist und dass es so nicht weiter geht.
Ja, hätten wir das eher gewusst, wäre uns mancher Irrweg erspart geblieben. Deshalb sehe ich hier noch viel Aufklärungsbedarf. Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: Die ganze Trans*-Problematik müsste in der Lehrplänen der Schulen einen angemessenen Raum finden.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 14 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Lina hat geschrieben:
FrauvomPluto hat geschrieben:Hallo Strumpfträger,

ich persönlich finde es sehr schade und traurig, einen wesentlichen Teil von sich ausgerechnet vor der eigenen Partnerin, die ja die Vertrauensperson Nr. 1 sein sollte, verstecken zu müssen. Allerdings kann ich auch verstehen, dass es viel Überwindung kostet, sich zu öffnen. Aber es lohnt sich.
...
Herzliche Grüße
FrauvomPluto
Da gebe ich dir völlig recht. So was wundert mich auch immer.

Was mich aber noch mehr wundert ist, dass so viele praktisch einwilligen, das Leben von jemand anderem zu leben und nicht ihr Eigenes. Denn das ist ja eigentlich was passiert. Jemand ist schon von der Kindheit an im klaren, dass er einen weiblichen Identitätsanteil hat, der danach schreit auch gelebt zu werden. Oder sexuell nur unter solchen und solchen Umständen, bzw. als Transvestit. Dann heiratet er, verleugnet alles und lebt so wie es von jemand anderem erwartet wird, und nicht wie er selber fühlt. Warum tut sich jemand und anderen so was an? Da wäre es doch besser alleine zu bleiben ...
Im Prinzip würde ich Dir natürlich zustimmen - wenn man diese Sicherheit bereits erlangt hat, wäre es dumm und idiotisch, sich selbst so zu verleugnen.

Ich glaube aber, dass das Problem etwas anders gelagert ist.
Ich denke, viele wissen zwar sehr sicher, das "etwas" anders ist, können es aber nicht genau festmachen und dadurch auch dazu keinen normalen Zugang und Umgang finden. Was Du beschriebst erfordert schon die beiden wichtigen Erkenntnisse
1) Was will ich / bin ich?
2) Was ich bin ist nicht unnormal oder gar verwerflich!
und vielleicht noch die dritte
3) Es ist nicht revidierbar, es gehört untrennbar zu meiner Persönlichkeit.

Dies alles sind Erkenntnisse, die einige nie selbst erreichen werden und dann lieber das dumpfe unklare Gefühl als "abnorm" zur Seite schieben und sich lieber gesellschaftskonform verhalten, um keinesfalls mit dem aufzufallen, worüber sie sich selbst unsicher und unklar sind.

Ich denke ich kann da durchaus aus Erfahrung sprechen, denn mehr als 20 Jahre lang habe ich es gerade einmal zu Nummer 1 dieser Erkenntnisse geschafft, gepaart mit Nummer 3, die jede von uns nach einer der üblichen Wegwerfaktionen (engl. "purge") überkommt, war das dann jahrelang keine sehr verheissungsvolle Aussicht.
Zur Nummer 2 komme ich erst jetzt - und das auch nur langsam und mühselig. Es dauert und ist hart, jahrelang antrainierte Sichtweisen zu verändern.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Manchmal echt frustrierend...

Post 15 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Lina hat geschrieben: Was mich aber noch mehr wundert ist, dass so viele praktisch einwilligen, das Leben von jemand anderem zu leben und nicht ihr Eigenes. Denn das ist ja eigentlich was passiert. Jemand ist schon von der Kindheit an im klaren, dass er einen weiblichen Identitätsanteil hat, der danach schreit auch gelebt zu werden. Oder sexuell nur unter solchen und solchen Umständen, bzw. als Transvestit. Dann heiratet er, verleugnet alles und lebt so wie es von jemand anderem erwartet wird, und nicht wie er selber fühlt. Warum tut sich jemand und anderen so was an? Da wäre es doch besser alleine zu bleiben ...
Der Mensch st ein Herdentier - ohne soziale Kontakte verkümmert er. Man(n) wird sich allso immer auch an der Grupppe in der man lebt orientieren was das Verhalten angeht.

Sich davon zu lösen dauert Jahre und nur die wenigsten schaffen es schon in jungen Jahre sich vom sogenannten Gruppenzwang zu befreien.

Liebe Grüße
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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