Würdet ihr so etwas anziehen?
Würdet ihr so etwas anziehen? - # 4

Verwandlung und Außenwirkung - Tragegefühl - Absichten
biene38
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Re: Würdet ihr so etwas anziehen?

Post 46 im Thema

Beitrag von biene38 »

Daniela.transg hat geschrieben:
Wie oft musste ich mich fragen, wenn ich bei verschiedenen Treffen war, was manche sich unter "Frau-sein" selbst definieren? Machen Minirock und halterlose Nylons wirklich "Weiblichkeit" aus, wenn man dann breitbeinig mit ner Flasche Bier auf der Couch sitzt und den Blick auf unrasierte Männerbeine freigibt?
Jetzt würde mich brennend interessieren, wie du es selbst definierst?

Letztendlich kann niemand wissen, wie sich ein anderer fühlt, da jeder nur sich selbst kennnt und auch nur seine eigenen Gefühle. Insofern kann kein Mann oder keine Frau sagen, wie es sich anfühlt, ein anderer zu sein. Wir bleiben im Inneren die Gleichen egal was wir tragen.
Was sich allerdings ändert ist die Wirkung nach Außen und die ist entscheidend.
Als was wird jemand identifiziert und wird er entsprechend behandelt, das macht den Unterschied.
Ein CD, der nicht komplett als Frau erkannt wird, da immer noch leicht der Mann durchscheint, wird wohl nie wissen, wie es sich anfühlt als Frau erkannt zu werden, und als solche behandelt zu werden. Im schlimmsten Fall wird er erkennen müssen, wie es sich anfühlt, wenn man gesellschaftlich nicht dazugehört und ausgegrenzt wird, da man der typischen Geschlechterrolle nicht entspricht.
Aber zumindest weiß er wie es sich anfühlt, einen Rock zu tragen. Tja das weiß ich aber auch, wenn ich einen Männerrock trage...und breitbeinig kann ich dann auch ungestört dasitzen. :wink:

Grüße von der Biene (na)
Daniela.transg
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Re: Würdet ihr so etwas anziehen?

Post 47 im Thema

Beitrag von Daniela.transg »

Hmm... wie definiere ich es selbst? Gute Frage - ich definiere nicht weibliches oder männliches Gefühl, weil das vermutlich nicht zu definieren ist. Vermutlich reflektiere ich eher auf einen Gemütszustand - also die Summe der Emotionen meines Seelenlebens. Glücklicherweise muss ich dabei nicht zwischen Mann und Frau hin- und herschwanken. Mein soziales Umfeld erkennt (bescheinigt) in mir weibliche wie auch männliche Wesenseigenschaften und Charakterzüge. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich grade in Rock oder Jeans bin.

Die Frage, werde ich als Frau erkannt? Jein, ich mach keine Heimlichkeit draus, dass ich ein Transgender bin - ebenso hat sich mein "Weltbild" vom "Frau-sein" seit fast 3 Jahren wesentlich gewandelt - ich nenne es mal, es ist realitätsbezogener. Der Grund hierfür ist, dass meine Frau als "biologische Frau" hier wesentliche Denkanstöße gegeben hat. Mit der Gewißheit, dass ich nie eine Frau sein kann, weil mir ein wesentliche Eigenschaft dafür fehlt - nämlich das Kinder zu gebären - kann ich sehr gut mit dem Einklang meiner weiblichen und männlichen Gemüter leben.
Diese Ehrlichkeit zu mir selbst hat vielleicht auch zur Folge, dass mir bisher blöde Sprüche oder Pöbeleien als Daniela unterwegs erspart geblieben sind.
Was sich allerdings ändert ist die Wirkung nach Außen und die ist entscheidend.
Als was wird jemand identifiziert und wird er entsprechend behandelt, das macht den Unterschied.
Genau das macht den Unterschied, Biene
Viele Grüße aus Salzgitter

Daniela
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