Bei mir war das Interesse für die Dinge die Frauen schöner machen schon von klein auf vorhanden. Zunächst hab ich immer meine Mutter dabei beobachtet wie sie sich zum Ausgehen gestylt hat und kurz nachdem ich allein war, stand ich dann selbst vor dem Spiegel und hab sie dann versucht zu kopieren ^^ Irgendwann hatte sie mich dann mal dabei erwischt und mir dann verboten ihr Make-Up zu nutzen. Da war ich 5 oder 6 Jahre jung. Mein Freundeskreis bestand damals etwa zur Hälfte aus Mädels bei denen ich dann mehr oder minder regelmäßig zu Besuch war. Mein sekundäres Interesse lag dabei zu sehen wie sich deren Mütter schminken und welche Produkte die verwenden. Ich glaub ich hab meiner Mutter dann auch mal Tipps gegeben welche Produkte es noch gibt
Danach gabs erstmal eine Pause, die Schule hatte mich dann mehr gefordert und habe meine feminine Seite vernachlässigt. Vermisst hab ich diese auch ehrlich gesagt nicht. Ob es nun daran lag dass ich immer genug Ablenkung hatte, dann würde ich das in jedem Fall bestätigen. Ich hab mir dann 1999 den ersten PC geholt und habe dann irgendwann im Bereich Mediengestaltung meinen Platz gefunden - zwar nicht als Arbeit nur als Hobby.
2011 war ich dann aufgrund nervlicher Belastungen im Job längere Zeit krankgeschrieben und hab mich dann wieder gefangen. Gespräche mit einem Psychotherapeuten habe ich während der Zeit geführt, habe das Thema "Crossdressing" aber nicht erwähnt weil es da noch nicht für mich feststand. Das Fazit aus den Gesprächen war dann eher nen neuen Job zu suchen. Getan hab ich es nicht, dazu bin ich auch zu bequem ich wüsste auch nicht was ich machen wollte. Was mir schlussendlich gefehlt hatte war die Beschäftigung mit mir selbst, was will ich und mehr Distanz zur Arbeit. Strikt nach dem Motto "Arbeit ist Arbeit & Schnaps ist Schnaps" seit dem gehts mir auch besser. Bis ich soweit war hat es allerdings auch fast ein Jahr gedauert.
Mitte 2012 hab ich dann bei einem großen Videoportal mehrere Clips entdeckt, bei denen es sich um "Mann zu Frau" Verwandlungen dreht und war fasziniert. Meine feminine Seite wollte dann natürlich auch gleich loslegen. Also hab ich mir das erste Paar FSH und das erste Make-Up inkl. Perücke online bestellt. Ich wollte herausfinden wie ernst es mir damit ist in als Frau aufzutreten oder ob es nicht einfach nur ein Fetish ist bei dem einfach nur die Dessous getragen werden man es sich dann selbst besorgt und dann wieder die Teile weglegt. Ich hab mich einfach wieder wie früher vor dem Spiegel hingestellt und im XXL-T-Shirt, Perücke und FSH beobachtet und das Gefühl war und ist weiterhin gut. Die Anleitung zu diesem Eigentest hatte ich bei transgender.at gefunden. Agnes hat dort einen Guide veröffentlicht.
In der Zwischenzeit ist auch wieder ein Jahr rum und ich habe mittlerweile einen zweiten Kleiderschrank ^^.Im größeren sind halt die "Offiziellen" Klamotten drin und im kleineren die "Inoffiziellen". Die Beine, Armbe und Brust hab ich schon immer rasiert. Inzwischen epiliere ich zumindest Beine und Arme regelmäßig, habe aber geplant die Haare am kompletten Körper dauerhaft zu entfernen und mein Haupthaar länger wachsen zu lassen.
Aktuell bin ich dabei die Kleidung halt "crossover" täglich zu kombinieren. Sprich Bootcut-Jeans auf der Taille sitzend dazu nen Shirt + Sneaker bzw. Stiefeletten im Turnschuh/Schnürstil in s/w (Kauf ist geplant, ob ich die dann mal öffentlich dazu trage steht auf nem anderen Blatt). Oder fürs Biken halt ne kurze Radhose für Frauen (Shorts) und dazu nen Herrentrikot. Wenn ich so mit dem Rad unterwegs bin schauen mir teilweise die Männer hinterher ^^
Als Fazit steht für mich fest, dass das Crossdressing zu mir gehört und ich es nicht mehr missen möchte. Klamotten sind halt manchmal doch mehr als das es vielleicht schneint.
Ich hoffe ihr fandet meinen Beitrag teilweise interessant und freue mich auf Rückmeldungen.
Bis dann
Janine