"Frau sein ausleben" nur Einbildung?
"Frau sein ausleben" nur Einbildung? - # 4

Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2022-05-28
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 46 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Flodur hat geschrieben: Die Erfindung der Zweigeschlechtlichkeit ist mindestens 500 Mio Jahre alt. Da sie extrem verbreitet ist, ist sie offensichtlich von evolutionärem Vorteil.
Einspruch: In der Natur gibt es viele Beispiele in der Tier und Pflanzenwelt,die dagegen sprechen. Der Sanddorn
ist z.B. eingeschlechtlich es gibt hier also keine Unterteilung zwischen M und F,
Der Clownsfisch ändert je nach "Bedarf" sein äusseres Geschlecht zwischen F und M muss somit also beide Anlagen in sich tragen.
Es gibt vereinzelt auch beim Menschen Heramphroditen ( Zwitter ) . Selbst wenn die Anzahl sehr gering ist reicht schon 1 Fall unter Milliarden um das Gesetz (Zweigeschlechtlichkeit) aus zu hebeln. Es ist dann kein Gesetz mehr sondern nur noch ein Fall von mehreren. Es sind Fälle nachgewiesen worden, wo die äusseren Geschlechtsmerkmale eindeutig männlich waren, das Gehirn jedoch in seinen Strukturen eindeutig weiblich. In beiden zuletzt genannten Fällen Ist der Mensch als ganzes betrachtet also weder M noch F sondern je nach Betrachtungsweise beides ( Zwitter ) oder ein drittes Geschlecht.


"Frau sein" ist ein Konstrukt und in dem Sinn möchte ich die Titelfrage mit "Ja" beantworten."
Es kommt hier darauf an, wie man diese Frage interpretiert. Wenn man von einer Dualität der Geschlechter ausgeht ( als Naturgesetz, was wie oben gezeigt nicht stimmt) ist diese Aussage korrekt. Wenn man bei dem Begriff Frau und Mann von den sozialen Verhaltensregeln ausgeht, die sich im Laufe der Jahrtausende etabliert haben stimmt es schon nicht mehr . Dann ist eine Änderung der Verhaltensregeln für einen selbst keine Einbildung sondern Realität. Geht man davon aus, dass die Dualität der Geschlechter lediglich eine Unterart von x Verschiedenen Möglichkeiten ist , und davon , dass Frau und Mann in diesem Fall als Begriff für ein biologisches Geschlecht verwendet wird, passt es auch nicht mehr.


LG Chrissie.
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Nora_7
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 47 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

...die Zweigeschlechtlichkeit hat sich bei höher entwickelten Lebewesen durchgesetzt, weil sie flexibler auf Anforderungen der Umwelt reagiert. Der einzige Nachteil ist die aufwendige Partnersuche. Dass die verschiedenen Kulturen zu den entsprechenden sozialen Rollenverteilungen kamen, ist ein separates Thema. Offensichtlich ist, dass in der Frühzeit die Männer wegen ihrer "Unfähigkeit" zur Schwangerschaft ihre Kraft- und Mobilitätsvorteile in Führungsanspruch umsetzen konnten.

Zur sozialen Rolle: s. mein aktuelles Posting unter Vorurteile und Befindlichkeiten.

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
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ab08
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 48 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

es wurde ja von einigen schon geschrieben. Aber trotzdem...
Das mit der 'Zweigeschlechtlichkeit' funktioniert beim Menschen aber nur, wenn man andere Meßergebnisse einfach wegläßt. (vgl. http://blog.zwischengeschlecht.info/ )
Die Ignoranz wär ja auch nicht weiter schlimm, wenn dies nicht für die Betroffenen so schlimme Folgen hätte.
- 'Mehrheitsmeinung' ist mir als Naturwissenschaftlerin ohnehin wurscht, denn wenn ich mich darum kümmern würde, würde mich das vom Verstehen der biologischen Zusammenhänge nämlich abhalten. Das will ich nicht, denn ich bin neugierig und lernen macht mir Spaß, besonders in einem Bereich, der mich betrifft.
- Erkenntnisse gewinnt nämlich nur der, der bereit ist, genau zu beobachten und bei Bedarf eigene Wege zu gehen. :wink:
Das hat andererseits natürlich oft zur Folge, dass man/frau abgeblockt wird.

Meine eigene Persönlichkeit ist im Gehirn verankert, nicht zwischen den Beinen. So weiß ich heute, dass ich eine Frau bin. Natürlich hatte ich vorher jahrzehntelang Zweifel, und prüfte die komische Sache immer wieder, aber auch solche Prüfungen sind die normale naturwissenschaftliche Vorgehensweise. Dass die Leute weiterhin glauben, dass Genitalien/Chromosomen das wesentliche Bestimmungsmerkmal für das Geschlecht sind, ist ebenfalls nicht verwunderlich. Allerdings klappt das nur, wenn man sämtliche Ausnahmen vernachlässigt. :lol:
Die Leugnung naturwissenschaftlicher Realitäten hat auch eine lange Tradition (Galilei, Darwin, Einstein...)

Liebe Grüße
ab

P.S. Es gibt Hermaphroditen / xy-Frauen etc. Für Leute die Englisch können: http://www.youtube.com/watch?v=BwSOngdR7kM

Liebe Chrissie,

danke für Deinen Beitrag und besonders für Deine Bemerkung "Wenn man bei dem Begriff Frau und Mann von den sozialen Verhaltensregeln ausgeht,..." -
Genau da liegt das Problem. Dieses Konstrukt sollte uns wirklich bewußt sein.
Die beste Darstellung dieser Situation, die ich kenne, stammt von Simone de Beauvoir, "Das andere Geschlecht", rororo -
Liebe Grüße
ab
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 49 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Nur eine Anmerkung zum Begriff Zwitter.
Ein Zwitter ist ein Lebewesen, dass beide Geschlechtsmerkmale, also männlich und weiblich vollständig , funktionsfähig aufweißt.
Schnecken wären ein Beispiel.
Bei intersexuellen Menschen ist dies nicht der Fall!
Hier sind beide Geschlechtsmerkmale nicht vollständig funktionsfähig.
Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wenn dieses belegt wird.
LG
Verena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 50 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Verena,

da stimme ich Dir voll zu, echte Zwitter kenn ich auch nicht!!
Bei allen höheren Lebensformen (wie z.B. Menschen) scheint rein technisch nur das eine oder andere zu funktionieren und manchmal klappt beides nicht!!
Bin keine Biologin, aber neben Schnecken fällt mir auch nix ein.

Aber das Bewußtsein hat manchmal wenig mit der Funktionsfähigkeit der Geschlechtsorgane zu tun.
So konnte ich meine Kinder zwar zeugen, hatte aber nie ein vernünftiges Verhältnis zu dem Equipment da unten.
Mehr noch, eigentlich wunderte ich mich, dass es, so wie von der Partnerin gewünscht, überhaupt funktionierte.
Ein vernünftiger 'Vater' war ich nie, die Schauspielerei klappte nämlich innerhalb der Familie gar nicht.
Die Kinder wunderten sich - Richtig verstanden sie die Sache erst nach dem CO.

Liebe Grüße
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 51 im Thema

Beitrag von reinhildb »

Hallo,
neben Realitäten gibt es auch die Rollen. Schlüpft man nicht in eine Rolle, wenn High Heels oder andere schöne Sachen angezogen werden.

R.
Sabrina Verena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 52 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Reinhildb!
Ich schlüpfe in eine Rolle, wenn ich zur Arbeit gehe um mein Lebensunterhalt zu verdienen, denn dort kann ich nicht ich selber sein.
Aber wenn ich zuhause mich äußerlich zur Frau mache, dann lebe ich Das aus, was ich in meinen Innersten empfinde.
Ich bin dadurch seelisch ausgeglichener und zufriedener.
Das ist dann kein Rollenspiel mehr, sondern Ausdruck und Ausleben meiner Persönlichkeit und von daher auch keine Einbildung.
Liebe Grüße
Verena
Zuletzt geändert von Sabrina Verena am Di 5. Mär 2013, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 53 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo Mona,

"also für mich ist meine Realität eine subjektive Realität und hat mehr oder weniger viele Schnittmengen mit der jeweiligen persönlichen Realität meiner Mitmenschen.

von daher für mich "Frau sein ausleben" ist dann meine Realität und nicht eine Einbildung von mir".

du hast eine sehr gute Antwort gefunden, die man irgendwie besser nicht hätte kurz formulieren können; da kann ich voll dahinter stehen und ich glaube, vielen anderen von uns heht es genauso: Das muss aber nicht so sein, denn jede von uns hat individuelle Sichtweisen und jeder Fall sozusagen ist anders gelagert

Schöne Grüße aus dem Hohen Norden, wo gerade mal die Sonne scheint, ))):s Ulrike-Marisa
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 54 im Thema

Beitrag von reinhildb »

Hallo Sabrina-Verena,
natürlich hast du Recht wenn du schreibst, dass es um Ausleben und Ausdruck geht. Deine Persönlichkeit ist und spiegelt ein anderes Ich.
Und in dieser Rolle sind all die schönen Dinge möglich, von denen wir täglich träumen und sie dann glücklicherweise auch umsetzen können und tun.

R.
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 55 im Thema

Beitrag von Flodur »

Habe ich mich so missveständlich ausgedrückt? Dann bitte ich um Verzeihung.
Chrissie hat geschrieben:
Flodur hat geschrieben: Die Erfindung der Zweigeschlechtlichkeit ist mindestens 500 Mio Jahre alt. Da sie extrem verbreitet ist, ist sie offensichtlich von evolutionärem Vorteil.
Einspruch: In der Natur gibt es viele Beispiele in der Tier und Pflanzenwelt,die dagegen sprechen...
Ich hatte nicht gesagt "ausschlisßlich" sondern "extrem verbreitet"!
Und dass das Zwitterargument meinen Gedankengang sogar noch stützt, hat ja schon Sabrina Verena gesagt.
Chrissie hat geschrieben:Es sind Fälle nachgewiesen worden, wo die äusseren Geschlechtsmerkmale eindeutig männlich waren, das Gehirn jedoch in seinen Strukturen eindeutig weiblich.
ab08 hat geschrieben:Meine eigene Persönlichkeit ist im Gehirn verankert, nicht zwischen den Beinen.
Ich hab doch nie was anderes behauptet!
Flodur hat geschrieben:Interessanterweise sind die physikalisch leicht messbaren (XX/XY) in gewisser Weise weniger wichtig, als die "unfassbaren", die "Befindlichkeit", weil unsere Zivilisation einen "Wasserkopf" entwickelt hat und immer weniger auf physikalische Gegebenheiten Rücksicht nimmt.
Das mit dem Wasserkopf mag unfreundlich formuliert sein, aber ich sage doch damit, genau wie ihr, es geht vom Kopf aus.
marabella68
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 56 im Thema

Beitrag von marabella68 »

Wenn es nur Einbildung wäre, müsste ich mich nicht dafür als Frau zurechtmachen. Ich glaube bei mir ist es neben der sexuellen Stimulation auch die Neugier mal zu spüren, wie sich das andere Geschlecht so fühlt. Das würde ich ja so bis an mein Lebensende überhaupt nicht wissen. Jedoch wenn ich mich als Fau zurecht mache und ein schönes Kleid trage. mich schminke, etc. ist der erste Schritt getan. der zweite wäre, dann mal in der Öffentlichkeit so rumzulaufen, ohne natürlich al Mann erkannt zu werden. Son weit bin ich leider noch nicht.
Frau sein nur zum Spaß. Outing kommt gar nicht in Frage.
reinhildb
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 57 im Thema

Beitrag von reinhildb »

Hallo Marabella68,
es sind natürlich all die schönen Sachen, von denen wir träumen, die zarte Wäsche, Kleider, Strumpfhosen und Schuhe. Als Frau zurecht gemacht möchte ich natürlich auch nicht als Mann erkannt werden. In der Öffentlichkeit zu zeigen, da bin ich noch weit von entfernt, so wie du auch.
Aber es sind auch die anderen Dinge, wo Frau drin aufgehen kann und dem widme ich mich intensiv. Dazu gehört die Ünernahme der täglichen kleinen Pflichten der Hausarbeit, Waschen, putzen, bügeln und die Wäsche zusammenlegen. Unseren kleinen Haushalt führe ich mittlerweile komplett alleine, bin da mit jeder Faser meines Körpers in der weiblichen Rolle.

R.
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